PR: Erst das Ergebnis, dann die eigentliche Arbeit!

Warum es in der Kommunikation so wichtig ist, in Prozessen zu denken

 

PR: ein kontinuierlicher Prozess!

 

Die neue Website, ein Zuwachs an echten Fans und Followern, die eine große Presseveröffentlichung, ein massiver „Kick“ für die eigene PR, ein erfolgreiches und gut vernetztes Blog, richtig bekannt werden, fünfzig Prozent mehr Umsatz in einem Jahr … – Wenn Interessenten bei mir ein Angebot für Beratung und Strategie anfordern, haben sie oft ein ganz bestimmtes Ziel im Blick, das sie mit meiner Hilfe erreichen wollen. In all der Fokussierung auf ein oder mehrere konkrete Ergebnisse gerät jedoch manchmal aus dem Blick, dass Unternehmenskommunikation ein ständiger Prozess ist.

Ein Prozess, der schon beginnt, ehe ein Unternehmen erstmals am Markt sichtbar ist. Und der nie endet, sondern sich immer weiterentwickelt. In dem man sich auf einem erreichten Ziel niemals ausruhen kann, sondern dann oft erst mit der Arbeit beginnen muss. Der sich aber natürlich an Etappenzielen orientiert und mit den erzielten Erfolgen weiterentwickelt.

Das ist alles selbstverständlich? Dachte ich auch. Aber manches muss man einfach von Zeit nochmal explizit beleuchten. Erst recht, wenn wir uns mitten in deinem derartigen Medienwandel befinden wir zur Zeit. Das folgende Zitat aus einem Blogbeitrag hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass es sinnvoll ist, die Dinge einmal näher zu betrachten:

Wer denkt, ein Blog sei ein Projekt, unterliegt einem gewaltigen Irrtum. Das Projekt ist bloss die Konzeptions- und Startphase. Danach aber beginnt die Betriebsphase. Die erfordert kontinuierliche Arbeit, und das nicht zu knapp.*

Erst recht, weil ich erst kürzlich festgestellt habe, dass in einem verwandten Bereich – der Unternehmensberatung – der Prozess offensichtlich ebenfalls zugunsten des Endergebnisses oft zu kurz kommt:

… wird nämlich schnell klar, dass es im Fall des spezifischen Projektes gar nicht so sehr um das Endergebnis geht, als vielmehr um das jeweilige Verständnis für den gegenwärtigen Projektfortschritt. In den meisten Fällen gilt: Beratung muss als Weg verstanden werden, nur so kann sie funktionieren.**

Warum ist es so wichtig, in Prozessen zu denken? Welche Faktoren sollten Sie einkalkulieren? Und warum sind Ergebnisse dennoch so wichtig?

Eine Maßnahme ist kein Ziel

Um auf das eingangs zitierte Beispiel zurückzukommen: Ein Blog zu betreiben ist kein in sich abgeschlossenes Projekt. Natürlich ist es eine Definitionsfrage, und man könnte auch den fortwährenden Betrieb eines Blogs als Projekt beschreiben. Jedenfalls ist die Einrichtung eines Blogs bis zum einen bestimmten Zeitpunkt zwar vielleicht ein operatives Zwischenziel, im Sinne eines Zeitplanes. Tatsächlich geht es aber um übergeordnete Ziele: Unternehmensziele, Kommunikationsziele, Umsatzziele, Reputation, Bekanntheit …

… aber Ziele und Ergebnisse sind entscheidend!

