Lohnt sich eine Facebook-Fanpage heute noch?

Pragmatische Entscheidungshilfen für Unternehmen und für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens

Facebook: Seitentypen

Fanpage oder nicht Fanpage: Das ist hier die Frage.

„Lohnt sich eine eigene Facebook-Seite zusätzlich zum Profil eigentlich noch?“ Das fragen mich vor allem Einzelunternehmer, Berater oder Speaker in letzter Zeit andauernd, meist mit dem Zusatz: „Ich habe gehört, dass die Sichtbarkeit der Fanpages bei Facebook immer weiter zurückgeht.“ Dabei ist ja nicht jeder Einzelunternehmer zugleich eine Kleinstfirma. Manche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens beschäftigen ein ganzes Mitarbeiter-Team, inklusive PR-Fachleuten- Doch auch sie haben mit vergleichsweise vielen Ressourcen oft Probleme, ihre Community noch zu erreichen: Im Facebook-Newsfeed werden die Statusmeldungen von Seiten immer seltener; es werden immer weniger Leser erreicht. Bezahlte Werbeanzeigen können die Sichtbarkeit erhöhen. Auch hohe Intraktionsraten oder aktive Zugriffe interessierter Fans steigern die Sichtbarkeit.

Bringt es also wirklich etwas, eigene Arbeitszeit, Dienstleisterzeit und Anzeigenbudget in eine Fanpage zu stecken? Und, wenn ja, für welche Art Unternehmen ist das noch sinnvoll? Für wen eher nicht mehr?


Profil und Seite kurz erklärt: Persönliche Profile sind auf Facebook das virtuelle Abbild realer Personen. Die Personen haben Kontakte, auf Facebook heißt das „Freunde“. Sie sehen deren Neuigkeiten und umgekehrt. Facebook-Pages dagegen dienen Organisationen, Unternehmen oder auch Personen des öffentlichen Lebens dazu sich darzustellen, Neuigkeiten zu veröffentlichen und mit ihren „Fans“ in Interaktion zu treten. Letzteres ist jedoch keine Vernetzung auf Gegenseitigkeit, wie bei den persönlichen Profilen. Fan ist jeder, der auf einer Seite „Gefällt mir“ geklickt hat – was sich jederzeit wieder ändern lässt. Eine Seite kann von einem oder mehreren Administratoren gepflegt werden, die im Namen der Fanpage/des Unternehmens auftreten und nicht mit der eigenen Person. Viele Fanpages von Prominenten werden von einem ganzen PR-Team gepflegt statt von der Person selbst.


In diesem Artikel geht es nicht darum, prinzipiell darüber nachzudenken, wie die eigene Social-Media-Strategie aussieht. Das habe ich kürzlich hier betrachtet.

Es geht hier wirklich um die Frage: „Facebook-Seite, zusätzlich zu persönlichen Profilen – ja oder nein?“ berechtigt. Man könnte sich ja gerade bei einer einzelnen Persönlichkeit fragen, wieso sie zu ihrem persönlichen Profil noch eine Seite braucht, die auch wieder nur von ihm allein handelt. Regelrecht irritierend wird es oft, wenn Profil und Seite auch noch denselben Namen tragen, als der Schriftsteller Fritz Müller eine Fanpage eröffnet, die ebenfalls nur „Fritz Müller“ heißt.

Bei 5.000 ist Schluss

Andererseits kann ein persönliches Profil maximal 5.000 „Freunde“ annehmen, dann ist Schluss. Prominente haben diese Zahl, je nach eigener Kontaktannahmepolitik schnell erreicht. Bei einer Seite dagegen sind beliebig hohe Fanzahlen möglich. Andererseits lassen sich die öffentlichen Statusmeldungen eines Profils mittlerweile abonnierbar machen, so dass seither beliebig viele Personen einem persönlichen Profil folgen können.* Der Profilinhaber muss das selbst aktiv einrichten. Hier steht, wie es geht.

Zu bedenken ist andererseits, dass Facebooks Statuten es nicht erlauben, persönliche Profile kommerziell zu nutzen – wie immer man das im Einzelfall auslegt. Es gibt zudem Ausnahmen, wie meine Kollegin Annette Schwindt hier beschreibt: „Medienschaffende haben dabei in Facebook eine Sonder­stellung: Sie dürfen – im Gegensatz zu anderen – ihr Profil auch geschäftlich nutzen, um dort ihr persönliches Branding in Abgrenzung von der Unternehmensseite voranzutreiben. Sie dürfen wohlgemerkt, sie müssen nicht.“ Siei rät zugleich dazu, Redundanzen möglichst zu vermeiden und nicht dauernd über die Seite Neuigkeiten zu verbreiten, die schon im Profil stehen, und umgekehrt.

