E-Mails: So nicht!

23. September 2008

Eigentlich ist es erstaunlich, was täglich so an Verfehlungen im virtuellen Postkasten landet: 8 MB große Anhänge mit Urlaubsfotos von Menschen, die man allenfalls flüchtig kennt – versendet an einen offenen Verteiler mit 50 Adressen. Kettenbriefe mit irgendwelchen illustrierten Sinnsprüchen als Powerpoint-Präsentation. Witze, die man nie haben wollte, aber nacheinander von mindestens zehn Menschen erhält… Immer noch beliebt sind bei einigen Absendern auch die längst verpönten Empfangsbestätigungen.

Letztere habe ich einfach in meinem Mail-Client deaktiviert, sehe also die Aufforderungen gar nicht mehr und muss mich nicht darüber ärgern. In allen anderen Fällen schreibe ich eine freundliche Mail, in der ich versuche, sehr wertschätzend klar zu machen, dass ich so etwas in Zukunft nicht mehr bekommen möchte. Die Leute machen das ja nicht, um mich zu ärgern, sondern weil sie es nicht anders wissen und kennen.

Die Reaktionen auf meine Antworten sind sehr unterschiedlich. Einige Leute sind direkt eingeschnappt: “Ich wollte dir bloß mal was Lustiges senden und dachte, gerade du würdest dich darüber freuen. Aber dann eben nicht mehr!” Einige nehmen es zur Kenntnis und hören einfach damit auf. Wiederum andere sind dankbar für solche Hinweise zur Netiquette.

Ein netter Kollege, mit dem ich mich kürzlich über das Thema unterhielt, hat mir den folgenden Link geschickt: “Goldene Regeln für schlechte E-Mails”. Witzig zu lesen und buchstäblich Gold wert. Wenn Sie das nächste Foto als eingefügte Datei in einem Word-DOC von ungefähr einem Gigabyte erhalten: einfach diesen Link verschicken.

Oder wie gehen Sie mit so etwas um?

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Bisher keine Kommentare. Schreiben Sie den ersten: zu “ E-Mails: So nicht! ”

  1. Veronika on 23. September 2008 at 09:10

    Glücklicherweise haben Mails dieser Art bei mir etwas nachgelassen. Bei Bekannten habe ich aber auch schon mal darauf hingewiesen, Dinge zu unterlassen, wie zum Beispiel die Verteiler die jeder sehen kann. Der Link ist daher wirklich klasse und werde ich auch zukünftig einsetzen. Danke!

  2. Knut O.E. Pankrath on 23. September 2008 at 09:36

    Eine Zeit lang habe ich bei einem damals mir wichtigen E-Mail Account einen größesensiblen Filter eingerichtet, der alles ab 1 MB Umfang in einen selten genutzten und weniger wichtigen E-Mail Web-Account weiter geschoben hat. So ist mir der wichtigere Account nicht mehr zugelaufen und Nachfragern zu den dicken E-Mails konnte ich fallweise erklären, warum es z.B. besser ist, den Link auf ein Objekt zu senden, statt es direkt in die Mail zu schieben. (Der Leser entscheidet über sehen oder nicht sehen!) Die Quote eher dankbarer Belehrter war recht gut, so dass ich das Verfahren durchaus weiter empfehlen kann.

  3. [...] 3 Auf Storyboard von Kerstin Hoffman entdeckte ich via RSS-Feed diesen Beitrag zum Thema umfangreicher Mails in Kombination mit tendenziell unwissenden Absendern. Das ist zwar kein Spam im [...]

  4. Frank H. aus Z. on 27. September 2008 at 00:48

    Nette umfangreiche Liste, wenn auch etwas zu stark angestaubt: MIME und HTML kann man heute nicht mehr wirklich als ungeeignet fuer E-Mails betrachten – und welcher User weiss in Zeiten von Outlook schon was mit 7-Bit-ASCII anzufangen? Seit Unicode ist das Zeichensatzproblem ziemlich entschaerft und die Empfehlung Umlaute nicht zu benutzen kann man heute nicht mehr guten Gewissens bringen.

    Aber auch ich habe mich schon oft ueber User geaergert und Netiquette-Links verschickt.

    Ein Thema was mich schon besonders geaergert hat, sind aber weitergeleitete Hoaxes. Da antworte ich immer gerne mit folgendem Link:

    http://www.hoax-info.de/

    Bis dann.

  5. Frank H. aus Z. on 27. September 2008 at 01:15

    …Und weil ich durch dieses Thema gerade so in Internet-Geburtsstunden-Stimmung bin ;-) , habe ich mal ein bisschen in den RFCs gestoebert, in denen seit jeher das ARPANET und Nachfolger definiert wurden:

    RFC1855 befasste sich schon 1995 mit Netiquette. Besonders gefaellt mir: “Be conservative in what you send and liberal in what you receive.”

    http://www.ietf.org/rfc/rfc1855.txt

    RFC1087 reicht noch weiter zurueck ins Jahr 1989 und befasst sich mit dem Thema “Ethics and the Internet”.

    http://tools.ietf.org/html/rfc1087

    Dass die Netzwerk-Entwickler auch Humor haben sieht man an solch schoenen RFCs, wie RFC1925, “The fundamental truth of networking”:

    http://tools.ietf.org/html/rfc1925

    Viel Spass!

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