Sichtbarkeit im Web von null auf 100: Wie geht das?

Pragmatische Abhilfe für das Henne-Ei-Dilemma in Contentstrategie und Social Media

Sichtbarkeit im Web: Wie schnell schaffen Sie es von null auf 100?

Sichtbarkeit im Web: Wie schnell schaffen Sie es von null auf 100? Was ist dabei zu beachten?

Jedes Unternehmen, jede Person, die eine Contentstrategie – etwa mit einem eigenen Blog plus Social-Media-Vernetzung – neu aufbaut, findet sich zunächst einmal in dem gleichen Henne-Ei-Dilemma: Um Follower, Fans, Leser, User anzuziehen, braucht man hochwertige Inhalte. Andererseits scheint es die pure Verschwendung zu sein, aufwändige Artikel oder Newsletter-Beiträge für zwei bis acht Empfänger zu schreiben, die womöglich noch nicht einmal zur eigenen Kern-Zielgruppe gehören. Auch Facebook-Postings für fünf Kontakte, von denen drei zur eigenen Familie zählen, können frustieren, wenn andere dreistellige Like-Zahlen einfahren. Und wie, bitteschön, bekommt man in absehbarer Zeit genügend Twitter-Follower, damit sich die Aktivitäten auf dieser Plattform überhaupt lohnen?

Ich habe in den letzten Monaten etliche größere Unternehmen, Einzelunternehmer und Persönlichkeiten auf ihrem Weg in aktive eigene Contentstrategien begleitet. Dabei ist immer wieder die Frage aufgekommen, wie es gelingt, möglichst rasch Reichweite über alle Plattformen hinweg zu erzielen, und gerade das eingangs beschriebene Dilemma wurde dabei fast immer thematisiert. Obgleich ich also zu den Einzelthemen bereits seit Jahren ausführlich geschrieben habe, und obgleich man ein solch komplexes Thema in einem einzigen Beitrag allenfalls anreißen kann: Genau letzteres möchte ich hier mit diesem speziellen Fokus einmal in einem Rundumschlag versuchen. Dass dabei Aspekte außen vor bleiben müssen, versteht sich. Für weitere Beschäftigung mit  den Teilbereichen habe ich Hinweise auf weiterführende Veröffentlichungen eingebaut.

Als Erstes: Perspektivwechsel!

Schon häufig gesagt, und nicht nur von mir, aber dennoch immer wieder falsch gestartet: Wer eine Contentstrategie als eine Vorgehensweise betrachtet, über möglichst viele Kanäle möglichst viele eigene Botschaften hinauszublasen ­und dabei auch noch stets zielgerichtet in Verkaufsprozesse zu leiten – der plant keine Contentstrategie. Jedenfalls keine, die von Erfolg gekrönt sein wird.

Diejenigen meiner Klienten, die ihr bestehendes Netzwerk nutzen, um auch virtuelle Beziehungen auszubauen und weitere aufzubauen, waren am schnellsten erfolgreich. Das erfordert zugegebenermaßen ein recht zeitaufwändiges Engagement. Aber dies muss sowieso klar sein: Wer schnell von null auf 100 durchstarten will, muss auch entsprechend viel einbringen.

Auch Social-Media-Zeit ist professionelle Marketingzeit. Doch die Anfangsinvestition vor allem in eigenen Aufwand ist relativ hoch, wenn es möglichst schnell gehen soll. Allerdings gibt es auch hier Sättigungskurven. Der schmale Grat zwischen „zu viel“ und „nicht genug“ ist einer, den es stets aufs Neue auszuloten gilt. Dazu muss man von Anfang an genau beobachten, Erfolge messen und Feedback einholen. Erstaunlich ist: Wer sich im Web als Unternehmer, Persönlichkeit oder Firmenvertreter engagiert, vergisst zu Beginn oft, wie hilfreich dieses ist, um Informationen zu sammeln – über Themen Märkte, Entwicklungen, eigene Dialogpartner sowie über die Wirksamkeit eigener Maßnahmen.

Zu Beginn von geringer Sichtbarkeit sogar profitieren

Wer erst anfängt, sich in Social Media und/oder mit einem eigenen Blog zu engagieren – und davon gibt es immer noch sehr viele Unternehmen, selbst größere – kann auch davon profitieren, dass die eigene Sichtbarkeit noch nicht so hoch ist. Eigene Accounts sind vorhanden. Sie können andere beobachten, wie diese es machen. Sie können schauen, was bei Ihnen selbst wie ankommt, was für Sie ebenfalls denkbar wäre und welche Art von Inhalten und Verhaltensweisen für Sie selbst niemals in Frage kämen. Typische Fehler und Unsicherheiten, die jedem zu Anfang unterlaufen, macht man besser, wenn noch nicht so viele zuschauen.

