Die digitale (R)Evolution frisst ihre Eltern

Warum und wie Unternehmen in ihrer Kommunikation dringend handeln müssen

Wir befinden uns in einem der dramatischsten medialen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsel überhaupt: eine Evolution, die so schnell verläuft, dass sie einer Revolution gleichkommt – und die viele Unternehmen daher vollkommen überrascht. Nicht jeder, der mitten in diesem Wechsel steckt, erkennt das und zieht die Konsequenzen. Manchmal mögen fehlende Budgets oder Zeitmangel der Grund sein, warum entscheidende Neuerungen in der Unternehmenskommunikation ausbleiben. Viel öfter aber fehlt nach wie vor das Bewusstsein. Meine Prognose: Unternehmen, die jetzt immer noch nicht handeln, werden untergehen. Bald.

Oft sind die Grundbegriffe längst etablierter Technologien gar nicht bekannt. Dieser Beitrag richtet sich ausdrücklich an solche Unternehmen, die sich nach wie vor aktuellen Entwicklungen im Web und in der Kommunikations-Technologie verweigern, und an diejenigen, die sie beraten. Der Fokus liegt darauf, Handlungsfelder aufzuzeigen und darzustellen, wie gefährdet viele Unternehmen sind, den Anschluss zu verlieren. Denn andere sind längst soweit. Vielleicht auch Ihr direkter Wettbewerber!

Entwicklung verläuft selten geradlinig, aber fast immer sind aktuelle Zustände von vorherigen ab- und herzuleiten. Nicht immer allerdings akzeptieren gerade diejenigen, die maßgeblich an einer Entwicklung beteiligt sind, was daraus geworden ist. So ist es mit den derzeitigen Entwicklungen im Internet und in sozialen Netzwerken. Nicht nur da, natürlich, sondern in allen Unternehmensbereichen. Aber ich beschäftige mich aus meiner fachlichen Sicht heraus mit den Aspekten aus PR und Kommunikation.

Unternehmen, die einst die digitale Revolution mit angestoßen haben, handeln immer noch wie vor zehn oder fünf oder zwei Jahren. Sie ignorieren oder verkennen die ganz aktuellen Entwicklungen. Ja, sie behaupten oft gar, dass es ganz unnötig sei, die Zeichen der Zeit zu erkennen und daraus Konsequenzen zu ziehen. Das erlebe ich zu meinem immer größeren Erstaunen in der Beratung, das bekomme ich nach meinen Vorträgen über Social Media oder Contentstrategien um die Ohren gehauen. Und ich sehe eine ganze Generation von Unternehmern beziehungsweise Unternehmen, bei denen sich diese Ablehnung jetzt noch nicht wirklich sichtbar auswirkt – die aber dafür demnächst irgendwann den Vorsprung nicht mehr werden aufholen können.

Der Zug ist längst abgefahren – ohne Sie!

Wer behauptet, die eigenen Kunden seien nicht in sozialen Netzwerken aktiv oder könnten mit den „neuen“ Technologien selbst nichts anfangen, handelt wie ein Autofahrer, der nur den Rückspiegel blickt: fahrlässig. Erstens geht es auch um kommende Kundenschichten. Zweitens erreichen Sie viele Interessenten ohnehin nur „über Bande“, etwa über Meinungsbildner, und viele von denen sind virtuell vernetzt. Drittens verkennen Sie mit solchen Behauptungen die suchmaschinentechnischen und viele andere Aspekte der neueren Technologien.

Woran erkennen Sie, ob Ihnen die Zeit davonläuft? Dass der Zug längst ohne Sie unterwegs ist? Klare Indizien dafür sind, dass Sie eine oder mehrere der folgenden Aussagen verwenden:

„Mir reicht mein Handy so, ich brauche kein Smartphone.“

„Facebook? Ich gebe doch meine Daten nicht preis, und auf Saufpartys gehe ich auch nicht.“

„Unsere Kunden sind nicht in sozialen Netzwerken.“

„Niemand von unseren Interessenten ruft unsere Website mobil ab.“

„Corporate Blog? Das würde unsere Kunden nur verschrecken.“

„Suchmaschinenoptimierung? Machen wir. Auf jeder unserer Seite steht x hoch n mal unser Produktname.“

Ich meine das nicht böse. Ich will Ihnen nichts tun. Ich will Sie nicht einmal überreden, dass Sie Ihre Meinung ändern. Aber ich beobachte selbst genau, was auf uns zukommt. Daher möchte ich Ihnen zumindest die Möglichkeit bieten zu sehen, was Sie da (nicht) tun und zu erkennen, dass und wie Sie den Anschluss wieder bekommen sollten. Das ist eines der Leit-Themen hier im „PR-Doktor“ generell, und das soll auch der Zweck der folgenden Zusammenfassung sein, und zwar diesmal aus einer ganz bestimmten Sichtweise.

