Wie finden Sie die richtigen (PR-) Berater? Sieben Kommunikationsprofis antworten

Wie finden Unternehmen die richtige Kommunikationsagentur oder den passenden Berater? Ich habe versprochen, etwas dazu zu schreiben; Anlass war ein Kommentar in diesem Blog. Das Thema ist stets aktuell, denn für viele Unternehmer ist das ganz schön schwierig: Sie brauchen PR, eine Werbekampagne, ein Social-Media-Konzept. Sie haben noch keine Agentur, die das abdeckt, oder sie wollen sich neu aufstellen. Sie recherchieren und finden zahlreiche Anbieter. Doch wonach wählen sie aus?

Viele Kunden, die zu mir kommen, und Leser, die mir schreiben, haben bereits reichlich Geld in Werbung oder PR investiert und sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Sie haben viel ausgegeben für Websites, die kein Mensch findet, die wenig aussagekräftig oder schlecht bedienbar sind. Sie haben Texte bezahlt, die allenfalls als mittelmäßig durchgehen. Sie haben Kampagnen gestartet, die wenig oder nichts mit ihren Unternehmenszielen zu tun haben. Nun kenne ich deutlich mehr gute und qualifizierte Anbieter als schlechte. Man muss sie eben nur finden.

Erstes Indiz ist immer die Website der Agentur oder des Beraters selbst. Der erste Anschein trügt selten: Wenn das schon nicht gefällt oder nicht überzeugt, werden Sie sich kaum weiter dafür interessieren, und das ist auch besser so. Aber wenn Sie Kontakt haben, ein Angebot vorliegt, bereits erste Ideen besprochen sind: Wer sagt Ihnen, dass Ihr Etat bei der betreffenden Agentur gut aufgehoben ist? Wie vergleichen Sie, wenn mehrere geeignet erscheinen?

Ich rate immer dazu, sich zunächst umfassend über das zu informieren, was der oder die Betreffende tut und wie er/sie arbeitet. Ein Gutteil der Entscheidung für eine Agentur oder einen Berater ist Bauchgefühl – aber eben auch auf der Basis dessen, was Sie gesehen, gelesen und gehört haben. Das Gefühl, dass der oder diejenige der/die Richtige ist, stellt sich dann oft schon ganz spontan ein. Websites, Blogs und Publikationen bieten dazu reichlich Möglichkeiten. Wenn Ihr Unternehmen selbst im Web präsent sein soll, dann wählen Sie sinnvollerweise als Berater auch jemanden, der das für sich selbst ebenfalls kann. Haben Sie andere Medien im Blick, dann schauen Sie am besten, wie die avisierte Agentur diese Medien für sich selbst umsetzt.

Wie sehen andere Fachleute das? Was raten Agenturchefs und Kommunikationsberater? Dazu habe ich das gesammelte Fachwissen meines Netzwerkes aktiviert. Drei Fragen habe ich einigen meiner geschätztesten Kolleginnen und Kollegen – bekannte deutsche Social-Media-Experten, Agenturchefs, Berater – gestellt. Hier ihre Antworten:*

Heike Bedrich, Talisman Kommunikation und Imagebildung:

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

In der heutigen Zeit zählen vor allem strategisches Denken und Handeln, Flexibilität, Kostenbewusstsein und Kreativität, auch im Umgang mit neuen Kanälen wie Mobile, dem Social Web und alternativen Werbeformen.

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Oft funktioniert PR nur noch in der Kombination mit Marketingmaßnahmen. Ein PR-Berater sollte daher nicht nur das journalistische Handwerkszeug vorweisen können, sondern vor allem auch im Marketing top-fit sein. Besonders das Internet wirkt hervorragend in Kombination mit PR-Maßnahmen, um die Verbindung beider Disziplinen aber optimal ausnützen zu können, bedarf es einem tiefen Verständnis wie das Web funktioniert und welche Maßnahmen gemeinsam am besten funktionieren. Zukünftige PRler sollten sich nicht scheuen, selbst mit der Zielgruppe in einen Dialog zu treten, d.h. aber auch, PR-Berater müssen Rede & Antwort stehen können.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

