Bitte. Keine. Offenen. Verteiler. Nie.

Manchmal wünschte man sich ja, es gäbe so eine Art Führerschein für Internet und Mail. Dennoch sollte man meinen, es gäbe gewisse Dinge, die inzwischen wirklich jeder weiß. Tatsächlich ist jedoch manches Wissen spurlos an einigen Zeitgenossen vorbeigegangen, während sie sich bereits fröhlich im Schwimmerbecken des Internets tummeln. Zum Beispiel, dass man absolut niemandem Massenmails mit offenem Verteiler schickt – egal, ob Freund oder zufälliger Kontakt, dessen Mail-Adresse irgendwann im eigenen Adressbuch gelandet ist. Auch nicht mit der eigenartigen Rechtfertigung, dass es eine gute Sache ist, eine selbstlose Verlautbarung oder ein tolles neues Angebot. Ja, darf ich denn, wenn ich auf dem Weg zu meinem Ehrenamt bin, eine rote Ampel überfahren?!

Es gibt einige wenige Ausnahmen, zu denen offene Verteiler erlaubt sind. Und die sind ausnahmslos mit allen Beteiligten abgesprochen.

Fröhlich verschicken währenddessen mir nur flüchtig Bekannte ihre Massenmails und unbestellten Newsletter an mich und zugleich an alle ihre Kontakte. Eine ganze Weile war ich geneigt, den meisten von ihnen die Reinheit des Herzens und die Begeisterung für das eigene Angebot zugute zu halten. Mittlerweile erhalte ich alle paar Tage eine Mail, in der sich meine Adresse mit hunderten anderer munter über das Netz und in die anderen Adressbücher verteilt.

Es ist kein Trost zu sehen, wie jemand seinen gesamten Kundenverteiler an eine große Zahl potenzieller Mitbewerber schickt. Ich bedaure es – besonders, wenn es sich um eine gute und gemeinnützige Sache handelt -, wie hier wieder einmal jemand seinen Ruf und das Wohlwollen seiner Kontakte mit einem Klick für lange Zeit nachhaltig schädigt. Aber ich schreibe auch nicht mehr freundlich, verständnisvoll oder erklärend zurück. Ich bitte darum, aus dem Verteiler genommen zu werden. Bestimmt. Eindeutig. Für immer.

Aber der Schaden ist ja schon geschehen. Sollte jemals irgendjemand von diesen unzähligen Empfängern einen Virus auf seinem Rechner haben – dann kann ich nur hoffen, dass meine Firewall besser standhält als seinerzeit die Mauern von Helms Klamm.

Liest sich verärgert? Ist es.

  5 comments for “Bitte. Keine. Offenen. Verteiler. Nie.

  1. 12. Juli 2009 at 23:20

    Volle Zustimmung! Wer mit dem Internet nicht umgehen kann, sollte es bleiben lassen. Fast so schlimm sind auch Leute, die E-Mails ganz ohne oder aber mit dem Betreff „kein Betreff“ schreiben – und das sind bei Weitem nicht nur absolute Anfänger, sondern teilweise sogar Pressestellen 🙁

  2. Tim
    13. Juli 2009 at 09:38

    Genau. Internetverbot für Leute, die nur Unfug damit anstellen. Beispielsweise PR-Agenturen.

  3. Christine
    13. Juli 2009 at 10:05

    Volles Verständnis für den Ärger.
    Ärgerlich finde ich es auch, wenn Veranstalter Mails über einen offenen Verteiler versenden. Ich könnte die Mail-Adressen der Teilnehmer des Mainz-Marathons bieten….. – und die Entschuldigung nach meiner Beschwerde für das Übermitteln aller Daten ist irgendwie in diesem Fall nicht so wirklich angekommen.

  4. Markus
    13. Juli 2009 at 15:32

    Nicht aergern – wundern. Auch wenn ich Ihren Aerger teile 🙂

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