re:publica XI: Warum ich es besser getroffen habe als die Königin und die Außenminister

Königin Beatrix, die NATO-Außenminister und ich waren diese Woche in Berlin. Die Königin und die Außenminister hatten den Vorteil, dass sie nicht mit den verkehrstechnischen Folgen der weiträumigen Sperrungen in Berlin-Mitte zu kämpfen hatten, sondern selbst die Ursache dafür waren. Ich hatte den großen Vorteil, für den ich gerne das morgendliche Stop-and-Go in Kauf genommen habe, dass ich auf der re:publica XI war. Da haben die anderen wirklich etwas verpasst. Für alle diejenigen, die wie das niederländische Staatsoberhaupt und die Regierungsvertreter ebenfalls anderweitig beschäftigt waren, hier meine völlig subjektive Zusammenfassung der noch sehr frischen Eindrücke.

Die re:publica ist aus einem Bloggertreffen entstanden. Im fünften Jahr ist sie mittlerweile eine der wichtigsten europäischen Konferenzen über das Internet und die digitale Gesellschaft. Fast 3.000 Teilnehmer waren in diesem Jahr vom 13. bis 15. April dabei.

Was ich gefunden habe:

re:publica 11Hier ist es mir gelungen, innerhalb von drei Tagen einen ansehnlichen Teil meines realen und virtuellen Netzwerkes zu treffen. Hätte ich das einzeln erledigen wollen, wäre ich Monate auf Reisen gewesen. Das waren durchweg sehr persönliche Begegnungen mit Menschen, die mich täglich in meiner Arbeit begleiten – in sozialen Netzwerken, Blogs, Magazinen, am Telefon, via Skype, per Mail. Viele haben mich zudem angesprochen, weil sie mein Blog lesen oder mir bei Twitter folgen. Es waren alles gute, interessante Gespräche mit sehr unterschiedlichen Menschen. Das war schön, herzerwärmend, beflügelnd und sehr bereichernd.

Was ich vermisst habe:

Das war so professionell organisiert, so etabliert, so gut ausgesteuert und nett ausgeleuchtet, so selbstreferenziell wie viele große Business-Veranstaltungen mit wichtigen Keynote-Speakern in der ersten und nicht ganz so wichtigen Speakern in der zweiten Reihe und lockeren Podiumsdiskussionen und noch lockereren Begegnungen in der Kaffeepause. Ich hatte es mir irgendwie … experimenteller, spontaner vorgestellt. Früher haben die Blogger einen Aufstand veranstaltet, wenn ein CEO von seiner Agentur hat bloggen lassen. Heute veranstalten sie Vorträge wie „Facebook für Unternehmen“. Die Szene feiert sich selbst. Das darf und soll sie ja auch, aber ich hoffe, dass sie dabei nicht den Kontakt zu ihren Wurzeln verliert. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich trauere keinen alten Zeiten nach, obwohl ich die Anfänge der Blogger und Blogs in Deutschland live miterlebt habe. Ich spreche von der Gegenwart.

Junge Menschen, die meine Kinder sein könnten (und ich bin jetzt echt noch gar nicht sooo alt), laufen mit wichtigen Gesichtern und Jacketts herum und networken. Ich meine, wenn schon die Szene so gesetzt und gesättigt geworden ist, wo bleibt denn da die Kontrollinstanz für, sagen wir mal, uns PR-Leute – damit wir nicht vergessen, wo wir herkommen und was die Ideale und Werte der Protagonisten in der digitalen Gesellschaft sein sollten?

Ja, ich weiß, dass das ein Balanceakt ist, und dass, macht man es zu informell, sich auch alle aufregen. Viele Blogger, viele junge Leute, Nerds, Geeks haben sich ja schon jetzt darüber echauffiert, dass das WiFi ziemlich versagt hat oder man in viele Workshops nicht hineinkam, weil selbst am Boden die Leute schon dichtgedrängt saßen. Ja, Leute, wo bleibt denn euer Abenteuergeist? Und habt ihr auch mal darüber nachgedacht, was die Organisatoren da auf die Beine gestellt haben? Ist euch klar, dass ihr anderswo für so etwas das Zehn- oder Zwanzigfache des Teilnehmerbeitrags berappen müsst? DA könnt ihr euch bitte beschweren, bei den Leuten, die dort richtig Geld an sowas verdienen. Aber dann geht bitte auch dorthin, auf diese teuren Kongresse.