Währenddessen bauen Sie Ihre eigene Vernetzung und Reichweite schrittweise und nachhaltig aus, wie im Folgenden beschrieben. Wenn Sie dann für einen bestimmten Bereich eine gewisse Bekanntheit erzielt haben, ist zugleich die eigene Sicherheit bereits ziemlich ausgeprägt.

Ein Corporate Blog für fünf Leser? Ja!

Als ich vor vielen Jahren anfing zu bloggen und auch ziemlich bald schon einen eigenen Newsletter herauszubringen, habe ich gefühlt für zehn oder fünfzehn Leser geschrieben. Das Gute daran: Etwa die Hälfte davon waren bestehende Kunden, welche die mit Sorgfalt geschriebenen Inhalte wirklich wertschätzten und das Gefühl hatten, dadurch regelmäßig von mir wertvollen neuen Input zu erhalten.

Die andere Hälfte bestand aus bereits bestehenden Netzwerk-Kontakten, beispielsweise Kollegen, die schon länger bloggten. Die letzteren sorgten auch mit Empfehlungen und Verlinkungen dafür, dass sich meine Inhalte weiterverbreiteten. Und das war immerhin noch vor meinen ersten Schritten auf Facebook und Twitter.

Entscheidend ist nicht (nur), wie viele es sind, sondern wer

Natürlich gelten auch für die Sichtbarkeit im Web kritische Massen. Aber wenn es gelingt, eine kleine, feine Spezial-Leserschaft für ein Online-Magazin oder einen Newsletter zu gewinnen, dann ist womöglich der eine von fünf neuen Lesern derjenige, der im kommenden Jahr die Büromiete einspielt.

Nicht jedes Corporate Blog wird sich zu einem öffentlich wahrgenommenen Branchenmagazin entwickeln. Wie die Reichweite steigt, hängt sowohl von der eigenen Ausrichtung ab als auch vom investierten Aufwand. Doch auch als Empfehlungsunterstützung sowie zur Pflege bestehender Beziehungen – nicht nur mit direkten Kunden, sondern auch mit Meinungsbildnern – eignet sich eine eigene redaktionelle Plattform hervorragend. Dazu muss sie natürlich gestalterisch und inhaltlich in der Liga spielen, in der auch Ihre Firma selbst antritt.

Ganz davon abgesehen stellt ein Corporate Blog auch aktive Krisen-Vorsorge dar.

Vernetzung ist auch im Blog alles

Beteiligung an Blogparaden, großzügige Verteilung der Links zu anderen Blogs auf den eigenen Kanälen, Interviews mit Meinungsbildern und potentiellen Multiplikatoren: All das kann zu einer schnell steigenden eigenen Sichtbarkeit führen.

Aber auch hier ist ein bloßes „Um … zu“ eher kontraproduktiv. Menschen merken es, wenn man sie instrumentalisieren will, und reagieren darauf in der Regel mit Ablehnung. So kann man es sich mit vielversprechenden Kontakten schon gleich zu Beginn verderben. Jede Vernetzungsstrategie muss von echtem Interesse und Qualitätsbewusstsein getragen werden.

Entscheidend ist auch die interne Beteiligung und Vernetzung. In jedem Unternehmen, in dem mehr als ein Mensch arbeitet, ist jeder Mitarbeiter ein Netzwerk-Knoten mit vielen weiteren potentiellen Kontakten. 

Suchmaschinenrelevanz nicht unterschätzen

Nicht zu unterschätzen ist auch die Suchmaschinenrelevanz, die regelmäßig aktualisierte, ergänzte Inhalte für eine Web-Präsenz bringen. Sie ist einer der Hauptgründe, warum eigentlich heute kein Unternehmen mehr auf eine Contentstrategie verzichten sollte.

Dazu gehört aber auch von Anfang an eine saubere technische Basis. Ladezeiten einer Website oder deren Mobiltauglichkeit entscheiden mit darüber, wie gut sie bei Google gerankt ist.

Immer hundert Prozent Qualität abliefern

Wer gerade startet, kann (und sollte!) einen Twitter-Account oder eine Facebook-Seite überwiegend mit kuratierten Inhalten bespielen und nicht nur mit eigenen Veröffentlichungen. Auch Content-Curation-Plattformen wie Flipboard bieten sich an, um sich zu einem Thema einen Expertenstatus aufzubauen.

