Dein Twitter gehört dir nicht!

Alles meins? Von wegen!

Ich will es gar nicht beschönigen, auch wenn es glimpflich ausgegangen ist. Einmal – ein einziges Mal! – habe ich einen Twitter-Account eines Kunden „abgeschossen“. Ein kurzer falscher Klick, der eine regelwidrige Aktion ausgelöst hat (ich war zu vielen auf einmal gefolgt). Jedenfalls hatte Twitter den Benutzer stillgelegt. Wir haben das geklärt. Wir haben den Account wiederbekommen, mit allen Followern und allen Tweets.

Aber ich habe viel daraus gelernt. Zum Beispiel vorsichtiger zu sein und mir die Regeln und Teilnahmebedingungen in allen sozialen Netzwerken wirklich gründlich durchzulesen. Vor allem ist mir dabei aber so richtig klar geworden: Deine Social-Media-Accounts gehören dir nicht.

Wir alle – oder jedenfalls viele von uns – publizieren fleißig im Netz. Für uns selbst oder als Teil der Kommunikationsstrategie unserer Kunden. Was wir dabei gerne vergessen: Wir veröffentlichen zu großen Teilen auf fremden Plattformen.

Nichts hält ewig

Niemand garantiert uns, dass dieser Content morgen noch dort stehen wird. Dass es das Social Network noch geben wird. Oder dass wir unsere XING- und Facebook-Kontakte auf ewig behalten werden. Und wenn wir – absichtlich oder aus Versehen – gegen irgendeine Regel verstoßen, können all dieser Content und das sorgfältig aufgebaute Netzwerk sofort weg sein. Für immer. Oder der Betreiber entschließt sich, die Teilnahmebestimmungen so zu ändern, dass wir damit nicht mehr einverstanden sind und uns freiwillig verabschieden. Auch dann sind unter Umständen viele Monate der Arbeit und der Investitionen vergeblich.

Es hat ja auch noch einen anderen Aspekt: Viele, die munter Fotos hochladen, anderen Applikationen Zugriff auf ihre Social Media gewähren oder sonstwo etwas posten, haben noch nie wirklich nachgelesen, welche umfassenden Rechte sich viele Betreiber auf das geistige Eigentum der Teilnehmer vorbehalten. Da ist ein Fremd-Werbe-Tweet über den eigenen Account ja noch die harmloseste Variante.

Wo ich die Rahmenbedingungen bestimme

Natürlich wird kaum jemand aus diesem Grund auf die Social Networks verzichten. Aber es lohnt sich schon, über einiges nachzudenken. Beispielsweise zum Thema Blog auf einer fremdgehosteten Plattform wie Blogger.de oder WordPress.com: Für private Zwecke oder zum Ausprobieren ist es eine feine Sache. Doch für ein Firmen- oder Expertenblog lohnt es sich, die Sache auf den eigenen Webspace zu legen. Schon allein aus suchmaschinentechnischen Erwägungen. Aus Imagegründen. Aber eben auch wegen des geistigen Eigentums: Was auf meinem Webspace liegt, gehört mir. Ich kann es verändern, die Rahmenbedingungen festlegen und sichern. Natürlich brauche ich ein professionelles Sicherungskonzept für Website, Blog oder Wiki. Aber das versteht sich wohl ohnehin von selbst.

Einige weitere Überlegungen: Macht es wirklich Sinn, auf offenen Plattformen größere Mengen eigener Inhalte zu veröffentlichen? Ich halte es für viel sinnvoller, das ins eigene Blog oder auf die eigene Website zu schreiben und dann über einen Feed in andere Angebote zu ziehen. (Das bringt übrigens auch mehr Verlinkung und hat somit Auswirkungen etwa auf den Google-Rank.) Statt längere Gedankengänge etwa in Google Buzz oder auf der eigenen Facebook-Page direkt auszubreiten – wozu diese Angebot ja regelrecht einladen -, kann man sie ins Blog schreiben und dann  dorthin verlinken.

Wichtig: Sicherungskonzepte

Nun gut, ich schreibe zum Beispiel auch ein posterous-Blog für kürzere Beiträge oder Aperçus, die nicht hier in den PR-Doktor gehören. Das hat Image- und Vernetzungsgründe, und hat auch viel mit Experimentieren und Spaß an den verschiedenen Medien zu tun. Aber auch da ist es wichtig, die Inhalte regelmäßig zu sichern und anderswo abzuspeichern. Zumindest, wenn sie später noch einmal relevant sein könnten.

