Blog-Workshop PR, Folge 3: Was wollen Sie erreichen?
Unternehmensziele und persönliche Ziele
Typisches Beispiel für einen ersten Kontakt mit einem neuen Kunden: “Guten Tag, Frau Hoffmann. Wir möchten von Ihnen eine Konzeption für einen neuen Flyer und unsere Website (oder: Verteiler und Texte für Pressearbeit; oder: ein Mailing; oder…)”.
Sehr viel seltener kommt ein Geschäftsführer zu mir und sagt: “Wir möchten innerhalb der nächsten fünf Jahre die und die Umsatzziele erreichen. Dazu haben wir den Launch eines neuen Produktes geplant. Dafür wollen wir zusätzliche Zielgruppen erschließen. Bitte erarbeiten Sie mit uns die Kommunikation dazu.”
Im zweiten Fall ist der Arbeitsauftrag klar. Wir legen gemeinsam die ersten Schritte fest und beginnen meistens mit einem eintägigen Workshop. In dem entstehen dann bereits die Grundzüge einer Strategie für die gesamte, vernetzte Kommunikation des Unternehmens. Selbst wenn nicht alle Maßnahmen direkt umgesetzt werden, plane ich modular. So sind immer alle Medien bereits mit vorgesehen, und man fängt nicht jedes Mal von vorne an.
Konzept fertig? Alles klar!
Im ersten Fall ist es etwas komplexer. Tatsächlich kommt es vor, dass neue Kunden zu mir kommen, bei denen bereits eine komplette Kommunikationsstrategie ’steht’, eine Website bereits konzipiert ist, ein Flyer schon erarbeitet, Ziele und Zielgruppen eines Mailings bereits feststehen. Sie brauchen meine Leistung als Ergänzung. Da kann ich mich dann wirklich auf die eine Detail-Aufgabe konzentrieren. Beispielsweise einen Text zu schreiben. Eine Pressekonferenz zu organisieren. Oder ein Mailing zu entwerfen.
Oft gibt es aber noch gar kein komplettes Konzept für die Kommunikation. Da ist es – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nicht sinnvoll, mit einer einzelnen Aktion zu starten. Ohne überhaupt genau zu wissen, wo es hingeht und was das Ganze bewirken soll.
Besser nicht alle Wünsche erfüllen
Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie kämen zu mir mit dem Wunsch: „Wir wollen innerhalb eines halben Jahres in allen wichtigen Zeitungen in Deutschland vertreten sein.“ Stellen Sie sich vor, ich würde Ihnen diesen Wunsch erfüllen. Jetzt rufen täglich ungefähr 3.000 Leute in Ihrer Telefonzentrale an. Davon gehören aber vielleicht nur 30 zu Ihrer Kernzielgruppe. Die anderen legen einfach Ihre Leitungen lahm und hindern Sie am Arbeiten. Ihre Umsätze sinken, statt zu steigen.
Anderes Beispiel: Sie haben ein tolles Produkt, und das wollen Sie mit einem Mailing bekannt machen. Das Mailing ist gut getextet, geht an die richtigen Leute – und die haben auch den Wunsch, Ihr Produkt zu kaufen. Was tun die meisten Menschen mittlerweile, wenn sie mehr Informationen über ein Unternehmen suchen? Sie schauen auf dessen Website. Ihre Website ist aber noch gar nicht fertig. Das neue Produkt ist überhaupt nicht erwähnt. Die Usability lässt stark zu wünschen übrig. Die Gestaltung entspricht überhaupt nicht dem Image, das das Mailing transportiert. Und so sind Sie ungefähr 80 Prozent Ihrer neuen Kunden schon los, bevor Sie sie überhaupt gewonnen haben…
Daher möchte ich mit Ihnen erarbeiten, wie Sie eine funktionierende, schlüssige Strategie erarbeiten. Dazu machen wir in dieser Folge den ersten Schritt. Nach der Analyse (siehe voriger Beitrag) kommt in meinen Workshops immer die Phase “Ziele”:
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Ziele
Nehmen Sie sich bitte einige Stunden Zeit. Idealerweise machen Sie die Zielfindung nicht alleine. Setzen Sie sich als Team zusammen oder – wenn Sie Freiberufler und ‚Einzelkämpfer’ sind – suchen Sie sich einen oder mehrere Gleichgesinnte. Dann ist jeweils einer der Moderator und unterstützt den oder die anderen, ihre Ziele herauszuarbeiten.