Mir jedenfalls hat die re:publica vor allem da gefallen, wo sie dann wieder nicht so gelackt und durchorganisiert war.

Was ich gesehen habe:

Sehr gute, sehr schlechte und sehr mittelmäßige Panels. Die ganze Bandbreite. Aber ohnehin habe ich es nur in ein Bruchteil der Veranstaltungen geschafft, die mich interessiert hätten. Weil ich ja immerzu Leuten begegnet bin und Gespräche geführt habe. Aber ich habe gehört, dass viele dort hingehen, ohne eine einzige Session zu besuchen. Nicht umsonst nennt die Szene – wer immer das konkret sein mag – die re:publica ja auch ihr „Klassentreffen“.

Was mich am meisten beeindruckt hat:

Wirklich bewegt haben mich junge Leute wie Maxwell Salzberg, einer der Gründer von Diaspora: Junge Leute, die ihr Wissen und ihre Ideen mit anderen bereitwillig teilen und sich sogar über Nachahmer freuen und sich mit diesen austauschen. Sätze wie: „Wenn du Spaß hast, kannst du nicht versagen.“ und der Hinweis, dass erfolgreich ist, wer danach strebt, die Welt ein bisschen besser zu machen, haben mir in Erinnerung gerufen, worum es eigentlich geht in all diesem Business. Desgleichen die Berichte über politische Bewegungen und gegenseitige Unterstützung in Social Networks unter schwierigen Bedingungen oder in totalitären Regimes.

Was ich gelernt habe:

Ich blicke neu auf einige Aspekte von Social Media. Mir ist im Gespräch mit der Kollegin Dörte Giebel klargeworden, wie sehr wir PR-Leute Social Media für uns vereinnahmen und gerne vergessen, dass man damit noch eine Menge anderer Sachen bewerkstelligen kann. Ich habe noch ein paar hundert andere Dinge gelernt, die ich aber erst so mit der Zeit aufschreiben und integrieren werde. Dazu muss ich erstmal noch einzelne Sessions reflektieren, mir Mitschnitte und/oder Präsentationen anschauen; vielleicht auch noch das eine oder andere Gespräch führen. Dies hier ist ja nur ein erstes, unmittelbares Fazit.

Was mir passiert ist:

„Du hast halt ein Interview-Gesicht“, meinten einige Kolleginnen, als ich gerade zum zweiten Mal ein  Mikrofon vor die Nase gehalten bekam und um ein Statement gebeten wurde. (Was mir nachher noch mindestens zwei weitere Male passiert ist.) Ich frage mich immer noch, was die Kolleginnen eigentlich damit genau gemeint haben und versuche mir einzureden, dass ihr Ton anerkennend war, nicht hämisch.

Was ich extrem unklug fand:

Wenn ein Vertreter eines großen Unternehmens ein Auditorium von 1.000 Leuten hat: Wäre es dann nicht sowohl unter Image- als auch unter Marketing-Gesichtspunkten klug, in einem solchen Rahmen mit Fachwissen zum angekündigten Thema zu punkten und das Logo des Unternehmens (das ja – weil sie die Veranstaltung sponsern – sowieso auf allen Medien der Veranstaltung prangt) nur einzublenden? Mich jedenfalls hätte das deutlich mehr überzeugt als eine im Nominalstil verfasste Rede, die mit einer zehnminütigen Selbstbelobigung des Unternehmens startet, noch dazu abgelesen – aber vorgetragen mit dem großspurigen Habitus eines Bundespolitikers. (#epicfail, um mal einen Fachausdruck zu benutzen)

Was ich mich gefragt habe:

Warum nur hatte der sympathische flattr-Gründer Peter Sunde aus Schweden keine Schuhe und Strümpfe an? Ich hoffe, er hat sie nicht schon auf dem Hinweg am Flughafen in der Security verloren.

Was mich immer noch wundert:

Für die Nicht-Twitter-Erfahrenen: ein Hashtag ist ein Begriff mit einer #Raute davor, mit dem man Tweets zu einem bestimmten Thema gruppieren kann. Auf der re:publica XI war es #rp11. Alle, die das ihren Tweets zugefügt haben, wurden auf die große Twitter-Wall projiziert, und ihre 140-Zeichen-Beiträge konnten so von allen, die es interessiert, gefunden und abonniert werden. Nur bei meinem Twitter-Account funktioniert das seit jeher nicht, worüber ich mich nach wie vor wundere. Mit keinem Hashtag und an keiner Wall. Das liegt am Account und ist im Prinzip ein technischer Fehler, hat mir Nicole Simon, die Twitter-Expertin, mal erklärt. Man könne das aber nicht ändern, nur mit einem neuen Account. Aber, ich meine, ich lösche doch nicht wegen sowas einen Account mit rund 2.400 Followern. Ich wollte Nicole auf der re:publica nochmal zu dem Thema befragen. Aber natürlich habe ich es jedes Mal, wenn wir uns über den Weg gelaufen sind, gerade vergessen. Dafür habe ich meinen Followern hunderte kryptischer Tweets mit Insider-Bezug zum gerade laufenden Vortrag erspart. Das ist ja andererseits auch wieder etwas, oder nicht?

Was ich noch sagen wollte:

Ach, der Johnny Haeusler, der hat’s einfach drauf. Dieser Schlussvortrag „Was hat das Internet je für uns getan?“, das war Ein-Mann-Kammerspiel und großes Kino zugleich.

Zum guten Schluss:

Im Prinzip prangere ich ja Zirkelschlüsse an, also jene plumpe journalistische Technik, am Schluss eines Artikels wieder auf den in der Regel für den eigentlichen Inhalt des Textes ohnehin weitgehend irrelevanten Beginn zurückzukommen. Aber in diesem Fall muss ich doch abschließend darauf hinweisen, was mich noch von der Königin und den Ministern unterscheidet. (Das müssen die Leser aushalten, denn – das habe ich mir nicht ausgedacht, das haben die erfahrenen Blogger Don Dahlmann, Felix Schwenzel, Jörg Kantel und Anke Gröner auch gesagt – als Blogger darf man in seinem Blog schreiben, was und worüber man will.)  Während also die Königin und die Minister die Hauptstadt bereits wieder eilends verlassen mussten, bin ich, während ich diese Zeilen schreibe, noch hier. Ich muss nicht die Welt retten. Ich muss kein Land regieren oder repräsentieren. Ich muss bloß dieses Blog befüllen, naja, und Montag muss ich auch wieder in meinem Büro bei Düsseldorf sitzen. Bis dahin lasse ich die Eindrücke der Konferenz noch etwas auf mich wirken.

  33 comments for “re:publica XI: Warum ich es besser getroffen habe als die Königin und die Außenminister

  1. 16. April 2011 at 07:59

    Ganz, ganz, ganz toller Beitrag. Danke Kerstin!

  2. 16. April 2011 at 10:37

    Tolle, spannende Zusammenfassung, es ist immer gut, die Erfahrungen der Besucherinnen und Besucher zu hören, danke dafür! Und auch für das nette Lob, ich hatte ebenso viel Spaß am Abschluss wie du anscheinend. 🙂

  3. 16. April 2011 at 19:01

    Macht Dir das Spass, solche Banalitäten wie Mutti breit zu walzen? Meine liebe Mama Dr. (OMG!) PR (WÜRG), ich bin inzwischen Inhaber von sieben Unternehmen, die alle im Internet sind, kannst Du bitte aufhören, so zu tun, als hättest Du etwas verstanden. Bitte?
    Und jetzt raus aus Berlin. Solche Kostümtussis braucht hier keiner.