Selbstverständlich würde ich niemals alle meine Twitter-Nachrichten archivieren. Oder zum Beispiel habe ich seit zehn Jahren in einem sehr netten Forum viele tausend Diskussionsbeiträge veröffentlicht. Das alles zu speichern und zu sichern, wäre ja wahnsinnig… Alleine die riesigen Datenmengen, die da auf Dauer entstehen. Das lese ich doch nie wieder. Ich schneide ja auch nicht alle Gespräche meines Lebens mit – was für eine Vorstellung, was für eine Überbewertung der eigenen Person und der eigenen Äußerungen wäre das! Aber wahrscheinlich ist es andererseits sinnvoll, etwa die Namen und Kontaktdaten der XING-Kontakte auch offline zu sichern.

Was meinen Sie?

Zumindest aber sollte sich meiner Ansicht nach jeder, der im Netz seine Spuren hinterlässt, immer wieder klar machen, dass ihm erstens seine Accounts nicht gehören und dass zweitens er zweitens wenig Einfluss auf einmal Hochgeladenes hat. Oder? Was meinen Sie dazu?

Disclaimer: Dies ist natürlich keine Rechtsberatung. Der Beitrag beleuchtet oder erklärt keine juristischen Zusammenhänge, sondern stellt meine persönliche Meinung dar. Irrtümer, wie immer, vorbehalten.

  56 comments for “Dein Twitter gehört dir nicht!

  1. 11. März 2010 at 10:27

    Danke für diesen Beitrag! Zwar publiziere ich meinen Kram auf einem eigenen Server (was ich allen empfehle), aber übers Verlinken ergibt sich das Phänomen schon mal. Beispielsweise verwende ich viel zu oft Short Links, vor allem in Twitter. Ab und zu ertappe ich mich sogar dabei, wie ich Short-Links in Xing verwende, obwohl da bei den meisten Texten genug Platz ist. Wenn so ein Short-Link-Anbieter mal dicht macht, sind alle meine Verweise futsch.

  2. 11. März 2010 at 10:30

    Vielen Dank für das Lob. 🙂 Das ist auch nochmal eine wichtige Ergänzung mit den Shortlinks. Für Twitter oder wechselnde Statusmeldungen auf XING sicherlich kein Problem, aber für Dinge, die länger im Netz bleiben, auf jeden Fall bedenkenswert.

  3. 11. März 2010 at 10:48

    Je mehr Plattformen entstehen, desto mehr stellt sich das Thema der Beschränkung. Welche Plattformen bringen mir am meisten und welche interessieren mich am meisten? Hier sollte (und muss) jeder seine persönlichen Filter entwickeln. Sonst kostet das Ganze zu viel Zeit und bleibt doch nur halbgar, selbst wenn man als „Digital Native“ ohnehin die meiste Zeit online verbringt.

    Fokussierung hat in der Regel noch niemandem geschadet.

  4. 11. März 2010 at 10:51

    Hallo Kerstin, danke für diese wichtige Erinnerung.

    Zum Thema Shortlinks habe ich vor einiger Zeit eine interessante Sache gefunden – und backe mir meine Shortlinks nun selbst:
    http://www.mindtactics.de/jetzt-backe-ich-sie-mir-selbst.html

    Damit bin ich nicht nur von Fremdanbietern unabhängig, sondern kann zugleich sehen, wie oft der Link angeklickt worden ist. Und ich promote damit meine eigene Marke. Es ist zwar ein klein weig aufwändiger, als die üblichen Shortlinks, doch es lohtn sich.

  5. 11. März 2010 at 11:08

    Hallo Kerstin, das ist ein wichtiger Hinweis.

    Meine Blogs liegen alle auf eigenen Servern, auch hier Datensicherung nicht vergessen! Hier haben alle Links Klarnamen, die auch ohne Shortener funktionieren. Das ist auch wichtig für die Suchmaschninen.

    Andere Inhalte z.B. auf Posterous oder Netvibes übernehme ich entweder als XHTML aus dem Blog (selten) oder erstelle lokale XHTML-Dateien, die ich dan per Copy in die entsprechenen Plattformen einfüge. WEnig mehr Aufwand, aber sicher!

    Bei Twitter ist das natürlich ein Problem. Genau wie bei allen Bookmarkdiensten. Sterben die, sind die Einträge weg.

  6. 11. März 2010 at 11:34

    Hallo Frau Hoffmann,

    sehr gute Denkanstöße die Sie in Ihrem Artikel aufgreifen. Ich habe bereits im Januar auf meinem Blog etwas dazu geschrieben: http://marketing-gui.de/2010/01/13/der-blog-als-social-media-basis/ vielleicht hilft das dem Einen oder Anderen hier.

    Es ist sehr wichtig das man ganz bewußt mit den Möglichkeiten aber eben auch den Risiken der verschiedenen Kanäle umzugehen weiß.

  7. 11. März 2010 at 11:38

    Hallo Frau Hoffmann,

    viele gute Tipps, die Sie in diesem Post schreiben.
    Und gerade vorgestern hat mir mein Blog-Berater genau das geraten – nicht bei wordpress.com zu bleiben.

    Bei Facebook und auch bei XING bin ich schon seit Langem skeptisch. Noch nicht einmal, weil die Plattformen sterben könnten, aber vielleicht möchte ich – wenn die Teilnahmebedingungen sich ändern – irgendwann nicht mehr dabei sein. Und je größer mein Netzwerk dort ist, um so mehr wird es mir dann fehlen. Das bleibt ein Dilemma, dem ich momentan begegne, indem ich in möglichst vielen Social Media vernetzt bin. Wenn eines kollabiert oder „nervt“ gibt’s dann zum Glück noch andere.

    Herzliche Grüße
    Caroline Kliemt

  8. 11. März 2010 at 11:41

    Ein kleiner Tipp als „Sofortmaßnahme“: Eigene Twitter-Accounts oder die des Kunden als RSS-Feed zum Beispiel in Thunderbird abonnieren. Von dort aus kann ich sie als HTML-, Text- oder Mail-Datei lokal sichern oder als E-Mail auf einen „Sicherungs“-Account weiterleiten. Der Tweet steht dann in der Betreffzeile, der Link zum Originaltweet ist als Mailinhalt angegeben.
    Das alles lässt sich vermutlich auch eleganter mit ein paar Zeilen Code irgendwie umsetzen … aber ich bin kein Programmierer 🙂

  9. 11. März 2010 at 12:51

    Hallo Frau Hoffmann,

    wichtige Gedanken zum Thema Sicherung der eigenen Daten. Wir schreiben und veröffentlichen viel im Netz. Die Frage, die sich mir da stellt müssen wir das alles sichern?

    Ich für mich mache natürlich Datensicherungen der für mich wichtigen Informationen (ich habe hier etliches automatisiert) und außerdem habe ich meine Daten nicht nur auf meinen Webseiten, sondern auch noch mal in Offline-Archiven.

    Ob die Daten, die wir in Communities, Foren etc. hinterlassen gesichert werden müssen kommt sicher drauf an. Ich würde so vorgehen, das ich längere und hochwertigere Kommentare noch mal sichere.

    Gruß Mario Carl

  10. 11. März 2010 at 14:08

    Eine interessante Frage, was man sichert (im Leben) und was nicht.

    (Nebenbei: von manchem will man sich ja trennen und sichert es absichtlich nicht, lässt es wo liegen, wirft es weg). (Gleich die Frage, werde ich dies hier in eine Word-Sicherungsdatei kopieren? Manchmal steht‘s sowieso vorher im Word und wird ins Kästchen ge-pastet der Vermeidung von Tippfehlern wegen).

    Sicherungskonzepte: Ich brauche sie und ändere sie auch immer wieder ab. Doch die neuen getwitterten Botschaften meiner 4 Kennungen kommen ca. alle zwei Wochen in eine Word-Datei: Die vielen nützlichen Web-Adressen, auf die jemand hingewiesen hat oder ich selbst hingewiesen habe, will ich aufheben.

    Die Eintragungen in eigene Blogs sind via RSS ins Outlook gelangt, das wird wöchentlich exportiert und an verschiedenen Stellen gesichert.

