Sichern Sie Ihre digitalen Unternehmenswerte!

Warum eigene Inhalte vor allem in die eigene Web-Zentrale gehören

 

Unternehmen im digitalen Spiegel

 

Jedes Unternehmen, das in irgendeiner Weise auch nur halbwegs erfolgreich in sozialen Netzwerken unterwegs ist, schafft mit der Zeit immense Werte. Werte, die ihm aber in Wirklichkeit gar nicht richtig selbst gehören. Werte, die mit einem Schlag weg sein können, wenn es dem Anbieter so gefällt. Wie sichern Sie diese und wie schützen Sie Ihr Unternehmen vor Verlusten?

Ohne Social-Media-Präsenzen ist die Unternehmenskommunikation heute kaum noch denkbar. Doch was geschieht beispielsweise wenn der Nutzer selbst, beziehungsweise dessen Mitarbeiter oder Auftragnehmer, die die Kanäle betreuen, gegen irgendwelche Regeln verstoßen haben oder auch nur eines solchen Regelverstoßes verdächtig sind? Da kann etwa Facebook mal eben eine Unternehmensseite dichtmachen, ohne nachzufragen, wie zum Beispiel hier geschildert. Oder das soziale Netzwerk kann entscheiden, dass ein bestimmter Name nicht zulässig ist und mal eben eine Seite mit 400.000 Fans löschen, wie hier beschrieben.

Dann ist nicht nur vielleicht die monetäre Investition in Facebook-Anzeigen dahin, sondern auch und vor allem der immense Zeit- und Arbeitsaufwand, den die Firma bisher in diese Plattform investiert hat. Da kann man sich beklagen, protestieren oder versuchen, die Seite zurückzubekommen, aber Fakt ist: Wer das Hausrecht hat, kann es eben auch ausüben. Das gilt natürlich für andere Anbieter ebenso: Wer sich bei Twitter nicht an die Regeln hält und etwa aggressiv folgt und wieder entfolgt oder automatisierte Tools dazu verwendet, ist seinen Account unter Umständen schnell los. Und es kann keiner behaupten, er hätte von diesem Hausrecht vorher nicht gewusst. Das ist die eine Seite, die mit dem kalkulierten Risiko, das Unternehmen nun einmal eingehen müssen, wenn sie im Social Web mithalten und sichtbar sein wollen.

Denn Social Media gehören heute zur Unternehmenskommunikation dazu. Ihre Nutzung ist sinnvoll und hilfreich. Sie bieten großartige Möglichkeiten. Und mit der richtigen Strategie kann man das Risiko zumindest kalkulierbar machen.

Wie können Sie Risiken vermindern und sich die Informationshoheit sichern?

Wer sich der Werte bewusst ist, die auf externen Plattformen entstehen, sollte im nächsten Schritt überlegen, was zu tun ist, um das Risiko zu vermindern und selbst im seltenen schlimmsten Fall noch möglichst viel zu retten. Dazu gehört vor allem, möglichst viel eigene Inhalte, sogenannte digitale Assets, auf eigenem Webspace zu präsentieren. Wer sich nur da draußen im Web verstreut, hat keine eigene „digitale Zentrale“, auf der alles zusammenläuft und auf der er selbst das Hausrecht ausübt: eine eigene Plattform, auf der man eigene Inhalte in der selbst gewünschten Weise präsentieren kann. Und wo man, wenn es nachhaltig und suchmaschinenoptimiert aufgebaut ist, die Informationshoheit im Web über die eigenen Themen und vor allem den eigenen Namen selbst behält.

Daher finde ich den zweiten Fall noch umso erstaunlicher, nämlich die Tatsache, dass nach wie vor so viele, tatsächlich auch größere Unternehmen auf externe Plattformen für ihre genuin eigene Inhalte setzen. Dabei könnten sie ein Corporate Blog, eine eigene redaktionelle Plattform gerade so gut – oder vielmehr: viel besser – auf eigenem Webspace einrichten. Warum es trotzdem immer noch anders geschieht, ist historisch leicht zu erklären: Noch vor wenigen Jahren war eine vergleichbar komfortable Plattform für aktualisierte, redaktionelle Inhalte, wie sie die großen Blogging-Anbieter kostenlos zur Verfügung stellten, für kleinere Unternehmen kaum finanzierbar. Selbst größere Firmen machten die ersten Schritte in die Welt der Corporate Blogs in solchen Angeboten.

Verschenken Sie nicht, was Sie leicht selbst pflegen können!

Doch heute, wo statische Websites ohne CMS fast schon digitale Steinzeit sind und selbst Global Player auf Open-Source-CMS wie WordPress (auf eigenem Webspace – nicht mit der Blog-Plattform verwechseln!) setzen, verbietet sich aus meiner Sicht ein solches Vorgehen in der professionellen Kommunikation völlig. Einmal ganz abgesehen vom Image-Aspekt ist es schon allein aus suchmaschinentechnischen Gründen nicht sinnvoll. Wer bei Blogger, Blogspot oder WordPress.com publiziert, schenkt dem Anbieter die wertvolle Relevanz, weil er mit Inhalten zu seinem Thema ganz automatisch die richtigen Keywords nutzt.