  4. 16. April 2011 at 21:30

    Ich trauere keinen alten Zeiten nach, obwohl ich die Anfänge der Blogger und Blogs in Deutschland live miterlebt habe.

    Unter Social-Media-Experten und Blogberatern (gibts die eigentlich noch…) ist es üblich, sich die Anfänge der Blogosphäre auf die Zeit zurechtzudatieren, zu der sie selbst eingestiegen sind. Wenn Du Dich davon absetzen willst und schon um 2000 herum Blogs gelesen hast, solltest Du konkreter werden 😉

  5. 16. April 2011 at 22:01

    Irene! Lange nichts von dir gehört. 😉

    Belege bitte die These: „Unter Social-Media-Experten und Blogberatern (gibts die eigentlich noch…) ist es üblich, sich die Anfänge der Blogosphäre auf die Zeit zurechtzudatieren, zu der sie selbst eingestiegen sind.“ Woher weißt du das?

    Zudem: Warum genau sollte ich, die ich weder Social-Media- noch Blogberaterin bin, an dieser Stelle ein Bedürfnis verspüren, mich davon abzusetzen?

    Und: Ja, natürlich habe ich um 2000 herum Blogs gelesen und sogar selbst ein wenig gebloggt. Sonst würde ich doch sowas nicht schreiben. Die Anfänge des Bloggens in Deutschland sind die Anfänge des Bloggens in Deutschland, und da gibt es, denke ich, einen allgemeinen Konsens. Warum sollte ich also gerade hier und jetzt konkreter werden? Das können andere zu diesem Thema viel besser als ich.

  6. 16. April 2011 at 22:20

    Hört sich sehr interessant an. Ich bin Geschäftsführer Creation bei der PR-Agentur KOOB und werde nächstes Jahr zum 1. Mal zur re:publica fahren.

  7. 17. April 2011 at 10:58

    Wohltuend, kein Gebashe. List man als Daheimgebliebene auch mal gern ,)

  8. 17. April 2011 at 11:45

    Ich bin ja ein bisschen Konferenz-geschädigt, aber beim Lesen diese Beitrags habe ich das Gefühl bekommen, dass ich da das nächste Mal unbedingt dabei sein möchte! Toller Beitrag!
    LG aus Wien
    Regina

  9. 17. April 2011 at 13:12

    Hallo Kerstin, das war einfach meine Assoziation zu den Anfängen der Blogosphäre und keine persönliche Unterstellung, dafür hab ich ja gar keinen Grund.

    Es bezieht sich eigentlich auf alles, was irgendwie mit Blogexperten zu tun hat. Irgendeine Zeitung (FAZ?) nannte z.B. mal Don Alphonso ein Urgestein der Blogosphäre… Ich habe schon öfter solche Dinge gelesen und dachte, Du kennst das vielleicht auch. Eine Linksammlung zu solchen Aussagen habe ich nicht, die brauch ich auch gar nicht, wenn ich es vor allem komisch finde.

  10. 17. April 2011 at 13:36

    Hallo Irene! Bei dem Begriff „Urgestein“, der ja auch auf der re:publica bei der Blogger-Runde gefallen ist, schaudert es mich immer fürchterlich. Richtig Sorgen würde ich mir aber erst machen, wenn jemand anfinge, mich ein solches der Social-Media-Szene zu bezeichnen. Bis dahin habe ich mit dem von dir angesprochenen Thema kein Problem und folglich auch kein Problembewusstsein. 😉

  11. 17. April 2011 at 15:29

    Danke für diesen ausgewogenen Beitrag. Als Veranstalter von Fachkongressen in der Größenordnung 150-200 Teilnehmern kann ich nur erahnen, welche Herkulesarbeit die Veranstalter der rp11 geleistet habe und gratuliere ihnen.

