Corporate Blog: Das perfekte Timing

Zeiträume, Zeitpunkte, zeitliche Ressourcen – und die richtigen Fragen dazu

Das perfekte Timing für Ihre Blogbeiträge

PR-Doktor-Serie zur Theorie und Praxis von Unternehmens-Blogs, Teil 13

Wissen Sie, welche Frage mir nach Vorträgen zum Thema Blogs, Social Media oder zum Prinzip kostenlos am häufigsten gestellt wird? “Wie oft sollte man denn bloggen?” Oder auch: “Wieviel Zeit muss man in Social Media und Blogs investieren?” Und wissen Sie auch, was ich dann meistens antworte? “Das ist so eine Frage wie ‘Welches Auto soll ich mir kaufen?’” Mit anderen Worten: Es gibt keine allgemeinen Aussagen dazu. Jedes Unternehmen muss das im Rahmen der Kommunikationsstrategie und des eigenen Corporate Blogs selbst herausfinden. Wie stellen Sie das an?

Wie oft? – Die ideale Frequenz

Bei der Frage nach der Frequenz spielt eine ganze Reihe von Faktoren eine Rolle. Der erste und wichtigste: die Ressourcen. Ein Corporate Blog kann auf Dauer nur nachhaltig erfolreich sein, wenn es kontinuierlich bestückt und aktualisiert wird. Regelmäßigkeit und Verlässlichkeit sind wichtiger als eine hohe Frequenz. Zu viel kann genauso kontraproduktiv sein wie zu wenig. Deswegen sollten Sie das im Team gründlich planen. Folgende Fragen helfen dabei:

  • Wieviel Zeit steht insgesamt für das Blog zur Verfügung?
  • Wie sieht der Redaktionsplan aus?
  • Was brauchen und erwarten die Leser?
  • Wieviel Material haben wir?
  • Was halten wir auf Dauer durch?
  • Gibt es Zeiten/saisonale Gegebenheiten, die zu erhöhter Frequez führen sollten/könnten?
  • Was könnte der geplanten Frequenz im Weg stehen oder dazu führen, dass wir es nicht durchhalten – und wie fangen wir das auf?

Wann? – Der richtige Zeitpunkt

Auch hier sind sowohl interne als auch externe Faktoren entscheidend. Je besser Sie Ihre Zielgruppen kennen, desto besser wissen Sie, was eine gute Zeit ist. Publikumsthemen werden womöglich am Wochenende viel mehr gelesen. Reine Business-Leser dagegen, die Ihr Corporate Blog im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit als Informationsquelle nutzen, sind wahrscheinlich hauptsächlich zu Bürozeiten online. Entsprechend finden sie auch nur dann die Hinweise auf neue Beiträge, etwa in Social Networks. Folgende Fragen sollten Sie sich daher stellen:

  • Wann sind die meisten Leser online?
  • Wann ist eine Weiterempfehlung/Verbreitung unserer Beiträge am wahrscheinlichsten?
  • Wann werden bestimmte Informationen aktuell gebraucht?
  • Welche Anlässe müssen wir zeitnah begleiten – etwa Veranstaltungen?
  • Welchen aktuellen Entwicklungen müssen wir unmittelbar Rechnung tragen?
  • Welche Kommunikationsmaßnahmen gibt es rundherum – und wie binden wir die Beiträge da ein?

Auch über eigene Reaktionszeiten sollten Sie nachdenken. Beispielsweise ist es sehr ungünstig, etwas zu publizieren, wenn niemand zeitnah reagieren, Kommentare freischalten und Kommentare beantworten kann. Da nützen auch keine automatisieren Workflows. Reaktionsgeschwindigkeit und Erreichbarkeit sind ein weiteres Thema, das wir uns in einem der folgenden Beiträge noch näher befassen werden.

Dennoch wird eine solche Planung, wie Sie sie jetzt entwickeln, nie endgültig sein, sondern sich entwickeln. Mit den Erfahrungen, die Sie mit Ihrem Corporate Blog sammeln. Mit dem Feedback, das Sie bekommen (und aktiv einholen sollten!). Mit der Entwicklung Ihres Unternehmens.

Was sind Ihre Erfahrungen? Welche Überlegungen möchten Sie ergänzen? Haben Sie Fragen? Bitte schreiben Sie einen Kommentar!

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Über diese Serie:

Blogs waren gestern? Corporate Blogs sind gerade erst so richtig im Kommen! Sie heißen nur nicht immer so. Oft treten sie als Online-Magazine auf, als News oder als zentrale Veröffentlichungs-Plattform eines Unternehmens … Doch der Begriff Corporate Blog setzt sich auch in der professionellen Kommunikation immer mehr als etwas durch, das für viele Firmen unverzichtbar ist: nicht zuletzt deswegen, weil hochwertige Inhalte die beste Möglichkeit sind, in Suchmaschinen nach vorne zu kommen sowie Kunden und Fans an sich zu binden. Beides ist eng mit der Vernetzung im Social Web verknüpft. Gerade deswegen ist der Informationsbedarf auch bei professionellen Kommunikationsleuten hoch; erst recht aber im Mittelstand und bei kleineren Firmen, die keine eigene Kommunikationsabteilung haben – und auch keine spezialisierten Mitarbeiter für diesen Bereich. In dieser Serie beleuchte ich das Thema von vielen verschiedenen Seiten, liefere Hintergrund und gebe praktische Tipps für die Umsetzung.

Bereits erschienen:

1. Corporate Blog: Gut geplant, erfolgreich realisiert
2. Corporate Blog: Was ist das überhaupt?
3. Corporate Blog: Beispiele, Beispiele, Beispiele …
4. “Chef, wir brauchen ein Corporate Blog!”
5. Corporate Blog: Was kann es und was bringt es?
6. Corporate Blog: Zu Risiken und Nebenwirkungen
7. Corporate Blog: Die geheime Feuerwehrflotte
8. Corporate Blog: Wer schreibt? Wer zeigt sich?
9. Corporate Blog: Die richtige Content-Strategie
10. Corporate Blog: 9 Tipps für immer neue Themen
11. Corporate Blog: Was macht gute Texte aus?
12. Corporate Blog: Texten für Online-Profis


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Dr. Kerstin Hoffmann

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  4 comments for “Corporate Blog: Das perfekte Timing

  1. 13. Dezember 2012 at 15:44

    Amüsant, das Autobeispiel benutze ich auch immer – wobei öfter bei der Frage “Was kostet ein Blog?”

    Ich fanbd interssant, das Chris Brogan (heute oder gestern) meinte, dass selteneres Twittern (4 am Tag) und bloggen (1 pro Woche) zu höherer Attention führt.

    Beim Bloggen könnte ich mir das dahingehend vorstellen, dass man, wenn man EINEM Blogbeitrag so viel Aufmerksamkeit zuwendet wie sonst FÜNF (oder drei ;) ), dass dann etwas herauskommt, das mehr Aufmerksamkeit VERDIENT.

  2. Redenschreiber
    9. Juli 2013 at 11:22

    Wann Bloggen? William Shakespeare schlägt vor: „Besser fünf Stunden zu früh als eine Sekunde zu spät.“

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