Schreiben Sie auf den Flipchart, das Whiteboard oder ein großes Blatt Papier:
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ZIELE
In einem Jahr
In drei Jahren
In fünf Jahren
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Lassen Sie jeweils Platz, um Ihre Ziele darunter zu notieren – in Stichworten oder ausformuliert in Sätzen. Jetzt dürfen Sie kreativ werden. Assoziieren Sie, wünschen Sie sich, träumen Sie. Entwickeln Sie große Visionen von dem, was Sie erreichen wollen. Legen Sie sich in dieser Phase keine Beschränkungen auf. ‚Runterpegeln’ können Sie hinterher immer noch.
Ziele können sehr unterschiedlich aussehen: bezogen auf die Umsatzentwicklung, die Mitarbeiterzahl, die Geschäftsräume, Produkte, Arbeitsweisen, Bekanntheitsgrad…
Das Unternehmen sind Sie
Je enger und persönlicher Sie mit Ihrem Unternehmen verwoben sind, desto stärker werden auch Ihre persönlichen Ziele einfließen: Wie wollen Sie in einem, in drei, in fünf Jahren Ihre Arbeit organisieren? Wie sieht Ihre Rolle im Team aus? Wollen Sie langfristig weniger arbeiten oder noch mehr Zeit investieren? Die große Welle machen – oder in fünf Jahren ausgesorgt haben?
Das Unternehmen und Sie
Wenn Sie als Angestellter etwa die PR in einem Unternehmen organisieren, können die Unternehmensziele, auf die Sie hinarbeiten, und Ihre persönlichen Ziele durchaus voneinander abweichen. Sie wollen für das Unternehmen erreichen, dass es in fünf Jahren der Marktführer in seiner Branche ist, und auf dieses Ziel hin werden Sie dann in den weiteren Phasen des Workshops auch Ihre Kommunikation planen. – Sie selbst aber wollen bereits in zwei Jahren einen Job in einer größeren Firma haben, ins Ausland gehen oder ein Sabbatjahr einlegen.
Die beiden Ausrichtungen müssen einander nicht widersprechen. Im Gegenteil: Je klarer und offener Sie die verschiedenen Positionen definieren, desto zielstrebiger können Sie im allseitigen Interesse handeln. Allerdings: Wenn Sie die Unternehmensziele im Team erarbeiten und Ihre Zukunftsplanungen nicht unbedingt mit der Firma ‚verbandelt’ sind – dann sollten Sie den Teil „persönliche Ziele“ abkoppeln und sich beispielsweise mit Ihrem Partner zu Hause daran setzen.
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Visionen wahrwerden lassen
Aus eigener Erfahrung versichere ich Ihnen, dass regelmäßige Zielfindungs-Workshops unglaublich fruchtbar sind. Ich habe beispielsweise klar, wieviel Umsatz ich heute in einem Jahr erreicht haben will. Wie ich in zwei Jahren arbeiten werde. Ich weiß, wie oft im Monat ich in drei Jahren ins Ausland fliegen werde. Wie weit mein Aktionsradius ist. Wie viele Workshops ich im Monat geben werde. Welcher Branche meine Hauptkunden angehören werden. Wo und wie ich in fünf Jahren lebe, in welchem Umfang ich mit meinem Partner zusammenarbeiten werde. Welches Auto ich fahre. Sogar, wieviel Zeit für Sport ich in fünf Jahren haben werde.
Malen Sie sich genau aus, wie die Ergebnisse aussehen. Denken Sie in dieser Phase noch nicht über die Wege nach. Stellen Sie sich bildlich vor, wie Sie in Ihrem neu eingerichteten Büro sitzen, wie Ihnen die Kunden die Tür einrennen. Wie Sie als Experte auf einem internationalen Symposium sprechen. – Die Bewusstseinsforschung zeigt, dass solche Visionen dazu neigen sich buchstäblich zu materialisieren – je plastischer Sie sie sich vorstellen, desto besser. Meiner Meinung nach ist das weder Magie noch sonst irgend etwas Rätselhaftes. Vom Träumen werden keine Träume wahr. Vielmehr sind Sie auf diese Weise hoch motiviert und bündeln alle bewussten und unbewussten Kräfte, um das Ziel zu erreichen. So begegnen Ihnen wie von selbst die richtigen Menschen und zeigen sich neue Wege – dieser Workshop, den Sie gefunden haben, könnte ein solcher Weg sein. Aktiv werden müssen Sie selbst.
