Warum Sie mindestens einen Google Alert haben sollten
Nein, natürlich brauchen Sie nicht unbedingt einen Google Alert. Sie können auch alle paar Tage Ihren eigenen Namen und den Ihres Unternehmens selbst in Suchmaschinen eingeben. Aber es gibt eben Tools, die das Monitoring einfacher machen. Und ein gutes Monitoring brauchen Sie, zumindest dann, wenn Sie freiberuflich arbeiten, ein Unternehmen führen oder eine Leitungsfunktion haben. Ich will Ihnen hier nicht erklären, wie Google Alerts genau funktionieren. Das steht alles bei Google. Ganz kurz, was es ist: Sie installieren eine Suche für bestimmte Stichworte oder eine Web-Adresse, und Google schickt Ihnen per Mail Fundstellen dazu.
Worauf kommt es an?
In letzter Zeit habe ich sehr viele Freiberufler und Manager gefragt, ob sie einen Google-Alert gesetzt haben. Der Anteil derjenigen, die das bejaht haben, ist verschwindend gering. Die häufigste Begründung: “Ich bin nicht so Web-Zweinullig.” oder: “Ich mache wenig mit den neuen Medien.” Nun ja, darauf kommt es ja auch nicht primär an. Oder nicht nur.
Klar: Google Alerts sind eine sehr gute Methode, um die eigenen aktiven Veröffentlichungen im Netz zu beobachten. Wenn ich einen Blog-Artikel herausgebe, dann finde ich den sehr schnell in den Fundstellen wieder. Das bedeutet: Hier habe ich etwas richtig gemacht, die Sachen sind auch für andere findbar. Dass Twitter-Beiträge ebenfalls sehr häufig gefunden werden, ist ein Indiz, dass es sich lohnt, hier etwas einzustellen. Und dass man aufpassen sollte, was man schreibt, weil viele andere es sehen können.
Aber auch wenn Sie allenfalls eine statische Website haben und niemals bloggen, twittern oder sich sonstwie in virtuellen Netzwerken tummeln: Das heißt ja nicht, dass andere es nicht tun. Je bekannter und erfolgreicher Sie oder Ihr Unternehmen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass jemand über Sie schreibt. Oder dass Mitarbeiter diese Medien nutzen und sich auch über ihren Arbeitgeber äußern. Zudem findet Google auch Texte in den Online-Ausgaben von Print-Medien.
Regelmäßiges Googlen – ob von Hand oder automatisiert – sollte daher für jedes Unternehmen zum Pflichtteil des Monitoring, der Beobachtung der Medien und der öffentlichen Meinung, gehören. Natürlich müssen Sie das nicht unbedingt selbst machen. Jedoch sollte einer im Unternehmen dafür zuständig sein.
Darüber hinaus sollte zumindest jeder, der in leitender Funktion tätig ist oder sonstwie öffentlich wahrgenommen wird, sich Gedanken über sein Reputationsmanagement machen, ganz unabhängig vom Gesamtbild des Unternehmens. Auch dafür kann man jemanden beauftragen und sollte sich möglichst auch beraten lassen. Derweil schon einmal selbst zu beobachten, was zu eigenen Person im Netz kursiert, kann aber auf keinen Fall schaden.
Meine Alerts – und weitere Such-Tools
Ich habe einen Google Alert auf meinen Namen gesetzt, einen auf meinen kompletten Unternehmensnamen, einen auf meinen Blog-Titel, einen weiteren auf meine Domain und noch ein paar andere. Ich lasse mich regelmäßig über Themen und Sitchworte informieren, die mich interessieren, und verfolge Veranstaltungen und Kongresse aus meinen Fachgebieten. Darüber hinaus nutze ich weitere Tools, etwa die komfortable Suche nach Stichworten in Twitter, die beispielsweise Tweetdeck bietet. Auch myOn-ID liefert viele gute Fundstellen.
