Wie sieht das perfekte Social-Media-Profil aus?

Interview mit der „Profilagentin“ Kixka Nebraska

Kixka Nebraska, Foto: Rieka Anscheit

Frage: Ein Wissensträger – etwa ein Berater oder Dienstleister –, der bisher nicht in sozialen Netzwerken unterwegs war, möchte sich erstmals ein Profil in einem Business-Netzwerk wie XING oder LinkedIn einrichten. Mit welchen Schritten startet er oder sie am besten?

Kixka Nebraska: Nach meiner Erfahrung gibt es drei entscheidende Schritte, bevor ein Profil angelegt wird.

Erstens: Lassen Sie sich von jemandem, den sie sehr sympathisch finden, in sehr guter Stimmung fotografieren. Nehmen Sie kein vorhandenes Bild. Zu 90 Prozent sind die vorhandenen Bilder nicht aktuell, qualitativ nicht überzeugend, oder Ihre Persönlichkeit wird nicht wirklich getroffen. Im schlimmsten Fall treffen alle drei Punkte zu.

Zweitens: Überlegen Sie vorher, was Sie mit Ihrem digitalen Auftritt beabsichtigen – und überlegen Sie sich, welches die entscheidenden Schlüsselbegriffe sind, die jemand in die Suche eines Business-Netzwerkes eingeben müsste, um jemanden wie Sie, mit Ihren Kompetenzen, zu finden. Denken Sie dabei stärker in die Zukunft (“In welche Richtung will ich mich inhaltlich entwickeln?”) als in die Vergangenheit (“Welche Qualifikationen oder Kenntnisse habe ich, die ich aber auf gar keinen Fall weiter einsetzen möchte?”).

Drittens: Sehen Sie sich auf der Plattform um. Behalten Sie dabei im Kopf, dass Sie bei XING und in der Regel auch bei LinkedIn als Profilbesucher sichtbar sind, für Premium-Mitglieder auch mit Namen. Versuchen Sie sich mittelfristig mit mindestens 150 echten Kontakten zu vernetzen – erst in dieser Größenordnung setzt der “Netzwerkeffekt” ein, mit dem Ihre Statusmitteilungen eine größere Sichtbarkeit erreichen und darüber die Kontakte Ihrer Kontakte für Sie plötzlich relevant werden könnten.

Über diese Interviewreihe

„Verschenke, was du weißt – um zu verkaufen, was du kannst!“ Das ist die Kernaussage meines Buchs und meiner Methode PRINZIP KOSTENLOS. Für die Praxisbeispiele in der Neuauflage habe ich insgesamt zwölf bekannte Wissensteiler selbst zu Wort kommen lassen. Die Befragten beschreiben, was sie antreibt, was bei ihnen gut funktioniert und auf welche Weise sie so erfolgreich geworden sind. Sie berichten von ihrer Positionierung, von persönlichen Erfahrungen, vom Umgang mit Wettbewerbern und Netzwerkpartnern. Diese Interviews erscheinen nach und nach hier im PR-Doktor.

„Prinzip kostenlos. Wissen verschenken – Aufmerksamkeit steigern – Kunden gewinnen“, Neuauflage August 2017, 266 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-527-50908-9, Wiley-VCH, Weinheim

Frage: Welche sozialen Netzwerke spielen Ihrer Erfahrung nach für Berater, Dienstleister, Trainer oder Speaker in Deutschland die größte Rolle? Welche sind unverzichtbar?

Kixka Nebraska: Abgesehen davon, dass das von Branche zu Branche etwas variiert, und es auch davon abhängt, wie international die Person aktiv ist, sind LinkedIn, XING und Facebook heute nach wie vor die relevantesten Netzwerke. Twitter halte ich eher ergänzend für bestimmte Branchen und inzwischen immer stärker Event-bezogen für interessant.