Vor allem aber ordnet sich der Blog-Besitzer, der in Wirklichkeit an seinem Blog gerade einmal das Copyright für die Inhalte besitzt, auf Gedeih und Verderb der Unternehmenspolitik des Anbieters unter. Was das bedeuten kann, sehen wir gerade am Dienst Posterous, bei dem sehr viele gebloggt haben, und der jetzt dichtmacht. Wenn dann jetzt der Rat die Runde macht, die Posterous-Inhalte auf [Blogname].wordpress.com zu überspielen oder statt dessen Tumblr zu nutzen, dann scheint mir, dass – zumindest, wo es professionelle Kommunikation betrifft – der Fall Posterous keinen Lerneffekt hatte. Ebenso wenig verstehe ich, wieso es nach wie vor Berater gibt, die meinen, eine eigene Facebook-Seite oder ein Google+-Konto beziehungsweise eine Seite dort könnte tatsächlich nicht nur ergänzend zu, sondern anstatt eines Blogs eingesetzt werden.

Offene Blogging-Plattformen sind großartig für bestimmte Zwecke …

Wohlgemerkt: WordPress als Blogging-Plattform (nochmal: Bitte nicht verwechseln mit dem CM/S zur Installation auf eigenem Webspace!) , Blogger, Tumblr haben absolut ihre Daseinsberechtigung. Ich mache hier keinesfalls Propaganda dagegen, ganz im Gegenteil. Wenn man sie zusätzlich nutzt, etwa um Inhalte zu aggregieren, dann kann das in der richtigen Strategie durchaus sinnvoll sein. Idealerweise liefert es zusätzliche hochwertige Verweise auf die eigene Plattform.

Ganz außer Frage steht der Sinn solcher Angebote für den privaten oder halb-privaten Gebrauch. Da bieten sie Möglichkeiten, die ein einzelner Mensch bis vor kurzer Zeit noch gar nicht hatte! Besser ist es auf jeden Fall, eine professionelle Lösung auf einer solchen Plattform zu nutzen als sich mit begrenzten Mitteln selbst etwas Ungenügendes zusammenzuzimmern. Auch zum Einstieg und zum Ausprobieren können solche Blog sehr hilfreich sein. Die meisten heute sehr bekannten Blogger haben einmal mit einem solchen Angebot begonnen, viele sind immer dort unterwegs, obgleich ich in vielen Fällen angesichts der dort geschaffenen Werte auch längst zu einer eigenen Lösung raten würde. Geschmackssache.

Aber an dieser Stelle sprechen wir über professionelle Unternehmenskommunikation. Natürlich kann man auf einer solchen Plattform auch schnell einmal eine Landing Page für eine Non-Profit-Aktion basteln. Doch selbst gemeinnützigen Organisationen mit minimalem Budget würde ich mittlerweile – und angesichts der Tatsache, dass Webhosting kaum noch etwas kostet – immer raten, den Weg der eigenen Webpräsenz zu gehen. Schon allein deswegen, weil gerade dort ohne Geldeinsatz mit der Zeit über menschlichen, oft ehrenamtlichen Einsatz ebenfalls beträchtliche Werte geschaffen werden.

… aber Unternehmenskommunikation braucht eine eigene Zentrale!

Unternehmenskommunikation ohne jedes Risiko ist eine Illusion. Aber gerade deswegen sollten Unternehmen möglichst viel der eigenen digitalen Werte unter der eigenen Kontrolle behalten. Und gerade deswegen sollte es immer eine starke, nachhaltig aufgebaute und gut sichtbare eigene Plattform geben, auf der alles zusammenläuft.

Ergänzend zu diesem Beitrag gibt es morgen Tipps dazu, wie Sie Ihre digitalen Werte in sozialen Netzwerken sichern. In der kommenden Woche geht es darum, was Sie für Ihre Assets auf eigenem Webspace tun können und sollten.


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Sie wollen mehr darüber erfahren, was Kerstin Hoffmann mit ihrem Team für Ihr Unternehmen tun kann? Hier geht es zum Beratungsangebot. »

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  7 comments for “Sichern Sie Ihre digitalen Unternehmenswerte!

  1. 6. März 2013 at 14:58

    Wie passend! Just wo u.a. ich auf Deine – wiederholte – Empfehlung hin mein Blog eingerichtet habe, gibt es hier noch einmal die fachliche Erklärung, welche Gefahren und Reibungsverluste dadurch entstehen, wenn ich mich in Social Media verzettele, ohne eine eigene Seite zu haben. Dabei müssen die Daten ja noch nicht mal unter die Räder kommen. Sie sind halt ohne Homebase einfach verstreut.
    Nach nur zwei Wochen Blog merke ich bereits die Änderung im Kommunikationsverhalten und bin sicher, dass das der richtige Weg ist. Also: Danke nochmal für Deine wiederholte Ermutigung zum Blog!

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