    Schwieriger ist es mit dem facebook. Manchmal fallen einem Formulierungen beim Kommentieren ein, seien sie kurz oder länger, die zumindest man selbst für aufhebenswert hält, weil neue Gedanken drinnen sind, sie gut klingen oder man damit mal weiterarbeiten will. Diese sollten in eine fb-Worddatei, denn Kommentare können ganz leicht verschwinden und gelöscht werden.

    Zum Problem mit den Datenmengen der digitalen Bilder auf meinem PC schweige ich jetzt mal …

    Sich bei all dem Sichern auch noch zu überlegen, für wen man denn etwas aufhebt, wer je was zu Gesicht bekommen soll/darf/muss oder auch unter keinen Umständen darf, wenn man selbst nicht mehr da ist oder es nicht mehr kontrollieren kann, das muss man ja auch schon mit Gegenständen in der Wohnung tun, Briefen, Sammlungen, Büchern, Papierfotos …
    Man hat dieses Fragen und Gedanken ab einem gewissen Alter öfter, und das führt jetzt zu weit.

  11. 11. März 2010 at 14:10

    Den Inhalt, den ich auf Twitter poste, unterliegt ja auch dem Urheberrecht, oder nicht? Wenn ich die Nachrichten zuerst auf meiner Homepage posten wuerde und einen Tag spaeter ins Twitter stelle, kann mir niemand sagen, dass dann Twitter Anspruch auf Copyright hat. Das Gleiche mit Bildern. Was ist, wenn jemand Bilder von meiner Seite kopiert und auf wordpress.com stellt? Dann liegt das Copyright auch noch immer bei mir und nicht bei wordpress.com oder gar bei der dritten Person, die die Bilder auf wordpress.com gestellt hat.

    Es gibt sicher Tools, die die Twitternachrichten per XML exportieren und in eine Datei speichern.

  12. Carsten Pfenning
    11. März 2010 at 14:21

    Hallo Frau Hoffmann,

    Sie sprechen da einen Sachverhalt an, der tatsächlich für viele Menschen unbekannt ist. Wer aufpasst, kann sich aber wehren.

    Ich darf zugeben, dass ich dabei eine Aussage von Ihnen im Kopf behalten habe, die ich versuche frei wieder zu geben:

    Man kann öffentlich sein, sollte dabei aber nicht privat werden.

    Ich selber poste „nur“ Kommentare in den SM-Netzwerken, im Internet kusiert nur ein einziges Foto von mir. Möchte ich private Inhalte anbieten, linke ich zu meiner eigenen Seite: So, wie Sie es auch tun.

    Die einzigen für mich wichtigen Kontakte laufen auf XING, der Rest ist „wiederherstellbar“. Um von XING nicht abhängig zu sein, verfolge ich dabei folgende Strategie:

    Sobald ich per E-Mail über einen neuen Kontakt informiert werde, markiere ich diese E-Mail als ungelesen. Spätestens nach einer Woche nutze ich dann das Outlook-Xing-Plugin, syncronisiere die Kontakte in einem separatem Ordner und ziehe die neuen Kontakte, an die ich mich anhand der ungelesenen E-Mails erinnern lasse, in meine Outlook-Kontakte. Sollte Xing nicht mehr existent sein, verlöre ich zwar temporär die Möglichkeit, neue Kontakte kennen zu lernen, würde dabei aber keinen einzigen bestehenden Kontakt verlieren.

    Beste Grüße, Carsten Pfenning

  13. seb
    11. März 2010 at 14:25

    „Einige weitere Überlegungen: Macht es wirklich Sinn, auf offenen Plattformen größere Mengen eigener Inhalte zu veröffentlichen?“

    Ja. Macht es. Weil die Inhalte nämlich dann dort stehen, wo sie hingehören: Da, wo die Leser sind.

    „Ich halte es für viel sinnvoller, das ins eigene Blog oder auf die eigene Website zu schreiben und dann über einen Feed in andere Angebote zu ziehen. (Das bringt übrigens auch mehr Verlinkung und hat somit Auswirkungen etwa auf den Google-Rank.)“

    Das ist nicht so sinnvoll, weil es nämlich wie Spam wirkt. So, als würde ich im Gespräch mit Leuten sagen „und wenn Du mehr wissen willst, komm zu mir nach Hause, ins Büro, wohin auch immer“. Warum soll ich extra aus meinem Kommunikationsfluss gerissen werden und auf ein extra Angebot gehen, statt dort Inhalte warzunehmen, wo ich mir Inhalte aggregiere?

