Der neue große Social-Media-Check 2018

4 Wege zu Übersicht und Ordnung in Ihren Social-Media-Konten und Kanälen – plus Tabelle zum Download mit detaillierter Anleitung

Haben Sie noch den Überblick über alle Ihre Konten, Profile, Seiten in sozialen Netzwerken? Wann haben Sie zuletzt Ihre Strategie überprüft? Haben Sie einen Plan, was Sie wann wo für wen und wie oft posten wollen? Sind alle Ihre Daten auf dem neuesten Stand? Wissen alle, die daran mitarbeiten, Bescheid? Das Social Web wandelt sich schnell. Strategien müssen sich ständig anpassen. Umso entscheidender ist es, die Übersicht zu behalten. Hier ist mein gründlich überarbeiteter großer Social-Media-Check zum Jahresbeginn 2018 mit vier verschiedenen Vorschlägen für das systematische Vorgehen.

Er hilft Ihnen, Ihre Accounts und Abläufe zu überprüfen, zu verbessern oder auszubauen. Dazu schenke ich Ihnen mein Social-Media-Inventory als kostenlose Tabelle zum Download mit einer genauen Anleitung, wie Sie diese ausfüllen.

Hinweis: Die Taktiken und das Inventory eignen sich für die Bestandsaufnahme in Unternehmen, in Teams oder Abteilungen und bei Personenmarken. Excel an sich ist natürlich noch kein  Kollaborationstool. Je nach Größe der Organisation können Sie sie als Grundlage verwenden, um sie beliebig weiter auszubauen, und sie gegebenfalls in Ihr Kollaborationstool zu integrieren. Markenbotschafter innerhalb von Unternehmen legen sich zusätzlich eine eigene Tabelle für ihre Personenmarke an.

Von „Häppchen“ bis „Rundum“: So kommt Ordnung in Ihre Social-Media-Konten

Alle hier beschriebenen Vorgehensweisen basieren darauf, dass Sie bereits eine Social-Media-Strategie verfolgen, die in Ihr gesamtes Kommunikationskonzept eingebettet ist. Der Social-Media-Check ersetzt also keine Kommunikations- und Social-Media-Strategie. Deswegen spreche ich im Folgenden auch von „Taktiken“ und nicht von „Strategien“.

Der Social-Media-Check dient dazu …

 die eigene Vorgehensweise und die dazugehörigen Prozesse zu überprüfen

 den Überblick (wieder-) zu gewinnen

 dafür zu sorgen, dass dieser Überblick künftig jederzeit auf Abruf vorhanden ist.

Etwaiger Handlungsbedarf zeigt sich dabei von selbst.

A propos Social-Media-Strategie

Der Social-Media-Check liefert die idealen Voraussetzungen und Informationen, um eine Social-Media-Strategie neu zu erarbeiten oder zu überarbeiten. Sie sollte aber immer im größeren Zusammenhang der Contentstrategie und diese innerhalb der Gesamtkommunikation betrachtet werden. Mehr Tipps und Best Practice für Ihre Kommunikationsstrategie Social-Media-Strategie gibt es in diesem Jahr in weiteren Beiträgen im PR-Doktor.

1. Die Rundum-Taktik

Ausgangslage: Sie kommunizieren erfolgreich und umfassend in sozialen Netzwerken. Sie haben zahlreiche Accounts, Profile und Seiten, etwa bei Facebook (hier vielleicht zusätzlich auch Gruppen), LinkedIn, XING, Twitter, YouTube, Instagram. Weiter nutzen Sie vielleicht Angebote wie Pinterest und bieten Ihren Zielgruppen interessante Links in Social-Bookmarking-Diensten (wie Flipboard) an. Sie publizieren Präsentationen bei SlideShare und … – ja, was eigentlich noch?

Das ist zu tun:

 Listen Sie alle Plattformen und Accounts auf, die Sie beziehungsweise Ihr Unternehmen  im Web haben.