Wer also ohnehin im persönlichen Profil gerne privat bleibt und die professionellen Aspekte auf der Seite abhandelt, müsste doch fein heraus sein, oder? Privat mit direkten Kontakten, öffentlich auf der Seite. Nun ja, trotzdem kann es ein Problem sein, wenn er größtmögliche Sichtbarkeit erzielen will. Das funktioniert nun einmal über das Profil derzeit in vielen Fällen deutlich besser, und es ist via Interaktion mit anderen auch besser zu steuern und zu aktivieren. Wer eine vierstellige Zahl von „Freunden“ hat, der ist sowieso nicht mehr sehr privat, sondern eher öffentlich.

Vernetzung ist fließend

Auch Nicht-Medienmenschen können sich ja durchaus, ohne dass sie ihr persönliches Profil zur Werbeplattform in eigener Sache gestalten, mit anderen Profis vernetzen. Sie können sich über ihre beruflichen Interessen fachlich austauschen, und natürlich können sie auch per Verlinkung auf Artikel aufmerksam machen, für die sie sich interessieren. Insofern sind die Grenzen zwischen (nennen wir es nicht „privater“, sondern:) persönlicher Nutzung und professioneller (Fehl-) Nutzung durchaus fließend und gar nicht so leicht zu bestimmen.

Immer da, wo viele Menschen an einer Marke mitarbeiten und es um die Darstellung eines Unternehmens geht, führt ohnehin kein Weg an der Facebook-Fanpage vorbei, wenn denn generell die Entscheidung für die Facebook-Präsenz gefallen ist. Das wiederum hängt natürlich von den Ressourcen ab, vom Umfeld, von der Zielgruppe, davon, ob der Wettbewerb bereits vertreten ist … – Zu diesen Fragen habe ich mir hier Gedanken gemacht.

Bizarr zu denken, Marketing dürfte kein Geld kosten

Schon seit längerer Zeit klagen Unternehmen, die in der Vergangenheit beachtliche personelle Ressourcen in ihre Fanpage gesteckt haben, darüber, dass sie nun kaum mehr sichtbar sind, wenn sie nicht zusätzlich Geld etwa für Anzeigen in die Hand nehmen. Es ist schon ein bisschen bizarr, überhaupt anzunehmen, dass ein Wirtschaftsunternehmen wie Facebook auf Dauer andere Werbeunternehmen für diese kostenfrei sponsern wird. Werbung und Marketing kosten nun einmal Geld.

Unternehmern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die über Facebook auf ihr professionelles Angebot oder etwa Veröffentlichungen auf eigenen Seiten aufmerksam machen wollen, würde ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zusammengefasst Folgendes ans Herz legen:

Pragmatische Entscheidungshilfen

Strategie ist das Wichtigste. Erst die Gesamtstrategie, dann die Entscheidung über einzelne Kanäle, dann die differenzierten Kanalstrategien und Kanalversprechen. Alles nacheinander, alles erforderlich!

Persönliche Vernetzung geht über Fanpages. Wer sich also entscheiden muss, in was er die Haupt-Kapazitäten steckt, der wird sicherlich über die persönliche Vernetzung mehr Sichtbarkeit erzeugen, als wenn er/sie sich allein auf eine Fanpage fokussiert. Das gilt besonders für Einzelunternehmer, aber auch für die Köpfe und „Flaggschiffe“ von Unternehmen. (Zu Marken habe ich oben bereits etwas gesagt.) Wer beides bespielen kann, braucht einen genauen Plan, um die Kanäle voneinander abzugrenzen und nicht in zu viel Redundanz zu verfallen. Wer sich nur für die persönliche Variante entscheidet, sollte darüber nachdenken, das öffentliche Profil abonnierbar zu machen.