Wichtig: Die notierten Ziele sollen nicht in Stein gemeißelt werden. Sie können sich verändern. Meistens entwickeln sie eine Eigendynamik.
Beispiel: Erfüllung nach anderthalb Jahren
Ich hatte beispielsweise im vergangenen Jahr einen Kunden in der Beratung, der war erst seit relativ kurzer Zeit selbstständig als Heilpraktiker. Finanziell war es eng, und er war schon froh, wenn er eine bestimmte Anzahl von Klienten in der Woche hatte. Die Ein-Jahres-Ziele waren ziemlich bescheiden und nüchtern formuliert. Sie bezogen sich auf das eigene wirtschaftliche Überleben und die Patientenzahlen. Aber bei den Fünf-Jahres-Zielen begannen seine Augen plötzlich zu leuchten. Er malte das Bild eines Zentrums, in dem er mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen arbeiten würde, sich selbst stärker organisatorischen Dingen widmen und für alle zusammen Lobbyarbeit machen würde. – Bereits drei Monate nach unserem Workshop arbeitete er nicht mehr alleine. Heute, nach anderthalb Jahren, sind schätzungsweise 70 Prozent seiner Fünf-Jahres-Vision in Erfüllung gegangen.
Am besten wäre es, wenn Sie regelmäßig eine solche Zielfindung machen. Ideal ist halbjährlich. Einmal im Jahr sollte sie für jedes Unternehmen Pflicht sein.
Hier und jetzt, in unserem Workshop, brauchen Sie die erarbeiteten Ziele ganz konkret, um darauf ausgerichtet Ihre PR zu planen. Mit den detaillierten Zielen der PR setzen wir uns in einer späteren Folge auseinander.
Wenn Sie den Workshop in Echtzeit mitmachen, haben Sie jetzt eine Woche Zeit für Ihre Zielfindungs-Phase. Viel Erfolg!
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- Merken Sie sich den Mittwoch vor. Am 28. August geht es hier weiter mit Folge 3: „Wer soll Sie bezahlen? – Zielgruppen“
Hier finden Sie eine Übersicht über die bereits erschienenen Workshop-Beiträge.


Ein sehr plastisch geschriebener Beitrag, den man gut als Gedankenanstoß für Überlegungen zum eigenen Unternehmen brauchen kann – auch wenn man selbst mit Konzepten zu tun hat.
Was nämlich garnicht so selten ist: Kunden des Typs 1, die ein Kommunikationsinstrument (z.B. Website) beauftragen wollen, aber noch keine Strategie haben. Gerade bei kleinem Budget und Gründungsphase ist es dann oft schwer zu vermitteln, dass eine Website sich nicht über die Zahl ihrer Seiten und eine gelungene Optik definiert, sondern über ihren Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele. Und den kann sie nur leisten, wenn sie einem Konzept folgt.
Vielen Dank für das positive Feedback!
Ich bin per Zufall in der letzten Woche über diesen netten Workshop gestolpert und stelle für mich fest, dass er erfrischend anders und sogar in der Lage ist, zugeschüttetes Wissen wieder frei zusetzen.
Mit klarer Struktur und in aller Kürze stellen Sie hier das dar, was wichtig ist und wo andere mehrere Seiten in Büchern füllen müssen. Von denen ich im Laufe der Jahre ettliche im Schrank zu stehen habe.
Haben Sie vielen Dank für Ihr Engagement. Ich freue mich schon auf den 4. Teil.
Danke.
An sich bin ich hier gelandet, weil ich mehr zum Thema PR wissen wollte, da ich gerade eine Aktion aktiviert habe und kurz vorher unsicher wurde, ob das alles so richtig und vor allem sinnvoll ist. Dieser Artikel hat mich wieder auf einige wichtige Aspekte hingewiesen, die ich schon fast wieder vergessen hatte. Mit Zielen arbeiten und sie sich auch groß vorzustellen ist sehr wichtig. Zu häufig schaue ich auf das was ist und nicht auf das was meine Vision ist. Es hat sich gelohnt, sich tiefer mit dem Thema PR zu beschäftigen und dadurch diesen Workshop und Frau Hoffmann kennen zu lernen.
Ich steige gerade ein in Ihren Workshop und merke aber schon jetzt, dass mich das definitiv weiterbringen wird! Super! Vielen Dank!
Das freut mich sehr. Viel Erfolg!