Die stumpfe Speerspitze wieder schärfen!

Denn interessanterweise rühmen sich Menschen, von denen ich eine oder mehrere der vorher zitierten Aussagen höre, häufig damit, dass sie sozusagen die Speerspitze der derzeitigen Entwicklung gewesen seien. Dass sie als erste ein Mobiltelefon besessen hätten. Dass sie bereits 1995 ihre erste eigene Website programmiert hätten. Dass sie schon bei XING gewesen seien, als es noch OpenBC hieß.

Leider tragen viele von ihnen immer noch einen Telefonknochen mit sich herum, der im besten Fall gerade einmal SMS versenden kann. Ihre Website sieht heute tatsächlich aus wie von 1995, von „responsive“ ganz zu schweigen. Dafür stammt ihr Profilbild auf XING offensichtlich in der Tat aus OpenBC-Zeiten, und Profile auf anderen Plattformen sind zwischenzeitlich nicht hinzugekommen.

In folgenden Bereichen besteht für viele (für zu viele!) Unternehmen dringender Handlungsbedarf; vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass eben viele andere Unternehmen (vielleicht auch Ihr direkter Wettbewerber?!) darin schon sehr weit vorne sind. Handeln Sie also besser jetzt, bevor die Schere noch weiter klafft.

5 Handlungsfelder in der Kommunikation, die Sie sich dringend ansehen sollten:

Die digitale (R)Evolution hat viele Aspekte. Hier stelle ich beispielshaft fünf Handlungsfelder aus der Unternehmenskommunikation dar und beschreibe kurz den Handlungsbedarf. Nichts davon ist wirklich neu, schon gar nicht für Fachleute. Aber all dies wird immer drängender, wo Nachholbedarf besteht.

„Mobile“

Was ist das? „Mobile“ ist einer der Trends in der digitalen Kommunikation. Es bedeutet, dass Menschen zunehmend zu mobilen Endgeräten greifen. Immer mehr Transaktionen finden mobil und unterwegs statt.

Warum ist das so wichtig? Das wirkt sich auf den Consumerbereich ebenso aus wie aus den Businessbereich. Jeder Anbieter muss sich darauf einstellen, technisch und inhaltlich. Mobile bestimmt die Art, Größe und Form der angebotenen Inhalte. Wer mobile Entwicklungen ignoriert und sich weiterhin allein an solche Nutzer wendet, die vor einem stationären Gerät an einem Schreibtisch sitzen, verschenkt mittelfristig ein riesiges Marktpotenzial.

Was ist zu tun? Unternehmen müssen sich dringend auf veränderte Kommunikationsgewohnheiten einstellen. Der erste Schritt dazu ist, dass Entscheider in Unternehmen – erst recht aber diejenigen, die für die Kommunikation verantwortlich sind – selbst mit einer solchen Nutzung vertraut machen. Es reicht nicht, Dienstleister damit zu beauftragen, alles für „Mobile“ zu optimieren. Es muss ein tieferes Verständnis dafür in den Unternehmen selbst vorhanden sein. Persönliche Aversionen gegen Smartphones sind kein Argument dafür, aktuelle Entwicklungen zu ignorieren und damit der eigenen Firma zu schaden. In diesem Beitrag auf t3n sind einige wichtige Aspekte und hilfreiche Anregungen zum Thema „Mobile“ zu finden.

„Responsive“

Was ist das? Responsive Websites erkennen, einfach formuliert, auf welchem Gerät sie aufgerufen werden und passen sich entsprechend an. (Ergänzung: Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass diese Ausführungen zu „Responsive“ nicht ganz vollständig und etwas vereinfacht dargestellt sind. Das ist in diesem Zusammenhang Absicht. Eine ausführliche Beschreibung zum Thema und zur Abgrenzung gibt es hier bei t3n.Der Artikel dort ist erst nach diesem Beitrag erschienen.)