Marketing ist, nun ja, Marketing. Unternehmenskommunikation kostet, wie oben beschrieben, nicht nur Geld. Sie erfordert auch Fachwissen und Toolkenntnisse. Das gilt eben auch für Facebook. Einfach mal anmelden und eine Seite anlegen und dann wundern, das keine Resonanz kommt: Das ist zwar ein gar nicht so seltenes, gleichwohl etwas seltsames Gebaren, wenn man es aus professioneller Sicht betrachtet. Allein die richtige Auswahl des Seitentyps bedarf bereits einiger Vorkenntnisse, aber damit geht die Arbeit gerade erst los.

Vernetzung heißt nicht primär Marketing. Soziale Netzwerke sind nun einmal in der Regel keine Werbeplattformen. Insofern erreicht man mit Austausch und Netzwerkdenken oft mehr als mit plumpen Marketing-Aussendungen. So kann eben auch ein persönliches Profil selbst dann viel Sichtbarkeit erzeugen, wenn es sich streng an die Facebook-Statuten hält.

Eine Fanpage ist umso sichtbarer, je interessanter sie ist. Wer die Facebook-Seite ausschließlich für Selbstaussagen oder Produktnews nutzt, weil er an den eigenen Profit denkt, wird wenig Erfolg haben. Die oben zitierte Kollegin Schwindt andererseits braucht sich viel weniger Sorgen als viele andere um die Sichtbarkeit ihrer Seite zu machen, weil sie dort sehr viele, sehr wertvolle Hinweise für ihre Empfänger liefert.

Nicht für jedes neue Projekt eine neue Seite anlegen. Manche Buch-Autoren beispielsweise legen für jedes neue Werk eine eigene Fanpage an. Sie beginnen dann in Sachen Fans und Reichweite jedes Mal von vorn. Besser ist es – von Ausnahmen, wie immer, abgesehen – sich auf eine Seite zu fokussieren, die unter einem Thema steht, und darin verschiedene Aspekte abzuhandeln. Das macht es dann auch wieder für die Empfänger interessant und abwechslungsreich (siehe voriger Punkt.)

Bloß kein Profil für die Firma „missbrauchen“. Viele Firmen nutzen immer noch die Funktion des persönlichen Profils, um sich als Unternehmen darzustellen, auch namentlich. Da steht dann statt eines Personennamens „Firma XY“, statt eines Profilbildes ein Logo. Das ist nach Facebook-Regeln nicht erlaubt. Manchmal geht es lange gut, und plötzlich ist dann das Profil weg. Oft mit Vorwarnung, aber dennoch: So etwas ist besonders dann bitter, wenn das betreffende Unternehmen beträchtlichen Aufwand in den Account gesteckt hat. Im günstigsten Fall lässt sich das Profil noch in eine Seite umwandeln. Aber es ist auf jeden Fall ein Risiko, ganz abgesehen davon, dass es auf andere irritierend wirkt und schräg herüberkommt.

Nicht alles auf eine Karte setzen. Das gilt für Einzelunternehmer ebenso wie für größere Firmen – die Erkenntnis, dass sich soziale Netzwerke, deren Regeln, aber auch deren Annahme durch Menschen ständig wandeln. Es ist also nie sinnvoll, alles auf eine Karte zu setzen. Wer weiß schon, welche Bedeutung Facebook (oder Twitter, oder Google+ …) in einem, drei oder gar fünf Jahren haben wird.

Haben Ihnen diese Tipps geholfen? Haben Sie noch Fragen? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion unter diesem Artikel.

*Siehe dazu auch der Kommentar von Falk Hedemann unter diesem Beitrag.


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

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  24 comments for “Lohnt sich eine Facebook-Fanpage heute noch?

  1. 27. August 2014 at 09:39

    Eine gute Zusammenfassung finde ich. Es ist tatsächlich momentan sehr zäh.
    Während ich in den Anfangszeiten meiner Fanpage für wohlgeraten stetig Zuwachs verzeichnen konnte, wird es immer schwieriger. Das macht es für den Betreiber oft mühsam. Wenn die Resonanz fehlt, verliert man leicht die Lust und meint, es wäre schlauer den Betrieb ganz auf Eis zu legen.
    Dass weniger los ist, liegt nicht daran, dass die Inhalte nicht mehr gefallen. Es ist auch nicht allein schuld, dass Facebook die Seiten weniger anzeigt (wobei ich dieses Phänomen wirklich als extrem nervig empfinde).
    Das Angebot an Seiten ist (man kann das nicht leugnen) immer größer geworden und so muss ich als Unternehmer dem Kunden auch zugestehen, dass er seltener auf meine Seite schaut. Es kommt also viel zusammen.
    Mit dem Schalten von Werbung tu ich mich schwer, weil mir das System so undurchsichtig erscheint und ich Angst habe sinnlos mein Geld zu verballern. Das ist bei einer Printanzeige für mich irgendwie klarer gewesen. Man nahm einen Betrag xyz in die Hand, kannte die Größe der Anzeige und wusste, wie oft sie gedruckt wird. Das bleibt im Internet alles sehr undurchschaubar für mich. Ein Thema zum herantasten…