Für eigene Inhalte, Texte oder Videos auf eigenen Plattformen und in eigenen Aussendungen gilt aber: Geben Sie von Anfang an hundert Prozent. Der Eindruck, den Ihre ersten Empfänger von der gebotenen Qualität haben, entscheidet darüber, wie sich Ihre Reputation entwickeln wird. Hinzu kommt:

Von null auf 100 bei Facebook: persönliches Profil

Wenn Sie bisher Facebook nicht oder nur privat genutzt haben, jetzt aber darüber Sichtbarkeit im Rahmen einer Contentstrategie oder als Personenmarke erzeugen wollen, dann steht am Anfang an eine gründlich durchdachte Strategie. Kaum etwas ist nerviger als ein persönliches Profil, das plötzlich zur Kontaktsammelstelle mutiert und nur noch werbliche Inhalte hinausbläst. Das passt nicht zum persönlichen wertschätzenden Netzwerken. Über Ihr Kanalversprechen und Ihre künftige Ausrichtung sollten Sie sich dennoch Gedanken machen; allein schon deswegen, damit Ihre Kontakre wissen, woran sie bei Ihnen sind.

Nutzen Sie bestehende Kontakte aus dem realen Leben, um Ihren „Freundeskreis“ auszubauen. Suchen Sie bei einer gezielten Ausrichtung auf die professionelle Kommunikation auch gezielt nach Geschäftskontakten, mit denen Sie sich verbinden können. Ergänzen Sie Ihre Anfragen gegebenenfalls um eine persönliche Nachricht. Eine pragmatische allererste Herangehensweise an Facebook für Social-Media-Unkundige werde ich demnächst einmal publizieren.

Vor allem: Arbeiten Sie sich in die Nutzung von Listen ein, damit jeder das sieht, was sie oder ihn am meisten interessiert.

Facebook-Seite: Ganz ohne Anzeigen-Budget geht es nicht

Facebook ist derzeit zumindest in Deutschland eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Marketing-Plattform. Das gilt nicht nur für den Consumer-Bereich, sondern auch für B2B. Daher würde ich eigentlich fast jedem Unternehmen raten, eine Facebook-Fanpage anzulegen. Vorausgesetzt natürlich, die Gesamtstrategie stimmt und es sind auch die Ressourcen vorhanden, um eine solche Seite zu pflegen.

Denn nur hochwertige Inhalte und regelmäßige Interaktion machen eine Seite für die bestehenden und potentiellen Fans auf Dauer attraktiv. Auch hier muss das Kanalversprechen klar erkennbar sein.

Wer in relativ kurzer Zeit Sichtbarkeit erzeugen will, kommt um zumindest ein kleines Anzeigenbudget nicht herum. Das wirklich Gute an Facebook: Hier kann man Zielgruppen sehr, sehr genau auswählen und präzise ansteuern.

Wie hoch soll das Anzeigen-Budget sein?

Wie hoch das Budget sein soll? Das kann man nicht verallgemeinern. Zwei eigene Beispiele aus jüngster Zeit: Wir haben für ein Angebot aus dem Consumer-Bereich etwa zwei Monate lang täglich etwa zwölf bis fünfzehn Euro eingesetzt, um auf rund 3.000 Fans zu kommen. Für einen Berater als Einzelunternehmer investieren wir derzeit am Tag fünf Euro und gewinnen dafür jeweils etwa sechs neue Fans. Hier ergibt sich derzeit eine Ausgabe von fast 80 Cent pro „Gefällt mir“ aus der Zielgruppe: Diese liegt altersmäßig zwischen 35 und 65+ Jahren, ist nach bestimmten Interessen ausgewählt und gehört damit zu einer relativ „teuren“ Klientel.

Ich habe nicht genügend Daten für statistisch belastbare Aussagen, aber ich habe auch schon Kampagnen erlebt, bei denen ein Seiten-Like nur um die 25 Cent pro Fan kostete. All das sind aber, wie gesagt, nur Beispiele aus eigener Erfahrung, keine allgemeinen Richtlinien.

Gibt es eigene Angebote zu promoten, dann lohnt es sich auch, Anzeigenformen auszuprobieren, die etwa direkt auf eine Website oder ein Kaufangebot leiten. Mein Kollege Thomas Hutter publiziert zu solchen Themen ausführlich. Von ihm ist auch dieser Beitrag darüber, wie man die richtigen Zielgruppen für Anzeigen auf Facebook findet.

