Virenschleudern – bitte melden!

Der Virenschleuder-Preis 2014 (aktualisierte Fassung):

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Update 15. Oktober 2014: Am vergangenen Freitag durfte ich zusammen mit Leander Wattig die Preisverleihung moderieren. Es war ein tolles Fest mit vielen hunderten von Zuschauern im Lesezelt auf der Frankfurter Buchmesse.

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Foto: Holger Menzel für den Virenschleuder-Preis

Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger:

Ansteckendste Maßnahme/Strategie: Buchhandlung Lessing und Kompanie: Fotoaktion “Kunden und ihre Lieblingsbücher”

Ansteckendste Idee: Pinakotheken im Kunstareal München: #myRembrandt

Ansteckendste Persönlichkeit: Zoë Beck: Vermittlerin zwischen der klassischen und der digitalen Buchwelt

Hier geht es zur Virenschleuder-Preis-Website mit weiteren Informationen. »


Update 30. September 2014: Seit gestern steht fest, dass ich die Preisverleihung am 10. Oktober auf der Buchmesse zusammen mit Leander Wattig moderiere. Achtung: Heute ist der letzte Tag für Nominierungen und eigene Bewerbungen!


[Hier beginnt der Beitrag vom 19. September.]

Zugegeben: Beim Wort „Virenschleuder“ kribbelt es mir zunächst immer etwas in der Nase. Aber wir sprechen hier nicht über echte Viren. Das Schlagwort vom viralen, ansteckenden Marketing, das explosionsartig Ideen und Botschaften verbreitet, ist in diesen Zeiten eines, das fast jeder versteht. Es beschreibt einen Effekt, den fast jeder möchte.

Zu reißerisch? Aber du willst es doch auch, oder?

Manchem mag das zu reißerisch erscheinen, doch wer Aufmerksamkeit will, muss auch polarisieren. Wer Zeit und Geld in PR und Vermarktung im Social Web investiert, möchte die eigenen Botschaften möglichst schnell und weit verbreiten – in der gewünschten Zielgruppe, versteht sich. Aber um wirkliche Reichweite zu erzeugen, braucht man eben auch Zahlen; man muss kritische Massen erreichen, um sichtbar zu sein.

Leider kann man so etwas nicht am Reißbrett entwerfen, man kann virale Effekte nur sehr schwer planen. Es gibt aber sehr wohl ein paar zugrundeliegende Prinzipien. So verbreiten sich Botschaften, die vom Sender und dessen Nutzen ausgehen, meistens schlecht. Wer jedoch den Empfängernutzen und die Bedürfnisse der Leser, Zuschauer, Besucher im Blick hat, hat gute Chancen. Doch wie erreiche ich genau das?

Von guten Beispielen lernen – nicht abkupfern!

Beispielsweise können wir uns gute Beispiele ansehen, um von diesen zu lernen und uns inspirieren zu lassen. Es ist das Verdienst von Leander Wattig und seinen Mitstreitern, dass der Virenschleuder-Preis nun schon im vierten Jahr solche inspirierenden, überraschenden, begeisternden Beispiele und deren Erfinder an die Öffentlichkeit bringt. Natürlich kenne ich den Marketing-Preis, der alljährlich auf der Frankfurter Buchmesse verliehen wird, schon seit Beginn.

Keine Frage, dass die nominierten und ausgezeichneten Beispiele nicht nur denen nützen, die davon lernen. Sondern auch und vor allem den Preisträgern, die damit noch mehr Bekanntheit und Sichtbarkeit erreichen und zudem eine schöne Bestätigung für das erhalten, in das sie jede Menge Zeit, Herzblut und oft auch Geld investiert haben. Wobei nicht jeder virale Effekt viel Geld kosten muss, und man sich umgekehrt auch mit dem größten Budget allein keinen viralen Erfolg kaufen kann!

Jetzt nominieren oder selbst bewerben!

Ich fühle mich geehrt, dass ich in diesem Jahr Mitglied der Jury sein darf; auch wenn ich anhand der bisherigen Nominierungen sehe, dass das keine ganz leichte Aufgabe sein wird. Aber eine Aufgabe, auf die ich mich jetzt schon freue. Sie beginnt nach dem 30. September 2014, wenn die Nominierungsphase endet.

Mit anderen Worten: Bis Ende September haben Sie noch Zeit, Ihre Nominierung einzureichen. Sie können andere vorschlagen, aber es ist auch ganz normal und gewollt, sich selbst zu bewerben. Hier steht, wie es funktioniert. »

Fünf Virenschleuder-Fragen an Leander Wattig

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Leander, bitte beschreibe kurz für meine Leser, wie es zum Virenschleuder-Preis kam.

Leander Wattig: Der Virenschleuder-Preis wurde von Carsten Raimann und mir 2011 gestartet und die Idee ist Ende 2010 aus einer Bierlaune heraus entstanden. Das zeigt schon der ungewöhnliche, aber durchaus treffende Name. Ich beschäftige mich ja seit langem bloggend und beratend mit dem Social Media Marketing. Zum einen kam vonseiten der Unternehmen immer wieder die Frage, welche tollen Praxisbeispiele es in dem Bereich denn gäbe.