    Auch auf unseren Kongressen gilt: Die Pausen sind oft das Schönste. Theoretisch könnte man einen Kongress nur aus Pausen machen, aber dann würden die Leute sich nicht hintrauen. 😉

  12. 17. April 2011 at 18:09

    Gott, ist das eine oberflächliche und unkritische Zusammenfassung. Die klitzekleine Neuigkeit, dass sich mit dem Lobbyverein „Digitale Gesellschaft“ gerade das re:publica-Orga-Team ungefragt und in einem Anfall von terminaler Hybris zum Sprecherrat sämtlicher deutschsprachiger Internetnutzer aufschwingt, ist dir wohl entgangen oder egal. Schlaf weiter.

  13. 17. April 2011 at 20:28

    @Sandra Schneitler
    Die „Digitale Gesellschaft“ ist ein Lobby-Verein? Möchtest Du Dich vielleicht nicht doch zuerst über die Hintergründe des Vereins informieren und dann nicht mehr solche Unwahrheiten schreiben. Selbstverständlich kommen Aktionen von den am meisten engagierten Internetnutzern, ob sozial oder poltiisch; ob kritisch oder ambivalent.

    Es steht Dir übrigens frei, bei diesem Verein Dein Engagement einzubringen, wenn Du der Meinung bist, da würde irgendetwas in die falsche Richtung laufen – tue es! Dann ist jetzt Deine Zeit gekommen!

  14. 18. April 2011 at 04:54

    Danke, Kerstin,für diesen tollen Beitrag, der mir verdeutlicht, dass ich endlich auch mal zur re:publica fahren soll.

  15. 18. April 2011 at 09:12

    @creezy:
    > Die „Digitale Gesellschaft“ ist ein Lobby-Verein?
    > Möchtest Du Dich vielleicht nicht doch zuerst über
    > die Hintergründe des Vereins informieren
    Hab ich getan. Sogar Markus persönlich angesprochen am Donnerstag. Er hat ausdrücklich den Begriff Lobby verwendet. Sogar im ARD-Nachtmagazin auf die Fragen von Ingo Zamperoni. Grundsätzlich habe ich auch gar nichts gegen Lobbys und Lobbyvereine. Das Problem: 2 der 3 im Impressum gelisteten Nasen sind Mitglieder der Grünen. Diese Hansel haben die Chuzpe, undemokratisch sich an die Spitze einer deutschsprachigen Community zu putschen. Sorry, gehts noch?! Beckedahl, dessen Babysprech ich, btw, nicht ausstehen kann, glaubt allen Ernstes, er käme damit durch. Nur so viel: Ein von mir beauftragter RA hat vorsorglich Einspruch erhoben gegen die Erteilung der Gemeinnützigkeit von „Digitale Gesellschaft“. Er meint, es gebe gute Chancen, dass der Verein nicht einen Cent Spenden generieren darf. Aber das interessiert dich als Food-Stylistin natürlich nur am Rande, gell? Du gehörst seit gefühlten 100 Jahren zur Berliner Bloggermischpoke, bist befangen bis dorthinaus und reichlich devot im Umgang mit den Protagonisten der Szene. Mag sein, dass das deinem freundlichen Wesen geschuldet ist, aber das ist mir egal. Vergiss mal eine Minute deine Bekannt- und Freundschaften und frag dich, wie verarscht sich die Community vorkommen muss, wenn immer dieselben Vorturner plötzlich für alle sprechen wollen. In case you missed it, creezy: Anders als in Berlin, sind die aktiven Netznutzer in Restdeutschland heterogen aufgestellt. Da will sich niemand bevormunden lassen. Schon gar nicht von Markus Beckedahl. Deutschland ist schon mal auf einen Größenwahnsinnigen reingefallen. Der Verein sollte sich umbennen in „Markus Beckedahl e.V.“, dann wär klar, wer das Sagen hat. So wie der Laden jetzt aufgestellt ist, ist er ein Stück aus dem Tollhaus.

  16. 18. April 2011 at 09:42

    P.S.: Wir, du und ich, alle Leute, die Lust haben, dürfen dem Verein „Digitale Gesellschaft“ gerne gratis zuarbeiten und Geld spenden, aber die elf (geheimen!) Gründungsmitglieder akzeptieren keine Neuaufnahmen. ICH GLAUBE, ES HACKT! Für alle sprechen, aber unter sich bleiben wollen, tsè. Früher nannte man sowas Politbüro.

