Das Buch als PR-Instrument

1. Dezember 2008

Ein sehr interessantes Thema greift Thomas Pleil im “Textdepot” auf: das Buch als PR-Instrument. Seine Thesen, kurz zusammengefasst: Bücher sind langlebiger, hochwertiger und nachhaltiger als die meisten anderen Medien, und Themen lassen sich dort ausführlicher abhandeln als anderswo. Mit dem Thema habe ich einige Erfahrungen gesammelt. Im Schnitt bekomme ich zwei- bis dreimal im Jahr eine Anfrage, was es denn kosten würde, wenn ich für jemanden ein Werk ‘ghostwriten’ würde. Denn im Trainer- und Berater-Bereich sowie in der Medizinbranche (und in diesen Feldern kenne ich mich am besten aus) scheint es tatsächlich so zu sein: Wer sich als Fachbuch-Autor profiliert, hat es leichter, seine Leistungen zu verkaufen und kann – als ausgewiesener Experte – oft auch höhere Honorare beanspruchen. In bestimmten Kreisen scheint überhaupt erst derjenige zu zählen, der mindestens eine große Veröffentlichung vorweisen kann.

Hat fast

Hat fast jeder, kann aber noch lange nicht jeder schreiben: ein Buch.

Das heißt aber aus meiner Sicht auch: Das Buch muss wirklich gut sein. Was viele übersehen: Die wirklichen Gurus am Markt waren zuerst mit ihrer Arbeit erfolgreich und haben erst später ihr gesammeltes Fachwissen in Buchform gebracht. Die meisten, die bei mir anfragen, unterschätzen den Aufwand, der mit einer solchen Arbeit verbunden ist. Je nachdem, wie viel Recherche notwendig ist und wie umfangreich das Werk werden soll, kann das einige Monate in Anspruch nehmen. Auch ist es mit einem guten Ghostwriter nicht getan. Verständlich, dass jemand, dessen Hauptprofession das Schreiben nicht ist, professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Schon aus Zeitgründen: Vermutlich würde das Projekt ansonsten um ein Vielfaches länger dauern oder niemals fertig werden. Zudem kommt ein Buch nur an, wenn es gut geschrieben ist – auch das eine Frage der Begabung und vor allem der Übung. Dennoch: Die inhaltliche Substanz, das Einzigartige, Unverwechselbare muss schon von demjenigen kommen, der nachher auf dem Titel als Autor genannt ist. Also: ein Buch macht noch keinen Erfolg. Aber wenn es gut ist, da stimme ich Thomas Pleil uneingeschränkt zu, ist es ein hervorragendes PR-Instrument.

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