Fanpage oder persönliches Profil? – Facebook-Marketing für Berater, Speaker, Autoren, Persönlichkeiten

Wie gelangen Sie zu einer ebenso erfolgreichen wie realisierbaren Facebook-Strategie?

Goldrahmen

Fanpage oder persönliches Profil – oder beides? Was ist der richtige Rahmen für Ihre Personenmarke auf Facebook?

Aus meinem Kollegen- und Kundenkreis höre ich andauernd, dass die eigenen Facebook-Fanpages dramatisch an Sichtbarkeit und Wirkung verlieren: Die Fans interagieren weniger. Es kommen kaum neue Fans hinzu. Die Facebook-Seite erzeugt weniger Klicks auf weitere Seiten und Produkte. Das oftmals mit viel Aufwand gestartete Social-Media-Marketing-Konzept für die betreffende Persönlichkeit gerät ins Wanken. Ratlosigkeit macht sich oft breit. Oft lautet die Frage an mich dann: „Was kann ich machen, damit meine Seite wieder sichtbar wird?“ Viel seltener wird gefragt: „Sollte ich überhaupt weiter eine Fanpage betreiben?“ Dabei ist die zweite Frage in den meisten Fällen die deutlich zielführendere.

In Zeiten, in denen insgesamt die Sichtbarkeit von Fanpages dramatisch abnimmt, müssen sich dieser Frage vor allem Personenmarken und kleine Organisationen stellen. Ich will hier keinesfalls generell von Fanpages abraten. Doch die Abwägung im Einzelfall müssen Sie selbst vornehmen, und viele Faktoren spielen dabei eine Rolle. Aber Sie finden im Folgenden einige Fragen und Entscheidungskriterien, die Ihnen dabei helfen sollen, Ihre Facebook-Strategie innerhalb Ihres Persönlichkeits-Marketings zu überdenken und gegebenenfalls wieder auf erfolgreichere Wege zu führen. Dabei betrachte ich hier also speziell die im Titel genannte Gruppe, die ich die der „Personenmarken“ nennen will.

Dieser Beitrag ist übrigens, wie viele hier im „PR-Doktor“, aus einer Beratungssituation hervorgegangen, in der ich festgestellt habe, dass ich die Fragen aufgreifen und meine Antworten dann auch allen Lesern zugänglich machen kann.

Hinweis: Wir betrachten hier nur den Bereich Facebook-Fanpage versus persönliches Profil einmal im Detail, eben weil ich so oft mit genau dieser Frage konfrontiert bin. Es versteht sich wohl von selbst, dass diese lupenartige Betrachtungsweise nur einen kleinen Teilaspekt der Gesamtkommunikation beleuchtet. 


Was heißt überhaupt „Persönlichkeitsmarketing“?

Eine Person zu „vermarkten“: Klingt das nicht in dieser Verkürzung schon fast ein wenig zynisch? Tatsächlich ist es einfach ein terminus technicus. Es geht auch hier um ein Produkt, etwa um Bücher, Vorträge oder Beratung. Dabei betrachten wir jedoch die Web-Präsenzen solcher Menschen, die mit ihrer Marke weitgehend identisch sind, weil das Produkt sehr eng an die Person gekoppelt ist. Das können, wie im Beitragstitel genannt, Vortragsredner, Buchautoren, aber auch andere Persönlichkeiten – wie etwa Musiker, bildende Künstler, Models oder Schauspieler – sein. Sie sehen sich in der Markenbildung wie auch in der eigenen Unternehmenskommunikation besonderen Herausforderungen gegenüber. Zugleich können sie aber auch mit besonderen Stärken punkten. Denn gerade in sozialen Netzwerken stehen meistens Personen, Köpfe, Gesichter im Vordergrund. Abstrakte Marken haben es zunehmend schwer, Bindungen aufzubauen und zu halten, wenn sich die beteiligten Personen nicht zeigen.