Für jegliche Art strategischen unternehmerischen Handelns (und übrigens nicht nur dafür!) ist es wichtig, Ziele zu setzen. Das gilt auch für die Unternehmenskommunikation. Konkrete Ziele. Quantifizierbare Ziele. Zwischenziele. Ebenso ist es entscheidend, KPIs (Key Performance Indicators) zu definieren, die zeigen, dass man auf dem richtigen Weg zum Ziel ist bzw. es erreicht hat. Allerdings: Nicht alle Ziele in der Kommunikation kann man hart quantifizieren, und nicht immer nützt es, in reinen Zahlen zu sprechen. Beispiel: Ein Plus von 10.000 Twitter-Followern oder Facebook-Fans sagt überhaupt nichts über Reichweite, Interaktion und Bindung dieser Fans an die eigene Marke aus. Und ich spreche hier natürlich nicht von gekauften Fans. Auch auf anderen Wegen kann man ein Netzwerk aufblasen oder nachhaltig aufbauen.

Natürlich sind dann auch die Ergebnisse, die messbaren Erfolge an bestimmten Meilensteinen wichtig. Ein Prozess fließt ja nicht gleichförmig vor sich hin, nur weil man erkannt hat, dass der Weg das Ziel ist.** Aber wer mit dem Auftrag für das Kommunikationskonzept oder der technischen und gestalterischen Realisierung des Jobs bereits einen Großteil des Jahresetats verbraten hat, hat ein Problem. Denn das operative Ergebnis führt noch nicht zum Erreichen der unternehmerischen Ziele. Die Arbeit (siehe oben) geht danach erst los.

… jedoch die Arbeit geht danach jeweils erst richtig los!

Gerade Einzelunternehmer – aber erstaunlicherweise auch viele „Große“ – vergeben Etats für bestimmte Projekte, beispielsweise ein Kommunikationskonzept. Oder eine Social-Media-Strategie. Oder eben Konzeption und Realisierung eines Blogs. Oder eine Pressekampagne. Als wäre es damit erst einmal getan. Und vergessen dann, dass der Folgeaufwand nicht nur budgetiert werden muss. Sondern dass eine zusätzliche Maßnahme, Kampagne oder weitere Plattform eben auch weitergeht, nachdem sie einmal realisiert ist.

Typische Aussagen: „Inhalte erstellen? Das machen wir dann so mit. Die Basis haben wir ja jetzt.“ oder „Das kann das Marketing dann mit Inhalten füllen.“ oder „Jetzt soll die Entwicklungsabteilung mal spannenden Content liefern.“ Leider funktioniert das so nicht. Auch eine Pressekampagne oder eine Social-Media-Strategie bringt nicht einfach Kunden, nur weil sie einmal in der Welt ist. Deswegen ist mit der Einrichtung eines Blogs – um einmal bei dem Beispiel zu bleiben – kein Ziel erreicht, sondern nur die Grundlage geschaffen für alles Weitere. Danach geht es also erst richtig los. Wer mit dem Auftrag für das Kommunikationskonzept oder der technischen und gestalterischen Realisierung des Jobs bereits einen Großteil des Jahresetats verbraten hat, hat ein Problem.

Wenn Best Case = Worst Case ist: Szenarien

Es geht übrigens nicht nur um die weitere kontinuierliche Umsetzung allein, das Paradox ist ja oft: Je erfolgreicher eine Kampagne, eine Maßnahme, eine neue Plattform ist, desto mehr Aufwand erzeugt sie unter Umständen. Kommentare müssen moderiert, Anfragen bedient werden. Und „schlimmstenfalls“ ist die Nachfrage plötzlich so groß, dass nicht mehr allein die Kommunikationsabteilung betroffen ist, sondern mehr Produkte verkauft oder mehr Beraterstunden gebucht werden.

