Kreativpause – erste Bilanz

Rund drei Wochen Kreativpause: Was bedeutet das für ein Blog, und wie geht es weiter? Die Pause war ja auch als Experiment gedacht; für die weitere Ausrichtung dieses Blogs und für die Beratung meiner Kunden, die eigene Blogs betreiben.

Der Blick in die Blogstatistik zeigt:

- Am Anfang sind die Besucherzahlen schnell und stark heruntergegangen. Auf bis zu ein Fünftel der sonstigen regelmäßigen Besuche.

- Im weiteren Verlauf sind die Zahlen wieder etwas gestiegen und haben sich stabilisiert. Es sind weiter konstant Besucher gekommen, aber weniger als “im laufenden Betrieb”. Offensichtlich fehlen vor allem diejenigen, die regelmäßig über Feedreader und daher sowieso nur kommen, wenn es einen neuen Beitrag gibt.

- Weiterhin haben andere Blogs neu auf den PR-Doktor verlinkt, aber vor allem auf den (statischen) Workshop-Bereich und das eBook.

- Die Zahl der täglichen eBook-Downloads ist kaum zurückgegangen.

- Besucher, die während der Pause im Blog gelesen haben, haben ausführlich in älteren Beitägen gestöbert und viele externe Links angeklickt.

- Neue Abonnenten für den Newsletter haben sich auch während der Pause angemeldet, in etwa der gleichen Zahl wie sonst. Allerdings ist an deren Mails nicht zu sehen, ob sie über das Blog oder die statische Website kommen.

- Gegen Ende der angekündigten Zeit – aber noch während der Pause – sind die Zugriffszahlen wieder gestiegen, besonders in den letzten Tagen. Gestern, mit dem ersten neuen Beitrag, sogar signifikant. Hier sehe ich dann auch wieder zahlreiche Zugriffe über Feedreader.

- Ebenfalls bereits gestern haben mich mehrere Personen auf verschiedenen Kommunikationswegen – per Mail, telefonisch und persönlich – darauf angesprochen, dass das Blog wieder in Betrieb ist. Kunden, Netzwerkpartner und Interessenten haben sich vor während und nach der Pause durchweg verständnisvoll gezeigt, waren weder verärgert noch verwundert – und lesen jetzt wieder interessiert mit.

Wie sich die Zahlen und die Resonanz ab jetzt wieder entwickeln, bleibt abzuwarten. Meine bisherigen Schlussfolgerungen:

- Ab und zu eine Pause kann ein Blog gut vertragen, wenn es zuvor einen treuen und interessierten Leserstamm aufgebaut hat. Die Pause bietet sogar Anlass zu zusätzlichem Austausch und neuen persönlichen Kontakten mit Menschen, die vorher nur stille Mitleser waren.

- Wer nach einer solchen Pause dauerhaft wegbleibt, gehört eher nicht zur Kernzielgruppe.

- Abonnements und Feedreader bringen viele Leser nahtlos zurück.

- Hochwertiger dauerhafter Content wie das eBook und der Workshop sind eine gute Methode, um Bekanntheit und konstante Zugriffszahlen zu erzeugen.

Eines ist mir auch während der Pause, die für mich ja auch eine Zeit der Besinnung war, klargeworden: Ich werde in Zukunft noch stärker auf die Qualität der Inhalte achten und darauf, ob ich wirklich Substanzielles und Interessantes zu sagen habe. Täglich um jeden Preis einen wirklich guten Text zu schreiben zehrt zu sehr an der Substanz und ist nicht auf Jahre durchzuhalten. Im Zweifel werde ich mir für einen guten, durchdachten Beitrag auch mal mehrere Tage Zeit nehmen. Die obigen Ergebnisse bestätigen mir nämlich: Ich kann mir durchaus auch mal den einen oder anderen Tag ohne Beitrag leisten, ohne dass Leser wegbleiben. Jedem ist klar, dass hinter einem solchen Blog ein Mensch steht und keine Content-Produktionsmaschine…

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  3 comments for “Kreativpause – erste Bilanz

  1. 6. März 2009 at 22:33

    Ähnliche Erfahrungen habe ich auch gemacht. Ich vermute, je älter ein Blog ist und je mehr Beiträge über die Suchmaschinen zu finden sind, desto unproblematischer ist so eine Pause.

    Allerdings muss man sie so wie Du ankündigen. Sonst wirkt das unprofessionell und schreckt die Leser ab.

  2. 10. März 2009 at 11:55

    Eine ganz elegante und spannende Lösung habe ich bei Stefan Niggemeier gesehen: Blogsitting. Wenn er länger weg ist, lässt er einen Gastblogger ran und macht das auch optisch in seinem Header oben und der farblichen Kennzeichnung der Beiträge kenntlich. Momentan ist es wieder soweit: stefan-niggemeier.de/blog

  3. kerstinhoffmann
    10. März 2009 at 11:58

    Ja, habe ich auch schon gemacht. – Aber zu oft und zu lange mag ich keinen Blogsitter beanspruchen. Im vergangenen Sommer hatte ich einen, diesmal habe ich es anders probiert. Hat ja auch geklappt.

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