Nur um sicherzugehen: Gut konzipierte und auf Zielgruppen ausgerichtete Anzeigen sind sinnvoll. Der Kauf von Fans und Followern ist es nicht. Mit letzterem schaden Sie sich selbst. Immer.

Von null auf 100 bei Twitter?

Twitter ist in Deutschland nach wie vor ein Medium, das keine so hohe Publikumsrelevanz hat und auch von jungen Leuten nur aus bestimmten Bereichen genutzt wird. Dennoch steigt die Zahl der Unternehmen und Einzelberater ständig, die versuchen, sich hier einen validen Followerstamm aufzubauen. Ich beobachte das selbst an der großen Zahl derjenigen, die mir täglich neu auf Twitter folgen und dann ziemlich direkt auch wieder entfolgen. Denn viele eigene Follower bei möglichst geringen eigenen Follow-Zahlen: Das scheint das Hauptziel vieler Twitter-User zu sein.

Doch während Promis und Politiker, die einen neuen Account bei dem Mikroblogging-Dienst eröffnen, oft sehr schnelle fünfstellige Followerzahlen einfahren, ist es gar nicht so einfach als bisher im Web eher Unbekannter hier einem Account zu großer Sichtbarkeit zu verhelfen.

Auch hier entscheiden die Qualität der Beiträge, die sonstige persönliche Vernetzung sowie die generelle Sichtbarkeit des betreffenden Twitterers über das Anwachsen der Followerzahlen mit.

Wenn ein nachhaltig aufgebauter Twitterkanal Ihr Ziel ist (und wenn Sie dazu eine fundierte Strategie erarbeitet haben!), binden Sie ein Twitter-Widget in Website und Blog ein. Vernetzen Sie Twitter mit anderen Plattformen. Weisen Sie in Ihrem E-Mail-Footer oder in Newslettern darauf hin.

Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeiten, auch bei Twitter Anzeigen zu schalten. Ich halte das aber zumindest momentan nicht für so wirkungsvoll und unerlässlich beim Aufbau einer Community wie bei Facebook. Daher gehe ich an dieser Stelle nicht ausführlich darauf ein.

Was ist mit anderen Social Media?

Neben den großen Plattformen wie Facebook oder Twitter gibt es ja noch viele andere: Pinterest oder Instagram. Medium.com oder das gerade sehr stark wachsende Snapchat. Google+ oder SlideShare. Die Angebote sind schier unübersehbar, und es ist nicht so einfach herauszufinden, welche sich nun besonders eignen.

Beratern, Trainern oder Personenmarken wird man fast immer eine gut gepflegte Präsenz auf XING und LinkedIn nahelegen. Consumer-Angebote sind vielleicht auf Instagram und Pinterest gut aufgehoben. YouTube erfordert als aktiv bespielter Kanal eine Menge Vorwissen und technische Detailkenntnisse sowie Bewusstsein für den Empfängernutzen, eignet sich aber für fast alle Branchen.

Sinnvoll für Sie sind diejenigen Angebote, auf denen sich schon viele Ihrer bestehenden Kontakte befinden. Sowie diejenigen, auf denen Sie viele zukünftige Interessenten ausgemacht haben. Allgemeine Ratschläge kann ich Ihnen dazu nicht geben. Nur so viel: Starten Sie mit einer eigenen Contentzentrale und bauen Sie die Social-Vernetzung darum herum sukzessive auf. Nehmen Sie nach und nach weitere Angebote hinzu. Planen Sie immer nur so weit im Detail, wie Monitoring, Analyse und Erfolgsmessung Schritt halten können.

Newsletter oder nicht?

E-Mail-Marketing spielt im deutschsprachigen Raum nach wie vor eine große Rolle. Newsletter sind nicht allein ein Medium, um im Consumer-Bereich zu verkaufen. Sie können viele Aufgaben erfüllen, auch innerhalb einer komplexen Contentstrategie. Eine davon kann die Beziehungspflege zu Stakeholdern sein. Der klassische Newsletter per E-Mail kann auch dazu dienen, mehr Aufmerksamkeit für Inhalte auf anderen Plattformen zu erzeugen.