Da kann man dann zwar viel beobachten und googeln. Was wirklich erfolgreich ist, lässt sich so aber selten umfassend ermitteln, weil der Erfolg ja von der individuellen Zielsetzung und von den Ergebnissen in nüchternen Zahlen abhängt. Diese beiden Dinge kennen eben nur die Unternehmen selbst genau – wenn überhaupt. Zum anderen war für mich immer die Frage, wie man das Marketing insgesamt voran bringen könnte, indem die Leute voneinander lernen. So kamen wir auf die Idee, einen Marketing-Preis auszuloben, bei dem im Gegensatz zu allen anderen jede Nominierung auf der Website veröffentlicht wird. Hier fragen wir alle relevanten Punkte ab für die Bewertung, ob etwas erfolgreich war, und sorgen zugleich für einen echten Erfahrungsaustausch, der allen etwas bringt.

Es entsteht auf diesem Wege ein sich selbst befüllendes Best-Practice-Verzeichnis, für das der Preis quasi ein Gamification-Element ist. Dass dieser Ansatz super passt, zeigen die Etablierung des Preises seit 2011, der rege Austausch drumherum, die Breite des Teilnehmerfeldes mit dem Who’s Who der Buchbranche, unsere Zusammenarbeit mit der Frankfurter Buchmesse und dass unsere Preisverleihung dort zu einer festen Institution geworden ist.

Der Virenschleuder-Preis hat seine Wurzeln und seinen Schwerpunkt in der Publishing-Branche. Können sich auch Akteure und Unternehmen aus anderen Branchen beteiligen? Wenn ja: Wer alles?

Leander Wattig: Ich definiere Publishing inzwischen recht weit. Es geht um alle veröffentlichenden Akteure. Das ist vom Autor über im Content-Marketing sehr aktive Unternehmen bis hin zum klassischen Verlag jeder. Es kommt dem Erfahrungsaustausch zugute, wenn sich Akteure der unterschiedlichsten Art beteiligen. Zudem haben wir auch eine Kategorie für die „ansteckendste Persönlichkeit“ des letzten Jahres, in der wir besonders engagierte und positiv wirkende Personen auszeichnen. Am Ende ist der Virenschleuder-Preis auch eine Chance, einfach mal Danke zu sagen.

Was hat dich in jetzt vier Jahren Virenschleuder-Preis am meisten überrascht?

Leander Wattig: Am meisten überrascht es mich eigentlich, dass zwar sehr viele, aber nicht alle mitmachen. So einfach ist es selten möglich, hohe Reichweite in der Online-Publishing-Szene zu bekommen und im besten Sinne Eigenwerbung zu betreiben. Man kann gar nicht verlieren mit einer Nominierung.

Nach all den guten (und vielleicht auch weniger guten) Beispielen für virales Marketing, die du seither gesehen hast: Was würdest du jemandem raten, der seine Kampagne zu einem viralen Erfolg machen will?

Leander Wattig: Am Ende sind es immer die schlichten Dinge: Klare Ziele, sehr sehr gute Kenntnis der Zielgruppe und eine Idee, die genau auf deren Bedürfnisse und Befindlichkeiten hin abzielt und so einen Nerv trifft. Klingt einfach, ist es aber nicht. Wer das aber gut macht, kann mit relativ kleinen Budgets viel bewegen und mit großen Budgets dann umso mehr.

Im besten Falle ist das Marketing schon in das Produktkonzept und in die Produktnutzung integriert und nicht aufgepfropft im Sinne von: Wir machen jetzt mal eine Facebook-Seite. Dann klappt es auch mit dem Verkaufen im Social Web, wo das ja angeblich nicht gehen soll, was absoluter Unsinn ist.

Aufruf schreiben, Website pflegen, Publicity für die Aktion machen, Nominierungen auflisten, Veranstaltung organisieren, Jury koordinieren: Das ist doch wahnsinnig viel Arbeit. Warum nimmst du das jetzt schon im vierten Jahr auf dich? Was bringt es dir persönlich?

Leander Wattig: Da hast Du absolut Recht – der Virenschleuder-Preis ist sehr zeitintensiv. Wegen Zeitknappheit ist Carsten 2012 auch ausgeschieden, sodass ich das Ding jetzt komplett allein organisiere. Mich treibt vor allem der erwähnte Erfahrungsaustausch an. Mir ist es mit all meinen Vernetzungsprojekten wie „Ich mach was mit Büchern“, „Pub ’n’ Pub“ oder neuerdings „Corso Digital“ wichtig, das Feld auch insgesamt voran zu bringen, weil wir alle ja aufgerufen sind, die Chancen des Digitalen mitzugestalten und sichtbar zu machen – die Risiken werden bekanntermaßen genug betont.

Wer soll das denn tun, wenn nicht wir selbst. Nur darüber zu reden oder zu bloggen, reicht halt nicht. Natürlich profitiere ich aber auch von der Sichtbarkeit, die so entsteht. Um dem graswurzelmäßig entstandenen Virenschleuder-Preis auch künftig die notwendige Zeit widmen und ihn weiter entwickeln zu können, binde ich jetzt auch erstmalig Sponsoren ein. Ich bin da auch immer offen für Kooperationsideen, die ruhig sehr bunt sein dürfen. Denn aalglatt wollen und werden wir nie werden. Das gemeinschaftliche Virenschleudern soll vor allem auch Spaß machen.

Hier gibt es mehr Informationen zum Virenschleuder-Preis sowie alle Anmeldemodalitäten. »

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