  14. 11. März 2010 at 14:42

    Hallo Frau Hoffmann, danke für Ihren Beitrag, der eine interessante, laufende Diskussion bereichert, zu der ich eigentlich schon länger bloggen wollte. Ich möchte an dieser Stelle zwei wichtige Aspekte ergänzen:
    Langsam beginnen die Rechtsstreitigkeiten um „Account-Namen“ in Social Networks, wie jüngst beim Twitter-Namen Mannhein . Das betrifft Domain-Grabbing, Markenrechte und, und, und, … Ich erwarte hier eine Wiederholung der Diskussionen aus den frühen 90er Jahren, als das World Wide Web seinen Siegenszug startete und bei tausenden von Domains geklagt wurde.

    Noch viel spannender finde ich, die langsam immer häufiger gestellte Frage „Wem gehören Social Media Accounts, die beruflich genutzt werden?“ Dem Mitarbeiter oder dem Arbeitgeber. Auch hier erwarte ich – da meist noch entsprechende Regelungen fehlen – eine langsam wachsende Zahl an Auseinandersetzungen, die in den USA schon heute zum Alltag gehören. Ein guten Beitrag zum Thema hat hierzu Dr. Birte Keppler auf „www.rechtzweinull.de verfasst. Fazit: Auch wenn bislang noch einschlägige Referenzurteile fehlen, ist bei rein dienstlich betriebenen Accounts davon auszugehen, dass der Arbeitgeber eine Übergabe des Accounts inklusive der darin enthaltenen Daten fordern kann!

    Ich habe diesen Kommentar, ergänzt um Links, auch auf unseren Blog gestellt,http://blog.ffpr.de/2010/03/11/wann-gehoren-social-media-accounts-dem-arbeitgeber/

    mfG Stephan Fink

  15. 11. März 2010 at 16:32

    Oh je, da braucht man ja schon einen extra „Hausmeister“ für die ganze Datensicherung – für einen alleine kaum zu schaffen. Aber sicher gibt es dafür auch schon Dienstleister!? Wenn nicht, wäre das sicher eine gute Geschäftsidee. Oder ein Tool mit dem man alles automatisiert sichern kann… denn die einzelnen Vorschläge hören sich doch recht zeitaufwändig an. Bin ich auf 6 Plattformen aktiv, kann das schon dauern. Seine ganzen Tweets kann man übrigens mit Tweettake wunderbar in Excel Tabellen sichern und kann dann über die Suchen-Funktion nach Stichworten forschen, das war mir schon des Öfteren von Nutzen, wenn ich einen uralt Tweet wiederfinden wollte. http://tweetake.com/ Danke für den guten Beitrag 🙂

  16. 11. März 2010 at 17:03

    Ich bin ein bekennender Verfechter von möglichst weitreichender Kontrolle über wirklich wichtigen Content (und die dazugehörige Infrastruktur). Allerdings scheint mir heutzutage Risikoverteilung die beste Strategie zu sein. Bin ich stark bei Twitter, Facebook, Posterous, etc UND habe eine Website sowie ein davon technisch unabhängiges Blog (letzere zwei auf eigenem Server), dann tut es zwar weh, wenn ein Element davon ausfällt. Ich habe aber noch genug andere Kanäle zur Verfügung, um die verlorenen Leser/User auf anderem Weg noch zu erreichen und ggfs. aus Ersatz-Sites umzurouten.

    Ich glaube es ist ganz wichtig zu berücksichtigen, dass auch der eigene Server trotz aller Backups keinerlei Garant für Stabilität ist. Denn dort benutzen wir ja auch fremde Software. Klar, WordPress ist stabil; aber trauen wir uns zu sagen „WordPress ist stabiler als Facebook“? WordPress muss ja nicht gleich die Softwareentwicklung einstellen. Es reicht, wenn die Software eine Sicherheitslücke hat, die ein paar Wochen lang nicht geschlossen wird und ein Hacker meint, just über diese Lücke das Blog lahmlegen zu müssen. (gerade in einem aktuellen Fall bei einem befreundeten Entwickler erlebt: Schadcode wurde in eine Template-Datei von WordPress eingeschleust; den Schadcode konnten wir identifizieren und entfernen, aber das Einfallstor, üder den der Hacker Zugriff auf das Template bekommen hatte, haben wir bis jetzt nicht gefunden. Sprich: Ist der Hacker hartnäckig, dann kommt er einfach wieder, und wieder, und wieder.)