Da müssen dann im ganzen Unternehmen kurzfristig mehr Kapazitäten geschaffen werden. Deswegen ist es so wichtig, dass professionelle Kommunikation immer verschiedene Szenarien durchspielt – nicht nur für Krisensituationen, sondern auch für positive Entwicklung. Damit der Kommunikationserfolg nicht zum Worst Case für das Unternehmen wird, das plötzlich mit der Lieferung nicht mehr hinterherkommt …

Doch bleiben wir noch einmal bei der Kommunikation

Aber von den umfassenden unternehmerischen Implikationen zurück zur Kommunikation: Ein seriöser Berater weist gleich zu Beginn darauf hin, dass der Folgeaufwand mit eingeplant werden muss. Zum Konzept für das Projekt gehört möglichst ein Jahresplan für den Folgeaufwand, plus Ausblick auf die Folgejahre. Das kann man dem Kunden zwar nicht aufzwingen. Aber so ist sichergestellt, dass das neue Blog nicht in Kürze versandet, dass die Pressekampagne kein herausgeworfenes Geld ist, dass die sorgfältig in die Gesamtstrategie eingebettete Facebook-Seite nicht mit seltenen Aktualisierungen und 30 bis 40 Fans unbeachtet vor sich hindümpelt.

Dazu muss sauber budgetiert werden. Damit nach der Konzeptions- und Realisierungsphase genügend Ressourcen für die kontinuierliche Pflege, den Ausbau und die zu erwartende steigende Resonanz zur Verfügung stehen. Erst dann wird aus dem Einzelprojekt ein Prozess, der dauerhaft für unternehmerischen Erfolg sorgt.

Beispiele für Projekte, die in Prozesse münden:

Hier habe ich drei Beispiele für Kommunikationsprojekte in Unternehmen zusammengestellt, die danach kontinuierliche Aufmerksamkeit und Pflege erfordern. Es sind naturgemäß allgemeine, typische Beispiele. Selbstverständlich kann es im Einzelfall, je nach Unternehmen und individuellen Gegebenheiten, anders aussehen. Dementsprechend sind die Ziele auch nicht quantifiziert. Konkrete Zahlen und exakte Parameter sind immer ein Ergebnis der genauen Betrachtung des jeweiligen Kunden, seiner Ziele, seiner Schwerpunkte, der vorhandenen Ressourcen und der individuellen Budgets.

Social-Media-Strategie

„Wir wollen ins Social Web“, ist weder ein Ziel, noch sagt es irgendetwas über die Inhalte. Nichtsdestotrotz sollte heute jedes Unternehmen über Präsenz in sozialen Netzwerken nachdenken. Dazu ist die professionelle Strategie ebenso essentiell wie die Inhalte. Wenn die Accounts eingerichtet sind, beginnt die eigentliche Arbeit: der Aufbau des Netzwerks, der Austausch, die kontinuierliche Aktion und Reaktion.

Ziele (Beispiele):

  • Mehr Sichtbarkeit des Unternehmens
  • Suchmaschinenrelevanz erzeugen
  • Inhalte der unternehmenseigenen Plattformen (Website, Blog) bekannt machen und verbreiten
  • Reputationsaufbau
  • Aufbau einer Community
  • Vernetzung mit Kunden, Multiplikatoren, Marktbegleitern
  • Teilnahme am Dialog zu Themen mit zeitgemäßer Kommunikation
  • Kundengewinnung

Projekt (in Kürze):

  • In die Gesamt-Kommunikationsstrategie einbetten
  • Zuständigkeiten klären
  • Vorgehensweise und Art der Inhalte definieren
  • Die einzelnen Kanäle definieren und Einzelstrategien erarbeiten
  • Plattformen anmelden (wenn noch nicht geschehen) und einrichten
  • Mit den eigenen Plattformen vernetzen
  • Monitoring etablieren
  • Das erforderliche Fachwissen im Unternehmen etablieren und die Mitarbeiter einbinden

Projektergebnis: Funktionierende, gut bespielbare Social-Media-Kanäle, die der Gesamtkommunikation zutragen.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:

  • Aktivitäten kontinuierlich auf- und ausbauen
  • Netzwerk auf- und ausbauen
  • Eigene Inhalte auf den eigenen Plattformen produzieren (z. B. Blog)
  • Fremde Inhalte sichten und sammeln
  • Inhalte in die einzelnen Kanäle einspielen
  • Auf den einzelnen Kanälen mit dem Netzwerk aktiv kommunizieren (nicht nur auf der eigenen Pinnwand!)
  • Direkte Kontakte pflegen, ggf. Veranstaltungen besuchen
  • Monitoring-Ergebnisse sichten, bewerten und ggf. darauf reagieren
  • Auf andere Postings reagieren, Fragen auf der eigenen Pinnwand beantworten.
  • Auf dem aktuellen technischen Stand bleiben
  • Woanders mitlesen, allgemeine Entwicklungen, den Markt und den Wettbewerb beobachten
  • Evaluation und Erfolgskontrolle
  • ggf. Korrekturen an bzw. Weiterentwicklung der Strategie

Aufwand/Ressourcen:

Das macht man nicht „mal so eben“ mit den bestehenden Mitteln mit. Entweder müssen für die „Social Communications“ zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen bereitstehen, oder an anderer Stelle muss etwas anderes entfallen. Wird mit bestehendem Personal gearbeitet, kommt zum Anfangsaufwand die Schulung hinzu. Auch „Social“ ist professionelle Kommunikation. Wer dafür verantwortlich ist, muss die Werkzeuge kennen.

Outsourcen ist nur bedingt eine Lösung: Während für die Einstiegsphase meist unbedingt ein externer Berater oder eine Agentur unterstützen muss, sollte mittel- bis langfristig die Steuerung im Unternehmen liegen und hier eigene Expertise aufgebaut werden. Das heißt nicht, dass die Mitarbeiter irgendwann alles können müssen. In welchem Umfang dann weiterhin teilweise externe Unterstützung erforderlich ist, hängt vom Unternehmen und von vielen weiteren Faktoren ab.

Wie hoch der regelmäßige Aufwand ist, hängt ebenfalls sehr stark von den individuellen Gegebenheiten ab. Das ist nahezu frei skalierbar, doch natürlich kann man mit wenig Aufwand auch nicht viel Effekt erwarten. Eines allerdings ist unverzichtbar: Dass jeweils mindestens ein Mitarbeiter tagsüber ständig erreichbar ist und Nachrichten darüber empfängt, was sich gerade auf den eigenen Pinnwänden tut oder über die eigene Firma geredet wird. Idealerweise gibt es mehrere, die mit dieser Aufgabe vertraut sind, damit nicht ein Einzelner aufgrund ständiger Zuständigkeit zielgerichtet in den Burnout steuert.

Corporate Blog

Wer heute als Unternehmen sichtbar sein und wahrgenommen werden will, kommt um eine eigene Content-Strategie kaum herum. Auch Suchmaschinenrelevanz ist ohne stets neue, aktuelle Inhalten kaum noch zu erreichen. Die eigene Plattform ist sozusagen das „Mutterland“ der gesamten virtuellen Netzwerkstrategie. Der Aufwand für einen solchen eigenen redaktionellen Bereich kann sehr unterschiedlich sein: von den gelegentlichen Unternehmens-News bis zum umfangreichen Corporate Blog mit eigener Redaktion. Doch auch wenn Planung und Einrichtung bereits aufwändig sind: Die eigentliche Arbeit beginnt mit dem regelmäßigen Betrieb.

Ziele (Beispiele):

Ein großer Teil der Ziele stimmt mit den unter „Social-Media-Strategie“ genannten überein. Hinzu kommen etwa:

  • Zentrale für die eigene Content-Strategie schaffen
  • Informationen und aktuelle Inhalte bereitstellen
  • Themen- und Meinungsführung aufbauen
  • Informationshoheit über den eigenen Namen gewinnen
  • Eigene Inhalte im eigenen Stil präsentieren
  • Fachkompetenz zeigen
  • Service für Kunden und Medien liefern
  • Empfehlungen unterstützen