  17. 18. April 2011 at 09:46

    Liebe Kerstin, jetzt hast Du es schon das zweite Mal geschafft mich für den Beitrag hier zu interessieren: Beim ersten durch die, wie ich Daheimgebliebener finde, herrlich unaufgeregte Nach-Berichterstattung. Und beim zweiten Mal war es der Inhalt Deines Facebook-Updates (irgendwie so „wenn die Trolle das Kommentieren beginnen, weiß man, dass der Artikel gut ist“ oder so…) der Lust machte nochmals reinzulesen.

    Was tun? Nun, jetzt wäre es doch – um ganz im vielschichtigen re:publica Jargon/ Enthusiasmus/ Bashing oder-whatever zu bleiben :)) – der richtige Zeitpunkt, Sascha Lobo’s Troll-Theorie auszuprobieren?

    Die Troll-Accounts kopieren und ins – wie sagte er so schön – „Links-Marxistische“ zu verändern. Also zu „Friedrichen“ 🙂 Das wäre sicher lustig 🙂

    In diesem Sinne: Wünsche Dir viele spannende Kommentare.

  18. 18. April 2011 at 11:29

    @Jan Manz: Kann es sein, dass du heut Morgen zu wenig Kaffee im Cognac hattest?

  19. 18. April 2011 at 12:09

    @Sandra Schneitler
    Gut, also ich habe eine offensichtlich völlig andere Wahrnehmung von Markus Beckedahl und seinen Anliegen, seine Arbeit – als Du. Was längst nicht heißt, dass ich alles goutiere – seit wann bin ich eigentlich Food-Stylistin? – was aus der netzpolitik.org-Ecke kommt.

    Dein Argumentations- und Diskussionsstil ist merkwürdig. Persönlich zu werden, zeugt von verhältnismäßig viel Unreife, weniger von Fachkompetenz. Lerne sachlich zu diskutieren, dann können wir gerne weitersprechen! Und zwar über das Thema, nicht mittels persönliche Rundumschläge.

    Gemeinnützige Vereine funktionieren übrigens genauso: mit ehrenamtlichen Aktiven und Spenden. Ja. Schon immer! Und Dein Anwaltsfreund glaubt also wirklich, die fiesen Beckedahls der Welt hätten sich im Vorfeld der Vereinsgründung aus der erlauchten Bloggermischpoke nicht die exzellentesten Juristen zur Gründung mit ins Boot geholt? Wie destruktiv ist man eigentlich veranlagt, will man aufgrund von persönlichem Hass auf eine einzelne Person, die Arbeit von vielen im Keim ersticken? Für was?

    Du tust mir leid!