Vermeidung oder Fülle: Warum haben Sie die Fanpage eingerichtet?

Viele Menschen, die längst als Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gelten, fühlen sich sehr unbehaglich damit, sich persönlich öffentlich zu zeigen. Daher wählen sie Wege, diese Person zu abstrahieren und suchen sich Kommunikationsformen aus, in der der Privatmensch scheinbar hinter der Personenmarke zurücktreten kann. Bezogen auf Facebook heißt das übersetzt häufig so etwas wie: „Ich will irgendwie als Person schon sichtbar sein, weil mir das ja Umsatz bringt. Aber ich will nicht, dass jeder meiner Fans zu einem persönlichen ‚Freund‘ wird und mich direkt kontaktieren kann.“

So verständlich das ist: Dass eine solche Strategie, die eher auf Vermeidung basiert als auf Erfolgskriterien, nicht wirklich erfolgreich sein kann, liegt eigentlich auf der Hand. Das wirkt sich auf die gesamte Kommunikation aus. Man kann den Kuchen nicht aufessen und ihn behalten. Wer sichtbar sein und für Auftraggeber erreichbar sein will muss eben auch: erreichbar sein. Zwei von außen fast identisch aussehende Szenarien können also sehr unterschiedlich erfolgreich sein.

„Nur privat“: Können Sie sich diesen Luxus überhaupt leisten?

Auch wieder ein typischer Fall von Kuchen aufessen und behalten: Viele Persönlichkeiten sagen mir, dass sie ihr persönliches Profil auf Facebook rein privat halten möchten und daher die Page für Professionelles nutzen. (Siehe auch erste Frage.) Das ist wie im richtigen Leben: Je mehr Sie eine öffentliche Person werden, desto geringer Ihre privaten Rückzugsräume. Zurückgezogenheit geht auf Kosten der Sichtbarkeit. Man kann nicht mit einem Minimum ein Maximum erreichen. Aber wie privat oder wie öffentlich Sie sich darstellen, ist eine grundsätzliche Entscheidung. Und: Ja, Ihre Nachbarn oder Sportskollegen werden unter Umständen genervt sein, wenn sie dauernd Berufliches von Ihnen lesen. Man kann das über Listen und Gruppen, die private Räume auch auf Facebook erleichtern, ein Stück weit skalieren.

Aber öffentliche Sichtbarkeit und Persönlichkeitsmarketing haben ihren Preis – und auch das ist übrigens nicht nur im Web so, sondern auch im richtigen Leben. Ich zitiere in diesem Zusammenhang gerne immer den Schriftsteller und Dichter Robert Gernhardt, der sinngemäß einmal gesagt, ein Preis, den man für Berühmtheit zahle, sei, dass man beim Straßenfest nicht mehr unbemerkt in die Rabatten reihern könne.

Star oder Persönlichkeit: Wie nahbar ist Ihre Personenmarke?

Große Marken und Unternehmungen, an denen viele beteiligt sind, brauchen natürlich eine Fanpage. Gleichwohl sehen wir mehr und mehr, dass im Social Web das Marketing über Gesichter und Köpfe besonders gut funktioniert. Im Grunde war das auch schon immer so. Große Marken holen sich daher häufig Testimonials. Während jedoch zu vor-digitalen Zeiten die Gesichter sich vor allem einfach für die Marke zeigten, wird heute viel mehr Interaktivität und Erreichbarkeit erwartet. Wo früher ein Promi ein Getränk in einem Werbespot in die Kamera hielt, veranstaltet heute beispielsweise Coca-Cola ein Hangout mit einem Star, wie hier mit Manuel Neuer. Wenn Sie selbst die Personenmarke sind, haben Sie das Testimonial nicht nur sozusagen eingebaut. Sie sind auch noch weitgehend identisch mit dem Produkt.