  • Hat die Agentur Erfahrung in der Branche
  • Ist die Agentur in der Szene vernetzt
  • Kann sich die Agentur flexibel auf mich und meine Themen einstellen
  • Weist die Agentur ein breites Know-how in den Medienkanälen auf, die für das Unternehmen wichtig sind
  • Passt die Größe der Agentur zur Größe meines Unternehmens
  • Sind Angebote transparent gestaltet
  • Wurden die Vorgaben des ersten Briefing gut in einem PR-Konzept umgesetzt, passt das Konzept zum Unternehmen

Mirko Lange, talkabout communications gmbh:

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Der Markt für „PR-Agenturen“ ist unglaublich heterogen geworden. Deswegen ist die Definition einer „guten“ PR-Agentur kaum möglich. Wir haben heute spezialisierte PR-Agenturen, die beispielsweise in einer bestimmten Branche hervorragende Medienarbeit leisten. Andere können komplexe Kampagnen entwickeln und steuern, die auch Events, Anzeigen und Online umfassen. Und dann gibt es Agenturen, die sehr gut „verlängerte Werkbank“ sind, also sehr präzise Programme nach festen Vorgaben abwickeln können. Wieder andere sind strategisch sehr kreativ, dafür aber in der Umsetzung schwächer. Also „die richtige“ Agentur zu finden, fängt heute damit an, für sich zu definieren, was man genau will. Aber allen gemeinsam ist den guten Agenturen eins: Sie liefern, was sie versprechen.

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Wenn die Betonung auf „Berater“ (also nicht nur ein Umsetzer) liegt, dann eindeutig an seiner Kreativität und seinem „strategischen Verständnis“. Mit strategischem Verständnis meine ich, dass er in der Lage ist, betriebswirtschaftliche Ziele des Unternehmens zu erkennen und Kommunikation als Treiber für Geschäftsprozesse einzusetzen. Damit verbunden braucht er ein breites Spektrum an Maßnahmen, damit er sie virtuos zu einem Gesamtkonzept verbinden kann. Frei nach dem Motto: Wer nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem als Nagel.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Werden Sie sich so präzise wie möglich klar darüber, was sie wollen, und fragen Sie die Agentur bzw. den Berater, was sie/er ihnen als Ergebnis versprechen kann. Und dann fragen Sie genau nach, auf welchem Weg und mit welchen Mitteln er/sie diese Ziele erreichen will. Schließlich vergleichen Sie die Versprechen und entscheiden für sich, welche der Versprechen am realistischsten sind: Wer zu viel verspricht, ist möglicherweise ein Blender. Wer zu wenig verspricht möglicherweise nicht kompetent. Wenn allerdings der Vielversprecher auch eine kreative/neue Strategie vorstellt, kann das auch interessant sein. Übrigens: Es gibt keine Ausrede dafür, sich klar darüber zu sein, was Sie wollen. Sei es auch nur, dass Sie sich Klarheit über den nächsten Schritt verschaffen. Und das ist im Zweifel die Entwicklung einer Strategie. Dann können Sie auch zunächst einen PR-Berater suchen, der Ihnen dabei hilft.

Nicole Marcellini, Marcellini Media GmbH

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Erfahrung in der jeweils zu bewerbenden Branche. (Wer drei Referenzen in der Telco-Branche hat, hat zum Beispiel noch lange kein gutes Netzwerk/Schreibe für die Energiewirtschaft.)

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Siehe oben. Plus: Er ist kein Affe. Kann sprechen UND zuhören.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Die Agentur, bzw. der Berater muss zum Unternehmen passen. Fachlich wie menschlich. Er muss auf Augenhöhe sein (nicht: sich darauf begeben), eine ähnliche Firmenphilosophie vertreten und wissen, dass der Unternehmer auch ein paar Dinge weiß, die die Agentur/der Berater nicht weiß. Und umgekehrt. Er muss Lust haben auf das Thema und sich idealerweise an ähnlicher Stelle schon einmal erprobt haben. (Referenzen erfragen!)

David Nelles, Virtual Identity AG

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Die Fähigkeit die Zielgruppen derjeweiligen Kunden über alle Medienkanäle hinweg zu erreichen, mit den Ziel nachhaltige Beziehungen zwischen Marken bzw. Unternehmen und deren Zielgruppen zu schaffen.

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Ein guter Kommunikationsberater verinnerlicht die Prozesse und Organisation seiner Kunden schnell und kann von dieser Position aus Konzepte umsetzen, welche auch zum jeweiligen Kunden passen. Schließlich muß ein Berater Nein sagen können und nicht nur bloß umsetzen.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Schwierige Frage – ich denke Unternehmen sollten sich daran orientieren wieviel Projekterfahrung eine Agentur oder Berater hat. Darüber hinauskann es aber auch wichtig sein ob die betreffende Agentur schon Projekte in der Peer Group des jeweiligen Unternehmen umgesetzt hat und damit Themenexpertise mitbringt.

Annette Schwindt, schwindt-pr:

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Eine gute PR-Agentur behandelt jeden Kunden individuell statt nur Schubladenlösungen anzubieten. Sie bezieht die individuellen Gegebenheiten in das Konzept für den Kunden ein.

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Man erkennt ihn oder sie daran, dass er/sie dem Kunden verständlich erklären kann, worum es geht, und warum welche Maßnahme für ihn sinnvoll sein kann, ohne dem Kunden eine Entscheidung aufzuzwingen. Er/sie beansprucht nicht, alle Leistungen selbst erbringen zu können, sondern verfügt über ein Netzewerk von Fachleuten, auf das er/sie im Interesse des Kunden zurückgreifen kann.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Nach dessen Kernkompetenzen, bisherigen Arbeiten/Referenzen, auf Empfehlung, und auch danach, ob man menschlich mit ihm/ihr kann. Für eine erfolgreiche Beratung sollte ein positiv geprägtes Vertrauensverhältnis bestehen.

Sebastian Voss, synergie-effekt.net

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Habe ich mit Frage 2 und 3 eigentlich schon beantwortet! 🙂

Woran erkennt man einen fähigen Kommunikationsberater?

Ein guter Kommunikationsberater hört dem Kunden eher zu, als das er (von sich) selbst spricht. Er fragt und erkundigt sich nach den Zielen des Unternehmens, als das er schon zu Beginn versucht bestimmte Maßnahmen vorzuschlagen. Er denkt sich in das Unternehmen und seine Prozesse hinein und verbringt bestenfalls einen Tag beim potenziellen Kunden, um die Unternehmenskultur zu verinnerlichen. Ein gute Kommunikationsberater sollte darüber hinaus ein ruhiges und souveränes Erscheinungsbild haben. Daraus lässt sich ableiten, dass er auch im Falle einer Krise eine ruhige Hand behält. Alle Teilaspekte zusammengenommen ergeben für mich einen fähigen und vertrauenswürdigen Kommunikationsberater.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Zunächst einmal sollte sich das Unternehmen erkundigen, welche Projekte die Agentur nicht nur angefangen, sondern auch erfolgreich zu Ende gebracht hat. Ist es in der entsprechenden Branche überhaupt schon einmal tätig geworden? Hat sich die Agentur oder der Berater auf bestimmte Maßnahmen spezialisiert? Old- oder Newmedia? Fundraising oder Investor Relations, B2B- oder B2C-Kommunikation? Wie setzen sich die betreuenden Teams zusammen? Sind es vorwiegend Praktikanten oder erfahrene Senior Berater? Passt die Agentur auch menschlich zu mir – stimmt die Chemie zwischen uns? Denn nicht nur nachweisbare Hardskills, sondern auch vor allem die Softskills machen eine gute Kunde-Agentur-Beziehung aus!

Markus Walter, Walter Visuelle PR GmbH

Was macht eine gute PR-Agentur aus?

