Blog-Workshop PR, Folge 15: Exklusiv oder nicht?

12. November 2008

Pressegespräche, Interviews, Einzelkontakt

Pressekonferenzen, Pressetermine oder Fototermine sind eine Möglichkeit, um ein Thema oder ein Produkt an die Öffentlichkeit zu bringen. Sie laden alle Pressevertreter, die in Frage kommen, zugleich ein und alle berichten gleichzeitig. Es gibt weitere Möglichkeiten, Ihre Themen in die Zeitung und in die elektronischen Medien zu bringen. Oft ist es eine schwierige Entscheidung, ob es sinnvoll ist, eine Redaktion exklusiv mit Inhalten zu versorgen oder alle zu bedienen. Daher schauen wir uns hier einige Möglichkeiten exemplarisch genauer an. Bitte betrachten Sie dies als Anregung. Was tatsächlich im Einzelfall am sinnvollsten ist – kann man auch nur im konkreten Einzelfall entscheiden.

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Inhalte: exklusiv oder an alle?

Pressekonferenz

Eine Pressekonferenz oder ein Pressetermin ist immer an am sinnvollsten, wenn Sie etwas Wichtiges an die Öffentlichkeit bringen und daher möglichst viele Medien bedienen wollen. Zumindest im Lokalen gilt: Bedienen Sie damit nur eine Redaktion, ist die Wahrscheinlichkeit nicht hoch, dass die anderen nachziehen. Es sei denn, das Thema ist wirklich von großer Brisanz oder Bedeutung. In jedem Fall müssen Sie damit rechnen, dass Sie die anderen verärgern, wenn Sie nur einen mit Informationen versorgen.

Hüten Sie sich auch davor, wenn Sie schon einen Pressetermin angesetzt haben, vorab doch schon auf Nachfrage mit einzelnen Pressevertretern über das Thema zu sprechen. Wenn vorher irgendwo etwas erscheint, werden die anderen kaum noch zu Ihrer Pressekonferenz erscheinen.

Eine Ausnahme sind übrigens beispielsweise Wochenzeitungen und Monatspublikationen. Für diese liegt eine Pressekonferenz zu einem aktuellen Anlass – etwa vor einer Veranstaltung – oft zu spät, um rechtzeitig zu berichten. Diese Redaktionen können Sie vorab versorgen, wenn sichergestellt ist, dass die nächst erreichbare Ausgabe nach Ihrem Pressetermin erscheint.

Pressemitteilung

Die Pressemitteilung ist sozusagen die Stufe unter der Pressekonferenz. Der Anlass ist nicht groß genug oder nicht vor Ort sinnvoll aufzubereiten, so dass es keinen Sinn machen würde, die Pressevertreter  einzuladen. Daher bekommen alle zur selben Zeit dieselben Informationen, so dass alle die Möglichkeit haben zeitgleich zu berichten. Auch hier gelten gegebenenfalls wieder die im vorigen Punkt genannten Ausnahmen für Publikationen, die seltener erscheinen.

Einzelkontakt

Viele Themen passen gut in bestimmte Publikationen – etwa in Themen-Specials. Oder sie geben, entsprechend aufbereitet, genug Stoff für einen Bericht her, sind aber nicht für eine Pressekonferenz geeignet. Oder Sie haben eine Idee für ein Interview zu einem Thema, das Sie einem bestimmten Redakteur anbieten wollen, zu dem Sie bereits einen guten Kontakt aufgebaut haben. Immer dann sollten Sie einzeln Kontakt aufnehmen und die Sache im Einzelgespräch erledigen.

Wenn Sie einer Redaktion ein Thema exklusiv anbieten, wird es für diese oft interessanter. Überlegen Sie sich vorher gut, warum Sie es genau dieser Publikation anbieten, was der konkrete Anlass ist und wie es sich weiter recherchieren und aufbereiten lässt.

Regelmäßige Themenangebote an verschiedene Redaktionen gehören meiner Ansicht nach zu jeder Pressearbeit dazu. Sie können auch ein PR-Büro oder einen Berater damit beauftragen, Ihre Themen an die Redakteurin oder den Redakteur zu bringen. Viele von ihnen haben gute Pressekontakte und -verteiler und arbeiten sehr partnerschaftlich mit den Pressevertretern zusammen, denn die sind ja schließlich an guten Themen interessiert.

Ein guter PR-Berater ist wie ein Agent für Autoren oder andere Künstler: Er hat ein Gespür dafür, was lohnend ist und was man besser erst gar nicht anbietet. Hören Sie auf diesen Rat! PR besteht oft zu einem erheblichen Teil aus Abraten statt Aussenden!

Anfragen und Nachfragen

Sie haben eine Pressemitteilung herausgeschickt, und ein Journalist fragt nach und möchte eine größere Geschichte daraus machen? Wunderbar. Versorgen Sie ihn mit allen Informationen, laden Sie ihn ein, geben Sie ein Interview. Aber geben Sie es ihm dann auch bitte exklusiv. Seine Recherche zu nutzen, um die Informationen auch an andere Redaktionen zu geben, wäre nicht nur schlechter Stil – Sie schaden sich damit wahrscheinlich erheblich.

Das Gleiche gilt für alle Themen oder Ideen, die ein Journalist selbst recherchiert hat und zu denen er Input von Ihnen haben will. Geben Sie ihm die Informationen, freuen Sie sich, dass er Sie erwähnt – und bewahren Sie Schweigen gegenüber allen anderen Pressevertretern, bis die Geschichte veröffentlicht ist.

Wenn Sie zu einer Pressekonferenz eingeladen haben und jemand möchte zu dem Thema weiter recherchieren oder eine umfassendere Geschichte daraus machen: Unterstützen Sie ihn ebenfalls darin – aber, wie gesagt, bitte erst nach dem Pressetermin.

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Wenn Sie den Workshop in Echtzeit mitmachen, haben Sie jetzt eine Woche Zeit bis zum nächsten Schritt. Viel Erfolg!

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Hier finden Sie eine Übersicht über die bereits erschienenen Workshop-Beiträge.

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