PR mit guten Taten: Sechs Tipps, wie Sie Ihr Engagement bekannt machen

25. Februar 2010

“Man merkt die Absicht und ist verstimmt!” Mein Lieblingszitat von Karlsson vom Dach beschreibt präzise, was meistens nicht funktioniert: verdeckte Vorhaben. Für gute Taten und PR gilt das auch. Wer sich vor allem – oder gar ausschließlich – deswegen sozial oder gemeinnützig engagiert, um damit Firmenwerbung zu machen und das Image des eigenen Unternehmens zu verbessern, wird damit wahrscheinlich nicht sehr erfolgreich sein. Vermutlich sogar im Gegenteil. Die Leser, Kunden, Interessenten, Journalisten sind ja nicht dumm. Sie bemerken die eigentliche Absicht, die dahinter steckt – und sind verstimmt, kaufunwillig, weniger wohlwollend…

Im vorigen Beitrag habe ich bereits einiges zu PR und guten Taten geschrieben. Das hat bei vielen Lesern die Frage aufgeworfen: Wie machen wir denn nun bekannt, was wir tun? Dazu einige Tipps:

1. Engagieren Sie sich für etwas, weil Sie sich wirklich dafür engagieren wollen

… und eben nicht, weil Sie nur damit werben wollen. Andere am Unternehmenserfolg teilhaben lassen, ist eine feine und edle Sache. Es sollte aber auch wirklich eine Intention und ein persönliches Engagement des Unternehmers oder des Teams dahinter stehen. Wenn mehrere beteiligt sind, entwickelt man auch am besten im Team die Ideen und das Vorhaben.

2. Stellen Sie die PR in den Dienst der Sache, nicht des Unternehmens

Wenn Sie sich wohltätig und gemeinnützig engagieren, dann sollte auch die PR primär dieser Sache (Einrichtung, Initiative, Aktion…) dienen. Sie steht im Mittelpunkt. Natürlich sollen Sie auch Ihre Firma nennen und darstellen. Aber machen Sie keine Spenden-Empfänger zu Fotomotiven für Ihr Unternehmen.

3. Bleiben Sie sachlich

Natürlich können – und sollten – Sie in Ihrer Unternehmenskommunikation darüber berichten, was Sie für andere tun. Newsletter bieten sich dazu beispielsweise an, Bereiche auf der Websites, Blogs und Social Media. Sachliche Berichterstattung überzeugt deutlich mehr und wirkt souveräner als ausschweifendes Selbstlob, besonders in diesem Fall.

4. Binden Sie die Begünstigten mit ein

Besser als Gönnertum und Werbung mit der eigenen Großzügigkeit ist es, sich mit den Beteiligten an einen Tisch zu setzen und gemeinsam beispielsweise Pressearbeit zu entwickeln. Sie werden erstaunt sein, wieviel Kreativität und Ideen – etwa zu originellen, ungewöhnlichen Aktionen – dabei entstehen. Statt in einer Broschüre über das Projekt zu berichten, räumen Sie doch einfach der Einrichtung, die Sie fördern, einen Platz ein, ihr Projekt vorzustellen.

5. Erwarten Sie keine Dankbarkeit

Sie machen das, weil Sie sich engagieren wollen und es zudem Ihrem Image nützt. Sie tun etwas für die Gemeinschaft, und ganz sicher kommt etwas zurück. Reiten Sie nicht darauf herum, wie wohltätig Sie sind.

6. Schaffen Sie Anlässe

Man kann es nicht oft genug sagen: Pressearbeit bedeutet nicht, dass Sie etwas in den Medien “platzieren”, weil Sie wollen, dass es veröffentlicht wird. Sie bedeutet, dass Sie den Journalisten interessante Themen zu bieten haben, die berichtenswert und idealerweise noch gute aufbereitet sind. Ein guter erster Anhaltspunkt ist: Würden Sie einen solchen Bericht selbst lesen, anschauen oder anhören? Wenn Sie sich nicht sicher sind, fragen Sie lieber einen PR-Menschen oder einen Journalisten, ehe Sie wertvolle Pressekontakte zumüllen. Nicht alles, was aus Unternehmenssicht ganz toll und berichtenswert ist, hält der “Öffentlichkeits-Prüfung” stand. Schließlich: Akzeptieren Sie ein “Nein”, wenn Sie es bekommen. Die Aussage eines Journalisten, dass etwas für ihn (im Moment) nicht interessant ist, ist eine absolute. Er/Sie entscheidet, worüber berichtet wird. Selbst wenn Sie es ungerechtfertigt finden, macht es wenig Sinn, das wegzuargumentieren. Statt zu versuchen, ihn doch noch zu überreden – und ihn damit wahrscheinlich zu verärgern -, sollten Sie die Zeit besser nutzen und sich überlegen, was Sie denn wirklich Berichtenswertes auf die Beine stellen können.

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4 Antworten auf PR mit guten Taten: Sechs Tipps, wie Sie Ihr Engagement bekannt machen

  1. Verena Voges on 25. Februar 2010 at 21:35

    Mit “PR von guten Taten” und Kommunikation der selbigen sind wir ja mitten im Thema CSR. Corporate Social Responsibility ist leider zu einem inflationär gebrauchten Modewort geworden. Im Kern der Sache geht es genau um gute Taten. Damit die Kommunikation von CSR oder guten Taten auch gut ankommt, ist es neben den von Ihnen genannten Punkten wichtig, dass das Engagement in Beziehung zum Unternehmen steht. Sich also entweder ein persönlicher Bezug oder ein inhaltlicher Bezug zur Tätigkeit herstellen lässt. Zu dem 4. Punkt möchte ich noch ergänzen, dass nicht nur die PR über das Engagement gemeinsam stattfinden sollte, sondern dass eine engere Verzahnung von Begünstigten und Unternehmen sehr positiv ist. So bleibt es kein Geldtransfer, sondern kann anfangen zu leben und Niederschlag in der Unternehmenskultur finden. Das erhöht die Glaubwürdigkeit und Authentizität, was in der Kommunikation spürbar wird. Und das wiederum wirkt sich positiv aufs Image und letztlich vielleicht – hoffentlich aufs Geschäft aus.

  2. Kerstin Hoffmann on 25. Februar 2010 at 23:21

    Sehr schöne Ergänzung, vielen Dank.

  3. Brigitte Godizart on 26. Februar 2010 at 17:58

    Positives Feedback!

    Ein wunderbare Fügung- ich habe Nr. 4 als Möglichkeit genutzt und meine Dienstleistung live präsentiert.
    Im geschützten Rahmen, eine tolle Erfahrung und ein Erlebnis für beide Seiten- ganz ohne Broschüre.
    Inspiration! “Anders” sein und kreativ – und schon zeigte ein Verlag Interesse. Eine Herausforderung, das Wissen achtsam und verantwortlich mit Menschen zu teilen.

    Wahrhaftigkeit! Die Wirkung ist spürbar – sofort und jederzeit. Den eigenen Rahmen immer wieder erneuern.
    So entstehen tolle, neue Perspektiven, an die Sie gestern noch nicht einmal gedacht haben. Engagement, authentisch mit Herz gelebt, hinterlässt Spuren im Sand – ”So werden Sie gefunden!”

  4. uberVU - social comments on 26. Februar 2010 at 19:46

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