Deutsche lieben ihre Sprache

Sprache ist mein wichtigstes Medium und Ausdrucksmittel. Meine Arbeit lebt von der und in der Sprache – geschrieben und gesprochen. Werbe- und PR-Texte schreibe ich nur in meiner Muttersprache; gelegentlich muss ich mal einen Sachtext in Englisch oder Französisch verfassen. Viele Besprechungen finden auf Englisch statt, und oft bekomme ich Vorlagen oder Informationen für meine Arbeit in anderen Sprachen. Ich mag Sprachen an sich und finde deren Besonderheiten sehr interessant und spannend. Aber ob ich meine Muttersprache besonders liebe – darüber hatte ich mir, ehrlich gesagt, noch nie Gedanken gemacht. Bis gestern, denn da fiel mir eine Pressemitteilung des “Instituts für deutsche Sprache” in die Hände: “Deutsche lieben ihre Sprache“.

Interessant auch die Details der Umfrage: “Norddeutscher Dialekt am sympathischsten”. Da habe ich ja nochmal Glück gehabt! Wenngleich ich die meiste Zeit tadelloses Hochdeutsch zu sprechen meine, verfalle ich unter Stress (oder wenn ich gerade nach Hause telefoniert habe) schon mal in den Tonfall meiner Hamburger Vorfahren.

“Französischer Akzent am beliebtesten”: Stimmt, finde ich auch. Aber jeder fremdländische Akzent im Deutschen hat seinen eigenen Reiz. Den britischen beispielsweise mag ich ebenfalls sehr, aber auch Russisch oder Türkisch gibt eine schöne Klangfarbe.

“Mehrheit der Deutschen betrachtet die Entwicklung der deutschen Sprache mit gemischten Gefühlen und Sorge”: Na, da gehöre ich wohl zu einer Minderheit. Für mich lebt Sprache und entwickelt sich – auch mit den Einflüssen von außen, durch Zuwanderer und durch internationale Entwicklungen.

“Lesen im Internet hemmt das Interesse an Büchern nicht”: Was das gerade in dieser Sprachstudie zu suchen hat, ist mir nicht ganz klar geworden. Aber immerhin: Sie dürfen gerne auch weiter dieses Blog regelmäßig lesen.

  3 comments for “Deutsche lieben ihre Sprache

  1. Jochen C. Müller
    19. Juni 2009 at 23:12

    >oder wenn ich gerade nach Hause telefoniert habe

    Das war jetzt eine Hommage an E.T., stimmt’s?

  2. Kerstin Hoffmann
    20. Juni 2009 at 10:32

    Fein beobachtet. :) Aber nur eine winzigkleine. Konnte einfach nicht widerstehen.

  3. 20. Juni 2009 at 13:47

    Gerade das Internet stellt uns vor Chancen und Risiken für die Weiterentwicklung unserer Sprache! Nie zuvor hatten so viele und breite Bevölkerungsschichten die Chance daran mitzuwirken. Das finde ich spannend.

    Bedenklich sind aus meiner Sicht Verrohungen in der E-Mail-Kommunikation (fyi, mfg) und der Ersatz persönlicher Kommunikation durch die elektronische. Besonders firmenintern stelle ich dies mit Schrecken fest…

    Zu diesem Thema liefern Wolf Schneiders Schriften erfrischende Beiträge.

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