… und was bringt sie Ihnen?
PR bedeutet „Public Relations“, also Beziehungen zur Öffentlichkeit im weitesten Sinne, und was damit gemeint ist, kann jeder gerade so gut bei Wikipedia nachschauen. Ende des Beitrags?
Nein, keine Sorge. So vielschichtig und unterschiedlich, wie der Begriff PR wahrgenommen und beschrieben wird, könnte man ein ganzes Buch darüber schreiben. Mindestens. Was viele ja auch tun. Ich versuche es kürzer, in diesem Blog-Beitrag. Um dann auch gleich den Sprung in die Praxis, genauer gesagt: in die Praxis Ihrer PR-Arbeit, zu wagen.
Im zweiten Teil der heutigen Folge beginnt der Workshop richtig. Sie bekommen einen ganzen Fragenkatalog, um Ihre Kommunikation näher zu beleuchten. Aber zunächst zur Begriffsdefinition:
(mit freundlicher Genehmigung von Neutronllc)
Imagearbeit für PR?!
Lange habe ich gar nicht so gerne von „PR“ gesprochen, wenn ich meine eigene Arbeit beschrieben habe. Es war mir zu kurz, zu wenig präzise, zu wenig mit Handwerkszeug und oft zu sehr mit einem negativen Image besetzt. Ich habe lieber Presse- und Öffentlichkeitsarbeit auf der einen und klassische Werbung und Text auf der anderen genannt. Inzwischen hat sich das Bild auch in der Öffentlichkeit längst gewandelt. PR hat einen guten Ruf – wozu nicht zuletzt Codices wie der von Lissabon und die Imagearbeit der Berufsverbände gesorgt haben. Es gibt Studiengänge PR, Ausbildungsinstitute, renommierte PR-Agenturen, die gute, harte seriöse Arbeit leisten.
Arbeitsbereiche und Ziel
Was ist also PR? Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist in großen Teilen mit PR identisch, sagt aber mehr über den Arbeitsbereich aus. Public Relations dagegen beschreibt eher das Ziel: gute Beziehungen mit der und ein gezielt aufgebautes Bild in der Öffentlichkeit. Ohne klassische Werbung ist PR nicht denkbar. Es gibt Werbeagenturen, die keine Pressearbeit mit anbieten. Umgekehrt kenne ich aber keine PR-Agentur, die die klassische Werbung außen vor ließe. Im Sinne einer integrierten oder vernetzten Kommunikation funktioniert PR überhaupt nur in einem gut ausgewogenen Mix. Pressearbeit bringt überhaupt nichts, wenn dahinter keine aussagekräftige Website steht, um ein Beispiel zu nennen. Klassische Werbemedien wie Flyer oder Anzeigenkampagnen verlaufen ohne begleitende PR leicht im Sande. Für mich bezieht umfassende PR alle Medien mit ein, die Werbekampagne ebenso wie das zielgerichtete Netzwerken. Den Text für die Website ebenso wie den sorgfältig qualifizierten Presseverteiler.
Die Deutsche Public Relations Gesellschaft e.V (DPRG) beschreibt Public Relations so:
Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations plant und steuert dazu Kommunikationsprozesse für Personen und Organisationen mit deren Bezugsgruppen in der Öffentlichkeit. Ethisch verantwortliche Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations gestaltet Informationstransfer und Dialog entsprechend unserer freiheitlich-demokratischen Werteordnung und im Einklang mit geltenden PR-Codices.
Und zu Kernaufgaben und Methodik:
Öffentlichkeitsarbeit/ Public Relations hat sechs Kernaufgaben, zusammengefasst in der Formel AKTION: Analyse, Strategie, Konzeption (Sachstands- und Meinungs-Analysen, Ziel-/Strategie-Entwicklung, Programmplanung), Kontakt, Beratung, Verhandlung, Text und kreative Gestaltung, (Informationserarbeitung und -gestaltung, Aufbereitung in Informationsträgern), Implementierung (Entscheidung, Ausplanung von Maßnahmen, Kosten und Zeitachse), Operative Umsetzung und Nacharbeit, Evaluation (Effektivitäts- und Effizienzanalysen, Korrekturen).
Erfolgreiche PR planen
So weit, so gut. Und was machen Sie jetzt mit diesen Informationen? Wie planen Sie erfolgreiche PR für Ihr Unternehmen oder Ihr Angebot? Damit wollen wir uns in den nächsten Beiträgen auseinandersetzen. Vor der Planung kommt aber die Analyse, und da dies ein Workshop ist, können Sie jetzt konkret anfangen zu arbeiten.
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Wie sieht Ihr Kommunikationsmix aus?
Was haben Sie in den letzten achtzehn Monaten an Werbung und PR gemacht? Bitte erstellen Sie eine Liste anhand der folgenden Fragen:
- Welche Medien haben Sie in den vergangenen achtzehn Monaten geplant? (Beispiel: Flyer, Website, Kundenmagazin, Pressearbeit, Weblog, Produktfilm, Hörfunkspots, Anzeigen…)
- Welche Medien haben Sie tatsächlich realisiert?
- Welche dieser Medien sind jetzt im Moment in Ihrem Unternehmen noch im Einsatz? (Bei Anzeigen, Spots: Welche schalten Sie aktuell?)