  20. 18. April 2011 at 13:14

    @creezy:
    Gut, also keine Food-Stylistin, sorry, hatte das irgendwie falsch auf dem Radar. Wollte dich auch nicht aufziehen damit.
    > Gemeinnützige Vereine funktionieren übrigens genauso
    Gewiss — solange es sich um klar definierte Aufgabenbereiche handelt. Ein Beispiel: Die Archen dieses Landes haben zum Ziel, den Kindern von minderbemittelten Eltern warme Mahlzeiten zu kredenzen. Find ich richtig und gut. An der Gemeinnützigkeit gibt es keinen Zweifel. Stell dir aber vor, eine Arche — sagen wir in Schweinewalde — käme auf die Idee, Essen für ALLE Kinder des Ortes für lau anzubieten, also auch für jene, deren Eltern einkommensstärker sind. Aus Gründen der Verteilungsgerechtigkeit oder whatever. Die Mütter in den wohlhabenden Haushalten, die immer hübsch brav für Kevin und Chiara das Mittagessen zubereiten, würden sich (völlig zurecht) bevormundet fühlen. Es käme zu Aussagen wie: „Mein Kind wird von mir bestens versorgt! Warum soll es woanders hingehen?“ Analog zu dem Beispiel sage ich in puncto DigiGes Folgendes: Ich fühle mich als Netzaffine ausreichend durch meinen Bundestagsabgeordneten politisch repräsentiert. Yup, ich bin eine Anhängerin der parlamentarischen Demokratie. Sehr oldschool, ich weiß. Ich will nicht, dass jemand in meinem Namen — denn ich fühle mich der digitalen Gesellschaft sehr wohl zugehörig — sein eigenes Süppchen kocht, auf dessen Zubereitung ich nicht mal Einfluss habe, ja nicht mal das Rezept kenne, vulgo: die Vereinsmitglieder. Theoretisch könnte da Josef Ackermann mitmachen, ohne dass ichs weiß. Schau dir die Ziele auf deren Website an. Dort wird davon gesprochen, wie wichtig Transparenz sei. Bei anderen, wohlgemerkt. Wer die 11 Gründungsmitglieder sind und wo die Mitgliederversammlung stattfindet, ist nicht bekannt. Noch ein praktisches Beispiel: Stell dir vor, es klingelt an der Tür. Jemand bittet dich um eine Geldspende. Du fragst, wofür. Antwort: „Das kann ich Ihnen nicht sagen, weil ich mich anschließend mit meinen Kumpels in einer Kneipe treffe, wo wir beraten, was mit Ihrer Spende geschehen soll.“ Darauf du: „Was halten Sie davon, wenn ich Sie begleite und ihre Freunde kennenlerne?“ Entgegnung: Nein, das ginge nicht, da könnte ja jeder kommen. Ich hoffe, werte creezy, das war reif und unpersönlich genug, um dir zu verdeutlichen, wie hirnrissig Markus´ approach ist. Was ich ihm vorhalte ist nicht sein Babysprech, das irgendwie schwul klingt. Für den Sound seiner Stimme kann er nichts und seine sexuelle Orientierung/Präferenz geht mich natürlich nichts an. Was ich kritisiere, ja anprangere, ist die Dreistigkeit, zu glauben, mit so einer Nummer die Hearts & Minds der Community zu gewinnen. Vermutlich hatte er daran nie ein Interesse. Nochmal: Er verfolgt seine Agenda. Dagegen ist gar nichts zu sagen — solange er nicht die deutschsprachige Blogosphäre zu seinen Gunsten hijackt. Wenn er den Namen in „Netzpolitik e.V.“ ändert, hat er meinen Segen. Gruß

  21. 18. April 2011 at 15:09

    Schön, dass wir drüber geredet haben… boah, echt ej! Ich tipp mir nen Wolf und du Nulpe reagierst nicht. Bist ins Grübeln gekommen, gell? Na Hauptsache. Schönes Restleben, wünsch ich. Und tschüss.

  22. 20. April 2011 at 14:37

    Ich war dabei ;-)) „Ich frage mich immer noch, was die Kolleginnen eigentlich damit genau gemeint haben und versuche mir einzureden, dass ihr Ton anerkennend war, nicht hämisch.“
    Liebe Kerstin, du siehst eben kommunikativ aus (auch ohne Irokese 😉 und außerdem hast du eine Menge interessanter Dinge zu sagen – das kommt vielleicht rüber 😉 und man kennt dich nun eben mal aufgrund deiner regen Aktivitäten, so what?
    Von meiner Seite also bestimmt anerkennend – obwohl ich, glaube ich, gar nix gesagt habe, sondern nur witzig fand, dass mich auch jemand interviewen wollte. Mmmhh..
    Danke für das Resümee von der #rp11 – ich kann deine Einschätzungen in Bezug auf die Panels bestätigen – ganze Bandbreite … Schade fand ich, dass die Räume teils sehr klein waren, sodass sehr oft die Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung gar nicht möglich war – obwohl: interessant waren manchmal für mich sogar die Sessions, die ich quasi zufällig besucht habe. Also, im nächsten Jahr evtl. wieder hin, aber mit anderen/weniger Erwartungen. Interessant war es allemal. Berlin ist eben ’ne Reise wert 😉

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