Daran, wie jemand spricht und Dinge formuliert, kann man vieles ablesen. Zum Beispiel, was er für ein Lerntyp er ist. Visuelle Typen “sehen” die Dinge anders, für auditive Typen “hört” sich etwas interessant oder seltsam an, der kinästhetische Typ dagegen “fühlt”, worum es geht. Aber auch anderes lässt sich erkennen: Wer verquast und hochgestochen schreibt, der hat entweder den Sachverhalt für sich selbst nicht klar oder will vor allem anderen imponieren. Wer sich wirr ausdrückt, hat selten vorher seine Gedanken zu einem Thema geordnet.
Umgekehrt hilft Sprache aber auch dabei, Gedanken zu ordnen, Bewusstsein zu entwickeln und eine eindeutigere Haltung anzunehmen. Beobachten Sie sich selbst einmal dabei, wie Sie Ihre Überlegungen und Schlussfolgerungen präsentieren. Schreiben Sie zum Beispiel: “Ich glaube, das ist so und so…” – aber in Wirklichkeit denken Sie, dass es so und so ist. Oder Sie sind sogar davon überzeugt, sind sich aber nicht sicher, wie der Empfänger der Botschaft reagieren wird.
Üben Sie zunächst schriftlich, indem Sie ganz bewusst beobachten, wie Sie formulieren. Ersetzen Sie schwammige Begriffe durch eindeutige. Streben Sie nach Klarheit und Einfachheit. Machen Sie aus einem langen Satz drei kurze. Streichen Sie Substantiv-Konstruktionen wie den “Antrag zur Erteilung der Beglaubigung” zugunsten flüssigerer Sätze mit mehr Verben. Sie werden feststellen, wie sich auch Ihr Denken und Ihr eigener Standpunkt verändern. Wer ein zögerndes “ich glaube” durch ein entschiedenes “ich bin überzeugt” ersetzt hat, kann auch die weitere Argumentation schlüssiger entwickeln.
Wenn Sie darin geübt sind, Ihre schriftlichen Formulierungen zu überarbeiten, wird es Ihnen leichter fallen, das auch beim gesprochenen Wort zu tun. Nehmen Sie es nicht zu ernst. Betreiben Sie es spielerisch. Beobachten Sie sich selbst, wenn Sie zu anderen sprechen: Wie eindeutig, wie klar und wie sicher drücken Sie sich aus? Sagen Sie wirklich das, was Sie herüberbringen wollen? Wie kommt es bei den anderen an und wie reagieren diese? – Sie werden erleben, wie sich mit der veränderten Kommunikation auch die Selbst- und die Fremdwahrnehmung verändern.
Wichtig: Es geht darum, die eigenen Positionen klar zu vertreten. Nicht darum, immer Recht zu haben oder jede Diskussion zu gewinnen.













Woher soll ich wissen was ich denke bevor ich höre was ich sage
Mit besten Grüßen,
Alexander E. Schröpfer