Ego-Googlen gehört zum Alltag: Was für die eigene Reputation wichtig ist

In die Nähe einer leicht krankhaften oder zumindest sehr eitlen Neigung rückte es die Süddeutsche Zeitung auf ihren jetzt.de-Seiten noch vor rund drei Jahren (in Internet-Zeitaltern gemessen: damals, vor langer, langer Zeit…) Spätestens 2007 machte Klaus Eck die Suche nach dem eigenen Namen salonfähig. Wer den Suchbegriff in Michael van Laars Selbstmarketing-Praxis eingibt, bekommt gleich eine ganze Liste von Fundstellen. Längst sollte es zum Online-Reputation-Management regelmäßig dazu gehören: das Ego-Googlen.

Kurz: Wer gezielt an seinem Image im Netz arbeiten will, anstatt es dem Zufall oder anderen zu überlassen, sollte regelmäßig nach dem eigenen Namen suchen. Viele von uns sind ja in einem ständigen Zwiespalt; je mehr sie als öffentliche Personen wahrgenommen werden, desto stärker: Einerseits ist es für Reputation und Auftragslage wichtig, im Web findbar zu sein und ein authentisches Bild abzugeben. Andererseits wären viele froh, wenn das auch mit weniger öffentlicher Präsenz ginge. Eitelkeit ist selten der Grund für Präsenz und Redundanz im Netz – eher resultieren sie aus einer sachlichen Einstellung zur Notwendigkeit und zu den Gesetzen des Marketing.

Umso wichtiger ist es aber, regelmäßig zu prüfen, wie der eigene öffentliche Aufritt sich für andere darstellt. Dafür ist dann auch die eine oder andere Korrektur oder Aktualisierung notwendig. Oft ist es erstaunlich, in welchen alten Zusammenhängen der eigene Name auftaucht: längst vergangene Veranstaltungen, veraltete Profile, lange vergessene Einträge in irgendwelche Verzeichnisse. Auch wenn es eine Weile dauert, bis solche Fundstellen dann auch aus Google verschwinden: Räumen Sie regelmäßig im Netz mit Ihrem Namen aufräumen.

Entfernen sollten Sie vor allem Texte oder Einträge

– die nicht mehr Ihrem aktuellen Angebot (Freiberufler/Selbstständige) oder Ihrer gegenwärtigen Tätigkeit/Position (Angestellte) entsprechen.

– die überaltert sind oder auf vergangene Termine hinweisen.

– die Zusammenhänge oder Kooperationen abbilden, die nicht mehr bestehen.

– die nicht mehr zu dem Image passen, das Sie nach außen und im persönlichen Kontakt haben möchten.

Wie bekommen Sie solche Einträge auf fremden Seiten aus dem Netz? Meistens reicht eine freundliche Mail. Die meisten Adressaten werden Ihnen dafür dankbar sein. Schließlich hat keiner Interesse an unzutreffenden oder veralteten Informationen auf seiner Website. Gelegentlich kommt man nur mit Beharrlichkeit weiter – aber das sollte einem die eigene Reputation wert sein.

Und, übrigens, wenn Sie in den Nachbargärten aufräumen, den eigenen Vorgarten nicht vergessen:

– Wie aktuell sind Ihre selbst eingestellten Profile in Social Media?

– Welche abgelaufenen Termine oder veralteten Informationen stehen auf Ihrer Website?

– Wann haben Sie zuletzt ein aktuelles Foto machen lassen und hochgeladen?

Mehr zum Thema Selbstbild und Image im Blogpost: „Schreiben Sie so wie der Mensch, der Sie sein möchten?“

  3 comments for “Ego-Googlen gehört zum Alltag: Was für die eigene Reputation wichtig ist

  1. 10. Juli 2009 at 11:41

    Erstklassige Erinnerung!
    Diesen verspäteten Frühjahrsputz werde ich mir mal für ein paar Urlaubsabende vornehmen.
    Bin gespannt, was dabei herauskommt.

    Gruß vom Elbstrand
    Oliver Schuh | agd | die gebrauchsgrafiker

  2. 10. Juli 2009 at 12:12

    Schöne Auflistung der Online-Reputations-To-Do-List (schlimmes Wortgebilde, ich weiß). Gerade für Neulinge (wie zum Beispiel mich und meine Kommilitonen im PR-Wesen) ein sehr hilfreicher Leitfaden, um nicht gleich zu Beginn der (Web-)Karriere in Fettnäpfchen zu treten 😉

    Beste Grüße,
    Daniel Rehn
    — 6. Semester Online-Journalismus (Schwerpunkt Online-PR)
    an der Hochschule Darmstadt

  3. 30. Juli 2009 at 11:21

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *