Mein progressiver Alltag in Digitalien und Realien

Oder: Was macht eigentlich eine Kommunikationsberaterin?

Dr. Kerstin Hoffmann, Kommunikationsberaterin

„Sagen Sie mal, was machen Sie eigentlich beruflich?“ – Wenn mich das jemand fragt, hole ich erstmal ganz tief Luft. Währenddessen denke ich nochmal nach. Und komme dann zu dem Ergebnis, dass es wenig Sinn hat, mein Gegenüber mit allen meinen Tätigkeiten zuzuschwallen, bis es einen leeren Blick bekommt und die Augäpfel langsam nach hinten rollen. Eine Zeitlang habe ich mit einem freundlichen Lächeln geantwortet: „Ich mache Sie reich und berühmt.“ Das kam immer super an. Bis mal einer gekontert hat: „Okay, das bin ich beides schon. Was können Sie denn noch?“

Deswegen sage ich jetzt meistens einfach „Kommunikationsberaterin“. Erstens umfasst das am ehesten mein gesamtes Angebot von der Strategieberatung über die operative PR über das Vorträge-Halten bis zum Schreiben. Zweitens ist es kurz. Drittens bietet es eine gute Grundlage für ein fruchtbares Gespräch, in dem ich dann von den Aspekten meines Berufes berichte, die den jeweiligen Gesprächspartner interessieren. Um dann mich dann meinerseits schnell auch dafür zu interessieren, was der oder die andere macht.

Fragen-Stellen als früher Job-Einstieg

Denn Fragen stellen und Dinge herausfinden, das fand ich schon immer interessanter als nur selbst zu antworten. Vielleicht wollte ich deswegen auch schon mit vier Jahren „Reporterin“ werden. Jedenfalls zählt dieser von mir selbst geäußerte Berufswunsch zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen. Ich stellte mir vor, dass dann der ganze Tag daraus bestehe herumzulaufen und andere Leute nach allem zu fragen, was man wissen wollte: Was an dieser Baustelle entsteht. Warum dort so viele Leute zusammenstehen. Oder wie das Leben funktioniert. Und dass die anderen dann sozusagen verpflichtet seien zu antworten. Was ich dann auch schon sehr früh praktiziert habe. Nicht immer mit zufriedenstellenden Ergebnissen. Oft waren die Befragten, etwa – wie ich mich heute noch erinnere – Bauarbeiter an der Binnenalster in Hamburg, nicht in dem Maße in der Lage, mich Vierjährige in meiner investigativen Professionalität wahrzunehmen.

Ich bin dann tatsächlich knapp 20 Jahre später erstmal Journalistin geworden. Dabei stellte ich fest, dass ich mit meiner frühkindlichen Vorstellung vom Fragen-Dürfen und Antworten-Müssen schließlich doch gar nicht so weitab von der Realität gelegen hatte. Fragen stelle ich heute in meiner Arbeit als Kommunikationsberaterin immer noch sehr viele; allerdings erst, wenn die Befragten mich dazu autorisieren. Damit ich Antworten auf die Fragen meiner Kunden finde, brauche ich nämlich erst einmal eine Menge Informationen und ein gutes Gefühl für das, was meinen Auftraggeber ausmacht.

Warum ich dies hier schreibe?

Aber noch einmal zurück zu den eingangs erwähnten Empfänger-Bedürfnissen. Da ich so oft gefragt werde, hatte ich schon lange darüber nachgedacht, einen Blogbeitrag mit genau dem obigen Titel zu schreiben. Fand es aber immer irgendwie ein wenig selbstreferentiell. Bis kürzlich meine Kollegin Wibke Ladwig mit der Blogparade über neue Berufsbilder um die Ecke kam.

Ich meine, was will man machen, angesichts einer solchen Vorlage? Wenn die Idee schon da ist und der Artikel praktisch schon halb geschrieben … – Eine gute Gelegenheit, das auch selbst noch einmal zu reflektieren. Denn wer aufschreibt, was er anbietet, muss erst einmal selbst Klarheit gewinnen. Das predige ich meinen Kunden immer. Klärung, innere und äußere Klarheit und sind für mich mit die wichtigsten Begriffe in meiner Arbeit. Und dann passt es ja auch gerade ganz gut als Ergänzung zum vorigen Beitrag, in dem ich meine neue CI vorgestellt habe.

Was bringt es dem Empfänger?

