Facebook-Gruppen: Das grandios verkannte Kommunikationsinstrument

10 Thesen zu Facebook-Gruppen von Unternehmen, viele Tipps & Beispiele

Facebook hat mit dem ersten „Facebook Communities Summit“ neue Funktionen vorgestellt, die Facebook-Gruppen (auch) für die Unternehmenskommunikation und den beruflichen Austausch noch attraktiver machen. Höchste Zeit, einmal ausführlich zu zeigen, wie interessant diese kleinen „Foren“ innerhalb des größeren sozialen Netzwerks für Marken sind – und warum Sie in Ihrem Unternehmen nicht immer nur an Fanpages denken sollten. 

Facebook-Gruppen aus Deutschland

“Building Global Community” – heute und morgen treffen sich über 300 Facebook Gruppen-Admins beim ersten Communities Summit in Chicago. Mark Zuckerberg hält dort spannende Neuigkeiten für euch bereit. Seid heute Nachmittag ab 17.45 Uhr auf seiner Facebook-Seite live dabei. Welche engagierten Facebook-Gruppen es unter anderem in Deutschland gibt, seht ihr hier.

Publié par Facebook sur jeudi 22 juin 2017

Das kann eine Facebook-Gruppe für Ihr Unternehmen leisten

  • Kontakt und Austausch mit Kunden, Interessenten, Meinungsbildnern
  • Themen voranbringen
  • Expertise zeigen
  • gemeinsame Wissensvermehrung
  • Beziehungspflege
  • Unterstützung in der Produktentwicklung (Crowdsourcing)
  • Plattform für Mitarbeiter-Engagement
  • Informations- und Inspirationsquelle für das Content-Marketing
  • Meinungsforschung
  • Informations- und Serviceplattform
  • Krisenfrühwarnsystem
  • Marketing
  • Produktvorstellung und Verkaufsförderung
  • Traffic für die eigene Website/das Corporate Blog

Der Sender-Irrtum

„Was sollen wir denn da eigentlich alles posten?“ – Wenn in Unternehmen eine Facebook-Strategie neu oder gar erstmals überhaupt aufgesetzt werden soll, dann ist das wohl eine der am häufigsten gestellten Fragen, leider aber auch eine Frage, die genau am Thema vorbeigeht. Denn sehr häufig denken Entscheider und Kommunikationsfachleute bei Facebook vor allem an Fanpages – und hierbei vor allem an das Senden. Sie vergessen dabei eigenartigerweise immer noch gern, dass soziale Netzwerke vor allem für Gespräche gedacht sind und dass jemand, der nützliche Inhalte produzieren will, erst einmal überhaupt herausbekommen muss, was die eigene Community braucht.

„Community?“ – Ja, genau. Denn darum geht es in Social Media vor allem, und nicht um schweigend lauschende beziehungsweise lesende und dann möglichst viel kaufende Zielgruppen. Wer das nicht begreift, kann kein erfolgreiches Marketing betreiben, das auf Nutzen statt auf Reklame setzt. Doch wer sich einmal näher damit auseinandersetzt, wird schnell sehen, dass Facebook-Gruppen, richtig eingesetzt, auch für Unternehmen riesige Chancen bieten – wahrscheinlich sogar viel mehr als Fanpages.

 

Die kleinen Netzwerke im großen sozialen Netzwerk

Facebook-Gruppen sind kleine, in sich geschlossene soziale Gruppierungen, oft sogar mit eigenen ausführlichen Regeln. Viele Menschen empfinden sie als einen Raum, der geschützter ist als das „große, allgemeine“ Facebook. Deswegen bewegen sie sich hier oft auch ungezwungener. Man muss allerdings auch sagen, dass in manchen Gruppen die Gespräche schnell auch einmal entgleisen und der Umgangston sogar beleidigend werden kann. Dies stellt oft große Herausforderungen an die Gruppen-Administratoren. Allein deswegen erfordern Facebook-Gruppen auch eine Menge personelle und zeitliche Ressourcen, die dann anderswo fehlen. Deswegen will der Aufbau einer eigenen Facebook-Gruppe gut überlegt sein.