    Aus meiner Sicht kann ich raten, wie im Artikel ebenso beschrieben, mehrgleisig zu fahren.
    Zweitens sollte man nicht pausenlos auf Likes und Bestätigung schauen. Das entmutigt nur.

    Einfach machen. Wenn es gut ist, dann stellt der Erfolg sich ein und man wird auch gelesen. Dessen bin ich inzwischen sehr sicher.

    Die Fanpage für meinen Onlineshop wohlgeraten findet man auf Facebook unter wohlgeraten. Infos zur alpinen Lebensart werden gemischt mit Produktvorstellungen (Fotos), Reisetipps und allerlei Tipps für Bergfreunde.

  2. Ina
    27. August 2014 at 10:38

    „Die Reichweite der Seiten geht zurück“ – dazu muss man allerdings vielen Unternehmen erst einmal klar machen, dass es mit der Eröffnung einer Fanseite, dem gelegentlichen Posten und dem – lediglichen – Sammeln von Fans nicht getan ist, sondern dass es auf die INTERAKTION ankommt, die – auch – die Reichweite erhöhen kann.
    Aber viele posten ein-, zweimal die Woche etwas, lehnen sich zurück und lassen die Fans mal machen 😉 So funktioniert das dann natürlich nicht.
    Facebook ist keine Einbahnstraße, Facebook ist eine Kommunikations- und Interaktionsplattform, nichts mehr und nichts weniger heißt eben „SOCIAL“ 😉

    Wer jedoch als Unternehmen Facebook als eine gigantische – KOSTENLOSE – „Werbemaschinerie“ für sich zu nutzen weiß, kann durchaus davon sehr profitieren. Es ist aber nichts für die, die glauben, dass „die Fans“ die Sache schon „schaukeln“.

  3. 27. August 2014 at 12:17

    Sehr hilfreicher Artikel, danke!
    Es sollte sich vielleicht auch endlich herumsprechen, dass man hinter dem Like-Button einer Fansite Einstellungen findet, mit der man Benachrichtigungen der Seite abonnieren oder sie in eine Liste zuordnen kann. Via Benachrichtigungen und Listenlesen bekomme ich JEDEN Beitrag einer Seite mit, aber ich muss das als Fan eben aktiv einstellen.

  4. 27. August 2014 at 14:39

    Schön, dass Du Dich mit dieser Frage so mehrwertig befasst hast, liebe Kerstin. Ich glaube in der Tat, dass die Antwort darauf für viele Personen interessant ist.

    Ich habe allerdings noch eine kleine Ergänzung, die ich für nicht ganz unwichtig für die Entscheidungsfindung halte. Ein Unterscheidungskriterium zwischen einem Profil und einer Page ist die Zahl der möglichen Kontakte (Freunde, Fans). Für Profile hat fb hier ein Maximum von 5.000 vorgegeben, für Pages gibt es dagegen keine Begrenzung. Allerdings können auch Profile deutlich mehr Kontakte erhalten. Dazu müssen sie in den Einstellungen nur die Abonnierfunktion aktivieren und schon kann jeder einem Profil folgen, ohne dafür eine Freundschaftsanfrage zu stellen. So könnte man beispielsweise auch eine restriktivere Befreundungspolitik fahren, ohne auf Reichweite zu verzichten. Allerdings bekommen Abonnenten immer nur die öffentlichen Statusmeldungen in ihren Newsfeed.

    Ich denke, dass ein Profil mit aktivierter Abo-Funktion derzeit wirklich eine gute Alternative zu einer Page ist, zumal man sich so den doppelten Aufwand sparen kann 😉

    Schöne Grüße,
    Falk

  5. 27. August 2014 at 15:47

    DANKE, Falk, für den Hinweis mit der Abonnierbarkeit. Genau DAS war aus naheliegenden eigentlich eines meiner Kernargumente, warum eine Seite nicht unbedingt erforderlich ist, ist aber offenbar bei meiner (internen) Versionierung irgendwie herausgefallen. Ich ergänze es gleich oben wieder! Das darf ja auf keinen Fall fehlen.

