Wie sprechen Ihre Wettbewerber über Sie?

Heute habe ich eine Bitte an Sie, liebe Leserinnen und Leser: Schreiben Sie mir zum Thema dieses Beitrags! Ich freue mich sehr, wenn Sie mir Ihren Standpunkt, Ihre Erfahrungen und Ihr Erlebnisse berichten. Es geht um das Thema Kundenakquisition und Wettbewerb.

Erfolg in der Peergroup?

In Marketing und Vertrieb denken die meisten vor allem an Leads und Kunden. Diese sind entscheidend, keine Frage. Aber wie mir gerade in letzter Zeit aufgefallen ist, sind sowohl bei meinen Kunden als auch im Kreise meiner Kollegen oft diejenigen besonders erfolgreich, die ihre Peergroup, also den Austausch mit ihresgleichen, intensiv pflegen und in ihre Netzwerk investieren.

Moment – sich für Wettbewerber engagieren, die garantiert nie zu Kunden werden? Ganz genau! Viele unterschätzen die Bedeutung ihrer Peergroup beim Aufbau der eigenen Reputation, der Reichweite und letztlich der Kundengewinnung.

Sie kennen das vielleicht auch: In jeder Branche, in jeder größeren Gruppierung, in jedem Verband gibt es kleinere Grüppchen, die sich austauschen oder sogar gemeinsame Aktivitäten organisieren. Und dann sind da diejenigen, die fast nie dabei sind, über die aber viele sprechen – nur leider nicht immer positiv. Es sind solche, die erkennbar den einzigen Fokus darauf haben, möglichst viele neue Kunden zu gewinnen. Sich vom Wettbewerb abzusetzen, indem sie sich in besonders gutem Licht darstellen. Vielleicht sogar über Mitbewerber schlecht reden.

Über wen spricht man gut, über wen nicht so?

Dann sind da andererseits diejenigen, über die Gutes zu berichten ist, die sich für andere einsetzen. Die in der Branche als sehr unterstützend bekannt sind. Das sind diejenigen, deren Name selbst unter Wettbewerbern immer fällt, wenn es um gute Beispiele geht. Das bedeutet für die Akquise, sehr vereinfacht: Wenn ein Mitbewerber einen Auftrag, aus welchen Gründen auch immer, weiterreichen will, denkt er vor allem an solche Personen und Unternehmen. Wenn wir von Contentstrategien und Social Media sprechen, werden deren Beiträge besonders gerne und viel verbreitet. Sie haben eben schon in ihr Netzwerk reichlich eingezahlt, und das wissen selbst die direkten Wettbewerber zu schätzen.

Soweit meine Sichtweise. Aber was meinen Sie denn dazu? Was haben Sie erlebt – im Positiven wie im Negativen? Wie wichtig ist es Ihnen, sich mit (scheinbaren oder echten) Wettbewerbern auszutauschen? Engagieren Sie sich, beispielsweise in einem Berufsverband? Oder ist in Ihrem Umfeld eine Abgrenzung erforderlich?

Was meinen Sie dazu? Bitte schreiben Sie mir!

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Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Kommunikations- und Social-Media-Strategien, Public Relations, Corporate Blogs, Marketing und Text. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

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  10 comments for “Wie sprechen Ihre Wettbewerber über Sie?

  1. 22. April 2014 at 14:53

    Liebe Frau Dr. Hoffmann,

    danke für diesen Artikel und für die Möglichkeit, über das spannende Thema zu diskutieren. Ich bin Texterin und Texter-Coach. Außerdem berate ich Marketing und PR.

    Ihre Sichtweise teile ich und fühle mich im Kreis von Kolleginnen und Kollegen sehr wohl. Wir tauschen uns im Texterforum, in einer von mir gegründeten Textergruppe bei Xing oder über Facebook aus.

    Einer Ihrer Punkte stimmt nicht generell. Sie schreiben, dass Wettbewerber „garantiert nie zu Kunden werden“. Ich selbst vermittle zum Beispiel Anfragen zu Bewerbungsschreiben an eine Kollegin, die darauf spezialisiert ist. Während andererseits Kolleginnen und Kollegen mich mit Texten für ihre Webseiten beauftragen.