Projektergebnis: Ein technisch und gestalterisch professionell aufgesetztes Blog, das sich in die Gesamtstrategie einfügt und ihr zuträgt. Mit Live-Schaltung sollte die Content-Strategie stehen, ein Redaktionsplan für das erste Jahr zumindest als Rahmen erstellt sein sowie erste Texte vorliegen.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:

  • Plattform kontinuierlich auf- und ausbauen
  • Technische Wartung, Pflege und Aktualisierung
  • Redaktionsplan fortschreiben
  • Themen finden und entwickeln
  • Texte schreiben
  • Inhalte verbreiten und in sozialen Netzwerken verlinken
  • Woanders mitlesen, allgemeine Entwicklungen, den Markt und den Wettbewerb beobachten
  • Evaluation und Erfolgskontrolle
  • ggf. Korrekturen an bzw. Weiterentwicklung der Strategie

Aufwand/Ressourcen:

Auch hier ist der Aufwand entsprechend dem Konzept und der Strategie sehr weit skalierbar. Von der gelegentlichen Meldung aus der PR-Abteilung bis zur Vollzeitredaktion mit mehreren Mitarbeitern: Da ist so ziemlich alles drin. Soll ein Corporate Blog aber wirklich sichtbar und meinungsführend werden, bedeutet das auf jeden Fall beträchtlichen kontinuierlichen Mehraufwand zur bisherigen Kommunikation. Auch hier gilt: Kontinuität und Regelmäßigkeit gehen vor Frequenz, aber zu selten Postings schaffen es meist nicht, die Sichtbarkeitsschwelle zu überwinden.

Hier ist externe Zuarbeit ebenfalls nicht nur in der Konzeptions- und Realisierungsphase, sondern auch im täglichen Betrieb gut möglich. Ein freier Redakteur kann hervorragend zuarbeiten, wenn er einmal eingearbeitet ist. Auch Agenturen bieten oft gute Pakete an, sollten allerdings dann auch sehr eng mit dem Blogbetreiber zusammenarbeiten.

Sabine Gysi hat hier ein Rechenbeispiel erstellt, das zweifelsohne interessant ist, aber für den individuellen Fall kaum aussagekräftig. Erst wenn das eigene Konzept und die eigene Strategie stehen, kann der genau Aufwand für das Unternehmensblog kalkuliert werden. Das sollte lieber etwas großzügig als zu knapp ausfallen: Nach meiner Erfahrung wird der Aufwand oft unterschätzt.

Presse-Strategie

Pressearbeit und Media Relations gibt es schon viel länger als das Social Web. Sie sind nicht etwa ein Synonym für PR, sondern ein spezieller Teilbereich der Publi Relations. Pressearbeit verliert auch im digitalen Wandel nicht an Bedeutung, aber die Bedingungen haben sich vielfach geändert – die Anforderungen an Qualität und Nachhaltigkeit allerdings nicht. Pressearbeit ist, ebenso wie die junge Disziplin der Blogger Relations, kein Direktmarketing und keine verkaufsfördernde Maßnahme, deswegen sollte man von ihre keine kurzfristige Steigerung der Umsatzzahlen erwarten. Im Kommunikationsmix ist sie vor allem langfristig wirkungsvoll. Das bedeutet: Erst die Dauer bringt den Gewinn. Eine einmalige, strategisch nicht eingebettete Presseaktion ist unverhältnismäßig teuer und meist vergleichsweise wirkungslos. Je länger und kontinuierlicher, desto günstiger und erfolgreicher wird sie.