  6. 28. August 2014 at 12:00

    Wiedereinmal auf den Punkt alle relevanten Informationen nachvollziehbar formuliert. Danke, so weiß ich zukünftig, dass ich mit dem Link hierher antworten kann, wenn die ewig gleichen Fragen kommen 😉
    Ok, muss ich mir doch wieder ein anderes Thema überlegen, um endlich auch wieder einen eigenen Artikel zu schreiben.

  7. 1. September 2014 at 11:39

    Ich finde bei dieser Abwägung noch einen anderen Aspekt wichtig: Den Unterschied in der Beziehung zwischen Profil/Freund und Seite/Fan.

    Sollte mich z. B. mein Versicherungsmakler als „Freund“ anfragen, dann lehne ich natürlich ab! Schließlich habe ich keine Lust darauf, dass derjenige vielleicht seine Versicherungsbotschaften auf meine persönliche Pinnwand postet oder Postings meiner Freunde kommentiert. Bittet der Versicherungsmakler mich hingegen, seine Seite zu liken, dann ist das etwas vollkommen anderes. Diesen Gefallen kann ich ihm gefahrlos tun (wenn ich mit seiner Beratung zufrieden bin.)

    Ich erlebe in meinem Netzwerk häufig, dass FreiberuflerInnen (besonders häufig die -Innen) persönliche Profile für ihre Dienstleistung anlegen und sich dann wundern, dass sie nur so schwer „Freunde“ finden. Das ist einfach das falsche Format.

    Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps, hieß es mal, bevor es soziale Netzwerke gab. Ich finde, da ist nach wie vor was dran.

  8. 19. September 2014 at 11:51

    Toller Beitrag, der alle Aspekte bei dieser Überlegung zusammenfasst! Interessant ist bei sehr großen Pages natürlich auch die erweiterte Bespielung, zum Beispiel nach Sprachen bzw. Zielgruppen getrennt. Diese Möglichkeit kann die „Follow-Funktion“ nicht ersetzen.

  9. Sabrina
    10. Oktober 2014 at 22:27

    Dieser Aspekt lässt sich auch von der anderen Seite betrachten: Warum lohnt sich eine Fanpage NICHT?
    Welches Unternehmen, und sei es noch so klein, nicht bei Facebook ist, hat doch einen geringen Stellenwert. Das ist auch eine Image-Frage.

  10. 26. November 2014 at 08:30

    Neu auf facebook erschreckt mich tatsächlich der Spagat zwischen Profil und Fanpage. Statt eines neuen Social Media Kanals hab ich plötzlich zwei.
    So stelle ich mir die Frage, wie ich die Besucher meines Profils einfach und schnell auf meine Fanpage leiten kann.

  11. 26. November 2014 at 08:50

    Sehr gute Frage, leider fürchte ich, dass ich keine befriedigende Antwort darauf habe. „Einfach und schnell“ ist etwas, was es in der Kommunikation selten gibt. Was Wirkung erzielen soll, kostet immer Aufwand. Die schlechteste Lösung wäre sicherlich, die eigenen Freunde einfach massenhaft einzuladen. Davon fühlen sich die meisten eher genervt.

    Man kann aber im eigenen Profil Postings der Seite teilen. Man kann sie auf externen Plattformen einbinden und etwa im E-Mail-Footer darauf verweisen. Um als Unternehmen eine solide Fanbasis aufzubauen, sind sicherlich Anzeigen eine gute Idee. Da kann man sehr präzise einstellen, wen man erreichen will, und dadurch muss es nicht teuer sein.

    Vielleicht hilft dieser Artikel weiter: http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2014/10/01/b2b-zielgruppe-finden-facebook/

  12. Chris
    26. November 2014 at 11:17

    Wer businessmäßig bei Facebook unterwegs ist, hat sowieso kein privates Profil zu verwenden, was laut den AGBs von Facebook verboten ist; demnach stellt sich die Frage gar nicht, Cynthia.

    http://allfacebook.de/allgemeines/anfangerfehler-vermeiden-kein-privates-profil-fur-unternehmen

  13. 26. November 2014 at 11:30

    Chris, das stimmt so nicht. In bestimmten Ausnahmen, etwa bei publizistisch tätigen Personen, darf das Profil durchaus beruflich genutzt. Darüber hinaus kann man immer ein privates Profil haben, nur halt nicht offensiv darüber werben, zum Beispiel. – Davon abgesehen habe ich Cynthia so verstanden, dass sie aus genau dem Grund ihre Besucher zur Seite leiten will.

