„Das Gold der Erde“: Wertvolles und Werte in Marketing und PR

Gold„Mehr Würze ins Marketing“, fordert meine liebe Kollegin Heide Liebmann in ihrer Blogparade. Als sie sie ausschrieb, war es für mich keine Frage, dass ich dabei bin. Aus den vorgegebenen Titeln habe ich spontan den ausgewählt, der mich besonders ansprach: „Das Gold der Erde“.

Was mir zum Thema Gold sofort einfiel: Fülle, Reichtum, Werte, wertvoll, kostbar. Aber auch: Gold schürfen, Goldmine, Goldfieber. Und: Es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Erst danach habe ich mich gefragt, ob Gold eigentlich wirklich ein Gewürz ist – auch wenn ich weiß, dass es beispielsweise in der orientalischen Küche als Zutat eingesetzt wird. Die zweite und schwierigere Frage war die: Wie kriege ich den Bogen zum Marketing und generell zur Kommunikation?

Als nächstes fiel mir ein, dass ich sowieso vorhatte, mit den Lesern dieses Blogs meine ganz persönlichen Erfahrungen aus einem Jahr Social Media in Verbindung mit klassischen Kommunikationskonzepten zu teilen. Und da passen alle diese Assoziationen hervorragend hinein. Weil sich daran sehr gut beschreiben lässt, was hilfreich ist und wo die Gefahren liegen.

Goldsucher und Glücksritter

GoldwaschanlageDas Web ist voll von Leuten, Websites und Angeboten, die schnellen Reichtum versprechen. Beispielsweise mittels einzigartiger Geschäftsideen oder auch einfach in Form von Twitter-Followern. Nun ist ja nicht ganz einzusehen, warum eine große Follower-Zahl unmittelbaren Reichtum verspricht. Genauso gut kann mir jemand ein Auditorium von 10.000 Menschen für einen Vortrag über mein Unternehmen versprechen. Wenn keiner davon ein potenzieller Kunde ist, lohnt es sich gar nicht. Wahrscheinlich gehen sogar die echten Interessenten im Gedränge unter.

Mein Eindruck (korrigieren Sie mich bitte, wenn ich Unrecht habe): Reichtum versprechen solche Angebote vor allem den Anbietern. Neulich hätte ich einmal fast für 99 Euro einen „Top-Secret-Report“ für schnellen Anstieg der Follower-Zahlen gekauft. Einfach um mal zu sehen, ob da wirklich etwas anderes drinsteht als in den vielen hundert (oder tausend?) Links zu Twittertipps und Followerzahlen, die ständig durch meinen Twitterstrom rauschen.

Ich habe den geheimen Ratgeber dann doch nicht bestellt. Allein schon deswegen, weil ich weiß, wie das funktioniert mit Social Media und Followern. Da ist nämlich einfach gar kein Geheimnis dabei. Weil es ganz schlichten  menschlichen Gesetzmäßigkeiten und solchen des Marketings und des Netzwerkens folgt. Eine dieser Gesetzmäßigkeiten ist, und das weiß ich aus der Erfahrung mit Social-Media-Konzepten für meine Kunden: Je schneller man so etwas aufbläst, desto unspezifischer und weniger wirkungsvoll ist es auch.

Social Media: Gold wert, wenn richtig eingesetzt

Ich habe das schon so oft und so lange herauf- und heruntergebetet, dass ich mich kaum noch traue, es erneut zu schreiben: Netzwerken ist keine Akquisition, und es funktioniert nur mit echtem Interesse und den nötigen Kenntnissen und Einsichten.

Richtig aber ist, dass wir heutzutage mit den Mitteln der Social Media (bis vor etlichen Internet-Zeitaltern – also vor einigen Monaten – durfte man dazu noch Web 2.0 sagen) vieles viel schneller erreichen können als allein mit klassischer Werbung und PR. Falsch ist, dass wir deswegen auf letztere verzichten könnten.

Aber niemand setzt eben mal Twitter ein (oder Facebook oder XING oder einen bunten Strauß von sozialen Netzwerken) und ist damit dann einfach so erfolgreich. Das wäre so, als ob Sie sich eine Zug-Fahrkarte zu kaufen und hoffen, dass Sie am Ziel ankommen – ohne zu definieren, ob Sie nach Flensburg oder nach München wollen oder vielleicht sogar nach Übersee.

Deswegen helfen auch die neuesten Kommunikationsmittel nur innerhalb fundierter Konzepte. Wenn Ihnen jemand etwas anderes verspricht, können Sie fast sicher davon ausgehen, dass er Ihnen Katzengold anbietet. Und dass der Katzenjammer wahrscheinlich nicht lange auf sich warten lässt.

Was nicht bedeutet, dass man ein- und dasselbe Ziel nicht auf verschiedenen Kommunikationswegen erreichen kann. Sie können nach München mit dem Zug fahren, fliegen, das Auto nehmen oder radeln. Wie schnell Sie dann dort ankommen, hängt zudem entscheidend davon ab, wo Sie gestartet sind. Wenn Sie vom Chiemsee zu Fuß nach München losgehen, sind die Chancen weit größer, in absehbarer Zeit anzukommen, als wenn Sie sich in Hamburg auf die Wanderschaft nach Süden machen. In beiden Fällen müssen Sie aber planen, Ausrüstung zusammenstellen und dergleichen mehr.