Von Bienen und Akrobatik
Keine dieser Suchen ist unfehlbar. Zunächst einmal dauert es eine Weile, bis die Suchworte richtig eingestellt und kombiniert sind. Sonst kommt entweder das Richtige nie. Oder es kommt so eine Flut von nicht zutreffenden Fundstellen, dass es bald ermüdend wird, das alles zu lesen. Zum Beispiel hatte ich eine Weile einen Alert mit den Stichworten “Kongress Medizin” und bekam jedes Mal eine Nachricht, wenn sie das Parlament der U.S.A. mit Gesundheitsthemen befasste.
Ganz durchschaut habe ich auch nicht, warum mir Google Alerts immer mal uralte Blogposts oder vor Wochen Getwittertes schickt. Auch lese ich, dass jemand meines Namens (aber mit einem ‘f’) in einem Kinderstück als Biene Maja aufgetreten ist. Oder ich erfahre zu meiner Freude, dass Kerstin Hoffmann “den Sprung ins Komitee für Technische Akrobatik” geschafft hat. Tolle Sache – aber definitiv nicht meine. Je häufiger ein Name, desto wahrscheinlicher sind natürlich solche Fehlfunde – das liegt in der Natur der Sache.
Wie bei allen Medien und Tools müssen Aufwand und Nutzen gegeneinander abgewogen werden. Es zeigt zudem, dass automatisierte Methoden kein intelligentes Monitoring durch einen Menschen ersetzen. Aber sie ergänzen es sinnvoll – und sind es auf jeden Fall wert ausprobiert zu werden.
Hätte ich nur einen einzigen Google Alert…
Übrigens habe ich in meinem virtuellen Netzwerk mal herumgefragt, wer Google Alerts nutzt und wer nicht – und wozu. Das Ergebnis ist sicherlich nicht repräsentativ – und natürlich ganz anders als meine reale (wenn auch ebenfalls nicht repräsentative Umfrage) bei Kunden und Geschäftspartnern. Zum einen sind die Gefragten schon sowieso Social-Media-affin, weil ich in Social Media gefragt habe. Zum anderen werden vor allem solche geantwortet haben, die das Thema interessiert. Der Anteil derjenigen, die noch nie von Google Alerts gehört hatten, ist daher auch gering. Interessant ist aber, wozu es genutzt wird. (Sehen Sie unten selbst.) Einer meiner Facebook-Kontakte schrieb: “”mein name” hätte ich als am unwahrscheinlichsten angekreuzt, aber . . .” Ich dagegen würde, wenn ich nur einen Google-Alert hätte, diesen auf meinen Namen setzen, um zu wissen, was Leute über mich schreiben.
Hier die Umfrage (Sie können sich gerne noch beteiligen; Mehrfachnennungen sind möglich):


Ich halte gar nichts von Google Alerts. Als ich noch deutlich mehr PR gemacht habe als heute, habe ich ständig Alerts abonniert, um einen besseren Blick auf den Rücklauf meiner kommunizierten Themen zu haben. Die Ausbeute war lächerlich; mit manueller Google-Suche habe ich, je nach Rücklaufstärke, vier- oder fünfmal so viele frische Fundstellen entdeckt. Mein Fazit: Dieser Dienst leistet nicht viel mehr, als den Maileingang dramatisch zu verstopfen.
Ach so, ein versöhnliches PS gehört vielleicht noch hinterher: Ich hätte wohl dazu sagen sollen, dass ich den letzten hoffnungsvollen Alert vor etwa zwei Jahren gefüttert habe. Zwei Jahre in der Softwareentwicklung sind natürlich eine kleine Ewigkeit; wer weiß, was sich da inzwischen verbessert hat. Bloß: Ich bin so furchtbar nachtragend …
Google Alerts, meiner Meinung nach:
- zeigt Themenlebenszyklus, von speziell zu jeder und auch werblich wird es genutzt,
- hält Themenspürsinn am Leben,
- finde Themen wichtiger als Namen, dies könnte am am Selbstverständnis liegen, möchte ich senden oder positionieren
- wahrscheinlich macht es die Kombination: Thema + Name der Unternehmung
Interessanter Impuls
“Freue mich über weitere Fragen und Antworten.”