  14. 26. November 2014 at 11:54

    Genau das ist das „Problem“. Ein Profil ist notwendig, um sich bei facebook anzumelden. Das Profil wird viel öfter gefunden. Ich will und muss es aber privat halten. Aber einen fetten link zur Fanpage kann man wohl nicht gut sichtbar und dauerhaft irgendwo hinschreiben. (ich kann ihn natürlich regelmäßig erneut posten…)

    Vielleicht ist es sinnvoll, daß ich jede nicht so ganz private Freundschaftsanfrage mit einer persönlichen Antwort, und der Bitte sich auf der Fanpage umzusehen, beantworte…

    „einfach und schnell“ soll es übrigens haupsächlich für die Besucher sein. 😉

  15. 26. November 2014 at 12:02

    Ich würde, wie gesagt, nicht den Link posten, sondern nutzwertige Postings von der Seite teilen. In dein Profil kannst du sie auch als „Arbeitgeber“ eintragen. Das mit den Privatnachrichten musst du ausprobieren. Je nachdem, wie du es formulierst, könnte es klappen. Allerdings reagieren viele auf Seiten-Hinweise per PN eher allergisch.

  16. 26. November 2014 at 18:25

    Ah, das ist ein guter Hinweis mit der Allergie, da fehlt mir ja die Erfahrung. 😉

    Das mit mit Arbeitgeber funktioniert grad nicht, ich vermute meine Seite ist die falsche Kategorie. Aber das soll nun wirklich nicht Ihr Problem sein.

    Ich möchte mich nur schnell für ihre tollen Artikel bedanken. Ich hab schon viel hier gelernt.

  17. 26. November 2014 at 18:41

    Freut mich. Weiter viel Erfolg!

  18. 23. Januar 2015 at 03:05

    Hallo Kerstin,
    ein wirklich toller und ausführlicher Beitrag der alles zum Thema beinhaltet. Ich habe vor langer Zeit eine Anleitung auf meinem Blog erstellt in Schritt für Schritt erklärt wird wie man eine Fanpage erstellt. In diesem Zusammenhang bekomme ich immer wieder E-Mails von Nutzern denen die Fanpage aus unerklärlichen Gründen gesperrt wurde. In den meisten Fällen haben die nur auf eine Fanpage gesetzt und die eigene Internetpräsenz vernachlässigt – wofür irgendwann dann die Quittung kam.

    Grundsätzlich ist eine Fanpage „zusätzlich“ sinnvoll. Wie doch schon sagtest „Nicht alles auf eine Karte setzen“ die in diesem Fall Facebook ist. Und nicht nur im Bezug auf die Frage „Wie lange wird es Facebook noch geben“ sondern auch im Bezug auf „Wem gehören die Fans“.

    Gruß Lars

    Wer sich also ausschließlich für eine Fanpage entscheidet hat früher oder später keinen Einfluss mehr auf seine Fans und fängt dann wieder bei Null an.

  19. fatih
    26. Januar 2015 at 12:26

    habe mir mit diesen Tricks und Techniken innerhalb 14 Tagen ein Zweites Standbein aufgebaut geht zu meinem Blog und Kauft die Anleitung

    (Anmerkung der Redaktion: Diesen wunderschönen Kommentar mussten wir einfach stehenlassen! Den Link haben wir allerdings gemäß den Kommentarregeln in diesem Blog entfernen müssen.)