Aus Fülle und Reichtum in die Welt hinaus

Der Ausgangspunkt, die Ausgangssituation ist auch in anderer Hinsicht wichtig. Bevor man für etwas wirbt und etwas verkauft, muss ja auch etwas da sein, muss Substanz vorhanden sein. Auch wenn es immer wieder versucht und immer wieder anders behauptet wird: Werbung und PR können auf Dauer nicht lügen, jedenfalls nicht zum Zweck geschäftlichen Erfolgs. Sie können nicht besser sein als das Unternehmen und dessen Produkt(e). Allerdings sollten sie auch nicht schlechter sein, was wiederum dafür spricht, sie in professionelle Hände zu geben.

Erfolgreiches Marketing schöpft aus der Fülle eines gut aufgestellten  Unternehmens mit funktionierenden Abläufen, in denen jeder die gemeinsamen Ziele kennt und mit darauf hin arbeitet.  Ein guter Kommunikationsberater – also jemand, der Werbung, PR, Marketing, Öffentlichkeitsarbeit entwirft und begleitet – wird bereits in den ersten Gesprächen und Workshops erkennen, ob und wo es in den internen Abläufen hakt. Vieles lässt sich mit den Mitteln der Kommunikation klären, indem man sortiert, beschreibt, konzipiert. Ein guter Werber/PR-Experte kennt aber auch die eigenen Grenzen und wird an bestimmten Stellen dazu raten, einen Coach oder Teamtrainer hinzuzuziehen.

Mit den richtigen Werten erfolgreich sein

An anderer Stelle habe ich es schon einmal geschrieben: Im Grunde braucht man für geschäftlichen Erfolg ebenso wie für erfolgreiche PR nur drei Werte – Authentizität, Wertschätzung und Integrität. Geld dagegen ist kein richtiger, wirklicher Antrieb, schon gar nicht wenn es der einzige ist.

Ich sehe es immer wieder bei meinen Kunden: Diejenigen sind mit Leichtigkeit am erfolgreichsten, denen Werte und ein größeres Bild wichtig sind. Die etwas bewegen wollen, in ihrer Branche und in der Welt. Die etwas besser machen wollen zum Wohle anderer. Die aber zugleich erkennen, dass eigener materieller Erfolg dazu kein Widerspruch ist. Im Gegenteil: Zu viel Altruismus ist eher hinderlich, ein Helfersyndrom schon sowieso. Wer sich zu schnell verausgabt, zu billig verkauft oder zu bescheiden darstellt, hilft niemandem. Er begrenzt lediglich den eigenen Wirkungskreis.

Deswegen ist es die Aufgabe von gutem Marketing, guter Werbung, guter PR, aus der Fülle zu schöpfen und zur Fülle zu verhelfen.

Fotos: elaweb/pixelio, Richi51/pixelio

  3 comments for “„Das Gold der Erde“: Wertvolles und Werte in Marketing und PR

  1. 18. Dezember 2009 at 16:26

    Das Gold gibt es in der Goldstadt Pforzheim auch in der Curry-Wurst. Die Homepage ist unter Marketinggesichtspunkten verbesserungsfähig….
    Wer Goldplättchen auf seiner Currywurst liebt ->http://wong.to/6gt06

    Wenn ich den Artikel lesen, komme ich mir vor als wenn frau mir die Leviten liest.
    Auch dafür Danke und geruhsame Feiertage und ein spannendes 2010.

    Grüße aus Friolzheim
    Ronald

  2. 13. Januar 2010 at 12:19

    Liebe Kerstin,

    der Beitrag spricht mir ja so aus der Seele. Habe ihn zwar jetzt erst entdeckt, aber dann sollte es wohl so sein. Gerade gestern habe ich bei Xing wieder so einen Thread verfolgt, wo es darum ging, dass Heiler und Heilerinnen (und ähnlich arbeitende Menschen) ja eigentlich garnichts für ihre Arbeit nehmen dürften, weil sie ja schließlich mit ihren Händen, ihrem Spirit und Mind (wie immer man das interpretiert)arbeiten und das wären ja wohl Gottesgaben, für die man nichts in Rechnung stellen dürfe.

    Mich hat es fast umgehauen, weil ich dachte, da wären wir schon drüber weg. Umso mehr freue ich mich über dein Zitat

    „Zu viel Altruismus ist eher hinderlich, ein Helfersyndrom schon sowieso. Wer sich zu schnell verausgabt, zu billig verkauft oder zu bescheiden darstellt, hilft niemandem. Er begrenzt lediglich den eigenen Wirkungskreis.“

    Jawohl, genauso ist das!!! Mal ganz abgesehen davon, dass auch Heiler u.alle, die im weitesten Sinne so wirken, ihre Ausbildungen finanziert haben und von ihren Handwerk leben möchten. Also,danke danke danke für die klaren Worte.

    herzliche Grüße
    Barbara

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