Viele Einzelunternehmer, vor allem Berater, haben die Angewohnheit, die E-Mail-Adresse jeder jemals eingesammelten Visitenkarte sofort in ihren Newsletter-Verteiler einzugeben. Das erhöht die Zahl der Empfänger. Doch abgesehen von den anzunehmenden rechtlichen Risiken unverlangt zugesandter Werbemailings ist es recht wahrscheinlich, dass ein Großteil der unfreiwillig Beglückten genervt statt dankbar ist. Ich würde innerhalb eines nachhaltig aufgebauten Reputationsaufbaus immer dazu raten, nur solche Empfänger mit Newslettern zu versehen, die diese aktiv selbst abonniert haben.

Was die erforderliche Qualität der Newsletter von Anfang an betrifft: Das haben wir weiter oben schon besprochen.

Overlays und sonstige Nervereien.

Sehr umstritten sind die sich derzeit wieder rasant ausbreitenden Overlays: Ich klicke auf den Link eines interessanten Beitrags, aber bevor ich diesen lesen kann, ploppt als erstes das Angebot auf, ein E-Book zu bestellen. Von links fliegt die Newsletter-Bestellung ein. Und von rechts suggeriert mir ein ebenfalls einfliegender Balken, ich möge doch dem Twitter-Account folgen.

Wenn ich Pech habe, bekomme ich das auf meinem mobilen Gerät gar nicht abgestellt und verlasse etwas verärgert die Seite wieder, die mir gerade einige Minuten meiner Zeit gestohlen hat.

Je nachdem, wie groß der Nutzen eines Inhalts ist, mögen solche Funktionen sogar Früchte tragen. Ich rate jedoch eher dazu, allzu nervende Elemente im Zweifel eher wegzulassen. Besser: eine natürliche Benutzerführung durch eine klare Struktur.

Klarheit und Orientierung helfen sehr

Die „Customer Journey“ oder „User Journey“, also die Reise meines Nutzers auf den angebotenen digitalen Pfaden und Plattformen ist entscheidend. Was soll er/sie als nächstes tun? Wie erkennt er den Nutzen eines Newsletters? Wie motiviere ich sie, meine Facebook-Seite zu liken? Je klarer Form und Inhalt sind, je leichter ich dem Gegenüber die gewünschten Aktionen mache, desto wahrscheinlicher ist auch, dass es diese ausführt.

Das gilt auch und besonders für die Contentstrategie über mehrere Plattformen: Wie ist der Pfad von der ersten Wahrnehmung über das nähere Hinsehen bis zur Weiterempfehlung? Wie führe ich meine potentiellen Kontakte behutsam aber zielgerichtet, statt sie zu verwirren und zu zerstreuen?

Aber die Ressourcen?!

Wenn Sie diesen Beitrag, der wohl eines meiner längsten Stücke im PR-Doktor darstellt, bis zum Ende gelesen haben, sind Sie womöglich von den vielen Möglichkeiten etwas erschlagen. Dabei haben wir doch die einzelnen Bereiche nur angerissen. Wie viel Arbeit muss es sein, das umzusetzen! Wie viel Fachwissen ist dazu erforderlich! In der Tat.

Viel Wirkung erfordert auch viel Aufwand. Professionelle Kommunikation braucht professionelle Kenntnisse. Dieses Dilemma kann man nicht auflösen. Doch es ist zumindest möglich, aus den vorhandenen Ressourcen das Beste herauszuholen. Wie Sie das für sich skalieren, wo Sie anfangen und wie Sie es schrittweise ausbauen: Das ist eine Sache der einzelnen, detaillierten Erarbeitung.

Ich hoffe, mit den Anregungen und Überlegungen aus diesem Beitrag haben Sie nun zumindest einen Anhaltspunkt, wo die Reise für Sie hingehen könnte. Und Sie sitzen hoffentlich nicht mehr wie erstarrt vor der Frage, womit Sie nun anfangen: Inhalte produzieren oder Follower sammeln. Wenn es mir gelungen ist, dieses Henne-Ei-Dilemma für Sie aufzulösen, dann ist schon viel gewonnen.

Haben Sie Fragen oder Anregungen dazu? Möchten Sie von eigenen Erfahrungen berichten? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann?
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  11 comments for “Sichtbarkeit im Web von null auf 100: Wie geht das?