Dennoch gibt es immer noch Unterschied zwischen Solopreneuren mit einer relativ begrenzten Zielgruppe, Persönlichkeiten mit einer hohen Reichweite und regelrechten Publikumsstars. Dass letztere auf eine Fanpage ausweichen müssen und ein ganzes Team zur Beantwortung von Anfragen haben, versteht sich wohl von selbst. Sie brauchen zwar auch eine Facebook-Strategie, die den Eindruck der Nahbarkeit erweckt. Doch auch Fanpages von Stars übrigens kämpfen mit der verminderten Sichtbarkeit von Pages insgesamt und müssen zunehmend umdenken, anders kommunizieren und ihr Budget erhöhen.

Dass es dennoch ungleich attraktiver für die meisten Fans ist, in direkten Kontakt mit dem Star oder eben auch dem (Teilöffentlichkeits-) Promi zu kommen, steht wohl außer Frage. Auch deswegen kann es für Persönlichkeiten besonders lohnend sein, sich vor allem oder sogar ausschließlich persönlich zu vernetzen.

Sichtbarkeit: Wie viel Zeit und Geld wollen Sie investieren?

Es ist ein gerne gepflegter Mythos, dass es nicht mehr gelingen könne, mit einer Fanpage auf Facebook sichtbar zu sein. Allerdings hat Facebook, vereinfach formuliert, zwei Interessen: Erstens will es als Plattform-Anbieter vermeiden, dass die User in ihrer eigenen Timeline nur noch Werbliches und Irrelevantes sehen. In dem Maße, indem also werbliche Inhalte zunehmen, filtert es stärker. Das wirkt sich, auch wieder vereinfacht, zugunsten der Sichtbarkeit persönlicher Postings von Personenprofilen aus. Auch hier – und das ist ja ebenfalls alles andere als unumstritten – versucht Facebook zu entscheiden, was für den Betreffenden relevanter ist als anderes. Wenn ich also viel mit jemandem interagiere, sehen wir unsere Postings wahrscheinlich häufiger als von anderen. Wenn sehr viele andere mit mir interagieren und damit zeigen, dass sie meine Inhalte interessant finden, werden diese insgesamt sichtbarer.

Letzteres gilt natürlich auch für die Postings von Seiten, gerade von solchen mit nicht so hohen Fanzahlen. Wer nur aussendet und keine Interaktion mit den Fans pflegt, ist weniger sichtbar. Gleichwohl scheinen Postings von Seiten im Vergleich zu denen von Profilen weniger sichtbar. Kein Wunder: Facebook möchte als Wirtschaftsunternehmen kostenpflichtige Werbung verkaufen. Dass man als Unternehmen oder Marke heute noch auf der Plattform maximale Sichtbarkeit erreichen könnte, ohne Geld in die Hand zu nehmen, ist eine Illusion. Das kann man sehen, wie man will. Tatsächlich sind die Rahmenbedingungen, die Facebook vorgibt, der Deal auf den sich diejenigen einlassen, die dort mitmachen.

Einfach aus Protest außen vor zu bleiben: Das ist keine Option für diejenigen, die auf Facebook nun einmal zumindest gegenwärtig noch ihre Zielgruppen gut erreichen. Doch vielleicht ist eben mittlerweile in bestimmten Größenordnungen das Profil die bessere Wahl. Fragen Sie sich also vor allem erst einmal, wie viel Zeit und Geld Sie investieren wollen. Wahrscheinlich erzielen Sie mit dem gleichen Zeiteinsatz via Profil deutlich mehr Sichtbarkeit als mit einer Page.

Aber: Auch Profile brauchen Interaktion. Mit Verlautbarungs-PR und dergleichen bleibt auch ein Profil für andere uninteressant, weitgehend unbeachtet und damit zunehmend unsichtbar.

Fans, Freunde, Abos: Wie weit sind Sie von den 5000 entfernt?