  20. Brigitte
    19. April 2015 at 12:25

    Vielen Dank für diesen sehr informativen Artikel. Ich bin neu auf FB und finde es insgesamt recht verwirrend. Ehrlich gesprochen, hätte ich mir diese Verunsicherung auch gern erspart, werde aber stets mit großen Augen angesehen, wenn ich auf Fragen antworte, dass ich dort nicht präsent bin.
    Nun wollte ich also einen vorsichtigen Schritt wagen und stelle fest, dass „vorsichtig“ mindestens genauso viel Arbeit bedeutet. und

    letztlich habe ich noch nicht wirklich verstanden, wie ich mich als Kleinstunternehmerin verhalten sollte, da meine Zielgruppe wohl auf FB unterwegs ist.
    Ich habe verstanden, dass die Strategie wichtig ist. Aber wie durchschaue ich das Ganze, um die für mich passende Strategie zu finden?
    Wenn ich also für meine Zielgruppe auf FB Content mitteilen möchte, müsste ich die Fanpage dafür nutzen, richtig?
    Aber nutzt die Zielgruppe auch die Fanpage?
    Abschließend die Frage, die durch einem Nebensatz dieses Artikels entstanden ist:
    Darf ich auf meinem Profil mein Logo gar nicht placieren?
    Für eine Antwort bin ich sehr dankbar.

  21. 19. April 2015 at 18:35

    Liebe Brigitte,

    die Antwort ist einfach und schwierig zu gleich. Eine professionelle Kommunikationsstrategie entwickelt man, indem man Fachwissen darüber anwendet, wie man professionelle Kommunikationsstrategien entwickelt.

    Es ist wie in jedem Beruf: Entweder man investiert viel Zeit, um sich die nötigen Kenntnisse und Erfahrung selbst anzueignen. Oder man beauftragt jemanden, der diese Zeit bereits investiert hat. Einfache Abkürzungen gibt es, wie in den meisten fachlich anspruchsvollen Berufen, nur wenige. Das gilt auch für (Teil-) Strategien auf Facebook. Daher kann man die obigen Fragen auch nicht in wenigen Sätzen beantworten – und schon gar nicht pauschal, ohne mehr Informationen über den konkreten Fall zu haben.

    Richtig ist auch, dass jegliche Marketing- und Kommunikationsaktivitäten Zeit und Aufwand erzeugen. Beides lässt sich skalieren, aber zweifelsohne geht das leichter, wenn man eben weiß, wie es geht.

    Um Content zu teilen, braucht man keine Fanpage. Das geht auch über ein Profil. Richtig ist aber, dass Facebook die kommerzielle Nutzung persönlicher Profile nur sehr eingeschränkt erlaubt. Das steht aber in den Nutzungsbedingungen. Die vertraglichen Regeln sollte man sich auf jeden Fall durchlesen, ehe man ein Vertragsverhältnis eingeht; und das tut jeder, der sich bei Facebook registriert.

    Ich weiß nicht einmal, welchen Beruf Sie ausüben, und was Sie mit „Logo platzieren“ genau meinen, aber auch hier sind die Nutzungsbedingungen unbedingt zu berücksichtigen, wenn man keine bösen Überraschungen – etwa eine plötzliche Deaktivierung des eigenen Profils – erleben will.

    Wenn Sie also auf professionelle Beratung verzichten und sich das nötige Handwerkszeug lieber selbst aneignen wollen, kann man nur raten, möglichst viel zum Thema zu lesen und einiges auszuprobieren. Hier im PR-Doktor finden Sie sehr viele Informationen zum Thema Kommunikationsstrategie, Contentstrategie und Plattformwissen.

    Zum Thema Facebook empfehle ich Ihnen noch den folgenden, gerade erschienenen Artikel:
    http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2015/04/08/facebook-marketing-speaker-autoren-persoenlichkeiten-fanpage-persoenliches-profil/

  22. Karen
    1. Juni 2016 at 10:41

    Hallo Kerstin,
    ich bin gerade auf deinen Artikel gestoßen, da ich hin un her überlege und nach Infos suche, unter welcher Kategorie ich als Coach eine Fanseite anlegen „sollte“.
    Als Dienstleistung oder als Person des öffentlichen Lebens?
    Hast du da auch einen Tipp? Ich finde einfach nichts passendes zu diesem Thema und lasse mich noch(!) davon abhalten…
    Herzliche Grüße aus Berlin
    Karen Jahn

  23. 1. Juni 2016 at 10:50

    Hallo Karen,
    kommt darauf an, ob du eine Person des öffentlichen Lebens bist und es vor allem um deine Person geht oder ob du vor allem dein kommerzielles Angebot vermarkten möchtest. Wenn Letzteres, dann eher Dienstleistung.
    Hinweis: Dies ist nur ein allgemeiner Hinweis und stellt keine individuelle Beratung dar. Für die Umsetzung und deren Auswirkungen bist du selbst verantwortlich.
    Viele Grüße
    Kerstin

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