Doch mit den Neuerungen aus dem ersten „Facebook Communities Summit“ sind Facebook-Gruppen für Unternehmen noch attraktiver geworden. Höchste Zeit, sich damit ausführlich auseinanderzusetzen.

Diese neuen Vorteile bringt das Update

  • Erfolg messen: Mit „Gruppen Insights“ erhalten die Admins „neue Kennzahlen zu Wachstum, Interaktion und Mitgliedschaft ihrer Community“.
  • Zeit sparen in der Mitgliederverwaltung: Aufgrund gefilterter Merkmale wie beispielsweise „Geschlecht oder Standort“ können Mitglieder in Gruppen angenommen werden – oder eben auch nicht.
  • Trolle und Hate Speech entfernen: „Unliebsame Mitglieder“ lassen sich schneller und einfacher ausschließen.
  • Beiträge automatisch veröffentlichen: Was schon auf Seiten geht, funktioniert nun auch in Gruppen, nämlich die Vorausplanung von Beiträgen.
  • Gruppen vernetzen: In Zukunft will Facebook es ermöglichen, gruppenübergreifende Communitys zu bilden. Zur Zeit werden Verlinkungen zwischen Gruppen getestet.

Zum Beitrag im Facebook-Newsroom, aus dem auch die Zitate in diesem Kasten stammen.

Hier sind …

Zehn Thesen zu Facebook-Gruppen von Unternehmen

1. Sie haben längst eine Community

Ob man es „Community“ nennt, von „Stakeholdern“ spricht oder einen anderen Begriff verwendet, ist zunächst einmal sekundär. Ich finde den Begriff der Community deswegen so hilfreich, weil das Substantiv das Gemeinsame, den Gemeinschaftsbegriff bereits in sich trägt. Communitys sind Gruppen von Menschen, die ein Interesse teilen oder sich um etwas gruppieren – und das kann eben auch eine Marke sein.

Im Gegensatz zu verschworenen Gemeinschaften früherer Zeiten finden sich die Communitys des Digitalzeitalters oft momentan aufgrund bestimmter Interessen und Eigenschaften zusammen. Das Wir-Gefühl und der Zusammenhalt können sehr unterschiedlich sein: von der jahrelangen Zugehörigkeit in einem Internetforum bis zum momentanen Austausch aufgrund eines bestimmten Interesses oder auch nur einer Fragestellung.

Insofern hat jedes Unternehmen, jede Marke, auch jeder einzelne Protagonist im Web eine Community. Die Frage lautet nur, wie sehr Sie diese wertschätzen und wie gut Sie sie pflegen. Facebook-Gruppen bieten dazu hervorragende Möglichkeiten.

2. Eine Community ist keine Zielgruppe

Wer seine Kunden, Interessenten und Empfehler in „Zielgruppen“ zusammenfasst, denkt häufig (zu häufig!) in Sender- und Empfängerkategorien. Einbahnstraßen-Reklame ist definitiv kein Instrument des Community-Buildings. Eine Community ist ein lebendiger Organismus, der sich aus dauerhaften, zeitweisen und momentanen Beziehungen zusammensetzt.

Daher ist jegliches Community-Building vor allem eines: ein Dienst an den Mitgliedern, der sich auf deren Nutzen fokussiert. Mit einer solchen Ausrichtung (und nur dann) kann auch eine Facebook-Gruppe einer Marke erfolgreich sein.

Das suchen Mitglieder in Facebook-Gruppen (Beispiele)

  • Kontakt, Austausch und Diskussion mit anderen Fachleuten
  • gezielte Information
  • aktuellen Informationsvorsprung
  • Expertise zeigen
  • Themen voranbringen
  • schnelle Problemlösung
  • berufliche Weiterentwicklung
  • persönliche Lebenshilfe
  • gegenseitige Unterstützung
  • konkrete Hilfe bei bestimmten Fragestellungen
  • Hobbypflege
  • Solidarität in bestimmten (Lebens-)Situationen
  • Unterhaltung
  • Kontakte knüpfen und Gleichgesinnte kennenlernen

3. Eine Facebook-Gruppe ist kein Marketing-Kanal

Auch wenn Facebook-Gruppen für das Marketing oft viel sinnvoller und wirkungsvoller zu sein scheinen als Fanpages, zumal wenn diese vergleichsweise lieblos bespielt werden, funktionieren sie nicht als eindimensionaler Marketing- und schon gar nicht als reiner Reklamekanal. Wer Gruppen einfach nutzt, um dort die wiederum gleichen Inhalte zu posten – vielleicht noch vorausgeplant und ohne sich um die Interaktion zu kümmern – lässt es lieber bleiben. Da ist eine inaktive Gruppe, in der nicht viel passiert, schon ein Glücksfall, der wenigstens nicht unmittelbar das Image schädigt. Gruppen brauchen Pflege, Sorgfalt, Liebe und (nochmals!) den Fokus auf Mitgliedernutzen.