Viele der Fachdiskussionen haben sich heute von XING zu Facebook verschoben, so dass nach meiner Wahrnehmung vor allem geschaut werden sollte, wo die Netzwerke, in denen jemand im Analogen aktiv ist, sich im Digitalen wiederfinden.

Frage: Wie sieht das perfekte Facebook-Profil eines Wissensträgers aus, der sich dort vor allem in ihrer oder seiner professionellen Identität darstellen und engagieren will?

Kixka Nebraska: Wenn ich davon ausgehen kann, dass es sich tatsächlich um ein persönliches Profil und keine Fanpage handelt, sollte das Profil abonnierbar sein, was separat aktiviert werden muss. Das Profil sollte aktuell sein, alle wichtigen Links zu weiteren Websites und Profilen, eindeutige Kontaktmöglichkeiten und -Präferenzen enthalten.

Immer wichtiger wird es, auf der visuellen Ebene zum einen zu zeigen, welches Thema der Schwerpunkt des Wissensträgers ist, und zum anderen diese Person im Einsatz darzustellen. Bewegtbild und bewegtes Live-Bild können ergänzend dazukommen, doch der Thematik würde ich mich schrittweise nähern. Dafür sollte in Deutschland das Impressum auch bei Facebook nicht vergessen werden, sobald das Profil beruflich genutzt wird.

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Frage: Was machen Unternehmer und Entscheider, wenn sie Profile neu einrichten und mit Inhalten befüllen, am häufigsten falsch?

Kixka Nebraska: Wirklich wahr: Sie setzen die Sichtbarkeit ihres Profils auf die niedrigste Stufe, posten irrtümlich nichts öffentlich und wundern sich, dass “dieses digitale Networking” gar nicht funktioniert. Das habe ich in meinen Beratungen mehrfach erlebt. Der entscheidende Tipp ist, regelmäßig die Außenansicht seiner Profile für die Öffentlichkeit zu checken – und sicher zu sein, diese Außenwelt ebenso regelmäßig auch mit öffentlichen Posts zu bedienen.

Frage: Welche sozialen Netzwerke nutzen Sie selbst, und worauf legen Sie dabei besonderes Augenmerk?

Kixka Nebraska: Beruflich nutze ich vorwiegend Facebook, dort insbesondere auch die fachlichen Gruppen, zum Beispiel die der Digital Media Women, die mit inzwischen über 11.200 Mitgliedern einen sehr großen Mehrwert bietet. XING kommt an zweiter, Linkedin an dritter Stelle. Privat nutze ich nach wie vor sehr gerne Tumblr und ich bin in meiner Freizeit in der sehr großen Google+-Ingress-Community aktiv.

Bei allen Auftritten ist mir die Konsistenz meiner Profile wichtig: Meine Profilbilder sind inzwischen zwar fast überall etwas unterschiedlich, wegen meiner Haarfarbe gibt es aber tatsächlich so etwas wie einen roten Faden. Meine Headerbilder zeigen dabei aber alle ein identisches Motiv, wenn auch in leichten Varianten, so dass die Wiedererkennung sehr einfach möglich ist.

Kixka Nebraska ist seit 2010 als Profilagentin, zertifizierte Trainerin und E-Moderatorin im Netz aktiv, um die digitale Sichtbarkeit ihrer Auftraggeber zu erhöhen. Die Mitgründerin der Digital Media Women (#DMW) ist mehrfach auf der re:publica, einer der größten Digitalkonferenzen Europas, als Referentin aufgetreten und teilt ihr Wissen auch in Workshops und persönlichen Digital-Coachings. www.profilagentin.com

Dr. Kerstin Hoffmann

Dr. Kerstin Hoffmann

Hier im PR-Doktor teile ich mein Wissen und meine Erfahrung aus mehr als 20 Jahren in der Unternehmenskommunikation. – Ich halte Keynotes und Vorträge und berate Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikationsstrategien, Content-Marketing und Social Media. Ichschreibe Bücher und lehre an einer deutschen Universität.

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