Hier kommt wieder der Star- oder Promi-Status ins Spiel. Wenn Sie nur eine Teilöffentlichkeit adressieren, dann ist womöglich die obere zahlenmäßige Begrenzung bei Facebook auf 5.000 „Freunde“ für Sie sehr komfortabel und noch lange nicht ausgereizt. Zudem können Sie Ihr Profil abonnierbar machen, so dass weit über die 5.000 hinaus Andere Ihren öffentlichen Postings folgen können, ohne dass eine gegenseitige „Freundschaft“ besteht. Sie können mit Listen für Ihre Statusmeldungen arbeiten, so dass nicht jeder Ihrer „Freunde“ alles sieht. Sie können zudem direkte Kontakte auf die Liste „eingeschränkt“ setzen, so dass diese nur allgemein Öffentliches von Ihnen sehen – ohne zu wissen, dass es da noch andere, eher private Informationen gibt.

Doch wenn Sie bereits die 5.000 annähernd erreicht haben, müssen Sie mit Ihren neuen Kontakten haushalten. Sie können eine neue Person, die in Ihr näheres Umfeld tritt, nur dann annehmen, wenn Sie jemand Anderen hinauswerfen. Das ist natürlich nicht schön. Daher sollten Sie sich frühzeitig darüber Gedanken machen und womöglich Ihre Freundschaftsannahme-Politik überdenken. Manch ein eigentlich treuer Fan wird sich, wenn Sie nur ein persönliches Profil und keine Fanpage haben, nicht mit dem Abo zufriedengeben und eingeschnappt sein, wenn Sie ihn nicht in Ihren Freundeskreis aufnehmen.

Das kann erheblichen Kommunikationsaufwand nach sich ziehen und früher oder später doch zur Entscheidung für eine Fanpage führen. Wie Sie den Aufwand zwischen Page und Profil gewichten, ist dann immer noch eine weitere Frage der Strategie im Einzelnen.

Ich und ich: Wie ähnlich sind sich Profil und Fanpage?

Ich finde es immer wieder höchst irritierend, wenn Profil und Fanpage einer Persönlichkeit nur den Personennamen tragen und ich auf den ersten Blick nie genau weiß, was ich da gerade vor mit habe. Nun bin ich schon von Berufs wegen darin geübt, das zu unterscheiden. Sie können nicht bei allen Ihren Kontakten den gleichen Grad an Digitalaffinität und vor allem auch an Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen erwarten. Daher sollte die Kennzeichnung sehr klar sein.

Auch hier bilden echte Publikumsstars die Ausnahme: Hier wird meistens gleich erwartet, dass es sich um eine Fanpage handelt. Meistens sind diese als Privatpersonen gar nicht auf Facebook sichtbar.

Was ich für keine sehr gute Lösung halte, ist, das Profil mit dem Zusatz „privat“ zu versehen. Am wirkungsvollsten und authentischsten wirken Personen auf Facebook mit ihrem Klarnamen. Auch Berufsbezeichnungen oder gar werbliche Zusätze haben in Profilen nichts zu suchen, können aber auf einer Personen-Fanpage für die eindeutige Zuordnung sorgen.

Marketing: Dürfen Sie auf Ihrem Profil überhaupt werben?

Eine ganz andere Frage besteht darin, ob Sie überhaupt Ihr persönliches Profil dafür einsetzen dürfen, für Ihre Personenmarke zu werben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, über den wir hier bisher noch nicht gesprochen haben. Facebook verbietet in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine kommerzielle Nutzung persönlicher Profile. Allerdings sind die Grenzen wohl fließend, auch sind die Formulierungen in der letzten Fassung nicht mehr so restriktiv wie früher. Publizierende hatten seit jeher eine Sonderstellung.

Hinzu kommt: Mit Werbespam locken Sie ohnehin keinen Fan hinter dem Bildschirm hervor. Wertschätzender, interessierter Austausch mit anderen sollte im Vordergrund stehen. Wertvolle Inhalte erzeugen mehr Resonanz als Reklame. Vernetzung ist nicht primär Werbung, wirkt aber oft besser als jedes andere Marketing. Daher sollten Sie sich genau informieren, was aktuell erlaubt ist. (Dass Sie die Nutzungsbedingungen lesen, ehe Sie – wie mit der Anmeldung bei Facebook – einen Vertrag eingehen, sollte ohnehin selbstverständlich sein.) In Zweifelsfällen sollten Sie sich von Fachleuten beraten lassen oder direkt bei Facebook nachfragen.

Wichtig: Kommerzielle Präsenzen im Web müssen bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllen, etwa in Sachen Impressumspflicht. Das gilt unter Umständen auch für – im weitesten Sinne – professionell genutzte persönliche Profile. Immer dann, wenn Sie berufliche Seiten aufbauen, sollten Sie sich über die aktuelle Rechtslage informieren und gegebenenfalls auch dazu beraten lassen!

Targeting: Können Sie auf die Werbe-Möglichkeiten verzichten?

Eines muss bei alledem klar sein: Die Entscheidung, die eigene professionelle Facebook-Kommunikation auf das Profil zu beschränken, ist eine für das Marketing über persönliches Netzwerken und gegen gezielte Werbung. Das ist also eine strategische Entscheidung. Für Fanpages bietet Facebook sehr umfangreiche Möglichkeiten des Targetings an, also der gezielten Identifizierung von Werbezielgruppen. Sie können ganz gezielt auswählen, wer genau in „Sponsored Posts“ und Anzeigen auf Ihre Seite oder auf einzelne Beiträge hingewiesen werden soll. Diese Möglichkeit, aus bisher Fremden Fans zu machen und die eigene Community zu erweitern, haben Sie im persönlichen Profil nicht.

Sollten Sie also diese – kostenpflichtige und auch mit einigem Aufwand verbundene – Möglichkeit nutzen wollen, dann stellt sich die Frage, ob Sie eine Fanpage brauchen oder nicht, gar nicht.

Verzettelung: Haben Sie womöglich als eine Person noch viele verschiedene Seiten?

Manche Buch-Autoren beispielsweise legen für jedes neue Werk eine eigene Fanpage an. Sie beginnen dann in Sachen Fans und Reichweite jedes Mal von vorn. Besser ist es – von Ausnahmen, wie immer, abgesehen – sich auf eine Seite zu fokussieren, die unter einem Thema steht, und darin verschiedene Aspekte abzuhandeln. Das macht es dann auch wieder für die Empfänger interessant und abwechslungsreich.

Aber Letzteres könnte wiederum auch ein Argument für die Fokussierung auf das Profil sein: Projekte plus Persönliches machen die Personenmarke erst rund. Sie sehen also: Um eine komplexe strategische Betrachtung kommen Sie so oder so nicht herum.

Investitionssicherheit: Was, wenn Facebook mal wieder die Regeln ändert?

„Ich habe viel Geld in Anzeigen und viel Aufwand in meine Fanpage investiert, und jetzt ist sie plötzlich nicht mehr sichtbar! Alle Investitionen sind für die Katz'“ – „Facebook ändert ständig die Regeln. Mal sorgen angeblich Bilder für Sichtbarkeit, dann sind Links von Vorteil. Dann wieder nicht. Wie soll ich denn da eine vernünftige Facebook-Strategie verfolgen?!“ – Solche und ähnliche Beschwerden höre ich sehr häufig. Ja, das ist ärgerlich. Selbst wenn man sich klarmacht, dass es derzeit gerade für das Persönlichkeitsmarketing in sozialen Netzwerken kaum eine wirkungsvollere Alternative als Facebook gibt, kann man das nicht schönreden: Investitionssicherheit sieht anders aus. Das ist eine Kröte, die die meisten wohl oder übel schlucken. Hier bestimmt jemand anders, ein Wirtschaftsunternehmen noch dazu, die Regeln, und die eigenen Einflussmöglichkeiten gehen gen Null. Natürlich kann man sich abmelden, aber das ist eben aus oben genannten Gründen, meistens keine Alternative.