- Welche Aktionen haben Sie in diesem Zeitraum geplant? (Beispiel: Tag der Offenen Tür, Preisausschreiben, Angebote, Informationsveranstaltungen, Beteiligung an Messen und Veranstaltungen…)
- Welche Aktionen haben Sie tatsächlich umgesetzt?
Was sagt die Presse?
- Wenn Sie Pressearbeit gemacht haben: Wie viele Aussendungen / Pressemitteilungen / Pressekonferenzen hatten Sie?
- Wie viele Veröffentlichungen haben Sie damit generiert? In welchen Medien?
- Haben Sie einen Pressespiegel? Ist er aktuell und wird gepflegt?
- Haben Sie einen Presseverteiler? Wie viele Kontakte umfasst er 1. lokal, 2. regional, 3. überregional 4. fachbezogen?
- Welche persönlichen Pressekontakte haben Sie – Journalisten die Sie kennen und zu denen Sie regelmäßig Kontakt haben?
Wer arbeitet für Sie und was kostet das?
- Wer hat Sie im genannten Zeitraum unterstützt? Haben Sie eine Werbeagentur, einen Grafiker oder einen Berater? Dauerhaft, regelmäßig, gelegentlich?
- Wieviel Geld haben Sie insgesamt in diesem Zeitraum für Werbung und PR ausgegeben?
Wie machen Sie das methodisch am besten?
Wie die Ergebnisse im Detail ausfallen, hängt sehr stark von der Art Ihrer Arbeit, der Organisationsform, Ihren Zielgruppen und Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung ab.
Bitte fühlen Sie sich frei, die einzelnen Fragen weiter zu untergliedern oder die Antworten detaillierter darzustellen. In meinen Workshops setze ich dafür unterschiedliche Medien und Methoden ein. Zunächst einmal sammeln wir alle Medien und Materialien physisch, so weit das möglich ist, und wir legen sie auf den Tisch – um sie später genauer zu untersuchen.
Für die Antwort auf die Fragen können Sie mit Moderations-Karten arbeiten – ich mache das am Metaplan® -, mit Mindmaps, Excel-Files oder jeder Form der schriftlichen Aufstellung, die Ihnen besonders liegt.
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Aha-Effekte erwünscht
Sie werden merken, dass Ihnen in der Arbeit an diesen Fragen bereits einiges klarer wird. Vielleicht entdecken Sie Potenziale, die Sie bisher nicht genutzt haben. Vielleicht erkennen Sie, was Sie besonders gut gemacht haben, welche Maßnahmen extrem erfolgreich waren und welche weniger. Vielleicht stellen Sie auch schon fest, wo Ihr Geld besonders gut in die Öffentlichkeitsarbeit investiert war und welche Medien Sie gar nicht gebraucht hätten. Das sind nur einige Beispiele. Sicherlich haben Sie viele weitere. Solche Erkenntnisse sind wichtig für den Prozess. Notieren Sie sie. Wir werden später darauf zurückkommen.
Wenn Sie den Workshop in Echtzeit mitmachen, haben Sie jetzt eine Woche Zeit, um die Fragen zu bearbeiten. Viel Erfolg!
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- Merken Sie sich den Mittwoch vor: am 20. August geht es hier weiter mit Folge 3, “Was wollen Sie erreichen? – Ziele”
Hier finden Sie eine Übersicht über die bereits erschienenen Workshop-Beiträge.















Hallo Kerstin,
als Hilfe für die Hausaufgaben in Deinem Workshop habe ich die Fragen nach meiner Lieblingsmethode als mind map aufbereitet. Wer möchte, findet das Ergebnis unter
http://www.tbfc.de/freepapers/PR-Analyse.pdf
Die Formel AKTION und der dazu beschriebene Ablauf erinnern mich sehr stark an die Methoden von six sigma. Hier sind es die Schritte define, measure, analyze, improve, und control (DMAIC), die zum Erfolg führen. Aus meinem Blickwinkel als Coach für die Gestaltung effizienter Geschäftsprozesse werde ich dem Prozess der Public Relations hier im workshop aufmerksam folgen.
Liebe Grüße
Peter
Super, Peter! Vielen Dank!
Erstmal verwirrt bin,
PR im Netz als Public Realtions. Sehr verwirrend
Noch eine Frage, wird es einen Teil geben, der sich ausführlich mit Branding beschäftigt?
Ansonsten sehr interessant.
Gruß
AMUNO
Danke für das positive Feedback. Zu deiner Frage: Der PR-Workshop wird sich hauptsächlich mit PR befassen. Andere Bereiche behandle ich, soweit sie für die PR relevant sind, beziehungsweise, wo das eng ineinander greift. Wie schon oben beschrieben: einen einzelnen Bereich der Integrierten Kommunikation isoliert zu behandeln, macht ebenso wenig Sinn wie ihn ihm Unternehmen isoliert zu planen. Aber die gesamte Werbung und Kommunikation, das Universum und den ganzen Rest in einen Workshop zu packen – das würde den Rahmen wohl sprengen.
[...] Blog-Workshop PR, Folge 2: Was ist eigentlich PR? … und was bringt sie Ihnen? PR bedeutet „Public Relations“, also Beziehungen zur Öffentlichkeit im weitesten [...] [...]
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