Ich habe es oben bereits zweimal angesprochen, und ich will es hier wiederholen: Für den Zuhörer oder Leser ist es ja in Wirklichkeit gar nicht interessant, was ich mache. Sondern was es ihm bringt. Oder was es mit ihm zu tun hat. Oder, wenn nichts davon zutrifft, was ihn daran interessiert. Manchmal helfen aber auch konkrete Tätigkeitsbeschreibungen, damit der Andere das Gesagte oder Geschriebene schnell einordnen kann.Denn Verstehen braucht immer Referenzpunkte: Bekanntes, das dabei hilft, das Neue einzuordnen.

Tatsächlich kann ich als Erstes ganz schnell und sogar relativ kurz sagen, was das oberste Ziel meiner gesamten Arbeit, meines Sprechens, Bloggens, Publizierens ist:

Unternehmenskommunikation, die meine Kunden (Leser, Zuhörer…) darin unterstützt, ihre eigenen Ziele zu erreichen. „Reich und berühmt“ wären dann doch zwei sehr allgemeine Ober-Ziele. 😉 Tatsächlich geht es immer um ganz konkrete unternehmerische Absichten, kurz-, mittel- und langfristig. Zu jedem unternehmerischen Ziel gibt es ein Kommunikationsziel. Zielgruppen oder „Ziel-Personas“, wie man heute oft sagt, mit ihren spezifischen Bedürfnissen. Und erst dann geht es um die Plattformen, Medien und Maßnahmen. Daher teilt sich das Gesamtangebot in die folgenden Punkte:

Konzept, Strategie, Beratung: Entsprechend unterstütze ich meine Kunden darin, die Kommunikationsstrategien und Konzepte zu entwickeln, die ihr Unternehmen weiterbringen. Ich berate intensiv, gebe Workshops, schule Teams und unterstütze Marketing-Abteilungen sowie Agenturen als externe Beraterin. Doch Planung und Strategie allein sind es ja nicht. Das Erarbeitete muss auch wirkungsvoll umgesetzt werden:

Public Relations, PR im Social Web/Online-Marketing: Das ist die operative Begleitung in der Unternehmenskommunikation mit Schwerpunkt PR. Oft werde ich, weil ich sehr aktiv in sozialen Netzwerken bin, oft als Social-Media-Spezialistin wahrgenommen. Tatsächlich mache ich seit über 20 Jahren Kommunikation mit den Medien und Mitteln, die zur Verfügung stehen. Dazu gehört eben heute das Social Web. Ich bin selbst täglich neu fasziniert, welche Möglichkeiten es bietet, und ich beziehe, wo immer das sinnvoll ist, mit ein. So bewegt sich mein beruflicher Alltag zwischen realen Begegnungen, klassischen Medien und den virtuellen Aktivitäten in „Digitalien“.

Pressearbeit, Texte für Marketing, PR und Vertriebsunterstützung, gestalterische und technische Realisierung: Das sind die Einzelleistungen, die zur Umsetzung einfach dazugehören. Natürlich leiste ich das nicht alles ganz allein, sondern ich habe mittlerweile ein kleines, feines, sehr versiertes Team für die verschiedenen Bereiche.

Da es mein Beruf mit sich bringt, dass ich das Sprechen und das Schreiben ständig übe (und da ich auch entsprechende Ausbildungen absolviert habe), haben sich wie von selbst sowohl meine Speaker- und meine Autorentätigkeit entwickelt. Das heißt:

  • Ich halte zu meinen Themen Vorträge.
  • Ich schreibe Bücher.
  • Naja, und dieses Online-Magazin, „PR-Doktor„, in dem ich Fachwissen, Tipps und aktuelle Informationen veröffentliche, kennen Sie ja vielleicht schon.

Damit ist eigentlich alles gesagt. Wenn Sie doch noch mehr wissen wollen, finden Sie mein gesamtes berufliches Angebot hier auf meiner Website. Ich gebe derweil den Stab weiter und freue mich auf die weiteren Beiträge in dieser spannenden Blogparade, die noch bis zum 31. März läuft!


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

kontakt(at)kerstin-hoffmann.de | Kontaktformular »


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  6 comments for “Mein progressiver Alltag in Digitalien und Realien

  1. 13. Februar 2013 at 08:50

    Wenn ich kurz und knapp sagen möchte, was ich mache, nenne ich nur noch zwei Berufe: Autorin und Journalistin. Aber auch das führt noch zu Verwirrungen. Denn bei „Journalistin“ kommt immer die Frage: „Ah, Sie schreiben für die WAZ – oder für andere Tageszeitungen?“ Äh, nein, das habe ich im Studium gemacht … Und schon erkläre ich doch wieder … Aber auch das gehört wahrscheinlich zu Kommunikationsberufen.

  2. 13. Februar 2013 at 10:42

    Super! Tolles foto auch Kerstin
    Gratuliere!
    G

  3. 13. Februar 2013 at 10:48

    Danke! 🙂

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