Insofern sollte immer der Fokus auf dem Aufbau eines Netzwerks insgesamt liegen, und das finanzielle Risiko sollte sich nicht auf eine Plattform konzentrieren. Wer in Social Networks unterwegs ist, muss umdenken und sich einfach klarmachen: Wer hier investiert, schafft auf der Plattform keine dauerhaften Werte, sondern allenfalls Wirkung für einen bestimmten Zeitraum oder sogar nur für den Moment. Regeln können sich ändern. Es kann sogar sein, dass ein Angebot vollkommen dichtmacht oder die Nutzungsbedingungen sich so ändern, dass man eine Präsenz für sich selbst nicht mehr vertreten kann.

Umso wichtiger ist eine eigene Plattform im Web, etwa eine Website mit einem Blog, auf der die eigenen digitalen Werte zusammenlaufen. In der Anfangseuphorie über die Möglichkeiten von Facebook haben manche Unternehmer sogar zugunsten einer Fanpage ganz auf eine eigene Website verzichtet. Das rächt sich spätestens jetzt.

Was allerdings nicht so leicht verlorengeht, sind die bereits aufgebauten Bindungen, die auf diese Weise entstehen: mit Lesern, Auftraggebern, anderen Netzwerkpartnern. Doch auch ein solches Netzwerk muss weiter gepflegt werden, und das ist nun einmal eine komplexe Angelegenheit.

Gesamtstrategie: Schauen Sie vielleicht nur auf Facebook?

Abschließend nochmals: Die Entscheidung, ob Profil oder Fanpage oder beides wird nicht den Erfolg Ihrer Gesamtkommunikation allein bestimmen. Mehr noch als die Zuordnung zu einer Form zählt der Nutzen, den Sie für Ihre Dialogpartner im Web generieren. Wie gut sich Ihre Personenmarke transportiert, hängt von vielen anderen Faktoren ab als nur von der Frage des für Sie idealen Settings.

Arbeiten und denken Sie daher bitte in Ihrer Unternehmenskommunikation immer vernetzt. Ach, und übrigens: Bleiben Sie, gerade was Social-Media-Präsenzen angeht, flexibel. Was heute sinnvoll erscheint, kann morgen schon anders sein. Weil sich auf Plattformen etwas ändert. Oder weil Sie selbst in der Weiterentwicklung Ihre Strategie verändern müssen.

Ich hoffe, meine Fragen und Erläuterungen dazu helfen Ihnen dabei, Klarheit zu gewinnen und Ihre Strategie besser aufzustellen. Wenn Sie Fragen haben oder eigene Erfahrungen beitragen möchten: Bitte nutzen Sie die Kommentare unter diesem Beitrag.


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann?
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  9 comments for “Fanpage oder persönliches Profil? – Facebook-Marketing für Berater, Speaker, Autoren, Persönlichkeiten

  1. 8. April 2015 at 11:00

    Das ist eine sehr gute Zusammenfassung. Ich fühle mich bestätigt und neu angeregt. Ja, mir geht es auch so, dass es immer wieder irgendeine Änderung auf einer Social Media Platform gibt, die mein Konzept berührt und wo ich etwas überdenken muss. Aber so bleiben wir flexibel im Denken. Und das braucht man sicher ebenfalls bei jeder unternehmerischen Tätigkeit.
    Klar kommt hier deutlich heraus, dass FB (und alle anderen Platformen) kein „soziales“ Netzwerk für Unternehmen ist. Irgendwie müssen alle „Geld“ verdienen.

    Danke für die tolle Arbeit!

