8 gute Gründe, warum Sie Ihren interessanten Fachartikel …

8 gute Gründe… nicht einfach so in einer relevanten Publikation unterbringen:

(Lesen Sie dazu bitte, wenn Sie das noch nicht getan haben, auch den vorigen Beitrag.)

1. Je interessanter die Publikation ist, desto schwieriger wird es

Niemand möchte in einem großen Nachrichtenmagazin freundliche, unkritische Hofberichterstattung lesen. Jeweils mit einer einzigen Ausnahme: Zum eigenen Thema beziehungsweise zur eigenen Person. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele das wirklich erwarten, statt einmal von außen daraufzuschauen. Wenn Sie es also wirklich in die großen Magazin schaffen wollen, und auch noch mit etwas Positivem, das Ihnen nützt statt Ihrem Image zu schaden, müssen Sie schon ein wirklich großes, interessantes Thema haben. Eine gute erste Testfrage ist: Würde es Sie in dieser Publikation auch interessieren, wenn es nicht von Ihnen handelte?

Hier sind wir übrigens auch schon an dem Punkt, an dem ein erfahrener Pressearbeiter sehr gute Dienste tut. Denn selbst auf diese Testfrage hin antworten immer noch sehr viele sehr unkritisch. Erstaunlicherweise auch solche Menschen, die ansonsten mit großer Intelligenz und einem wachen, kritischen Geist gesegnet sind. Irgendwie scheinen große Zeitungstitel oder Sendeformate bei von ihrem Thema Beseelten bestimmte Gehirnareale auszuschalten.

2. Journalisten sind nicht blöd

Ist Ihnen nicht neu? Haben Sie auch sowieso nicht gedacht? Warum erwarten dann so viele Autoren in eigener Sache, die angesprochenen Redakteure würden annehmen, jemand biete ihnen ein spannendes Spezialthema aus reiner Selbstlosigkeit an? Und nicht um, sagen wir mal, auf die eigene Methode oder das eigene Produkt aufmerksam zu machen und die eigene Publicity zu fördern? Sogar wenn genau dieses Sujet für die betreffene Publikation interessant ist: Es ist ein großer Unterschied, ob jemand Neutrales zu Ihrem Thema recherchiert und idealerweise verschiedene Quellen kritisch bemüht. Oder ob Sie als Anbieter über das schreiben, das Sie verkaufen wollen.

3. Die Haupt-Arbeit geschieht im Hintergrund

Warum, glauben Sie, gibt es Pressearbeiter, die hervorragende Kontakte zu Redaktionen haben und fast jede Geschichte unterbringen? Zum Raten und Ankreuzen:

1. weil sie häufig mit den Redakteuren Bier trinken gehen, sonstwie mit ihnen befreundet sind oder irgendetwas getan hat, das ihnen die Kollegen der Presse auf ewig verpflichtet? Oder vielleicht eher

2. weil sie den Redakteuren dauerhaft interessante Hintergrundinformationen liefern – und zwar deutlich mehr als Geschichten mit direkter Veröffentlichungsabsicht – und weil sich die Redaktionen darauf verlassen können, dass ein Thema, das sie dann anbieten, auch wirklich interessant ist?

4. Auch auf ein Medium “zuschreiben” muss man können

Ein Pressetext ist ein Pressetext ist ein Pressetext. Und keine Publikation ist wie die andere. Was erstens bedeutet: Wer einen Pressetext schreiben will, der in das Medium passt, muss zunächst einmal wissen, wie man gute Pressetexte schreibt. Zweitens muss er dann auch noch für das betreffende Medium schreiben können. Kann man das nicht und hat auch gerade keinen Pressearbeiter zur Hand, dann packt man es besser ganz anders an. Beispielsweise, indem man Themen präsentiert, die interessant genug sind für ein Interview. Oder sonst eine Berichterstattung, die der/betreffende Journalist/in selbst übernimmt. Denn:

5. Zeitungen und Magazine werden von Journalisten gemacht

Vielleicht ist es Ihnen schon einmal aufgefallen: Die meisten wirklich interessanten Publikationen bestehen keineswegs zu großen Teilen aus Gastbeiträgen von Trainern, Beratern oder Unternehmern. Tatsächlich werden sie überwiegend oder vollständig von Journalisten gemacht. Das ist nämlich deren Job. Und das ist auch das, was die Leser erwarten. Was Sie selbst als Leser übrigens auch erwarten, nehme ich an.

6. Ihr Interesse ist nicht das Leserinteresse

Magazine, Zeitungen, Online-Formate, Fernseh- und Radiosendungen werden für Leser, Hörer, Zuschauer gemacht. Die haben aber meistens ein anderes Hauptinteresse als Sie. Wir haben das oben schon angesprochen: Sie als Unternehmer möchten Ihr Thema unterbringen und Kunden gewinnen. Den Leser oder Zuschauer interessiert eher eine kritische Betrachtung von möglichst vielen Seiten. Oder, pardon, er findet es wirklich am interessantesten, jemanden mal so richtig auf die Schnauze fliegen zu sehen. Sorry, aber Sie als Leser doch wahrscheinlich auch gelegentlich mal, oder?