Spontan würde ich antworten: Sie kann auch PR für Sie machen, ohne dass Sie bei einem Marktforscher eine teure Studie in Auftrag geben müssen, damit Sie einen thematischen Aufhänger finden! Voraussetzung dafür ist natürlich, dass die PR-Agentur ein Gespür für Themen hat und sowohl die Zeitschriften als auch den betreffenden Markt eines Unternehmens kennt. Idealer Weise kann die PR-Agentur eine oder mehrere Referenzen nennen (bei Kunden und auch Journalisten), die man anrufen und zur Zusammenarbeit und den Erfahrungen befragen kann. Die PR-Agentur sollte zur speziellen Fragestellung ein individuelles, zeitgemäßes Vorgehen aufzeigen können. Beispielsweise könnte klassische PR auch mit interessanten Social-Media-Ansätzen kombiniert werden. Weiterhin sehe ich auch als Merkmal einer guten PR-Agentur, dass sie auch keine Scheu hat, Ideen preiszugeben.

Nach welchen Kriterien sollte ein Unternehmen seine Agentur oder seinen Berater auswählen?

Ganz entscheidend ist das Bauchgefühl – der Ansprechpartner bei der PR-Agentur oder der Berater muss Ihnen sympathisch sein. Gleichrangig ist aber auch ein stimmiges Angebot – hört sich für Sie alles richtig und durchdacht an? Ich sehe es auch als wichtig an, dass die PR-Agentur oder der Berater im ersten Meeting kreativ und kompetent wirkt. Nur so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die PR-Agentur Ihnen die richtigen Themen und Maßnahmen zum richtigen Zeitpunkt vorschlägt. Ideal ist es, wenn man mit der PR-Agentur ein Strategiemeeting macht, nach dem auch noch einmal eine Ausstiegsmöglichkeit besteht – so werden Sie sicher feststellen, ob die PR-Agentur zu Ihnen passt und Sie zur PR-Agentur. Vorsicht ist dagegen geboten bei den typischen Argumenten wie „Wir haben tausend tolle Pressekontakte, da bringen wir Sie überall rein“ – das versprechen viele, und letztlich können sie es dann doch nicht halten.

Was meinen Sie dazu? Wir freuen uns über weitere Antworten auf die drei Fragen und über eine rege Diskussion! Bitte nutzen Sie dazu die Kommentar-Funktion.

*Namen in alphabetischer Reihenfolge sortiert.

Die Fotos haben mir die Befragten zur Verfügung gestellt. Die Rechte liegen jeweils bei der betreffenden Person.

  11 comments for “Wie finden Sie die richtigen (PR-) Berater? Sieben Kommunikationsprofis antworten

  1. 9. Juni 2010 at 12:46

    Allesamt sehr gute Antworten, die ich unterschreiben könnte. Zwei Punkte erscheinen mir jedoch nicht ausreichend berücksichtigt.

    Zum einen müssen in B2B-Branchen die allermeisten PR-Berater heute vertriebsorientiert für ihre Kunden arbeiten. Der Hinweis auf das allgemeine Image reicht als Begründung des eigenen Tuns nicht mehr aus. Allerdings haben die meisten Berater von Vertrieb keine Ahnung. Sie werden dann vor das gleiche Brett wie das Marketing laufen: Allgemeine Botschaften kommen nicht an, viel mehr muss man sich zunehmend mit mikrosegmentierten Botschaften auseinandersetzen – das was für den einzelnen ausschlaggebend ist und nicht dass, was sich PR/Marketing so denken.

    Zum anderen nimmt die Relevanz von Content B2B wie B2C zu. Berater müssen schnell auch größere Mengen an Content produzieren können, konsistent aber für verschiedene Medien (also auch Audio/Video) sowie suchmaschinenoptimiert arbeiten können. Da meines Erachtens PR der größte Contentproduzent ist/sein sollte, muss sie auch die Rolle übernehmen, andere Kanäle zu bedienen oder dies zumindest koordinieren können.

  2. 9. Juni 2010 at 16:10

    Der erste Schritt zur richtigen Agentur sollte sein, dass sich der Kunde überlegt, was er eigentlich benötigt. Sucht er einen handwerklichen Umsetzer, einen kreativen Querdenker oder einen strategischen Berater? Benötigt er eher Branchenerfahrung oder Know-how bezüglich der angedachten Medien? Sollen internationale Kampagnen durchgeführt werden oder stehen eher regionale Dialoggruppen im Fokus? Hierzu muss es keine endgültige Lösunge geben, aber oft sind diese Fragen beim Kunden noch nicht einmal ansatzweise bewegt worden. Und dann wird eine Agenturauswahl in der Regel in die Hose gehen.