    Verlass auf „eigenen Sever“ birgt Risiken, die ähnlich hoch sind wie der Verlass auf fremde Plattformen. Nur die Mischung gibt ein wenig Sicherheit.

  17. 11. März 2010 at 18:08

    Hallo,

    also sehe das ähnlich kritisch wie im Bericht.
    Es ist schon manchmal merkwürdig wie gedankenlos man durch das Netz flüchtet. All zu oft vergisst man dabei das das alles nur Momentaufnahmen sind. Im nächsten Moment kann da ganz schnell mal ein Netzwerk der Vergangenheit angehören.

    Das die eigenen Inhalte einem quasi nicht gehören, das wird dann wohl erst zu spät bemerkt werden, wenn nämlich in ein paar Jahren so manch Netzwerk seine Pforten für immer schließen wird…. und diese Zeit wird kommen, garantiert.

    Ich habe meine Beiträge alle auf einem eigenen Server, daher bin ich noch so ziemlich abgesichert und das ist auch gut so.

    mfg

  18. 11. März 2010 at 18:24

    Vielen Dank, das ist ein sehr guter Beitrag!

  19. Pierre
    11. März 2010 at 19:15

    Gut erkannt. Wichtiges Thema, viele vergessen´s.

  20. 11. März 2010 at 20:24

    Schöner Beitrag. Erwägenswerte Strategien. Sehe die Social-Media-Aktivitäten auch eher als „Reinholer“. Darf man allerdings auch nicht übertreiben. Die Mischung machts.

    @thefox Hmm, Twitter und Copyright ist so eine Sache. Vermutlich habe Tweets nicht genug Schöpfungshöhe. Dem Urheberrecht unterliegen nur „Werke“. Dazu gehören IMHO Twitternachrichten nicht.

  21. 11. März 2010 at 20:37

    Wertvoller Beitrag und schöne Kommentare!

    Ich sichere sofort meine XING-Kontakte in Outlook und danach jede Woche neu! Versprochen.

    Was ich zugeben muss: ich schreibe gerne Kommentare in Blogs, Foren etc. Eine Kopie dieser Texte mache ich nicht. Nach einigen Wochen habe ich nicht mehr immer den Überblick. Ist das auch riskant? Strategisch sicherlich, technisch, juristisch auch?

    Gehöre ich meine Daten mir noch selbst oder gehört alles bereits XING, facebook etc.?

    Virtuelles „Versacken“ gibt möglicherweise einen realen „Kater“…

  22. 12. März 2010 at 00:10

    Interessanter Beitrag!

    Sie schreiben:
    „Ein kurzer falscher Klick, der eine regelwidrige Aktion ausgelöst hat (ich war zu vielen auf einmal gefolgt).“

    Darf ich fragen, was Sie falsch gemacht haben? Das würde mich interessieren…

  23. Tim
    12. März 2010 at 08:04

    Für Firmenblogs lohnt sich blogger.de sowiso nicht, da in den Nutzungsbedingungen eine nur ansatzweise kommerzielle Nutzung ausgeschlossen ist und solche Blogs meist ohne Vorwarnung abgeschaltet werden. Erst informieren, was Frau Doktor?

  24. 12. März 2010 at 08:40

    @Tim: Ich erwähnte WordPress und Blogger und schrieb Firmen- oder Expertenblog. Letzteres muss ja nicht kommerziell sein. Erst lesen, dann kommentieren. 😉

  25. 12. März 2010 at 08:45

    @LawBike.de: Das kann ich nur vermuten, ich weiß es nicht genau. Ich nehme an, dass ich an einem Tag zu vielen auf einmal gefolgt bin und dann – weil mein Computer „hing“ oder ich das zumindest dachte – nochmals geklickt habe, obwohl die maximale Zahl längst erreicht war.

    Twitter sagt einem das ja nicht, sondern macht im Zweifel einfach den Account zu, „due to strange activities“. Wenn man nicht ganz eindeutig und absichtlich Aktionen gemacht hat, die gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, ist das oft schwer nachzuvollziehen. Auch das macht ein solches Angebot eben in gewisser Weise unwägbar.