Was Mitglieder nicht in Facebook-Gruppen suchen!

  • Reklame
  • Selbstbeweihräucherung von Unternehmen und anderen Personen
  • Belangloses und Zeitraubendes
  • langweilige oder komplizierte Inhalte, deren Sinn sich nicht erschließt
  • Abwertungen und Beleidigungen
  • den Eindruck, das sie für Unternehmens-PR instrumentalisiert werden
  • veraltete oder irreführende Inhalte

(Ausnahmen mögen jeweils die Regel bestätigen)

4. Sie brauchen sowieso schon jetzt einen Community-Manager

Community-Manager haben eine Engelsgeduld, müssen sich eine Menge anhören, sind oft gezwungen unpopuläre Entscheidungen zu treffen, balancieren oft am Rande eines Shitstorms, werden von Mitgliedern beschimpft und müssen sich der Firmenleitung gegenüber rechtfertigen – und dann sollen ihnen auch immer noch neue, interessante, unterhaltsame, inspirierende Inhalte und Fragen einfallen. Keine dankbare Aufgabe, sollte man meinen. Wer Mitglied in speziellen Facebook-Gruppen für Community-Manager ist, bekommt einen kleinen Einblick davon. Doch da, wie wir gesehen haben, jedes Unternehmen bereits eine Community hat, brauchen nicht nur solche Firmen einen gleichnamigen Manager, die eigene Gruppen führen. Jegliche Form der digitalen und nicht-digitalen Kommunikation mit den Stakeholdern sollte an einer Stelle zusammenlaufen und miteinander vernetzt sein – und das nicht nur in Fällen, in denen Krisen-PR erforderlich ist.

5. Facebook-Gruppen sind keine Selbstläufer

Einfach eine Gruppe eröffnen und dann hoffen, dass möglichst viele Mitglieder kommen und von selbst aktiv werden: Das kann nur schief gehen. Auch ein verdecktes Vorhaben, etwa eine reine Verkaufsabsicht statt einem Fokus auf langfristiger Wertschöpfung, steuert zielsicher in den Misserfolg. Man hat es an den XING-Gruppen gesehen, die – wahrscheinlich nicht zuletzt wegen der starken Facebook-Gruppen viel weniger Bedeutung haben als noch vor wenigen Jahren: Immer dort, wo sich Mitglieder versammelt haben, um einfach nur anderen etwas zu verkaufen, schliefen alle Aktivitäten schnell ein. Auch Gruppen, die von Unternehmen ausgingen, mussten schon massive Vorteile bieten, um überhaupt Aktivitäten zu erzeugen.

Facebook-Gruppen sind wahrscheinlich deswegen so erfolgreich, weil Menschen in dem Universum der Plattform so viele verschiedene Bedürfnisse decken und Wünsche befriedigen können. Da liegt es nahe, sich auch in mehr oder weniger geschlossenen, kleineren Gruppen auszutauschen – zumal deren Neuigkeiten, je nach eigenen Profileinstellungen, wie von selbst in die eigene Timeline gespült werden.

6. Facebook-Gruppen brauchen starke Markengesichter

Auch wenn es offenbar zumindest Tests mit Seiten als Gruppenadministratoren gibt, so wollen sich Menschen vor allem mit anderen Menschen austauschen – und nicht mit gesichtslosen Unternehmensaccounts. Das gilt eben auch für Facebook-Gruppen. Gruppenadministratoren sollten sich zum Zweck der Gruppenadministration keine Zweitprofile mit Pseudonym zulegen.

Facebook-Gruppen bieten große Chancen, sich direkt mit Menschen aus der Community auszutauschen und zu vernetzen; auch hier sind sie übrigens Fanpages überlegen.

7. Womöglich gibt es zu Ihrer Marke schon Facebook-Gruppen!

Wenn ich mit Unternehmen beginne, an deren Social-Media-Strategie zu arbeiten, ist das Staunen oft groß, wie viele Seiten mit dem Firmennamen es gibt, die von irgendwelchen Nutzern angelegt oder automatisch erzeugt wurden. Noch größer ist das Staunen aber, wenn dann herauskommt, dass sich etwa bestimmte Mitarbeitergruppen längst in einer oder mehreren Facebook-Gruppen organisiert haben und dort austauschen – ohne dass die Firmenleitung oder die Kommunikationsabteilung davon eine Ahnung hatte.

Auch könnte es Gruppen geben, die von Fans Ihrer Marke betrieben werden: eine großartige Chance, die Sie nicht vergeben sollten. Dabei sind selbst solche Gruppen vielfach eher Zufallsfunde. Man kann davon ausgehen, dass es oft geheime Gruppen gibt, die nicht mit der Suche zu entdecken sind und deren Mitglieder dichthalten. Das gilt natürlich insbesondere beispielsweise für Selbsthilfegruppen von Menschen, die sich von einer Marke (oder vom eigenen Arbeitgeber!) ungerecht behandelt oder gar geschädigt fühlen.

Kontrolle in sozialen Netzwerken ist längst eine Illusion. Aber je aktiver die Protagonisten eines Unternehmens in Social Media sind und je höher die Digitalkompetenz aller Beteiligten ist, desto geringer ist die Gefahr von unbemerkten Entwicklungen. Zur Digitalkompetenz eines Unternehmens gehört eben auch eine ganzheitliche Digitalstrategie, die anerkennt, dass die meisten Menschen längst in Social Media unterwegs sind, und ihnen dabei Unterstützung und Wertschätzung als Markenbotschafter anbietet.

8. Wer „Facebook-Gruppe“ sagt, darf nicht nur an Unternehmen denken

Facebook ist deswegen als Marketingplattform nach wie vor so erfolgreich, weil es hier eben nicht hauptsächlich um Marketing und Werbung geht. Menschen ziehen sich in geschützte Räume zurück und lassen Firmen nur dann in ihr digitales Wohnzimmer, wenn sie sich einen eigenen Nutzen davon versprechen.

Unternehmen müssen daher begreifen, wie vielfältig die Bedürfnisse der Mitglieder ihrer Community sind – und dass die Markenkommunikation dann besonders erfolgreich ist, wenn sie selbst bereit ist, sich auch zurückzunehmen und nur dann einzuklinken, wenn sie etwas wirklich Nutzwertiges zu bieten hat.

Oft sind Unternehmen oder Einzelunternehmer erfolgreicher, wenn sie Themen- oder Supportgruppen eröffnen, als wenn die Thematik allzu nah an den eigenen Produkten liegt.

9. Die eigene Gruppe ist nicht genug

Wer Facebook-Gruppen anlegt und pflegt oder sich als Markenbotschafter in eigenen Gruppen bewegt, darf seine Aktivitäten nicht nur auf diese beschränken. Umfassende Erfahrung und vielfältiger Austausch sind erforderlich, um sich in einem sozialen Umfeld angemessen zu bewegen. Das gilt auch und gerade für Personenmarken. Auch als Fachleute in anderen Gruppen können sich Einzelunternehmer ebenso wie Markenbotschafter größerer Unternehmen profilieren – und auch hier gilt: Nutzen vor Marketingbotschaften.

In jedem Fall können Kommunikationsfachleute in Unternehmen sehr viel von Hobby- und Themengruppen lernen, bevor sie eine unternehmenseigene starten, und das sollten sie auch tun. Beispiele dafür gibt es am Schluss dieses Beitrags genug.

10. Facebook-Gruppen für Unternehmen brauchen einen guten Plan

„Einfach mal machen und ausprobieren“, das ist im Prinzip gar keine schlechte Idee, gerade in schnellen Social-Media-Zeiten. Auch die Unternehmenskommunikation muss den Mut zu Versuchen und Fehlern haben. Dennoch braucht jede professionelle Kommunikation den größeren Kontext der Kommunikationsstrategie. Sie braucht professionelle Begleitung und Planung – nicht zuletzt Ressourcenplanung. Denn eine Facebook-Gruppe braucht umfassende, dauerhafte Betreuung. Daher muss das Konzept auch Erreichbarkeit, Abstimmungswege sowie Vertretungsregelungen gehören. Allerdings: Diese Strukturen braucht Ihr Unternehmen ja ohnehin jetzt schon, denn im Web kann immer irgendetwas geschehen, auf das Sie schnell reagieren müssen; ob nun im positiven oder im negativen Sinne.

Hinweis

Facebook-Gruppen sind, wenn man sie wirklich nutzerorientiert aufzieht, ganz unzweifelhaft auch sehr wirkungsvolle Instrumente für das Direktmarketing, um Produkte zu promoten, Traffic zu erzeugen und direkte Verkäufe zu erzielen. Das zeigen Gruppen etwa im amerikanischen Raum schon sehr gut. In diesem Artikel sind einige Methoden vorgestellt, wie man mittels Gruppen Geld verdienen kann.

Doch hier bin ich mir, ehrlich gesagt, für die Anwendung in Deutschland selbst im Zweifel, was die rechtlichen Aspekte angeht, sprich: inwieweit hier Werbe- und Wettbewerbsrecht greifen und wie es beispielsweise mit der Impressumspflicht aussieht. Daher bin ich mit solchen Empfehlungen vorsichtig, zumal ich nicht rechtsberaten darf und kann. Unternehmen, die Gruppen initiieren und insbesondere für Marketingzwecke nutzen wollen, sollten sich unbedingt juristisch begleiten lassen. Sie sind daher selbst dafür verantwortlich, wie Sie die folgenden Tipps umsetzen.

Beispiele für Facebook-Gruppen

Im Folgenden habe ich selbst – und mit Unterstützung meines Netzwerks – Beispiele für Facebook-Gruppen zusammengetragen. Einige davon sind „öffentlich“, es kann also jeder mitlesen, ohne Mitglied zu sein. Die meisten sind „geschlossen“, so dass Sie sich hier nur ein Bild machen können, nachdem Sie sich angemeldet haben. Geheime Gruppen – die man nur auf ausdrückliche Einladung überhaupt findet – sind nicht dabei.

Update: Bei den Online Marketing Rockstars gibt es eine Übersicht der 50 größten deutschsprachigen Facebook-Gruppen.

Link zum Artikel bei den OMR

Facebook-Gruppen von Unternehmen

Es ist gar nicht so einfach, Facebook-Gruppen von mittelständischen deutschen Unternehmen zu finden, die darüber beispielsweise intensiven Produktsupport leisten. Denn viele dieser Gruppen sind geheim und daher nicht so ohne Weiteres zu finden. Dass ich geheime Gruppen meiner eigenen Kunden, die ich mit aufgebaut habe, nicht offenlegen kann, versteht sich ebenfalls von selbst. Dennoch habe ich hier einige Beispiele zusammentragen können. Insgesamt gilt: Gruppen zu großen Marken lassen sich leicht finden, zu Mittelständlern nicht so leicht. Wenn Sie Beispiele haben, freue ich mich über Tipps!

  • Beispielhaft für die sehr unterschiedliche Nutzung von Gruppen ist die Marke Salesforce. Hier zum Beispiel: Salesforce DevelopersSALESFORCE LEARNERS oder Salesforce Jobs & Blog.
  • Kaum eine Consumermarke, zu der es nicht viele Fangruppen gibt. Hier habe ich als Beispiel Adidas ausgewählt: adidas Runners Munich (eine von unzähligen Runners-Gruppen auf der ganzen Welt), Adidas Talk PhilippinesAdidas Market Worldwide.
  • Microsoft hat beispielsweise eine öffentliche Gruppe, die für Fans ebenso offensteht wie für Mitarbeiter.
  • Scompler. eine Plattform für Content-Marketing, unterhält eine Anwendergruppe.
  • Für die Anwender von Amazons Alexa aus Europa und UK gibt es beispielsweise hier ein Supportforum.
  • Von der Do-it-yourself-Branche lernen: Gerade im Hobby- und Handwerksbereich gibt es überdurchschnittlich viele Gruppen von Herstellern und Händlern, die ihren Kundinnen und Kunden vor allem ein Forum zum Herzeigen ihrer fertigen Arbeiten, aber zu gegenseitiger Unterstützung bieten. Beispiele sind etwa der Handarbeitsgarn-Hersteller Drops mit seinem Workshop, der über 20.000 Mitglieder hat oder das Leipziger Stoffekontor.
  • Viele Coachs und Trainer leiten Gruppen für ihre Teilnehmer; die meisten davon sind aber auf „geheim“ gestellt. In den Zitaten weiter unten finden Sie eine Aussage von Susanne Westphal dazu.

Haben Sie weitere Beispiele? Bitte schreiben Sie sie in die Kommentare unter diesem Beitrag. Auch Nennungen eigener Gruppen sind willkommen. 

Interessante Beispiele aus meinem Netzwerk

Auf meine Facebook-Freunde ist Verlass. Ich hatte, während ich an diesem Beitrag schrieb, eine kleine Umfrage zu Facebook-Gruppen gestartet. Im Folgenden einige Beispiele. Die komplette Liste mit sehr vielen interessanten Gruppen finden Sie unter meinem öffentlichen Facebook-Beitrag.

Interessant ist auch hier, dass wenige Unternehmensgruppen dabei sind, jedoch viele Gruppen, in denen beispielsweise professionelle Berater unterschiedlichster Fachrichtungen – auch aus größeren Unternehmen – anderen Mitgliedern weiterhelfen. Auch und gerade das ist eine hervorragende Möglichkeit, Facebook-Gruppen für die eigene unternehmerische Reputation zu nutzen. Auch die privaten und Hobby-Gruppen liefern im Übrigen sehr hilfreiche Einblicke, was Gruppenmitglieder nützlich und wertvoll finden.

„Die liebste Gruppe: Weinkellerauflösung, weil es da sehr spannende Weinschätze zu entdecken gibt. Beruflich: Keine, weil ich beruflich kaum etwas konkretes von/mit Facebook tue. Und dann haben wir die Gruppe „Blogger Für Flüchtlinge“ damals benutzt um mobil zu machen und zu organisieren. Das Ergebnis waren über 1.000 Blogposts, Beiträge in fast allen großen deutschen Print- /Online-Medien und bis heute rund 150.000 Euro Spendengelder.“ (Paul Huizing)

„1. Eine über veganes Kochen.
2. + 3. Keine, was Vertrieb angeht. Diverse, was eigene Weiterbildung betrifft (Elisabeth Heinemann)“  

„Aus ganz praktischen Gründen ist die Facebook-Admin-Gruppe für mich beruflich – als FBAdmin – wichtig: https://www.facebook.com/groups/adminsfeedback/ Weil man dort auch bei den kniffligsten Fragen rund ums FB-Dashboard kompetentes Feedback bekommt.“ (Frank Krings)

„Häufig ergibt sich nach Seminaren, dass die Teilnehmer in einer eigenen Facebook-Gruppe in Verbindung bleiben wollen. Hier klinke ich mich immer mit ein, weil die spannendsten Fragen immer erst nach einem Training entstehen. Diese sehr kleinen Gruppen sind für mich sehr wichtig. Ansonsten wechselt meine Prioriätenblickwinkel je nach Thema, das mich gerade besonders beschäftigt.“ (Susanne Westphal)

„Unser NEUES NACHBARN NETZWERK https://www.facebook.com/groups/NeueNachbarnNetzwerk/“ (Pia Modanese)

„Drei Gruppen, auf die sowohl die Vorliebe wie auch berufliche Relevanz zutrifft: das BLOGST-Netzwerk, die Digital Media Women sowie Alles rund um Instagram.Nirgends sonst erlebe ich auf Facebook einen so offenen, konstruktiven wie auch kritischen Austausch zu den für mich (beruflich) relevanten Themen. Das alles in einer Größenordnung, die dennoch selbstregulierend funktioniert und alten Hasen ebenso Raum lässt sich zu entfalten wie den Rookies, um Fragen zu stellen und zu diskutieren.“ (Daniel Rehn)