    Der zweite Schritt ist, sich Agenturen zu suchen, die zur Größe des eigenen Unternehmens und der Aufgabe passen. Ein Mittelständler wird selten von einer der Großagenturen gut bedient werden und eine kleine Agentur wird sich meist bei einer internationalen Kampagne eines Konzerns verheben.

    Und dann kommt aus meiner Sicht als dritter Schritt all das, was meine Kollegen hier schon aufgeführt haben.

    Jens Voshage

  3. 10. Juni 2010 at 12:04

    Nachdem ich persönlich fast allen Statements der Kollegen eindeutig
    zustimmen kann, muss ich jedoch bemerken, dass es nicht „den einen“ Weg
    geben kann, um eine Geschäftsbeziehung zwischen Agentur und Kunde aufzubauen
    bzw. zu beginnen.
    Das Thema „Bauchgefühl“ spielt hier eine entscheidende Rolle. und genau
    dieses ist bei jedem Menschen unterschiedlich: Der eine Unternehmer sucht
    den offenen und ehrlichen Dialog, der andere ein Gegenüber, welches in
    Werbisch-Floskeln nur so aufblüht. Der dritte etwas …

    Zudem möchte ich bemerken, dass es die viel beschworene „Branchenkompetenz“
    auf Agenturseite gar nicht geben kann. Begründung: Egal wie lange
    man in einem Branchensegment unterwegs ist – mehr
    als ein Gespür oder einen Überblick über die Geschäftsprozesse kann dabei
    nicht entstehen. Als Agentur sitzen wir nämlich nicht tagtäglich am
    Vertriebstisch des Kunden und kommunizieren mit dessen Zielgruppe. Bei
    Geschäftsanbahnungen bzw. -abschlüssen sind wir selten bis gar nicht dabei,
    und sprechen folglich auch nicht mit den zuständigen Vertrieblern.

    Zuletzt liegt mir das Thema „Dialog“ auf dem Herzen. Hier einen herzlichen
    Dank an Frau Marcellini. Wir aus dem Agenturumfeld müssen weg von
    einseitigen, Lob erhaschenden und „selbstbeweihräucherten“ Monologen, die
    den Kunden von unseren eigenen Leistungen überzeugen sollen.
    Das Schlüsselwort des Erfolges lautet „DIALOG“. Zuhören, Zuhören und
    nochmals Zuhören.
    Der potentielle Kunde lädt uns als Agentur nicht ein, um sich eine
    1,5-stündige Präsentation mit Referenzliste, Case-Studys, Leistungsportfolio
    etc. anzuhören/anzusehen. Er sucht den DIALOG, denn ihm liegt etwas auf dem
    Herzen, er sucht einen Zuhörer, Ratgeber, Sparringspartner, Kommunikator,
    Ideengeber – jemanden mit Blick von außen.. Alles Weitere folgt automatisch,
    nachdem sein Bauchgefühl sagt: Dieser Dialog lohnt die Fortsetzung.

    Mal ehrlich: Gehen wir nicht genauso in unserem eigenen, privaten oder
    geschäftlichen Alltag vor!? Lassen wir uns gerne etwas aufschwatzen? Sitzen
    wir mit Menschen am Tisch, die sich in Monologen ergießen? Kaufen wir bei
    unsympathischen Verkäufern ein? …

  4. 10. Juni 2010 at 16:49

    Stichwort: Branchenkompetenz

    Der Kontakt zum Vertrieb allein macht keine Branchenkompetenz aus – eher im Gegenteil. Der Berater sollte sich nicht zu sehr vereinnahmen lassen, das verstellt den Blick für ein ungewöhnliches, überraschendes Kommunikationskonzept. Eher zur Branchenkompetenz zählt der regelmäßige Kontakt zu den Branchen-Fachmedien, die Kenntnis darüber, wie die Branche „tickt“, ein Grundwissen über die (z.B. technischen) Besonderheiten der Branche (bei mir wäre das Bau: also VOB, DIN usw.). Zudem sollten Experten der Branche oder die verbandvertreter nicht ganz unbekannt sein, denn der Kunde will doch nicht alles erklären müssen…

  5. 15. Juni 2010 at 09:05

    Wichtig ist neben all dem doch nicht nur, wie ich den richtigen PR-Partner finde, sondern auch, wie man eine gute Zusammenarbeit aufbaut und hält. Nicht immer passen Auftraggeber und Kunde zusammen und dann ist meiner Meinung nach der Schritt, getrennte Wege zu gehen, für beide besser. Wenn die Chemie stimmt, wie es ja schon einige Vorredner angesprochen haben, sollte auch eine offene Kommunikation mit dem Kunden möglich sein. Ich sage meinen Kunden lieber ehrlich, „so kommen wir nicht weiter“, als ihnen schöne Ziele vorzugaukeln, die in der Medienwelt einfach nicht für alle erreichbar sind, oder nicht so einfach wie es für große Namen, wie in der Touristik-Branche der TUI, ist.

  6. Stefanie Katrin Fehse
    3. Juli 2010 at 14:30

    Die Suche beginnt im eigenen Haus: Seinen Bedarf und auch Erwartungen an den Berater sollte der Kunde zunächst intern ermitteln. Einen qualifizierten PR-Berater zeichnet neben dem fachlichen Know-how auch ausreichend Berufserfahrung aus. Aussagekräftiger als die Anzahl der Projekte wäre für mich die tatsächliche Rolle und Projektverantwortung des Beraters hierbei. Neben Medienkontakten ist auch der Zugang zum Unternehmen und zur Branche wichtig. Ein Berater und Agenturmitarbeiter, der Prozesse und Abläufe aus eigener Unternehmenstätigkeit dort schon kennt, wird diesen eher finden und für die Beratung, Recherche und Aufbereitung von Themen nutzen können.

  7. 10. April 2013 at 14:56

    Hallo,

    ein sehr guter Artikel. Gerade in den Bereichen Sozial Media und dem gefunden werden im Internet (SEO) habe ich bereits selber viele Erfahrungen gesammelt.

    Ich finde es sehr wichtig, dass sich auch der Kunde schon vorab informiert und klare Ziele mitbringt. Über diese Zielvorgaben kann man dann gemeinsam ein Konzept erarbeiten, dass dann auch wirklich auf den Punkt trifft.

    Auch ein großer Etat ist kein Garant für den Erfolg. Man sollte alle sinnvollen und erfolgversprechenden Hebel über die PR Agentur in Bewegung setzen, aber nicht auf Biegen und Brechen versuchen den gesamten Etat zu verbrauchen.

    Dann hat man immer noch einige Möglichkeiten um auf unvorhergesehene Ereignisse wie Krisen, neue Marktentwicklungen und neue Werbekanäle einzuwirken..

    In Krisen ist eine schnelle Kommunikation mit kurzen Entscheidungswegen von Vorteil. Darauf sollte man achten.

    Ferner sind Aufmerksamkeit und Kreativität ganz wichtige Faktoren für jede PR Agentur, die ihren Job wirklich ernst nimmt.

    In diesem Sinne – vielen Dank und liebe Grüße

  8. Jürgen Kohl
    8. November 2014 at 18:00

    Ich würde sagen alle Antworten verfehlen das Thema! Der Titel lautet: „Wie finden Sie die richtigen (PR-) Berater? …“. Die Antworten beschäftigen sich aber mit der Auswahl von Agenturen wenn man mal eine Liste von Agenturen hat. Also zurück zur Frage: „Wie finden Sie die richtigen (PR-) Berater? …“ Ja wie finde ich denn nun diese Liste dass ich dann auswählen könnte? Kann mir das jemand sagen?

  9. 8. November 2014 at 18:29

    Im Netzwerk rumfragen. Googlen. Verzeichnisse nutzen. Die Websites und Blogs der einzelnen Anbieter anschauen und die auf die Liste setzen, die den besten Eindruck machen. Dann die obigen Vorschläge nutzen.

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