  26. Tim
    12. März 2010 at 10:01

    Auch ein Expertenblog, bei dem die Vermarktung der eigenen Leistung im Vordergrund steht – „kommerziell motiviert“ – ist nach den blogger.de Nutzungsbedingungen kommerziell. Hier geht es doch um PR, oder sehe ich das falsch? Mit dieser restriktiven Politik ist blogger.de einzigartig, da sich die Plattform durch Spenden und untgeltlichen Einsatz einer Handvoll Leuten finanziert. Daher ist das Beispiel blogger.de nicht ideal gewählt, da es vom Konzept nur für private Blogs gedacht ist.

  27. 12. März 2010 at 10:15

    Ja, hier geht es um PR und um Kommunikation – aber nicht nur um Vermarktung und Reklame. Image und Online-Reputation beispielsweise sind ein sehr weites Feld, und da gehört nicht alles in einen kommerziellen Zusammenhang. Ich habe daher bewusst auch Beispiele einbezogen, die andere Aspekte abdecken. Aber ich kann auch deine Auffassung gut akzeptieren, dass du das Beispiel für nicht so gelungen hältst.

  28. Tim
    12. März 2010 at 10:44

    Ich bin im Marketing tätig. Machen wir uns doch nichts vor. „Online-Reputation“ und „Imageaufbau“ wird doch nicht zum Selbstzweck gemacht. In 90% der Fälle sind es Freiberufler oder andere Selbständige, die sich einen Vorteil durch mehr Aufträge oder Kunden erhoffen. Ehrlicher wäre das beim Namen zu nennen: „kommerziell motiviert“. Kommerziell sind eben nicht nur adsense-Anzeigen im Blog.

    Um mal was Kontruktives beizutragen. Das im posting geschriebene ist nicht falsch, jedoch muss man die Konsequenzen sehen. Wenn wir beim Blog bleiben: Eine wordpress-Installation auf eigener Domain, mit updates, backups, plugins und individuellen Design, usw. erfordert einigen Aufwand, der sich kostenmässig niederschlägt, wenn man es nicht selber leisten will/kann. Das lohnt sich nur, wenn blog, twitter, social networks und andere Social Media Aktivitäten eine zentrale Rolle für den geschäftlichen Erfolg oder die private Befriedigung einnehmen. Klar ist es schön, die Kontrolle zu haben, aber Aufwand und Nutzen sollten beachtet werden.

  29. 12. März 2010 at 10:47

    Letzteres: Ja, definitiv. Deswegen ist es so wichtig, die eigenen Ziele genau festzulegen und Erfolgskontrolle zu betreiben. Dass die Investitionen sich lohnen müssen, also einen „Return on Invest“ bringen sollen, finde ich in solide aufgesetzter Kommunikation und im Marketing selbstverständlich. Dennoch ist es gut, immer wieder darauf hinzuweisen und das ausdrücklich mit im Fokus zu behalten.

  30. 12. März 2010 at 14:02

    Einfach nur Danke.

  31. 12. März 2010 at 17:06

    Ich lese meine schon länger zurückliegenden Tweets auch nur noch sehr selten – ich mache allerdings häufiger mal Gebrauch von den darin enthaltenen Links. Um diese “automatisch zu sichern” mache ich mir Mister-Wong zunutze: wenn ich dort einer Verknüpfung mit meinem Twitteracoount zustimme, bekommen ich und Andere automatisch die in den Tweets enthaltenen Links aufgelistet – falls Hashtags verwendet wurden, sogar fein säuberlich getaggt:
    http://www.mister-wong.de/user/fctberlin/twitterlinks/
    Eva Brandecker verweist in ihrem Kommentar auf Tweetake. Dem füge ich hinzu, dass  es lt. @m140z auch Möglichkeiten gibt, zumindest Follower/Following-Daten über die direkte Twitter-API (Programmierschnittstelle) als XML-Datei zu sichern. Das hat den Vorteil, das Twitter-Passwort nicht einem Dienst übergeben zu müssen, von dem unklar bleibt, wie dieser damit umgeht.