„Lieblingsgruppen: Die „Lovely Business Ladies“ und „#ichbinhier„. Weil es in beiden zwar vollkommen anders, aber offen und ehrlich zugeht. Bei den LBL ist der Austausch kleiner, privater und immer von gegenseitigem Rückhalt und Liebe zum Tun geprägt. Bei #ichbinhier geht es immer um sehr kontrovers diskutierte Inhalte, und es wird dennoch versucht, sich auf die Gemeinsamkeiten und den Respekt zu konzentrieren. Beruflich profitiere ich am meisten von den Digital Media Women, den LBL und kleineren, regionalen Gruppen.“ (Julia Schönborn)

„Ich beobachte sehr interessiert, was sich bei Stadtteilgruppen entwickelt. Für Hamburg-Bergedorf gibt es 2 große Gruppen, in denen man alles darüber erfährt, was im Stadtteil los ist. Noch interessanter finde ich, dass viele dort Facebook quasi als Suchmaschine nützen und nach Ärzten, Restaurants, Öffnungszeiten etc. fragen. Ichbinhier wurde schon von Jutta genannt, auch die Lektorengruppe.
Dann bin ich mit Freunden, die ich zum großen Teil noch von OpenBC/Xing kenne, in einer privaten Gruppe, in der wir uns über Sprachunfälle austauschen und ungehemmt kalauern und rumblödeln können.“ (Jürgen Braatz)

(Die Links hinter den Namen führen jeweils direkt zu dem Kommentar innerhalb des langen und noch anwachsenden Kommentarstrang.)

Ein kleiner Einblick in die Facebook-Gruppen, die ich nutze

Ich bin in sehr vielen Facebook-Gruppen mehr oder weniger aktiv oder lese zumindest mit. Dazu gehören lösungsorientierte Themengruppen aus dem beruflichen Bereich ebenso wie solche Gruppen, in denen ich private Interessen pflege, skurrile Neuigkeiten konsumiere oder mit anderen Menschen Dinge voranbringen möchte. Hier ist eine kleine, nicht repräsentative Auswahl. Ich werde die Liste in nächster Zeit fortführen und ergänzen.

  • Beruflicher Austausch, Problemlösung, Antworten auf Fragen, Empfehlungen für Dienstleister: All dies und noch mehr finde ich im Kreise der Kolleginnen und Kollegen bei den Digital Media Women.
  • Natürlich bin ich auch in einer Gruppe, in der sich Facebook Group Admins austauschen.
  • … sowie in der kleinen Community Manager Selbsthilfegruppe.
  • Bei den Apple Fans Deutschland finde ich Unterstützung in allen Fragen rund um meine digitalen Geräte.
  • Fragen zu Reisen und Flügen kann ich im Vielflieger Stammtisch stellen, wo es auch oft interessante Tipps gibt. Empfehlungen zu und Warnungen vor Reiseanbietern und Fluglinien gehören dazu.
  • Laufen ist meine liebste Sportart, und so bin ich auch in einigen Laufgruppen, in denen es Austausch, Tipps und Antworten auf Fragen gibt. Dazu gehören auch Die Marathonies, eine Gruppe, in der es eher um längere Strecken geht – sehr hilfreich für mich.

In welchen Gruppen sind Sie aktiv? Welche verwalten Sie? Welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht? Ich freue mich über Ihre Beiträge in den Kommentaren.


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Dr. Kerstin Hoffmann

Hier im PR-Doktor teile ich mein Wissen und meine Erfahrung aus mehr als 20 Jahren in der Unternehmenskommunikation. – Ich berate und unterstütze Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikationsstrategien, Content-Marketing und Social Media. Ich halte Vorträge, schreibe Bücher und lehre an einer deutschen Universität.