 Vergleichen Sie die tatsächliche Vorgehensweise mit der ursprünglich geplanten Strategie und deren taktischer Umsetzung.

 Nutzen Sie das Social-Media-Inventory, um sich diesen Überblick zu verschaffen.

Folgende Fragen und Anregungen könnten Ihnen dabei helfen:

  • Habe ich/haben wir noch den Überblick über alle Konten und Kanäle?
  • Fahnden Sie gezielt nach Profilen, die Sie vielleicht einmal angelegt, aber nie wirklich genutzt haben.
  • Sind alle Daten, Texte, Inhalte, Bilder, Links auf allen Plattformen aktuell?
  • Prüfen Sie für jedes einzelne Angebot: Hat sich etwas an den Regularien, Funktionen, an der Bedienungsweise der einzelnen Plattformen geändert?
  • Checken Sie zum Beispiel auch, welchen Apps Sie im Laufe der Zeit so alles Zugriff etwa auf Ihren Twitter- und Facebook-Account gestattet haben – und ob Sie das wirklich noch alles wollen.
  • Stimmt die tatsächliche Vorgehensweise mit der Strategie und Taktik überein, die wir insgesamt und für jeden einzelnen Account vorgesehen haben?
  • Brauchen wir jeden dieser Accounts noch – oder sollten wir sie besser stilllegen? – Zu beachten: Wie man Accounts stilllegt, hängt von der jeweiligen Plattform ab. Geben Sie aber nicht vorschnell Nutzernamen auf, etwa Ihren Firmennamen, nur weil Sie ein Angebot vorerst stilllegen.
Wenn sich nach der gründlichen Prüfung zusätzlicher Handlungsbedarf ergibt: Gehen Sie beispielsweise vor, wie in der Aufbau-Taktik beschrieben. Für eine bessere Erfolgsmessung nutzen Sie die Kontroll-Taktik.

2. Die Häppchen-Taktik

Ausgangslage: Ihre Profile in sozialen Netzwerken sind gut sortiert. Sie haben den Überblick, und Ihre Abläufe stimmen. Sie möchten aber in Details optimieren, zum Beispiel die Informationsflüsse in alle Richtungen besser kanalisieren und selektieren. Es kommen zu viele Daten herein, die gar nicht mehr gesichtet werden können. Andere Möglichkeit: Sie müssten eigentlich mal dringend gründlich aufräumen, aber es fehlt gerade die Zeit dazu.

Das ist zu tun: Gehen Sie schrittweise vor und integrieren Sie dies in Ihre täglichen Arbeitsabläufe, beispielsweise wie folgt:

 Tragen Sie für den Anfang die wichtigsten Profile, die Sie täglich oder häufig nutzen, in die Tabelle ein.

 Immer dann, wenn Sie einen Newsletter, eine Nachricht oder sonst eine Information von einer selten genutzten Plattform erhalten, gehen Sie dorthin und checken die einzelnen Punkte aus der Tabelle.

 Fahnden Sie nach und nach – immer dann, wenn etwas Zeit ist – gezielt nach Accounts, die Sie vielleicht einmal angelegt, aber nie wirklich genutzt haben.

 Überprüfen Sie jeweils, ob sich etwas an den Regularien oder Funktionen geändert hat und bessern Sie gegebenenfalls nach.

 Prüfen Sie bei jeder Plattform, ob geplante und tatsächliche Vorgehensweise noch übereinstimmen.

 Prüfen Sie, ob und wie Sie die einzelnen, selten genutzten Accounts noch brauchen. (Siehe dazu auch den Hinweis in der Rundum-Taktik.)