7. Das Netz ist voll von interessanten Fachbeiträgen

Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber die meisten der einzigartigen Fachartikel, die ich zu sehen bekomme, haben die Qualität eines durchschnittlichen Blogbeitrags. Die Wahrscheinlichkeit ist also hoch, dass einige Ihrer direkten Mitbewerber bereits seit Monaten oder Jahren in ihren eigenen Medien veröffentlichen, was Sie nun als einzigartig bei einer Redaktion platzieren wollen. Die Journalisten, die sich für das Thema interessieren, lesen diese Blogs auch. Warum also nicht gleich … Stop! Dazu kommen wir morgen, im Folgebeitrag.

8. Pressearbeit ist kein Direktmarketing

Schließlich noch als letztes: Pressearbeit als “Standalone”-Maßnahme wird oft überschätzt. Ja, sie ist wichtig, imagebildend, nachhaltig, umsatzfördernd, wertsteigernd … Was immer Sie sonst noch wollen. Aber sie ist keine kurzfristige Verkaufsaktion und kein Direktmarketing. Die Fälle, in denen ein einziger Beitrag den großen wirtschaftlichen Erfolg bringt, sind sehr, sehr selten. Selbst wo das gelungen ist, gab es drumherum ein gutes Kommunikationskonzept. In jedem Fall: Pressearbeit ist keine schnelle Maßnahme. Ein gutes PR-Konzept funktioniert dann, wenn es langfristig und kontinuierlich umgesetzt wird. Das ist – siehe oben- viel Arbeit. Vor allem Arbeit im Hintergrund: Kontakte pflegen; weit über das eigene Interesse hinaus Service leisten.

Es kann also funktionieren, wenn Sie von Ihrem ursprünglichen Plan ablassen. Bitte verderben Sie sich nicht gute Pressekontakte, die Sie haben könnten, schon im Vorfeld mit einem Vorgehen wie dem eingangs Beschriebenen. Konzentrieren Sie sich statt dessen auf professionelle Pressearbeit, die allen nützt. Den Journalisten. Den Lesern. Damit auch Ihnen. Aber eben langfristig gedacht.

Bitte lesen Sie im Folgebeitrag am Dienstag: 8 logische Schlüsse, die zu erfolgreicher Pressearbeit führen

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  5 comments for “8 gute Gründe, warum Sie Ihren interessanten Fachartikel …

  1. 9. Juni 2011 at 11:50

    Très bien, Kerstin! Ein wunderbarer Artikel! Ich gebe Dir uneingeschränkt recht, denn in meiner Brust schlagen die berüchtigten zwei Herzen. Deshalb wirkt der Artikel wie Doppelherz. Als Journalist erreichen mit werktäglich Pressemitteilungen, Anrufe und Faxe (!), in denen eine Marke, ein Produkt oder was auch immer als das innovativste, beste, genialste ever beschrieben werden. Der journalistische Nutzen wird oftmals mitgeliefert, auch wenn er sich dann eher als Nullnutzen herausstellt. Denn alles gab`s schon mal irgendwie, er (der PR-Mensch) und noch stärker ich (als Journalist) muss es nur verkaufen können. In vielen Fällen geht das nicht, weil Bilder, neue Ansichten und das konkret Mehrwertige fehlen. Als PR-Mensch versuche ich natürlich, meine Marke in die Medien zu bringen, irgendwie am kritischen Journalisten vorbei und doch nur über ihn. Da hilft nur, offensiv mit den Vorteilen nach vorne zu gehen – und die Vorteile orientieren sich schlicht an den Interessen und Bedürfnissen der Hörer, Leser etc. und nicht an den Vorstellungen des Unternehmens. Die Änderung des Blickwinkels hilft (was würde ich selbst über ein Produkt lesen wollen), fällt vielen Kunden aber schwer. Ihre Produkte bleiben die besten, von denen die Presse doch nur begeistert sein muss.

  2. 9. Juni 2011 at 14:01

    Klasse Kerstin, gute Idee! Du sprichst mir aus der Seele und ich predige das immer wieder hier bei uns im Unternehmen. Viele Grüße, Meike

  3. Klaus
    10. Juni 2011 at 07:17

    wer kennt das nicht:
    von der eigenen Großartigkeit umwölkt mutig nach vorn getreten, um die darauf wartende Welt in Staunen zu versetzen und dann interessiert es irgendwie keine S……

    Wer will kann sogar daraus lernen und sei es nur, dass es mit der eigenen Großartigkeit wohl doch nicht so weit her ist. :)

  4. Martina
    15. Juni 2011 at 09:40

    Ach Kerstin – Du sprichst mir (wie so oft) aus der Seele; und ich freu mich immer, wenn ich eine kompetente Zweitmeinung für die nächsten Kundengespräche zu diesem Thema in der Tasche habe. Danke, danke, danke!

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