Nachrichten ver-XING-t

29. September 2008

Plattformen wie XING sind eine bequeme Möglichkeit, um Kontaktdaten zu speichern und mit Menschen in Verbindung zu treten – aber sie haben auch ihre Tücken. Da es so verführerisch einfach ist, über XING schnell mal eine Nachricht zu schicken, ertappe ich mich gelegentlich dabei, dass ich das auch mache. Dabei ist es auf jeden Fall sinnvoller, andere Kommunikationswege zu wählen – es sei denn, die Mitteilung hat einen unmittelbaren XING-Bezug oder ich habe den Betreffenden dort gefunden und weiß gar keine anderen Kontaktdaten von ihm.

Denn was passiert, ist: Der Angeschriebene erhält eine Mail, dass er eine Nachricht hat. Er muss also sowieso seine Mails abrufen, um davon zu erfahren. Dann muss er auf die Website gehen, sich einloggen und kann erst dann die Information lesen. Wie problematisch das ist, wird mir regelmäßig klar, wenn ich einen oder mehrere Tage unterwegs bin und nicht so einfach jederzeit ins Netz komme. Mit meinem Handy kann ich Mails abrufen und beantworten. Da habe ich sogar eine Flatrate. Aber wenn mir unterwegs jemand über XING schreibt, habe ich ein Problem. Da steht nämlich nur das Betreff. Ist das nicht besonders aussagekräftig, habe ich keine Ahnung, wie dringend es ist. Ob es vielleicht eine unmittelbare Reaktion erfordert – oder einfach nur ein Gruß ist. Ich komme mit meinem Mobiltelefon ins Netz, aber das ist erstens nicht sehr komfortabel und zweitens – wenn kein offener WLAN in der Nähe ist – auch ziemlich kostspielig. Daher vermeide ich es nach Möglichkeit.

Zwei Extreme: Neulich war ich auf dem Weg zu einem Termin, als mir der Gesprächspartner per XING mitteilte, dass er sich deutlich verspäten würde. Das stand aber nicht im Betreff, und das erfuhr ich folglich auch erst, nachdem ich bereits eine halbe Stunde gewartet hatte. Ein anderes Mal saß ich in einem Meeting, als die Nachricht kam, deren Betreff eine gewisse Eile suggerierte. Ich machte die Ausnahme und loggte mich per Handy in die Webmail ein. Um festzustellen, dass die Information getrost eine Woche hätte warten können…

Übrigens: Das XING-Problem müsste gar nicht auftreten, wenn mit der Benachrichtigungs-Mail zugleich die Nachricht übermittelt würde, wie das in vielen anderen Foren der Fall ist. Aber das wird natürlich nicht im Sinne des Unternehmens sein. Denn auf diese Weise sorgen die Mitglieder ja gegenseitig für Traffic auf der Seite.

Daher sind die schlichten, direkten Wege meistens immer noch die besten. Mail schreiben, anrufen, SMS schicken oder anskypen: Dann weiß ich wenigstens, dass die Nachricht auch zeitnah ihren Adressaten erreicht.

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11 Antworten auf Nachrichten ver-XING-t

  1. AkquiseScout on 29. September 2008 at 10:32

    Tja, mit BlckBerry wäre das nicht passiert. Das sind Sie mit Mails immer und überall uptodate und können auch direkt XINGen.

    Mit besten Grüßen,

    Alexander E. Schröpfer

    PS: Und das einloggen können Sie sich auch sparen

  2. Kerstin Hoffmann on 29. September 2008 at 11:33

    Naja, mein Handy ist auch ein Minicomputer. Der kann im Prinzip das gleiche wie ein Blackberry. Ich find’s trotzdem nervig.

  3. Frank H. aus Z. on 29. September 2008 at 16:12

    Wenn Du berichtet hättest, dass einer gebloggt hat, dass er sich verspäten wird, hätte hier auch noch einer geschrieben “Mit RSS-Feed auf dem Handy wäre das nicht passiert.”…

    (Ich *hab* RSS-Feeds auf meinem Handy ;-) )

  4. Susi on 29. September 2008 at 20:23

    Mit einem iPhone wäre das auch nicht passiert. ;-) )))

  5. Susi on 29. September 2008 at 20:24

    Wollte ich nur noch der Vollständigkeit dazukommentiert haben. ;-)

  6. pflieher on 1. Oktober 2008 at 12:10

    Hallo Kerstin,
    Du solltest unbedingt ein technisches Update vollziehen. Wer heute noch einen Minicomputer als Handy mit sich herumschleppt ist einfach “out”.
    So heißt es bei wiki: “A minicomputer (colloquially, mini) is a class of multi-user computers that lies in the middle range of the computing spectrum, in between the largest multi-user systems (mainframe computers) and the smallest single-user systems (microcomputers or personal computers). ”
    http://en.wikipedia.org/wiki/Minicomputer

  7. Kerstin Hoffmann on 1. Oktober 2008 at 12:30

    Aha. Na, mein Handy wird jedenfalls als Mini-PC oder so ähnlich beworben. Es ist ein N95 – das ist nicht wirklich technisch veraltet…

  8. pflieher on 1. Oktober 2008 at 12:45

    Nicht jeder Computer ist auch ein PC!
    Darum ist Mini-PC auch was anderes als Minicomputer.
    Die Werbung ist damit schonmal aus dem Schneider — abgesehen von der wörtlichen Umsetzung Mini-Microcomputer, wenn man Microcomputer und PC als synonym ansieht.

  9. Kerstin Hoffmann on 1. Oktober 2008 at 12:50

    Äh… ja… achsoachso! ;-)

  10. Giesbert Damaschke on 3. Oktober 2008 at 16:06

    Xing wird das nervige Verhalten mit Sicherheit begründen: Eine Browser-Sessein bei Xing ist SSL-verschlüsselt, eine normale Mail oder SMS kann unterwegs abgefangen werden. Ein Grund mehr, Xing wirklich nur für ganz doll geheime Dinge zu benutzen ;-)

  11. Kerstin Hoffmann on 3. Oktober 2008 at 16:19

    SO hatte ich es noch nie betrachtet!

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