    Ich denke, wer sich im Klaren ist, wo er steht und was er kann, der muss die Nähe zu Mitbewerbern nicht fürchten. Im Gegenteil: Dann hilft der Austausch allen.

    Schöne Grüße aus Freising
    Ursula Martens

  2. 22. April 2014 at 15:07

    Ein sehr interessantes Thema Frau Dr. Hoffmann,

    ich habe bisher nur über (neue) Kunden erfahren, wie Wettbewerber über mich als IT-Dienstleister gesprochen haben. Auf die Idee einer Vernetzung bin ich, ehrlich gesagt, noch nicht gekommen.

    In einem anderen Zusammenhang mache ich allerdings doch die Erfahrungen, von denen Sie schreiben. Ich habe Anfang März mein erstes Kindle eBook zum Thema “natürliche Kommunikation” herausgebracht und war sehr erstaunt, wie leicht und natürlich die Vernetzung zwischen den Autoren abläuft. Ich nehme da kaum “Wettbewerbsdenken” wahr.

    Diese Erfahrung und Ihr Artikel hier geben mir Lust, ein Bewusstsein für die Vernetzung mit Mitbewerbern zu entwickeln.

    Vielen Dank für die Inspiration!

    Frank Obels

  3. 22. April 2014 at 15:09

    Liebe Frau Martens, danke für Ihren ausführlichen Kommentar. Das mit den Wettbewerbern die “garantiert nie zu Kunden werden” war auch eher als provokantes Zitat gedacht, wie man es oft von anderen hört. Es ist nicht meine Meinung! Ganz im Gegenteil. Ich vergebe sogar selbst häufig Aufträge an (scheinbare) Mitbewerberinnen. :)

  4. 22. April 2014 at 15:14

    Umso besser, liebe Frau Dr. Hoffmann. Dann sind wir uns ja vollkommen einig. :)

  5. 22. April 2014 at 15:51

    Ihnen ebenfalls vielen Dank, Herr Obels! Toll, dass ich bei Ihnen etwas anstoßen durfte!

  6. 22. April 2014 at 16:16

    Hallo Frau Hoffmann,

    ich stimme Ihnen voll und ganz zu.
    In meinen Anfangsjahren hatte ich die Einstellung: Bloß keine Infos an die Wettbewerber und schon gar keine Einladungen oder Kooperationen. Inzwischen hat sich das völlig gedreht. Wir bieten NLP-Ausbildungen an.

    Beispiel 1:
    Um im NLP Trainer zu werden und selbst andere auszubilden, muss man noch einmal die Ausbildungen assistieren. Die meisten assistieren bei dem Trainer, der sie ausgebildet hat. Ein paar lassen das aber nicht zu. Die kommen dann zu mir. Wenn ich Platz habe, nehme ich sie alle und sogar kostenfrei. Die lernen dann von mir aus erster Hand und ich führe auch noch Gespräche mit ihnen, um ihnen zu erklären, warum ich was wie mache. Obwohl sie ja demnächst dann Wettbewerber sind. Aber es lohnt sich. Erstens reden sie sehr positiv von mir. Zweitens ist vor einiger Zeit Folgendes passiert: Ein Trainer bekam seinen ersten Kurs nicht zustande. Er hatte aber 4 Anmeldungen, die unbedingt das Seminar besuchen wollten. Er hat mich angerufen, weil er die Leute zu mir schicken wollte. Ich habe ihm gesagt: „Sehr gerne. Du bekommst 25% Provision und wenn Du magst, übernimmst Du 3 Tage in der Ausbildung.“ So haben wir es gemacht. WIN-WIN-WIN.

    Beispiel 2:
    Ein anderes Mal hatte ich eine Wettbewerbs-Trainerin zu unserem Kongress eingeladen. Dort hat sie viele unserer Kunden für sich gewinnen können … und mir schickte sie dann ihre Tochter in die Trainer-Ausbildung als zahlende Teilnehmerin.