Einen Alert bei Google anzulegen ist das mindeste was jedes Unternehmen und auch jede Privatperson tun sollte um seine Online-Reputation zu schützen. Ganz unabhängig davon welche Inhalte man selbst ins Netz stellt.
Ein diffizileres Webmonitoring kann man durch einen Monitoring Service erreichen. Das ist für große Unternehmen sinnvoll, aber auch nicht ganz billig.
Eine kostengünstige Alternative ist ein selbstgebautes Web Monitoring-System mit RSS. Damit habe ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Macht man es richtig, kommt man schon zu sehr guten Ergebnissen.
Für diejenigen, die technisch nicht so versiert sind und das ganze mal ausprobieren wollen bieten Google Alerts sicherlich einen guten Einstieg. Damit der Posteingang nicht mit irrelevanten Suchergebnissen verstopft wird müssen auch Alerts richtig eingerichtet werden, indem man Suchstrings geschickt miteinander kombiniert.
Google Alerts waren vor einigen Jahren wirklich wichtig, als viele Websites noch kein RSS-Feed veröffentlich haben.
Heute kann man die Suchergebnisse von Google News und Google Blogsearch per RSS abonnieren, so dass man alle Seiten monitoren kann, die entweder in Google News vertreten sind oder selbst ein RSS-Feed veröffentlichen und damit von Google Blogsearch erfasst werden. Das sind längst nicht mehr nur Blogs (wie der Name “Blogsearch” nahelegt), sondern viele nachgerüstete Web 1.0 Seiten, Foren, Social Network Gruppen usw.
Der größte Nachteil von (Google-)Alerts ist, dass sie E-Mail-basiert funktionieren. Das heißt, dass die Zustellung nicht zuverlässig ist und im Spamfilter landen kann. Eine interessante Anekdote in diesem Zusammenhang ist es, dass Google Alerts selbst von Google Mail oft als Spam klassifiziert werden.
Wer professionelles Monitoring für den Eigenbedarf oder im Kundenauftrag macht, wird ohne RSS-Techniken in Kombination mit Suchmaschinen oder eigenen Monitoring-Tools nicht herumkommen.
Absolute Zustimmung. Mindestens ein Google-Alert ist eben nur der Anfang. Aber wer eben noch kein aufwändiges, professionelles Monitoring hat, sollte wenigstens das haben. … und gegen die Spam-Aussortierung kann man ja etwas tun.
Hallo Frau Hoffmann,
selbst ich als alter Internethase habe durch Ihren Artikel etwas dazugelernt. Den Begriff Googlealert kannte ich zwar, aber für mich eingesetzt habe ihn bisher nicht. Werde ich sofort umsetzen.
Danke.
Trotz RSS-Feeds und anderen Instrumenten setze ich Alerts bereits seit längerer Zeit sehr umfangreich ein. Alerts bieten mir eine
gute Möglichkeit über im Vorfeld definierte Themengebiete aktuell informiert zu sein. Um den Posteingang nicht unnötig aufzublähen
habe ich für Alerts in meinem Mailprogramm eine Regel definiert, wodurch die Alerts direkt in einen bestimmten Ordner wandern.
Ich schätze Alerts sehr, auch wenn sie in Zeiten von RSS & Co. möglicherweise als antiquiert betrachtet werden.
Hallo Frau Hoffmann,
ich nutze den Google Alert schon längere Zeit. Mir ist nun nur aufgefallen, dass wenn ich zu viele Wörter eingebe, der Alert mir so gut wie keine Inhalte mehr schickt. Trotzdem ist jeden Tag die selbe Internetadresse enthalten, die für ein Stellenangebot wirbt. Können Sie mir eventuell sagen, warum diese jeden Tag vorhanden ist? Gibt es eine Möglichkeit für einen Anbieter sich täglich dort eintragen zu lassen?
Danke
Sorry, zu diesem speziellen Fall kann ich leider auch nichts sagen. Das ist sicher eine Frage für den Google-Support oder entsprechende Fachforen. Einfach mal googlen.