Scheck? Was ist das?

13. November 2008

Ich dachte immer, ich wäre, was Informationstechnologie und Kommunikation angeht, ziemlich bewandert. Computer-gestählt, Web-2.0-geprüft und so weiter. Nichts da: Ich bin gnadenlos old school. Mein Sohn meint nämlich, E-Mai sei ein antiquiertes Kommunikationsmittel – das fast direkt nach dem Meißeln in Steinplatten kommt. Er verschickt Nachrichten und Dokumente nur noch per Instant Messenger oder Skype, oder was weiß ich, was diese jungen Leute sonst noch für Möglichkeiten haben. Wegen des Bloggens habe ich ihn gar nicht erst gefragt. Ich weiß ja selbst, dass eigentlich Microblogging viel angesagter ist.

Aber es gibt tatsächlich Menschen, die sind noch rückständiger als ich. Beispielsweise passiert es mir alle paar Wochen, dass jemand ein Dokument per Fax von mir haben will. Mein Faxgerät habe ich vor einigen Jahren abgeschickt, nachdem nur noch nachts irgendwelche dubiosen Angebote seitenweise durchnudelten (“Wenn Sie diese Angebote nicht mehr erhalten möchten, senden Sie uns bitte ein unterschriebenes Rückfax”). Zum Glück haben dann doch alle Mail, und man kann das Dokument einscannen und per PDF schicken.

Jetzt ist mir aber auf anderem Gebiet ein Anachronismus begegnet, der mich vor eine nahezu unlösbare Aufgabe stellt. Ich will nämlich eine ISBN für ein e-Book beantragen. Das geht direkt nur über die ISBN-Agentur Deutschland. Man muss das Antragsformular ausdrucken und per Post schicken. Das kann ich – ein Briefkasten ist bei mir um die Ecke. Aber jetzt kommt’s: Die Gebühr für die Zuteilung einer einzelnen ISBN kann man nur per beigefügtem Scheck bezahlen. Ein Scheck! Was ist das? So etwas habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr ausgefüllt. Gibt es das überhaupt noch? Bekomme ich das bei meiner Bank? Muss ich dann gleich ein ganzes Scheckheft beantragen? Gibt es noch Euroschecks? Hat man heute noch Verrechnungsschecks?

Irgendjemand hat mir mal irgendwann gesagt, man könne einen Scheck auf ein Konto formlos auf jeder Form von Schriftträger ausschreiben, man brauche kein bestimmtes Formular dazu, es sei mehr wie so eine Art Schuldschein. Aber ob das stimmt? Wenn ja, kämen wir glatt zu einem – bei Lokaljournalisten beliebten und Edelfedern verpönten – Zirkelschluss für diesen Beitrag hier. Dann könnte ich es nämlich einfach in Stein meißeln. Mein Sohn wäre vermutlich nicht sehr erstaunt…

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3 Antworten auf Scheck? Was ist das?

  1. Christiane on 13. November 2008 at 19:35

    Mit der Post sicherlich kein Problem. Aber bitte, Kerstin, versuche es doch formlos und berichte hier über deine Erfahrungen. :)

  2. Marc Quandel on 14. November 2008 at 13:55

    Hallo Kerstin!

    Ja, es gibt noch Schecks und auch noch rückständigere Menschen als Dich. Ich habe z.B. Verrechnungsschecks in der Schublade liegen, die ich regelmäßig einsetze(n muss).

    Heute schon getwittert? http://www.twitter.com

    Viele Grüße aus Neuss,

    Marc Quandel

  3. Frank H. aus Z. on 19. November 2008 at 13:09

    Das würde mir genauso gehen. Ich habe noch nie einen Scheck ausgestellt. Aber ich weiss, ganz früher gab es so eine Magie, wenn man hinten auf den Scheck zwei Striche gemacht hat, konnte man den nur über ein Konto einlösen, also nicht bar. Damit konnte man nachverfolgen, wer ihn eingelöst hat und das war eine Art Diebstahlschutz. Vielleicht ist das heute auch noch so. Keine Ahnung. Den letzten Scheck den ich bekommen habe, war von meiner Ex-Vermieterin zum jährlichen Nebenkostenausgleich. Aber meine Ex-Vermieterin lebt auch schon ein paar Jahre nicht mehr. Aber: Es lebe der Scheck zum beantragen von ISBN-Nummern! Nur schade, wenn dazu keine Alternativen angeboten werden.

    Gruss
    Frank

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