Warum ich mein Blog selbst gestalte und programmiere – und Ihres nicht!

Den gestrigen Relaunch in diesem Blog (Ihnen ist vielleicht aufgefallen, dass das Design und die Aufteilung verändert sind) habe ich selbst gestaltet und programmiert. Dabei schreibe ich oft genug, dass es für den unternehmerischen Erfolg sehr wichtig ist, sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren. Warum habe ich das dann getan?

Nun vorab und ganz wichtig: Sie werden nie erleben, dass ich das für Sie ebenfalls mache. Oder für sonst einen Kunden. Entsprechende Anfragen gebe ich an entsprechende Fachleute. Ich bin Kommunikationsberaterin, Texterin, PR-Frau. Das biete ich beruflich an. Da fühle ich mich sicher, und da bin ich überzeugt, dass mir so leicht keiner etwas vormacht.

Genug Ahnung, um es anderen zu überlassen

In punkto Gestaltung und Programmierung habe ich in über 20 Berufsjahren genug gelernt und ausprobiert, um zu wissen, dass es Leute gibt, die das viel besser können als ich. Weil sie es gelernt haben und jeden Tag machen. Ich muss ihre Arbeit beurteilen können, und zwar im Detail. Das gehört ja zu meinem Job dazu. Und genau das ist der Grund, warum ich in meinem eigenen Blog und auf meiner Website selbst gestalte und programmiere. Weil man etwas erst dann gut planen und konzipieren kann, wenn man im Detail und in der Tiefe versteht, was möglich ist und wie es funktioniert.

Aus dem gleichen Grund habe ich vor vielen Jahren beim Rundfunk geübt, einzelne Buchstaben aus Sätzen herauszuschneiden – obgleich ich niemals wieder meine Beiträge selbst schneiden musste. Aber ich wusste, was ich dem Cutter zumuten konnte und vor allem, wie das Material, das ich lieferte, idealerweise beschaffen war. Was ich in der Zeitungsredaktion beim Layout-Spiegeln mit Papier, Bleistift und Typometer gelernt habe, schärft bis heute meinen Blick für den Aufbau von Seiten in Print- und sogar in Online-Publikationen.

Der Spaß kommt erleichternd hinzu

Dass mir das Gestalten und Programmieren in meinem Blog solchen Spaß macht, kommt erleichternd hinzu. Sonst würde ich mir kaum das eine oder andere Wochenende damit um die Ohren hauen. Denn wirtschaftlich ist es zunächst einmal nicht, schon allein, wenn man den Stundensatz rechnet. Aus der Warte betrachtet, sollte ich es lieber outsourcen. Sicher, mit der Zeit habe ich mir eine gewisse Fertigkeit angeeignet, und ich bin immer noch schneller als jemand, der gar keinen Plan davon hat. Aber wirtschaftlich wird es erst dadurch, dass ich mit dem pixelgenauen Werkeln an der Gestaltung und mit der Programmierung in den Tiefen des Codes wertvolle Fähigkeiten für meine Kern-Arbeit erwerbe.

Ich kann immer noch nicht frei Websites oder Blogs programmieren, weil ich es auch nie darauf angelegt habe. Aber ich kann einen Quelltext lesen wie, sagen wir einmal, ein guter Amateurmusiker eine Partitur. Das ist wichtig, um eine Website zu beurteilen – nicht zuletzt im Hinblick auf Qualität der Programmierung und auf Suchmaschinenoptimierung. Ich brauche es, wenn ich Strategien, Projekte und konkrete Websites plane und konzipiere. Wenn ich Social-Media-Workflows entwickle. In der ganz konkreten, praktischen Arbeit mit Social Media brauche ich es sowieso.

Das große ABER: Qualität

Aber, und hier kommt das große und wichtigste ABER bei dem Ganzen: Ich habe Profis im Hintergrund. Die mir Feedback geben und mich unterstützen. Die mir in Details weiterhelfen, wenn ich feststecke. Die den Code meines Blogs wieder zurechtrücken, wenn ich etwas zerschossen habe. Die am Ende einer solchen Arbeit die entscheidenden fünf Minuten investieren, damit der Ergebnis wirklich professionell ist. Denn natürlich muss in meinem Bereich gerade die Kommunikation, die dann öffentlich wahrgenommen wird, immer der Qualität entsprechen, die wir insgesamt an unsere Kunden liefern. Das ist ja in jeder Branche so.

Daher möchte ich Sie ermutigen, in Ihrer Arbeit – ganz gleich, was das ist – selbst auch öfter mal etwas auszuprobieren, was Sie nicht direkt gelernt haben. Vorausgesetzt es macht Ihnen Spaß und bringt Sie in irgendeiner Weise weiter. Aber bitte bewahren Sie sich das Bewusstsein dafür, wo Sie als Profi unterwegs sind und wo nach wie vor noch als (guter oder sogar sehr guter) Amateur. Behalten Sie ein Gefühl für die Wirtschaftlichkeit des Ganzen. Denken Sie in Ihrer Kommunikation daran, sich auf Ihre Stärken zu fokussieren. Und dann: Viel Spaß!

  1 comment for “Warum ich mein Blog selbst gestalte und programmiere – und Ihres nicht!

  1. 10. November 2010 at 10:36

    Hallo Frau Hoffmann,

    zu Ihrem neuen Desgin habe ich ihnen ja schon gratuliert – es wirkt viel klarer, übersichtlicher und aufgeräumter. Ihren Gedanken hier im Artikel kann ich nur zustimmen. Wie soll ich als Coach, Trainer oder Berater etwas beurteilen können, wenn ich nicht wenigstens Grundkenntnisse davon habe? Aus genau diesem Grund tue ich es mir auch immer wieder an Dinge auszuprobieren, auch wenn Sie Zeit kosten. Wie Sie schon richtig sagten: Wichtig ist es aber nicht alles können zu wollen. Viel wichtiger ist es jemand zu kennen, der jemanden kennt, der weiß wie es geht. Das habe ich ebenfalls in den letzten 20 Jahren als Trainer und Berater gelernt.

    Vielen Dank und Beste Grüße

    Mario Carla

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