    Beispiel 3:
    Dann ist mir noch Folgendes passiert: Ich wollte wieder eine Wettbewerbs-Trainerin zu einem Kongress einladen. Dann sagte sie mir, dass sie das ganz großartig findet, dass ich an sie gedacht habe. Sie wolle ohnehin aufhören, selbst NLP auszubilden und sich auf Systemische Coaching-Ausbildungen konzentrieren. Da sie aber sehr bekannt in der Branche ist, suche sie gerade nach einer Adresse, wo sie ihre ganzen NLP-Interessenten hinschicken könnte. Volltreffer!

    Kooperationen lohnen sich. Dennoch bin ich immer wieder überrascht, wie wenige Kooperationsmarketing aktiv angehen.

    Ansonsten Ihnen einfach herzlichen Dank für Ihre Arbeit.
    Stephan Landsiedel

  7. 22. April 2014 at 16:30

    Wow, das sind Super-Beispiele. Danke, Stephan Landsiedel!

  8. 23. April 2014 at 11:08

    Als Dienstleister für Social Media Abteilungen mit einem Fokus auf (Bewegt-) bildkommunikation ist die Liste der Marktteilnehmer (Wettbewerber) umfangreich: Von klassischen Filmproduktionsfirmen, über Social Media Agenturen bis zu Online-Marketing-Experten.

    Spontan muss ich beim Thema an den vermeintlichen “Mitbewerber” an den Online-Marketing-Spezialisten Andreas Graap denken. Andreas hat meine Idee der Handout-Bibel (Whitepaper) aufgriffen und sehr gut umgesetzt. Wenn er jedoch heute Anfragen zum Thema Live-Streaming erhält reicht er diese an uns weiter.

    Danke Andreas!

    (Das ich Kerstin Hoffmann schon mehrfach/erfolgreich weiterempfohlen habe… ;) )

  9. 23. April 2014 at 17:30

    Wie das die Texterin Ursula Martens bereits kommentiert hat, denke ich, dass es Branchen gibt, wo es nützlich ist, sich mit seinen Kollegen oder “Konkurrenten” zu vernetzen. Übersetzer z. B. sind meistens auf ein Thema spezialisiert, wo es Sinn macht, den Kollegen zu empfehlen.
    Auch bei technischen Dingen fände ich es als Verbraucher besser, wenn die Anbieter/Konkurrenten sich z. B. bei den technischen Anforderungen oder Sicherheitsstandards eines Produkts einig wären.
    Wobei es bei kreativen Berufen oder in der Forschung wohl eher keinen Sinn macht, sich auszutauschen, da dort Ideen geklaut werden könnten.
    Allerdings könnte es z. B. in der Forschung zu einem schnelleren Ergebnis kommen, wenn man das an verschiedenen Stellen vorhandene Wissen zusammenführen würde.
    Wenn es immer fair zuginge, Urheberrecht, usw. beachtet werden würde, wäre Vieles bestimmt einfacher.
    Ich helfe gerne mit dem, was ich weiß, und freue mich, wenn mir jemand hilft bei Dingen, wo ich mich nicht gut auskenne. Wenn beide Seiten geben und nehmen, ist es eine optimale Situation. Das hat Stephan Landsiedel sehr schön beschrieben.

  10. 12. Mai 2014 at 11:45

    Vielen Dank für den Artikel. Vor wenigen Monaten noch habe ich im Traum nicht daran gedacht mir Gedanken über die Meinung meiner Mitbewerber zu machen. Dies hat sich jedoch schlagartig geändert, als ich die auf die Empfehlung eines Kollegen hin einen Auftrag erhielt. Ich war ein wenig überrascht und habe daher auch nachgefragt. Daraufhin wurde mir mitgeteilt, dass sowohl meine Arbeit, mein Internetauftritt und einige weitere Indikatoren beobachtet würden, und da der Kollege in meiner Region keine Kapazität hatte, sprach er eben diese Empfehlung aus. Seit dem ist auch die Arbeit meiner Kollegen in Region in denen ich nicht tätig bin sehr interessant. Man weiß ja nie, vielleicht kommt es ja auch mal zu einem gemeinsamen Projekt.

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