  1. Sabine Krieger
    24. September 2015 at 11:12

    Liebe Frau Hoffmann,
    dies ist ein außerordentlich hilfreicher Artikel. Durchzuhalten und bis zum Schluss zu lesen lohnt sich unbedingt – ich würde sagen, einzelne Passagen zu vertiefen und zu erarbeiten noch mehr. Das Ressourcen-Dilemma ist zwar dadurch nicht gelöst, aber ein leuchtend roter Faden im Wollknäuel des Internetmarketing wird sichtbar, Danke dafür!
    Herzliche Grüße
    Sabine Krieger

  2. 24. September 2015 at 19:28

    Hallo Frau Hoffmann,

    der war jetzt wirklich lang 😉 Und lässt wohl nichts aus. Ich konnte mich gut in Ihrem Artikel wiederfinden. Mit jedem neuen Projekt kann es einem so ergehen – egal ob privat oder geschäftlich. Es ist gut, vorher davon lesen zu können. Für alle, denen die Enttäuschungen noch bevorstehen.

    Ich weiß nicht, ob es es erlaubt ist hier einen Link anzufügen. Falls ja, ich hatte unlängst das Thema ebenfalls am Wickel. Du twitterst und niemand hört dir zu. Eine eher persönliche Betrachtung: https://conterest.de/du-twitterst-und-niemand-hoert-dir-zu-anfang-erfolg/

    Bloggige Grüße

  3. Pingback: Blog | Pearltrees
  4. Lars
    25. September 2015 at 12:40

    Super genial geschrieben und erklärt. Tja wie ich meinen Kunden auch immer wieder versuche klar zu machen, von nichts kommt halt nichts und wer nur einmal pro Jahr ein Post auf Facebook macht oder am besten nur das Titelbild aktualisiert, kann es halt gleich sein lassen 🙂 VG Lars

  5. Sascha
    8. Oktober 2015 at 20:21

    Ein schöner, seehr ausführlicher Bericht, danke!
    Ich habe noch eine Ergänzung: Ich betreibe ein Weinmagazin, das vor rund 9 Monaten gestartet ist als Hobbyprojekt. Wir haben von Anfang an auf regelmäßige und möglichst nicht zu kurze Artikel geachtet, auch wenn die Besuchszahlen in den ersten Wochen und Monaten natürlich nicht so groß waren. Schon nach kurzer Zeit kamen die meisten unserer Besucher*innen über Google und andere Suchmaschinen zu uns – viele gute Artikel schreiben lohnt sich also. Auch heute kommen noch sehr viele über Suchmaschinen. Auch wenn sich das am Anfang auf den ersten Blick noch nicht lohnt: regelmäßiges Posten qualitativ hochwertiger Artikel ist auch eine Investition in die Zukunft.

  6. Alexander Hammerschmied
    29. Mai 2016 at 21:13

    Hallo Frau Hoffmann,

    Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. Sehr Interessant finde ich den Hinweis auf Listen in Facebook. Bisher wusste ich davon noch nichts. War allerdings auch der erste Artikel den ich hier am Blog gelesen habe 😉 Dieses Tool bietet sicherlich tolle Möglichkeiten um die Content Verbreitung zielgerichteter zu betreiben.
    LG, Alex

  7. 26. Oktober 2016 at 17:33

    Hallo Frau Hoffmann,

    vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich konnte mich an vielen Stellen wiederkennen, als wir vor 20 Monaten mit unserem Online-Magazin von null auf 100 starteten. Naja, auf 100 sind wir noch nicht. Es steckt wirklich viel Arbeit dahinter, die sich aber lohnt. Die Erstellung von hochwertigen Inhalten ist das eine. Die anschliessende „Einpflegung“ in den SocialMedien und Netwerken das andere, was nochmals soviel Zeit – wenn nicht noch mehr – in Anspruch nimmt. Wer A sagt muss auch B sagen – und das muss berücksichtigt, bzw. eingeplant werden.

    Herzliche Grüsse
    Urs

  8. 19. November 2016 at 17:54

    Auch von mir ganz herzlichen Dank für diesen überaus lehrreichen Artikel!

    Es ist nicht immer einfach zu erkennen wo man nun tatsächlich die Prioritäten setzen sollte. Ein solcher Leitfaden hilft hier ungemein, auch wenn Google natürlich gelegentlich die Spielregeln wieder ändert 😉

    Hätten Sie an dieser Stelle eventuell noch einen Hinweis darauf wer mir eine vernünftige Social Media Strategie umsetzen kann…insbesondere auf Facebook? Oder wo ich einen entsprechenden Leitfaden finden kann..?

    viele liebe Grüße

  9. 19. November 2016 at 19:27

    Danke für das Lob. Wenn Sie von mir Kommunikationsberatung wünschen, nutzen Sie bitte die direkte Kontaktmöglichkeit.

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