Warum ist das so wichtig? In Zeiten, in denen immer mehr Menschen von mobilen Endgeräten schnell auf Inhalte von unterwegs zugreifen wollen, ist dieser Aspekt der Nutzerfreundlichkeit im eigenen Interesse das Anbieters besonders entscheidend. Wird Ihre Seite nicht richtig angezeigt, verlieren Sie womöglich einen großen Teil Ihrer Interessenten bereits vor der ersten Begegnung. Zudem werden Seiten, die diesen Standard nicht erfüllen, in Zukunft von Suchmaschinen immer weiter abgewertet. Responsive wirkt sich daher direkt auf die Bereiche „Mobile“ und „Suchmaschinenoptimierung“ aus. Ebenso ist es bedeutsam für das Handlungsfeld „Contentstrategie“.

Was ist zu tun? „Unsere bisherige Website sieht doch noch gut aus.“ Dieses Argument hört man häufig, aber es ist gefährlich. Selbst wenn Sie der Ansicht sind, dass Ihr bisheriger Internetauftritt gestalterisch und inhaltlich aktuellen Kriterien entspricht (UND wenn Fachleute Ihnen das bestätigen!), sollten Sie dafür sorgen, dass sie responsive ist. Vielleicht müssen Sie sie dafür komplett neu aufbauen. Aber vielleicht gibt Ihnen das die Chance, sich auch gleich einiger anderer Baustellen anzunehmen, so dass der Gewinn daraus unerwartet hoch ausfällt und den Aufwand mehr als rechtfertigt.

„Social“

Was ist das? Menschen vernetzen sich in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Aber „Social“ bedeutet noch weit mehr. Es umfasst alle Möglichkeiten, webbasiert zu interagieren, Informationen zu sammeln, zusammenzuarbeiten oder gemeinsam mit anderen Transaktionen zu vollziehen. Websites werden sozial und interaktiv, indem sie Kommentare ermöglichen, indem sie Möglichkeiten anbieten, Inhalte in sozialen Netzwerken zu teilen oder indem sie Inhalte aus dem Social Web einbinden. Und: Nein, Facebook ist keinesfalls nur ein Netzwerk für private Verabredungen von Teenagern, und Twitter nicht nur eine Angelegenheit für Geeks und Nerds.

Warum ist das so wichtig? Es sollte längst Allgemeinwissen sein. Tatsächlich treffe ich selbst in großen, erfolgreichen Unternehmen oft auf Unwissen oder völlige Ablehnung. Soziale Netzwerke und neue Formen des Austausches haben unser gesamtes Kommunikationsverhalten verändert. Menschen haben neue Möglichkeiten zu interagieren, zu bewerten, sich Informationen über Produkte und Anbieter zu verschaffen. Die Ansprache an Entscheider und Meinungsbildner hat sich verändert. Die Ansprüche an Reaktionsgeschwindigkeiten sind gestiegen. Unternehmen haben viel weniger Einfluss darauf, was über sie an die Öffentlichkeit dringt.

Was ist zu tun? „Social“ ist ein riesiges Handlungsfeld, über das ich in diesem Blog schon sehr viel geschrieben habe und das ich an dieser Stelle allenfalls ansprechen kann. Der Handlungsbedarf ist oft riesig. Unternehmen, die bisher nicht in sozialen Netzwerken aktiv sind, brauchen als erstes ein gutes Monitoring, um zu erfahren, wie über sie gesprochen wird. Dann erst sollten sie sich aktiv in soziale Netzwerke begeben. Nicht jeder muss einen Facebook-Account haben. Aber kein Unternehmen kann es sich heute mehr leisten, auf Präsenz und aktiver Beteiligung im Social Web zu verzichten. Auch hier gehört wieder ein Mindestmaß an Verständnis und eigener Erfahrung bei Entscheidern und Ausführenden aller Ebenen dazu.

„SEO“

Was ist das? Suchmaschinenoptimierung (SEO = Search Engine Optimization) bedeutet, Inhalte und Seiten im Web so aufzubauen, zu gestalten und zu befüllen, dass sie zu relevanten Begriffen Suchergebnisse möglichst weit vorne produzieren.

