Blogger-PR: Man kann’s ja mal versuchen…

13. März 2009

In den letzten Monaten habe ich in Blogs sehr viel über Pressemitteilungen und PR an Blogger gelesen. Die meisten raten eher davon ab, etwa Thomas Pleil. Andere sagen zumindest genau, was geht und was nicht, zum Beispiel Melanie Huber. Ich biete es meinen Kunden grundsätzlich gar nicht an. Die sollen, wenn sie sich schon in der Bloggerszene bewegen wollen, besser so gute Blogs machen, dass sie von selbst verlinkt werden.

Aber ich hatte gestern ein schönes Beispiel im Mail-Eingang, wie es gar nicht geht. Das Betreff lautete: “Pressemitteilung: In der Krise ist effiziente Werbung gefragt”. -”Ach was?”, dachte ich, “wirklich? Schön, dass mir das auch mal einer sagt!” Was dann aber folgte, war gar keine Pressemitteilung, sondern einfach Werbung für das Angebot einer Firma XY media, was sie in Sachen Werbebriefe und überhaupt Werbung anbieten. Übrigens in einem Blog. Aber, das betont der Absender, die Blogbeiträge sind kostenlos. Toll!

Abschließend: “Über eine Veröffentlichung bzw. einen Blogbeitrag ihrerseits (sic!)  freuen wir uns sehr.” – Klar, ich veröffentliche immer kostenlos die Werbung von anderen Leuten. Hat der Mann überhaupt geschaut, was ich anbiete und worüber ich schreibe? Ich habe dann mal in das kostenlose Blog geschaut. Der Mann beginnt Beiträge mit “Durch die Werbewirksamkeitsforschung…”(!)

Ach so, die Anrede in der Mail lautete übrigens lediglich “Guten Tag”, als Adressat war “Verborgene Empfänger” angegeben. Der Mann hat ganz Recht: In  Krisenzeiten ist effiziente Werbung gefragt. Effizient heißt aber nicht: Wahllos und in großen Mengen unpersönlich raushauen, weil’s ja eh nichts kostet. Warum tut er das? Was erwartet er? (Ich stelle mir gerade vor, wie das wäre, wenn alle Blogger allen anderen Bloggern regelmäßig Werbemails schrieben, in denen sie auf ihre Blogbeiträge hinweisen.)

Ganz ehrlich: Würden Sie so jemandem Ihre Werbung und PR anvertrauen? Wenn ja: Kurze Nachricht genügt. Ich gebe Ihnen gerne alle Kontaktinformationen weiter.

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Ein Kommentar zu “ Blogger-PR: Man kann’s ja mal versuchen… ”

  1. Christian Henner-Fehr on 18. März 2009 at 21:28

    Solche Mails erhalte ich auch immer wieder und ich muss gestehen, mittlerweile verwende ich sie noch nicht einmal mehr als abschreckendes Beispiel.

    Ich fürchte nämlich, die “Anderen” lassen sich nicht abschrecken, sondern schicken einem den gleichen Unsinn.

    Handelt es sich um Agenturen, dann ließt man oft auf deren Website, dass es da jetzt mit dem Social Web etwas ganz Neues gebe und natürlich seien sie da die absoluten Experten.

    Um es kurz zu machen: “delete” und die Sache ist vorbei.

    Aber ich muss gestehen: ich lese gerne bestimmte Newsportale, z.B. presseportal.de und finde dort immer wieder interessante Themen.

    Als Anregung für viele Agenturen: weniger ist manchmal mehr…

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