Ziele (Beispiele):

Viele Ziele, die oben bereits genannt sind, gelten für die Gesamtkommunikation – und damit auch für die Pressearbeit. Dazu gehören Bekanntheit ebenso wie Meinungsführerschaft oder – wenn wir über Online-PR sprechen- Suchmaschinenrelevanz. Hinzu kommen beispielsweise:

  • Glaubwürdigkeit erzielen
  • Zusätzliche Kanäle „bespielen“
  • In wichtigen Branchen- und oder Publikumsmedien mitreden und damit als Meinungsbildner wahrgenommen werden
  • Einflussreiche Multiplikatoren gewinnen

Projektergebnis: Konzeption und Strategie für die Pressearbeit umfassen einen soliden Rahmen für die gesamte Interaktionen mit den Medien. Ein Themen- und Redaktionsplan gehört ebenso dazu wie eine Übersicht aller relevanten Medien, ein aktueller qualifizierter Verteiler und eine detaillierte Ablaufplanung inklusive den Zuständigkeiten im Unternehmen und bei der betreuenden Agentur. Idealerweise wird mit der Pressestrategie auch zugleich eine Strategie für Krisen-PR erstellt, die man im Fall der Fälle sofort aus der Schublade ziehen kann.

Jetzt beginnt die eigentliche Arbeit:

  • Regelmäßige Veröffentlichungen generieren, die für die Medien wirklich interessant sind
  • Themen- und Redaktionsplan fortschreiben
  • Themen finden und entwickeln
  • Texte schreiben
  • Inhalte zusätzlich auf die eigenen Seiten nehmen und in soziale Netzwerke einspielen
  • Pressekontakte pflegen
  • Verteiler regelmäßig aktualisieren
  • Clipping und Verwertung der Clippings
  • Evaluation und Erfolgskontrolle
  • ggf. Korrekturen an bzw. Weiterentwicklung der Strategie

Aufwand/Ressourcen:

Pressearbeit gehört mit zu den fachlich anspruchsvollsten Bereichen. Denn Pressetexte folgen völlig anderen Gesetzmäßigkeiten als Werbetexte oder Marketingbotschaften. (Was nicht heißt, dass jene weniger anspruchsvoll wären. Es ist nur jeweils ein eigene Genre.) Wer journalistisch schreiben will, braucht eine journalistische Ausbildung. Ist diese Expertise nicht im Haus, muss sie zugekauft werden.

Pressearbeit ist zu Beginn am teuersten: Verteiler zu erstellen bzw. für das eigene Unternehmen einzukaufen, ist aufwändig, lohnt sich also nicht für eine Einzelaktion. Für die Online-PR gibt es interessante Angebote wie PR-Gateway, aber für „richtige“ Pressearbeit reicht das allein nicht aus. Das heißt: Erst dann, wenn die Ressourcen für beträchtlichen regelmäßigen Aufwand vorhanden sind, lohnt sich die Erstinvestition.

Auch hier gibt es keine allgemeinen Aussagen zum benötigten Budget, man denke nur an die eigene Pressestelle von Großunternehmen, um sich auszurechnen, wie teuer so etwas sein kann. Doch selbst ein nicht allzugroßer Verteiler kostet schnell vierstellig, und auch ein Pressetext in angemessener Qualität hat seinen Preis. Glücklich ist, wer in der eigenen PR-Abteilung bereits einen Mitarbeiter mit journalistischen Kenntnissen und Erfahrung hat. Soll dieser die Pressearbeit ausbauen und regelmäßig betreiben, dann wird aber ein Gutteil seiner Arbeitskraft dafür gebunden sein. Auch hier schützt also eine gründliche, nicht zu knappe Kalkulation vor Enttäuschungen und Fehlinvestitionen.

Diesen drei Beispielen könnten viele weitere folgen. Klargeworden ist hoffentlich: Bis auf wenige Ausnahmen bedeutet professionelle Unternehmenskommunikation immer dauerhafte, konsequente Arbeit und Weiterentwicklung. Wer das von vornherein einplant, sorgt für nachhaltigen Erfolg der Unternehmenskommunikation und damit des eigenen Unternehmens.

Was meinen Sie dazu? Welche Erfahrungen haben Sie zu diesem Thema in Ihrem Unternehmen gemacht? In den Kommentaren ist Platz für Ihre Meinung!


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

kontakt(at)kerstin-hoffmann.de | Kontaktformular »


 

*aus: Wie viel Zeit kostet ein Blog? Sabine Gysi in BlogWERK

** aus: Erfolg in Beratungsprozessen: Der Weg ist das Ziel – und Modelle helfen. Dirk Liebich im Magazin der Digital Tempus

  4 comments for “PR: Erst das Ergebnis, dann die eigentliche Arbeit!

  1. Mara Merz
    17. April 2013 at 11:54

    Viele Dank für diesen Beitrag!! Genau das wollte ich meinem Chef mitteilen, als er auf die Idee kam, mich zur Social-media- managerin ausbilden zu lassen: Dass es damit ja nicht getan ist. Aber auch er sagt, wie augenscheinlich viele Chefs: jaJa, um die Inhalte kümmern wir uns dann.
    ich bin mal gespannt, vor allem, da die anderen Mitarbeiter nicht völlig zu Unrecht sagen, dass sie die Inhalte auch nicht immer liefern können, da sie dafür nicht bezahlt werden. Kind of a vicious circle…
    Habe mir den Beitrag jedenfalls als gespeichert.

  2. 17. April 2013 at 12:12

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass scheinbar „einfache“ Fragen nach dem: „Und wie wollen Sie den Bedarf decken, den Sie mit Ihrer erfolgreichen Kampagne geweckt haben?“ Ich erhalte da oft erst einmal ratlose Blicke, aber das AHA-Erlebnis ist dann doch groß, wenn man gemeinsam über die Notwendigkeit einer solch einfachen Frage nachdenkt.

    Allerdings merke ich in den Gesprächen auch oft Unsicherheiten im Selbstverständnis der Organisationen. Ich berate vorwiegend NPOs. Und gerade bei kleineren Organisationen verschieben sich die Prioritäten und Ziele – oft auch unmerklich. Häufig liegt es daran, dass die Geschicke des Vereins einmal von dem Vorstand, dann von dem Vorstand und dann von dem Vorstand geleitet wurden. Und weil alle froh waren, dass jemand diese Aufgabe übernimmt, hat man allen Kursänderungen oft auch stillschweigend zugestimmt. Hier ist ein Blick von außen meiner Ansicht nach immer sehr wertvoll. Und das kritische Hinterfragen hilft dann bei der Erarbeitung einer Kommunikationsstrategie besonders.

  3. 21. April 2013 at 03:42

    Nach dem Buch geht hier die Wissenssammlung weiter. Ein toller und ausführlicher Beitag. Die vorgestellten Strategien sind gut und man sollte sich immer passende Spezialisten dafür nehmen, das habe ich als Alleinunternehmer gelernt. Gerade für Kleinunternehmen sind aufwändige PR Mitteilungen, Corporated Blog führen und Reputation aufbauen, nur im kleinen Maßstab machbar. Eine All-in-one Lösung scheint es dafür leider nicht zu geben.
    Nette Grüße

  4. 8. Mai 2013 at 17:08

    Sehr lesenswerter Beitrag. Ein häufig gehörter Satz unserer Kunden lautet: „Da müssen wir mal was machen“. Sei es einen neuen Blog, eine neue Homepage oder neue Social Media Kanäle zu entwerfen. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass mit der Konzeption und der Programmierung das Projekt „Erstellung Blog“ beendet ist. Es handelt sich nur um einen Meilenstein. Jeder Unternehmer will am Ende Tages seine übergeordneten Unternehmensziele verfolgen.
    1. Umsatzsteigerung
    2. Kostensenkung
    3. und Imagegewinn
    In den Kommunikationsstrategien sollte immer Prozesse gedacht und gearbeitet werden. Und man tut gut daran sich immer entsprechende Experten für die einzelnen Prozessschritte hinzuzunehmen.
    Gerade bei kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt es oft an dem Knowhow z.B. der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und vor allem an dem Reichweitenaufbau. Hier helfen Spezialisten schnell weiter, die ihr Handwerk verstehen.

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