Warum ist das so wichtig? SEO ist heute wichtiger denn je – und komplexer als je zuvor. Wer heute noch glaubt, mit billigen Backlinks oder forciertem Keyword Stuffing auf die erste Google-Seite zu gelangen, hat schlicht den Anschluss verpasst. Ohne hochwertige Inhalte auf der einen Seite und präzise Analysen auf der anderen ist jeder SEO-Versuch ein reiner Blindflug. Dennoch verkaufen viele Anbieter ahnungslosen Unternehmen teure Pakete, die genau auf diese veralteten Mechanismen abzielen. Google dagegen entwickelt immer neue Algorithmen, die „denken“ wie ein echter Mensch. Es wird immer schwieriger, das zu umgehen. Wer andererseits nicht findbar ist, existiert auch nicht. Auch Unternehmen, deren Kunden nicht allein bei Google nach Angeboten suchen, sollten dafür sorgen, dass sie nicht auf imageschädigende niedrige Ränge abfallen.

Was ist zu tun? Sinnlose oder veraltete Maßnahmen kann sich nur derjenige aufschwatzen lassen, der sich nicht informiert hat. Idealerweise lesen Sie sich selbst in das Thema ein. Erste Anregungen finden Sie in diesem Interview, das ich vor einiger Zeit veröffentlicht habe. Als Faustregel gilt: Es gibt wenige Abkürzungen, aber jede Menge Möglichkeiten, mit Fachwissen und den richtigen Techniken eine Seite nach vorne zu bringen. Wer Ihnen eine, einfache, billige und schnell zu verwirklichende Methode anbietet, sollte vor allem eines wecken: Ihr Misstrauen. Suchmaschinenoptimierung kostet Geld und Zeit – entweder Ihre Zeit oder die eines Dienstleisters. Sie ist keine einmalige Angelegenheit, sondern sie erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit und Arbeit. Sie müssen nicht nur entscheiden, was Ihre Interessenten finden sollen; sie müssen auch wissen, wonach diese dazu genau suchen. Ehe Sie einen Dienstleister beauftragen, sollten Sie genau nachfragen und sich über diesen informieren. Um eines werden Sie auf Dauer heute in der Unternehmenskommunikation kaum noch herumkommen: um eine gute Contentstrategie.

„Contentstrategie“

Was ist das? „Content“ heißt „Inhalt“, und hochwertige Inhalte sind für die Kommunikation heute entscheidend. Eine Contentstrategie ist eine Kommunikationsstrategie, die sich damit befasst, wie und wo Inhalte zu ihrem Empfängern gelangen, um zu den Zielen des Anbieters beizutragen und allseitigen Nutzen zu schaffen.

Warum ist das so wichtig? „Hochwertige Inhalte“ bedeutet: auf Empfängerinteressen ausgerichtet, aber auch technisch und gestalterisch optimiert. Inhalte spielen eine Rolle für die Suchmaschinenoptimierung, für die Verbreitung in sozialen Netzwerken, für die Reputation Ihres Unternehmens … Content ist nichts ohne Kontext, sprich: wie gut ein Unternehmen eine vernetzte Strategie realisiert und konsequent über mehrere Plattformen auf Dauer durchzieht, entscheidet über den Erfolg einer Contentstrategie.

Was ist zu tun? Ohne Content keine Relevanz. Contentstrategien beziehen sich auf die ganze Unternehmenskommunikation, sie beziehen Bereiche wie Social Media ebenso ein wie Pressearbeit (auch die klassische Pressearbeit!), Corporate Publishing ebenso wie Events. Hier habe ich im „Upload Magazin“ einige Aspekte von Contentstrategien im Hinblick auf die Kundengewinnung dargestellt. Viele weitere Beiträge hier im „PR-Doktor“ und auch mein Buch „Prinzip kostenlos„* befassen sich mit dem Thema Contentstrategie. Es ist derzeit DAS Kommunikationsthema. Im „PR-Blogger“ finden Sie unter dem Stichwort eine ganze Serie. Kurz: Wenn Sie es noch nicht getan haben, sollten Sie sich mit diesem Thema – unter Berücksichtigung aller zuvor genannten Punkte – dringend auseinandersetzen.

Ich wünsche allen Unternehmen, die sich bisher noch nicht getraut haben, dass sie schnell den Anschluss finden. Ich hoffe, dieser Beitrag unterstützt Sie dabei.