    Und Lars Hahn teilt diverse Kommentare später mit:
    „ich schreibe gerne Kommentare in Blogs, Foren etc. Eine Kopie dieser Texte mache ich nicht. Nach einigen Wochen habe ich nicht mehr immer den Überblick.“
    Um den Überblick zu behalten, gibt es z.B. Werkzeuge wie CoComment, was Klaus Eck in seinem Buch “Karrierefalle Internet” empfiehlt. Vieleicht wäre das auch etwas für Sie? Wobei auch hier feststellbar ist, dass dadurch RSS-Feeds frei zur Verfügung gestellt werden. Womit sich der Kreis schließt zur Frage des Urheberrechts. Die Andere ganz bestimmt rechtssicherer beantworten werden als ich das könnte oder wollte.
    http://fctberlin.wordpress.com/2010/03/12/datensicherung-und-sicherheit-in-sozialen-netzen/

  32. Alex
    14. März 2010 at 10:51

    So einfach ist es nun doch nicht.

    Ein vollständiger Twitter-Stream und auch Blogeinträge haben wahrscheinlich eine ausreichende Schöpfungshöhe für einen Urheberrechtsschutz. Die gehören daher selbstverständlich mir und dürfen auch bei einer Accountschließung selbst bei einem Verstoß keinesfalls einfach gelöscht werden. Da die Betreiber mehrheitlich mittlerweile auch Niederlassungen in Deutschland haben, gilt auch deutsches Recht, das durchgesetzt werden kann. Eine Ausnahme ist Twitter.

    Ob der Account selbst mir gehört, ist gerichtlich noch nicht geklärt, liegt aber auch nahe. Besitz an virtuellen Gegenständen selbst in kostenlosen Online-Spielen wurde schließlich schon gerichtlich bejaht.

  33. 31. März 2010 at 22:55

    Wer mag kann seine Tweets auch mit http://tabbloid.com in ein Magazin (pdf) umwandeln und per E-Mail zusenden lassen.

  34. 9. Juli 2010 at 10:37

    Ein guter Beitrag.

    Ein anderer Hinweis:
    Wie Unternehmen ihre Kommunikation auf die veränderten Medienumfelder abstimmen können, hat Virtual Identity zusammengefasst, inklusive Whitepaper – Download.

    adocom

  35. Harald F
    20. Juli 2010 at 00:41

    gefällt mir! 😉

  36. 17. April 2012 at 14:44

    Guter Artikel.

    Und twitter hat den kompletten Nutzer gesperrt oder nur das hinzufügen neuer Freunde? Das „wiederbekommen“ geschah automatisch & zeitgesteuert oder auf manuellem Wege? Ich kenne nur, das twitter dann das hinzufügen neuer „Freunde“ für eine Zeit sperrt – aber das war vor mehreren Jahren.

    Interessant wäre auch, ab wie viel Hinzugefügten, twitter reagiert. Auf was mag es da ankommen? „Neu pro Stunde“? Oder ein gewisses Verhältnis von Follower & Following? Können Erfahrungswerte preisgegeben werden? Das wäre super!

    Viele Grüße und weiterhin viel Erfolg!

  37. 17. April 2012 at 15:05

    Der Beitrag ist ja schon etwas älter. Ich hatte ihn nur aus aktuellem Anlass noch einmal wiedergefunden – und befunden, dass die Grundaussagen nach wie vor zutreffen. Der Account war komplett weg. Nicht erreichbar. Ich habe an den Support geschrieben. Die haben ein Ticket aufgemacht. Ich habe sehr ausführlich begründet, was wir wie und warum versehentlich falsch gemacht hatten und warum uns das nicht wieder passieren wird. Dann war der Account irgendwann wieder da.

    Das war ein technischer Fehler gewesen, schnelles Follow-Unfollow von größeren Mengen, das wir aber über ein Tool ausgelöst haben, das diese Routine von uns ungewollt mehrfach wiederholt hatte. Meine Schuld: Ich hatte mehrfach denselben Button geklickt, weil es so aussah, als ob es nicht reagiert hatte. Daraus habe ich viel gelernt. Unter anderem, dass ich nur noch Twitter selbst, Hootsuite und Tweetdeck sowie SocialBro nutze, um Accounts zu pflegen und anderen zu folgen.

    Zu den Fragen nach den Zahlen habe ich keine Werte, weil ich da nie wirklich an Grenzen gerate. Massenhaftes Folgen halte ich nicht für sinnvoll. Massenhaftes Entfolgen noch weniger.

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