Nehmen Sie Kontakt auf:
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  4 comments for “Facebook-Gruppen: Das grandios verkannte Kommunikationsinstrument

  1. 27. Juni 2017 at 13:14

    Hallo Kerstin,
    zunächst einmal vielen, vielen Dank für den interessanten und ausführlichen Artikel! Ich bin selbst seit vielen Jahren im Marketing zuhause, betreue weitgehend kleine Unternehmen, die Social Media noch nicht allzu sehr für sich entdeckt haben und / oder (noch) den Aufwand scheuen. Ich selbst beschäftige mich seit Jahren mit Kommunikation und schreibe gerade an einem sehr speziellen Selbstcoaching-Buch, zu welchem ich bereits überlegt habe evtl eine Community-Gruppe zu initiieren.
    Seit nunmehr fast 10 Jahren administriere ich mit Unterstützung die regionale Gruppe „Unternehmungslustige Menschen in Braunschweig“ und kann hier tatsächlich auf lange Jahre Umgang mit Menschen online wie offline, zurückblicken. Auch hier versuchen immer wieder Unternehmen reinzukommen, um gezielt Werbung zu platzieren…

    Ich muss gestehen, dass mir dein Artikel deswegen so gut gefällt, weil ich im Prinzip die meisten Details schon kannte, bisher jedoch kaum aus diesem Blickwinkel betrachtet habe. Mir hat sich also wieder einmal ein neuer Blickwinkel eröffnet… 🙂 DANKE dafür!!

    Mir gehen gerade sehr viele Dinge dazu durch den Kopf, auch durch die manchmal nicht ganz einfache Verbindung meiner Selbständigkeit mit meinem Buchthema, eigenen Ideen und der Entwicklung / Veränderung meiner Arbeit… Ich bin gerade echt gespannt, was dadurch entsteht!?

    Fühl dich unbekannterweise einmal herzlich gedrückt! Danke nochmal! 🙂

    LG Patrick

  2. 27. Juni 2017 at 13:16

    Toller Artikel, der sich mit meiner Erfahrung deckt. Community-Management ist immer eine wohldosierte Mischung aus strategischem „Ich-hab-die-Zügel-in-der-Hand“ und vertrauensbasiertem „Lass-die-Community-mal-machen“. In unserer (bewusst geschlossenen) Alumni-Gruppe für unsere Absolventen Social Media Manager IHK läuft das so: Im Zweifel machen die Teilnehmer die Kommunikation schon ganz alleine.
    Ab und zu geben wir dort aber auch mal nützlichen Content rein. Deshalb werde ich mal diesen Beitrag dort posten! 😉

  3. 27. Juni 2017 at 14:04

    Liebe Kerstin,

    ich besuche am häufigsten die Facebook-Gruppe „Lust auf Wiesbaden“. Dort erfahre ich, was am Wohnort los ist (politisch und im Hinblick auf Veranstaltungen), bleibe lose mit Bekannten in Kontakt und erweitere meinen lokalen Bekanntenkreis. Gelegentlich komme ich hier auch mit Menschen ins Gespräch, die ich vom Sehen lange kenne und nie angesprochen hätte. Man verabredet sich dann auch immer mal wieder im „echten Leben“.

    Natürlich nutze ich die Gruppe auch zum Verteilen von Informationen. Für mich als Couch-Potato, Home-Office-Arbeiterin und Ehrenamtlerin ist das alles gleichermaßen sehr wichtig.

    Der Gruppenbetreiber wiederum (ein Kommunikationskollege) nutzt diese Gruppe wohl sehr erfolgreich als PR- und Marketingtool. Themen die in der Gruppe erörtert werden, schaffen es sogar immer wieder in die lokale Presse.

    Beruflich nutze ich Facebook nicht so sehr. Ich schaue zwar immer mal wieder bei beruflich orientierten Gruppen ´rein und poste auch gelegentlich, stelle aber immer wieder fest, dass mir mein virtuelles Texterinnenforum deutlich mehr Nutzen bringt. (Nicht nur beruflich.)

    Kunden suche/finde ich in FB-Gruppen bisher gar nicht. Das liegt aber vermutlich an meinen Themen. Einfache Sprache und CSR-Kommunikation sind in Deutschland noch nicht so verbreitet.

  4. Angelika Eder
    30. Juni 2017 at 08:34

    Liebe Frau Hoffmann,

    wie immer, wenn etwas aus Feder (oder Tastatur) fließt: verdichtete, substanzielle Informationen – locker und leicht verständlich geschrieben. Dieser Artikel kommt für mich geradewegs zur rechten Zeit: Er bestärkt mich in meinen aktuellen Überlegungen und ich fühle mich positiv von Ihnen angeschubst. Vielen Dank dafür!

    Es grüßt herzlich aus Hamburg
    Angelika Eder

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