  2. 8. April 2015 at 14:45

    Hallo Kerstin,

    das sind gute Argumente. Die sinkende Reichweite von Seiten spricht definitiv für das Nutzen des Profils, allerdings könnte ich persönlich nicht auf Facebook-Ads für das Gewinnen neuer Email-Kontakte verzichten. Aber einige meiner Kunden könnten nur mit einem Profil sicherlich punkten. Denen werde ich deinen Artikel mal empfehlen 😉

    Gruß
    Sandra

  3. 8. April 2015 at 15:25

    Hallo Kerstin,

    echt superinteressant und toll geschrieben!
    Grad in den letzten Tagen habe ich mal wieder was bei mir getestet (Chronik vs. Fanseite) und musste mal wieder feststellen, die Chronik wird eindeutig mehr gelesen (also angezeigt) als die Fanseite. Nur ist eben die gewerbliche Nutzung ja nunmal in der privaten Chronik nicht zulässig … also mal wieder neue Strategie überlegen wie ich das für mich und meinen Zweig nun wieder händeln kann *soifz*
    So wird uns allen wenigstens nicht langweilig *lach*

    Liebe Grüße, Petra 🙂

  4. Rositta Beck
    9. April 2015 at 18:39

    Vielen Dank für diese gelungene Gegenüberstellung. Mir nimmt oft mein Kunde die Entscheidung ab. Trotz Fanpage kontaktiert er mich über mein privates Profil. Ich nutze dann das Kategorisieren, um meine Privatsphäre (Kinder) zu schützen und teile Inhalte meiner Fanpage auf dem privaten Profil. Also von allem etwas.

  5. Tim
    10. April 2015 at 13:29

    Ein Punkt ist noch nicht angesprochen worden. Bei Profilen gilt die Real-Name-Policy. Obwohl es scheint, dass da FB nicht mehr so genau hinschaut. ist das doch für „Künstlernamen“ und den Aufbau einer „Marke“ risikoreich. Mir ist es gerade passiert, dass FB mein Profil nach 5 Jahren und mit 2000+ Freunden, persönlichen, attraktiven Inhalten, und grandioser Interaktion – alles was FB eigentlich sucht – gesperrt hat, weil es kein Real-Name war, sondern ein Kunstname, unter dem ich in der Szene, in der ich mich als „Marke“ bewege, bekannt bin. Da wäre eine Fanpage besser und sicherer.

    Nachteil Fanpage: Eine Fanpage kann nicht Administrator von Gruppen sein. Zur persönlichen Markenpflege kann es auch gehören, dass man durch FB Gruppen das Interesse an dem Feld, auf dem man tätig ist, verstärkt und wiederum neue potentielle Freunde/Abonnenten gewinnt.

    Die Entscheidung ist schwierig und eigentlich nie zufriedenstellend.

  6. 10. April 2015 at 13:38

    Danke für die Ergänzung. Dass man auf Facebook als öffentliche Person aus den genannten Berufsgruppen mit Klarnamen agiert, habe ich einfach einmal vorausgesetzt. (Denn wenn man dieses Fass aufmacht, muss man noch viel mehr dazu schreiben, und das würde dann den Rahmen sprengen.) Aber dass derjenige, der gegen die Facebook-Nutzungsbedingungen verstößt – und dazu gehört eben auch die Klarnamenspflicht – sich das Risikos bewusst sein muss, ist ja auch an vielen anderen Stellen schon ausführlich diskutiert und dargestellt worden.

  7. Tim
    10. April 2015 at 22:21

    Im Grunde richtig, aber genannte Gruppen bedienen sich auch oft eines Künstlernamens. Selbst wenn der im Ausweis eingetragen ist, ist das für FB eben nicht der Real-Name.

  8. Peter Reitz
    17. April 2015 at 23:29

    Ich bin noch „Neuling“ zum Thema, so gibt es hier viele interessante Aspekte!
    Auch wenn ich das Thema „Werbung bei Facebook“ schon auch „kompliziert“ finde… 😉

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