Wenn Sie Fragen haben: Nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion. Wenn Ihnen der Beitrag gefallen hat, freue ich mich, wenn Sie ihn mit Ihrem Netzwerk teilen.


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikations- und Social-Media-Strategien, Public Relations, Corporate Blogs, Marketing und Text. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

kontakt(at)kerstin-hoffmann.de | Kontaktformular »


 

  16 comments for “Die digitale (R)Evolution frisst ihre Eltern

  1. Petra Pfitzner
    30. Oktober 2013 at 09:44

    Guten Morgen, herzlichen Dank für den anregenden und motivierenden Artikel.
    Beste Grüße,
    Petra Pfitzner

  2. Dagmar Lind
    30. Oktober 2013 at 10:52

    Aus meinem eigenen Kundenkreis – darunter viele im Handwerk – ist sicher der eine oder andere noch anzutreffen, der die Bedeutung nicht erkannt hat. Jedoch sind auch hier die meisten schon der Meinung, dass man es ändern sollte. Zeit und Budget – als auch z.T. eigene Unerfahrenheit mit der Komplexität der Materie – sind hier aber die überwiegenden Gründe.

    Ich selbst kann mich da auch an die eigene Nase fassen – die Wichtigkeit ist mir zwar bewusst, die Entscheidung zur Überarbeitung steht seit einem Jahr, und vielleicht schaffen wir es dieses Jahr zum Jahresende (da ich dafür auch einen Fachmann brauche).

    Grundsätzlich stellt sich mir die Frage, ob nicht die von Ihnen dargestellte „Uneinsichtigkeit“ eher das Symptom für die ursächliche Problematik nämlich Verschleierung der wirklichen Gründe (keine Zeit, kein Geld, keine Lust) ist?

  3. Christian Bartels
    30. Oktober 2013 at 11:52

    Danke!
    Dieser Artikel ist die perfekte Ergänzung zu meinem gestrigen Blogpost:
    Digitaler Wandel tötet (http://i-serviceblog.com/2013/10/29/digitaler-wandel-toetet_business-transformation_change-management/).

  4. 30. Oktober 2013 at 15:19

    Hallo Frau Dr. Hoffmann,

    ganz meine Meinung. Unternehmen ohne Bewußtsein für die von Ihnen dargestellten Herausforderugnen werden ihre gewohntes Standing nicht beibehalten können. Allerdings sehe ich die aktuelle Situation nicht ganz so dramatisch, wenn ich sie mit der „Multimedia“-Ära der 90er Jahre vergleiche, zu deren Beginn fast alle Großunternehmen – die KMUs sowieso – in teils sehr arroganter Manier den eigenen Webauftritt für völlig überflüssig hielten. Die weitere Entwicklung ist bekannt. Heute hat jeder Handwerker seinen Webauftritt, die Unternehmen haben viel Lehrgeld zahlen müssen, um das Versäumte wieder aufzuholen. Allerdings, und hier stimme ich Ihnen zu, stellt sich die Frage, ob sich Versäumnisse in Sachen SM etc. so einfach aufholen lassen. Ich meine, dass dies sehr schwierig werden wird, in manchen Branche wahrscheinlich fast unmöglich.

    Viel problematischer aus meiner Sicht: Wie sollen sich Unternehmen – hier vor allem KMUs – verhalten, deren Stammkunden die Kommunikationsmöglichkeiten mit neuen Technologien ablehnen? Kunden, die das Telefon jedem anderen Medium vorziehen. Diesbezüglich führte ich kürzlich ein Beratungsgespräch mit einem von dieser Problematik betroffenen Unternehmer und verstehe, dass er seine – knapp bemessenen – Ressourcen vorerst in den Ausbau seines CallCenters steckt. Das Bewußtsein solcher Unternehmer für SM etc. ist ganz klar vorhanden, aber das Tagesgeschäft lässt einfach keine vielversprechenden Aktivitäten zu.

    Franz Xaver Fuchs

  5. Heinz Buser
    30. Oktober 2013 at 21:14

    Klassische Unternehmen haben meist anderes zu tun, als um die neue digitale Welt zu kümmern. Content für eine Website ist wichtig, aber da müssen sehr viele selbst an die Nase nehmen, ob Sie das nicht mit Werbung verwechseln.