Auch hier wird sich schnell zeigen, an welchen Stellen Sie nachregulieren sollten. Unter Umständen zeigt sich, dass Ihre Strategie insgesamt überarbeitet werden sollte und Sie danach eine neue taktische Vorgehensweise entwickeln. Oder Sie stellen fest, dass Ihre tatsächlichen Arbeitsabläufe von dem abweichen, was Sie eigentlich geplant hatten, und Sie passen sie wieder an. Im zweiten Fall haben Sie dann nach einiger Zeit wieder den kompletten Überblick gewonnen und können überlegen, ob Sie Ihre Strategie noch einmal grundlegend neu planen wollen.

3. Die Kontroll-Taktik

Ausgangslage: Sie sind in Ihren Abläufen gut organisiert und haben den Überblick, was den eigenen Informationsfluss nach außen sowie den Dialog mit Ihrer Community angeht. Was Ihnen fehlt, ist eine solide Erfolgsmessung. Nur auf dieser Basis können Sie Ihre Erfolge messen und sehen, ob Sie auf dem richtigen Weg, entsprechend Ihrer eigenen Strategie und den darin festgelegten Zielen, sind.

Das ist zu tun:

 Bringen Sie Ordnung in Ihre Social-Media-Accounts, wie in den vorhergehenden Abschnitten empfohlen.

 Etablieren Sie anschließend ein professionelles Monitoring. Für den Anfang sollten auf jeden Fall Alerts zu Ihrem (Firmen-)Namen und relevante Stichworte erstellen. Besonders gut eignen sich für Personenmarken, die (noch) keine komplexeren Monitoring-Lösungen nutzen, nach meiner Erfahrung etwa die Talkwalker Alerts und Mention.

Monitoring ist ein komplexes Thema, das man nicht innerhalb eines solchen Beitrags komplett  abhandeln kann. Lassen Sie sich gegebenfalls professionell unterstützen. Viele Informationen zu professionellem Monitoring und Tools finden Sie beispielsweise im Monitoring Matcher.

4. Die Ausbau-Taktik

Ausgangslage: Sie sind bereits als Unternehmen und als Personenmarke (oder mit verschiedenen Personenmarken) in ausgewählten sozialen Netzwerken präsent. Diese Profile haben Sie gut im Griff. Vielleicht haben Sie mit den zuvor beschriebenen Taktiken bereits sortiert und aufgeräumt. Jetzt wollen Sie sich weitere Angebote erschließen.

Das ist zu tun: Um den Ausbau Ihrer Präsenzen auf eine solide Basis zu stellen und gleich Ordnung zu schaffen und zu behalten, könnten Sie folgendermaßen vorgehen.

 Checken und reservieren Sie (wenn noch nicht geschehen), Ihren (Benutzer-/Firmen-) Namen auf weiteren Plattformen. Dabei helfen zum Beispiel NameChk und KnowEm. Welche Plattformen die für Sie relevanten sind, kann natürlich nur eine ausführliche Strategie-Erarbeitung zeigen.

 Setzen Sie Prioritäten. Welches sind die Haupt-Kommunikations-Kanäle? Mit welchen wollen Sie beginnen? Welche später ausbauen?

 Legen Sie fest, wer für Ihr Unternehmen wo und wann und was sagen darf – und in welcher Form.

 Beschreiben Sie Prozesse und Abstimmungspläne detailliert, übersichtlich und für alle Beteiligten verständlich: Wer ist wofür zuständig? Wer muss wann informiert werden? Wer reagiert im Krisenfall? Was ist dabei zu beachten?

 Arbeiten Sie sich gründlicher in alle Funktionen der einzelnen Angebote ein und bauen Sie die Accounts gezielt aus. Wenn Ihre XING-Kontakte bisher nicht verschlagwortet sind, könnten Sie das jetzt tun. Sie könnten Twitter-Listen anlegen. Oder Sie könnten die gestalterischen und funktionalen Möglichkeiten Ihrer Facebook-Seite stärken nutzen. Denken Sie – abhängig von Ihrer Strategie – über Premium-Accounts, Facebook-Anzeigen und über eine stärkere Vernetzung zwischen Website/Blog und sozialen Netzwerken nach.

 Denken Sie, wenn noch nicht geschehen, über Tools nach, die Ihnen die gemeinsame Arbeit erleichtern.

 Etablieren Sie, wenn noch nicht geschehen, ein sinnvolles Monitoring. Siehe unter „Kontroll-Taktik“. Wenn Sie bereits eines haben, bauen Sie es weiter aus, so dass die Ergebnisse aussagekräftiger werden und beim weiteren Ausbau gezielt nutzbar sind.

Die Ausbau-Taktik basiert auf einer funktionierenden Strategie und funktioniert nur dann gut, wenn diese regelmäßig überprüft und weiterentwickelt wird. Dazu gehören immer auch die entsprechenden internen Prozesse und Tools – um diese wird es im Verlauf des Jahres in weiteren Beiträgen noch genauer gehen. 

Tabelle zum kostenlosen Download

Für die Bestandsaufnahme habe ich eine sehr einfache Exceltabelle entwickelt. Hier können Sie alle persönlichen Accounts eintragen und natürlich auch solche, mit denen Sie Gemeinschafts- oder Unternehmenspräsenzen verwalten beziehungsweise bespielen. Auf diese Weise gewinnen und behalten Sie eine umfassende Übersicht darüber, welche Angebote Sie überhaupt und in welcher Weise nutzen.

Download Social-Media-Check Tabelle

Im Folgenden finden Sie Hinweise, wie Sie mit dem Social-Media-Inventory arbeiten. Sie können die Excel-Tabelle beliebig nach eigenen Bedürfnissen ergänzen. Ich habe sie so allgemein angelegt, dass sie eigentlich für jeden Nutzer gut funktionieren sollte.

Ich bin mir dabei der Tatsache bewusst, dass ein Excel-File, das auf einem Computer liegt, (allein) kein geeignetes Instrument ist, um gemeinsam im Team an einem solchen Projekt zu arbeiten. Es geht mir hier auch vor allem darum, die grundlegenden Bestandteile eines solchen Checks vorzustellen. Dazu eignet sich eben eine solche Tabelle gut. Wenn Sie sie nutzen, um sie in Ihr eigenes Kollaborationstool  zu übertragen: Umso besser!

Hier geht es zum Download der Tabelle (Datei öffnet sich direkt; keine Anmeldung oder Registrierung erforderlich). 

Tipp: Für jeden neuen turnusmäßigen Check sollten Sie die Tabelle duplizieren und unter einem neuen Dateinamen ablegen. Auf diese Weise können Sie jeden vorigen Stand abrufen und die Entwicklung über die Zeit hinweg betrachten.

Bestandsaufnahme aller Accounts und Profile

Legen Sie in der Tabelle für jedes Profil oder Konto, das Sie in einem sozialen Netzwerk betreiben, eine eigene Zeile an. Wenn Sie mehrere Konten pro Plattform betreiben, empfiehlt es sich, diese untereinander anzulegen.

Etliche Profile werden Ihnen sofort einfallen. Fahnden Sie aber auch gezielt nach Accounts, die Sie vielleicht einmal angelegt, aber nie wirklich genutzt haben, oder die nur dazu dienten, sich den betreffenden Benutzernamen zu sichern. Hinweise darauf könnten Sie beispielsweise in Ihren E-Mails finden. Vielleicht erhalten Sie auch von Zeit zu Zeit Newsletter oder sonstige Nachrichten von Plattformen, an die Sie gar nicht mehr gedacht hatten, und werden auf diese Weise daran erinnert. Das ist dann eine gute Gelegenheit, das betreffende Profil ebenfalls in die Tabelle einzutragen. Gleiches nehmen Sie natürlich mit Konten vor, die Sie neu anlegen.

Social-Media-Inventory: Die einzelnen Felder ausfüllen – so geht’s:

Die Tabelle stammt aus dem Buch Lotsen in der Informationsflut. Erfolgreiche Kommunikationsstrategien mit starken Markenbotschaftern aus dem Unternehmen.

Die einzelnen Felder beziehen sich auf die Excel-Tabelle, die Sie hier herunterladen können.
Feld Bezeichnung Erläuterung
1 Datum des letzten Checks Tragen Sie hier das Datum ein, an dem Sie den Account, der in dieser Zeile steht, zuletzt überprüft haben. Wenn Sie die Tabelle jeweils neu ablegen und alle eingetragenen Profile checken, dann brauchen Sie das Datum natürlich jeweils pro Check nur einmal einzutragen.
2 Plattform/Anbieter Wer betreibt die Plattform? Beispiele: XING, LinkedIn, Facebook oder Twitter.
3 Profil angelegt am Pro Profil: Wann haben Sie den Account eröffnet beziehungsweise sich angemeldet?
4 URL Hier steht der Deep Link zu Ihrem Profil, und zwar so, wie er für andere aufrufbar ist. So haben Sie sie für alle Zwecke, etwa die Weitergabe an andere oder die Verlinkung von anderen Seiten aus, schnell zu Hand.
5 Benutzername Nicht alle Plattformen erfordern einen Benutzernamen, bei manchen ist er mit dem realen Namen identisch.
6 Screenname (falls abweichend) Nicht immer sind Benutzername und Screenname gleich. Bei Twitter, wie im Beispiel der Abb. 7, können Sie entweder auch als eigentlichen Namen das Handle angeben oder eine eigene Bezeichnung. Mein Twitter-Handle beispielsweise lautet @PR_Doktor, aber als Namen lasse ich meinen eigenen anzeigen: Dr. Kerstin Hoffmann.
7 LoginHinweis In manchen sozialen Netzwerken ist der Login identisch mit dem Benutzernamen oder der E-Mail-Adresse, oder man kann eines von beiden wählen. Tragen Sie es entweder hier direkt ein. Oder legen Sie sich einen Code an, anhand dessen Sie es sofort wieder wissen. Bei mir bedeutet eine „1“, dass ich die E-Mail-Adresse gewählt habe, die ich extra für Social-Media-Logins angelegt habe und die nicht öffentlich auffindbar ist.
8 PasswortHinweis Ich rate davon ab, Passwörter unverschlüsselt irgendwo abzulegen, wo andere sie vielleicht sehen können. Die „2“, die ich in dem Beispiel in der Tabelle eingetragen habe, liefert mir einen Hinweis darauf, wie das Passwort lautet, das ich anderswo abgelegt habe.
9 Passwort aktualisiert am Manche Sicherheitsfachleute empfehlen, die Passwörter in allen Profilen und Accounts regelmäßig zu wechseln. Manche Plattformen fordern das sogar regelrecht ein. Daher sollten Sie sich notieren, seit wann das jeweilige Passwort gültig ist.
10 Persönlicher (Einzel‑)Account Im Prinzip nutzen wir hier die Tabelle, um Personenmarken-Profile zu pflegen. Aber natürlich funktioniert die Tabelle für Unternehmensaccounts und -seiten. Damit Sie sich schnell zurechtfinden, kreuzen Sie hier an, um welche Art des Accounts es sich handelt.
11 Gemeinschafts-Account
12 Seite
13 Wer hat Zugriff? Ob nun eine Gemeinschaftsseite oder ein persönlicher Account: In den allermeisten Fällen erscheint es sinnvoll, dass zumindest für den Notfall mindestens eine weitere Person zugreifen kann. Oft gehört es sogar explizit zu einer Personenmarken-Strategie dazu, dass andere beteiligt sind. Mit der Zeit vergisst man aber, wer irgendwann einmal Zugriff hatte. Vielleicht ist der betreffende Mitarbeiter längst nicht mehr im Unternehmen, könnte aber theoretisch immer noch zugreifen. Umgekehrt muss man beim Austausch eines Passworts ebenfalls daran denken, den anderen Beteiligten diese Information zukommen zu lassen.
14 Berechtigungen/Verknüpfungen Um bestimmte Apps zu nutzen, von einem Netzwerk in das andere zu posten oder um ein soziales Netzwerk mit einem externen Tool wie Buffer oder Hootsuite zu bespielen, muss man den Zugriff ausdrücklich erlauben. Idealerweise hat man sich das jeweils im Einzelfall gut überlegt. Dennoch sammeln sich mit der Zeit bei fast jedem solche Berechtigungen an. Oft nutzt man irgendwann die betreffende App oder das Tool gar nicht mehr, vergisst aber, die Berechtigung zu widerrufen. Die erstmalige systematische Bestandsaufnahme stellt, ebenso wie der turnusmäßige Check, eine gute Gelegenheit dar, diese Berechtigungen zu überprüfen.
15 Aktiv (A) oder stillgelegt (S)? Manche Accounts legt man zunächst nur an, um den eigenen Namen als Benutzernamen vorsorglich zu sichern. Andere will man temporär ausprobieren. Oder man hat ein Angebot eine Zeitlang intensiv genutzt, aber dann haben sich die Prioritäten verschoben. Daher sollten Sie beim Check auch die Gewichtung überprüfen. Ein stillgelegter Account braucht womöglich eine geänderte Kennzeichnung. Vielleicht wollen Sie auch die Sichtbarkeitseinstellungen verändern. Von manchen sozialen Netzwerken wollen Sie sich womöglich ganz verabschieden, weil sie nicht mehr zu Ihrer Personenmarken-Strategie passen. Geben Sie aber nicht vorschnell Nutzernamen auf, etwa Ihren Firmennamen, nur weil ein Angebot vorerst stillliegt.
16 Kurz-Bio aktuell? Stimmt Ihre Selbstbeschreibung noch? Wenn nicht, ändern oder ergänzen Sie sie.
17 Infos und Links aktuell? Prüfen Sie einmal alle Felder und Unterseiten des betreffenden Profils auf Korrektheit und Vollständigkeit. Womöglich gibt es seit dem Anlegen des Accounts (oder seit dem letzten Check) neue Funktionen oder Felder, die Sie noch nicht nutzen.
18 Bild/Design aktuell? Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal Ihr Profilbild ausgetauscht? Hat womöglich seither die Plattform ihr Layout verändert, und die Bildgröße passt gar nicht mehr? Stammt die letzte Überarbeitung Ihres Twitter-Accounts aus einer Zeit, als es dort noch keine Titelbilder gab? Prüfen Sie alle Designelemente, und ändern Sie gegebenenfalls, was nötig ist.
19 Inhalte/Kanalversprechen (lt. Personenmarken-Strategie) Was wollen Sie mit dem Account bewirken? Was ist das Kanalversprechen an Ihr Netzwerk? Welche Arten der Botschaften gehören dazu? Hier ist eine kurze Notiz dazu unter Umständen sinnvoll, damit Sie auf den ersten Blick wissen, was in dieses Profil an Inhalten hineingehört. Wenn Sie ansonsten einen guten Überblick über Ihre Strategie haben, ist dieses Feld optional. Mehr zum Thema „Kanalversprechen“ finden Sie hier.
20 Handlungsbedarf Wenn Sie bestimmte Teile oder Elemente nicht sofort austauschen oder ändern, dann sollten Sie hier den Handlungsbedarf definieren. Beispiel: Vielleicht sind Ihre Profilfotos veraltet, aber Sie müssen erst neue machen lassen. Oder Sie wollen den RSS-Feed Ihres noch anzulegenden Blogs bei XING automatisch importieren lassen, sobald er in ein paar Monaten vorliegt.
21 Nächster turnusmäßiger Check Hier steht der nächste Termin für Ihren Turnus. Dieser gehört zugleich in Ihren Kalender.
22 Bemerkungen/Sonstiges Hier können Sie alles notieren, was Sie sonst noch brauchen, um sich etwa beim nächsten Mal sofort zurechtzufinden. Womöglich wollen Sie hier auch Hinweise für weitere Mitarbeiter hinterlegen.

Hier könnten Sie auch beispielsweise Sicherheitsvorkehrungen eintragen, etwa dass Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet haben.

Die Tabelle ist meinem aktuellen Buch entnommen: „Lotsen in der Informationsflut. Erfolgreiche Kommunikationsstrategien mit starken Markenbotschaftern aus dem Unternehmen“

Der Social-Media-Check ist nur der Anfang

Wie oben bereits verdeutlicht: Eine solche Tabelle kann nur einen Anfang und eine erste Hilfestellung darstellen. Gerade wenn Sie im Team Ihre Social Networks betreuen, brauchen Sie leistungsfähige, interaktive Tools dafür. Aber auch wenn Sie Ihre Accounts selbst und allein managen, sollten Sie über solche Möglichkeiten zumindest nachdenken. Für kleinere Unternehmen lohnt es sich, beispielsweise Trello, Asana oder Yammer einmal anzuschauen, die in Basisversionen kostenfrei nutzbar sind.

In größeren Unternehmen gibt es meistens schon entsprechende Plattformen und Intranet-Lösungen. (Und wenn nicht, wäre es höchste Zeit!) Aber dies ist noch einmal ein eigenes Thema, mit dem ich mich an anderer Stelle nochmals ausführlich befassen will. Hier lesen Sie einen Beitrag dazu, warum E-Mail kein sinnvolles Tool für die Zusammenarbeite darstellt: Kollaboration: Auswege aus der E-Mail-Falle.

Erwartete weitere Ergebnisse des Social-Media-Checks

Die Arbeit mit den verschiedenen Strategien wird Ihnen mehr zeigen als nur den Überblick über Ihre Accounts. Sie werden beispielsweise feststellen …

  • ob Sie Ihr gesamtes Kommunikationskonzept ganz oder in Teilen überarbeiten sollten.
  • ob Handlungsbedarf bezüglich der Zeitplanung und der Aufgabenverteilung besteht.
  • ob Sie einzelne Accounts ausbauen, ergänzen oder auch zurückfahren wollen.
  • ob Sie Ihre (Zeit-)Budgets für die Pflege der Profile neu verteilen oder anders kalkulieren sollten.
  • ob vielleicht die Überarbeitung von Inhalten und Botschaften zeigt, dass ganz grundlegende – eventuell auch unternehmerische – Änderungen anstehen.

Das alles ist eine Frage der Arbeit an der Gesamtkommunikation. Anregungen dazu, wie man diese strategisch plant und umsetzt, werden Sie auch in diesem Jahr im PR-Doktor erhalten.

Haben Sie dazu Fragen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!


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Dr. Kerstin Hoffmann

Hier im PR-Doktor teile ich mein Wissen und meine Erfahrung aus mehr als 20 Jahren in der Unternehmenskommunikation. – Ich berate und unterstütze Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikationsstrategien, Content-Marketing und Social Media. Ich halte Vorträge, schreibe Bücher und lehre an einer deutschen Universität.

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  3 comments for “Der neue große Social-Media-Check 2018

  1. Kai Morasch
    10. Januar 2018 at 13:53

    Danke für diese super Vorlagen und Tabellen. Durch die große Zahl an Netzwerken und Möglichkeiten in Social Media verliert man leicht den Überblick. Selbst machen sich dann nur wenige die Mühe mit Checklisten und Bestandverzeichnissen Ordnung zu schaffen. Großes Lob für die tolle Arbeit die Listen helfen wirklich weiter. Viele Grüße, Kai

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