  6. 31. Oktober 2013 at 18:15

    wieder mal nen schöner artikel, den ich bei meinem kommenden Beitrag Das perfekte Online- und Inbound-Marketing-Team: Eine Vision für die Zukunft. Aufnehmen werde. allerdings teile ich ihn diesmal nicht, da mir an der einen oder anderen Stelle zu werbend geschrieben wurde 😉 Deshalb „nur“ das Kommentar. Good Job!

  7. 1. November 2013 at 14:34

    Nach dem berühmten „SEO“, kommen mit dem Stichwort „Content“ jetzt neue Dampfplauderer auf den Markt. Auf einmal gibt es Agenturen, die glauben zu jedem Thema, etwas schreiben zu können.

    Dazu kommt wie im beschriebenen Handwerkerbereich, aber auch im Hotel- und Gaststättengewerbe, dass vielen noch nicht mal bewusst ist, dass sie einen zeitgemäßen Internetauftritt benötigen, ganz zu schweigen von vielen selbstständigen Dienstleistern, die über die gelben Seiten auch heute noch nicht hinausdenken.

    Die derzeitige Diskussion rund um die Spionage vereinfacht es nicht, auf die Notwendigkeit aufmerksam zu machen. Die Verweigerer fühlen sich bestätigt.

    Da müssen noch eine Reihe dicker Bretter gebohrt werden, damit wir in Neuland ein paar Bürger und vor allem nachhaltig denkende Unternehmen dazubekommen 😉

  8. 2. November 2013 at 11:45

    Liebe Kerstin Hoffmann,

    danke für diesen Artikel!! Er macht auf klare Weise deutlich, wie wichtig es ist, mitzumachen – ein Grundlagenartikel, den ich gerne allen empfehlen möchte, wenn das Gespräch auf „Ach, das brauche ich für unsere Firma / für meine Selbstständigkeit /… nicht!“ kommt.
    Was mich teilweise erschreckt, ist, dass es Menschen betrifft, die Mitte 30 bis Mitte / Ende 40 sind, also eine Generation, die nicht komplett ahnungslos ist, was Computer, Internet und neue Medien angeht. Sie könnten, wenn sie nur wollten.
    Und: Ich bin davon überzeugt, dass dieser Wandel hin zu einer neuen Weise der Kommunikation wirklich revolutionären Charakter hat! Eine der umwälzendsten der Geschichte überhaupt, sagte mal jemand, weil sie eben auch soziologische Folgen hat.

    Daher also: vielen Dank für diese Speerspitze!

    Herzliche Grüße
    Inga von Thomsen

  9. 9. November 2013 at 10:24

    Hallo Frau Dr. Hoffmann,

    ich empfinde das Thema Ihres Beitrags als äußerst wichtig, jedoch bemerke ich dabei, dass viel zu wenig auf die eigentlichen Ursachen eingegangen wird. Die Frage stellt sich doch, warum viele Unternehmen in Deutschland die Zeichen der Zeit im Social Web anscheinend nicht wirklich erkannt haben. Warum sehen also manche Websites tatsächlich aus wie von 1995, wie Sie ja selber in Ihrem Beitrag schreiben? Haben Sie dafür eine überzeugende Diagnose?

    Das Aufzählen von möglichen zukünftigen Handlungsfeldern ist zwar im Anschluss sinnvoll, aber nur wenig fruchtbar, wenn die eigentliche Diagnose ausbleibt. Ich glaube nämlich, dass das eigentliche Problem bei dieser zum Teil durchaus fatalen Entwicklung, die sich da anbahnt, ganz woanders liegt: Vielen Unternehmen hierzulande fehlt es nämlich einfach daran, innovativ zu denken. Statt Innovation wird lieber auf Optimierung und Perfektion gesetzt. Innovation und Optimierung vertragen sich aber nicht.

    Um wirklich innovationsfähig zu sein, brauchen wir dementsprechend eine ganz andere Grundeinstellung: Nämlich wesentlich mehr Experimentierbereitschaft, Neugierde, Offenheit, Fehlertoleranz und Veränderungswillen! Entdeckergeist. Und genau daran happert es hierzulande kolossal. Das ist das eigentliche Thema der Stunde!

    Beste Grüße, Marcus Klug

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *